The Sewer Story und die Bank of England

The Old Lady of Threadneedle Street.This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone.

The Old Lady of Threadneedle Street.
This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone.

Waren die riesigen Vorräte an Gold- und Silberbarren in der Bank of England, der „Old Lady of Threadneedle Street“, immer absolut sicher aufbewahrt, so dass auch die geschicktesten Bankräuber keine Chance hatten, an sie heranzukommen? Offensichtlich nicht, denn 1836 erhielten die Direktoren ein anonymes Schreiben, in dem jemand behauptete, er könne jederzeit problemlos in den Hochsicherheitsraum gelangen, in dem die Schätze gelagert wurden, und der große Unbekannte schlug in dem Brief vor, sich mit den Herren dort zu treffen, wann immer sie beliebten.

Die Bankdirektoren hielten das Ganze für einen schlechten Scherz, denn sie waren von der absoluten Sicherheit ihres „bullion rooms“ überzeugt. Doch schließlich gingen sie doch auf den Vorschlag ein und man verabredete sich zu einem Zeitpunkt mitten in der Nacht in dem Gewölbe unterhalb der Bank. Und siehe da, auf die Minute genau, wurden in dem Raum einige Fußbodenbretter beiseitegeschoben und vor den ungläubigen Augen der Bankdirektoren erschien ein Mann („I told you so“, mag er gesagt haben). Des Rätsels Lösung: Der Mann war ein „sewer man„, ein Kanalarbeiter, der zufällig bei Reparaturarbeiten in einem Abwassernebenkanal entdeckt hatte, dass von dort aus ein direkter Zugang zu dem Raum mit den Gold- und Silberbarren existierte.
Der ehrliche Mann hätte von dort aus, massenweise Edelmetall herausschleppen können, aber er tat es nicht, sondern machte die Bankleitung auf die Sicherheitslücke aufmerksam.

Aus Dankbarkeit schenkte man dem „sewer man“ £800, die er sich auch wirklich verdient hatte. Die Direktoren der Bank of England erbaten natürlich sofort von den Commissioners of Sewers sämtliche Pläne der Abwasserkanäle rund um das Bankgebäude; schließlich wollte man sicher gehen, dass da nicht noch mehr Zugänge zum Allerheiligsten existierten.

Wie der Gold Bullion Vault der Bank of England heute aussieht, zeigt dieser Film und hier ein kurzer Bericht über die Arbeit der heutigen „sewer men“ in den Londoner Abwasserkanälen.

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  1. Das ist ja eine richtig spannende Geschichte!


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