Michael Winner (1935 – 2013)

Eigenes Foto.

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Am letzten Montag, dem 21. Januar 2013 starb in London der ehemalige Filmregisseur und spätere Restaurantkritiker Michael Winner. Ich habe seine Filme, die ihn bekannt machten wie „Ein Mann sieht rot“, „Der Mann ohne Gnade“ oder „Der Rächer von New York“ nie gesehen, habe aber jahrelang mit Vergnügen seine Kolumne „Winner’s Dinners“ in der Sunday Times gelesen. Darin nahm sich Michael Winner Restaurants in London, Großbritannien und dem Rest der Welt vor, die häufig schlecht von ihm beurteilt wurden. Seine Kritiken, die oft von einer ziemlichen Arroganz geprägt waren, wurden in den Leserbriefen der Sunday Times kontrovers diskutiert. Ich hätte nicht gern in einem Restaurant gesessen, in dem auch Michael Winner anwesend war.

Ich erinnere mich noch an seine Kolumne, in der er vor vielen Jahren das Cliveden Hotel auseinandergenommen hatte, und er daraufhin dort Hausverbot erhielt. Mehrere Jahre danach, als ein neues Mangement das Hotel leitete, war er wieder da und lobte das Haus in den höchsten Tönen.
Wie auch immer: Die Kolumne war amüsant zu lesen; im Dezember letzten Jahres entschied er sich, sie aus Krankheitsgründen einzustellen.

Michael Winner schrieb ein Buch über seine Erlebnisse in Restaurants und Hotels: „Unbelievable! My life in restaurants and other places“ (JR Books 2010). Darin schreibt er u.a. über seine Essen mit großen Stars der Filmszene wie Warren Beatty, Marlon Brando, John Cleese oder Michael Caine.

Der Londoner rief 1984 den Police Memorial Trust ins Leben, eine Organisation, die sich dafür einsetzt, für im Dienst ums Leben gekommenen Polizeibeamten ein Denkmal zu setzen. Er war sehr engagiert und setzte sich immer wieder für die Polizei ein. Für dieses Engagement sollte er den Order of the British Empire verliehen bekommen, doch Michael Winner lehnte ab und sagte der Sunday Times „An OBE is what you get if you clean the toilets well at King’s Cross Station“. Typisch M.W.

Der ehemalige Regisseur wohnte bis zuletzt in seinem riesigen Anwesen Woodland House im Londoner Stadtteil Holland Park in der Melbury Road Nummer 31, ein Haus mit 47 Zimmern. In seinem Schlafzimmer, das Edward VII einmal als einen der schönsten Räume der ganzen Stadt genannt hat, ist Michael Winner wohl auch gestorben.

Published in: on 22. Januar 2013 at 15:00  Comments (2)  
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Der Tavistock Square im Londoner Stadtteil Bloomsbury

   © Copyright Stephen McKay

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Der schwärzeste Tag in der Geschichte des Londoner Tavistock Squares im Stadtteil Bloomsbury war sicherlich der 7. Juli 2005. Um 9.47 Uhr detonierte in einem roten Doppeldeckerbus der Linie 30 Marble Arch – Hackney Wick eine Bombe, die von einem Terroristen gezündet wurde. Nachdem schon etwa eine Stunde vorher drei Bomben in U-Bahnzügen explodiert waren, die vielen Menschen das Leben kosteten, endete die Anschlagserie hier am Tavistock Square in Höhe des BMA Buildings, der Zentrale der British Medical Association (BMA), blutig. 14 Menschen kamen in dem Bus ums Leben, darunter auch der Attentäter, der erst 18jährige Hasib Hussain.
Nach der Explosion leisteten Ärzte, die sich im BMA Building aufhielten, erste Hilfe und konnten so noch Menschenleben retten.
Ob wohl die Fahrer der roten Linienbusse, die heute den Tavistock Square passieren, noch immer ein mulmiges Gefühl haben und unwillkürlich an den Anschlag denken?

Seit Jahren wird darüber nachgedacht, in den Tavistock Square Gardens ein Denkmal an die Opfer des Terroraktes zu errichten. Bisher gibt es nur im Hyde Park ein zentrales Denkmal für die Opfer aller vier Anschläge.

Benannt wurde der Tavistock Square nicht nach der Kleinstadt in Devon, sondern nach dem Marquess of Tavistock, der gleichzeitig auch der Duke of Bedford war. Der Architekt des 1826 fertig gestellten Platzes war Thomas Cubitt.

Neben dem BMA Building gibt es noch einige weitere erwähnenswerte Gebäude an dem Platz wie das Woburn House, Sitz von Universities UK, eine Interessengemeinschaft britischer Universitäten und Connaught Hall, in dem Studenten der Universität von London untergebracht sind.
In der Hausnummer 52 (dort, wo jetzt das Tavistock Hotel steht) wohnte von 1924 bis 1939 die Schriftstellerin Virgina Woolf mit ihrem Mann Leonard, die hier auch ihren Verlag Hogarth Press untergebracht hatten. Virginia Woolf wurde auch mit einer Büste in den Parkanlagen verewigt.

In den Parkanlagen des Tavistock Squares finden sich einige interessante Denkmäler, die unter dem Motto Frieden und Pazifismus stehen. Mahatma Gandhi sitzt seit 1968 auf einem Sockel im Zentrum des Platzes und einige Meter weiter steht seit 1994 ein Memorial für Kriegsdienstverweigerer, das von dem Komponisten Michael Tippett eingeweiht wurde, der für seine pazifistische Haltung bekannt war.

1953 pflanzte der damalige indische Ministerpräsident Nehru im Tavistock Square eine Rotbuche und ein 1967 hier ebenfalls gepflanzter Kirschbaum soll an die Opfer des Atombombenabwurfs von Hiroshima erinnern.

Der Park des Tavistock Squares: Ein Ort der Ruhe und Besinnung mitten im trubeligen London, hier in einem sehr schönen Film vorgestellt.

In memoriam...   © Copyright Stephen McKay

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Das Denkmal für Mahatma Gandhi.   © Copyright Colin Smith

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Das Denkmal für Kriegsdienstverweigerer.   © Copyright Roger Davies

Das Denkmal für Kriegsdienstverweigerer.
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