Die enttäuschendsten britischen Besucherattraktionen

Stonehenge in Wiltshire.this work, release this work into the public domain

Stonehenge in Wiltshire.
This work is released into the public domain.

Bei Rundreisen durch Großbritannien stehen einige touristische Highlights immer auf der Tagesordnung. Lohnen sich die Besuche dieser britischen „Wallfahrtsstätten“ aber auch immer? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Für den einen ein Muss, für den anderen „plain boring“.
Bei einer Umfrage der Virgin Travel Insurance, die zwar schon einige Jahre alt ist, wurden über 1200 Menschen nach ihrer Meinung gefragt und das Ergebnis war doch recht überraschend.
Hier sind die Top 5 der „Most Disappointing Sights“:

Platz 1: Stonehenge
Wer hätte das gedacht? Stonehenge in Wiltshire ist bei Busreisen durch Südengland immer fest eingeplant. Für tausende von Druiden ist Stonehenge eine Kultstätte; die Steine, deren Ursprung noch heute nicht geklärt ist, üben auf Esoteriker eine starke Anziehungskraft aus. So findet sich hier ein bunt gemischtes Völkchen ein und an manchen Tagen kann es ganz schön voll werden. Der Eintritt ist mit £7.80 (fast 10 Euro) nicht gerade niedrig. Von den rund eine Million Besuchern pro Jahr gibt es offensichtlich nicht wenige, die sich von dem Weltkulturerbe nicht angesprochen fühlen. Die Reisejournalistin Felice Hardy nennt Stonehenge „an isolated pile of rocks in a usually muddy field “ und Jason Wyer-Smith von Virgin Travel Insurance kann es nachvollziehen, wenn immer mehr Menschen die „crowds in holiday hell“ meiden.

Platz 2: Angel of the North
Ich kann mir vorstellen, dass die meisten Anthony Gormleys Skulptur bei Gateshead (Tyne and Wear) nur vom Vorbeifahren auf der A1 kennen. Seit 1998 begrüßt der Engel des Nordens die Autofahrer, die in den Nordosten des Landes kommen. Die Einheimischen nennen die 20 Meter hohe Stahlskulptur respektlos „The Gateshead Flasher“, weil sie gewisse Ähnlichkeiten mit einem Exhibitionisten aufweist. Nach Ansicht vieler lohnt sich eine nähere Bekanntschaft mit dem Engel also nicht.

Platz 3: Blackpool Tower
Das ist eigentlich verwunderlich, denn nachdem man dort in der Aussichtsplatform in 116 Metern Höhe einen Glasboden, den Sky Walk, eingebaut hat, ist die Attraktivität des dem Eiffelturm in Paris nachempfundenen Blackpool Tower noch gestiegen. Trotzdem schnitt er bei der Umfrage schlecht ab. Vielleicht hat daran der Pariser Verwandte Schuld, denn der Eiffelturm steht bei den „Most Disappointing Sights“ international auf Platz Eins.

Platz 4: Land’s End
Ich persönlich hätte Land’s End noch weiter oben auf der Skala erwartet. Zugegeben, landschaftlich ist diese äußerste Südwestecke Großbritanniens schon beeindruckend, aber auf dem Gelände ist ein großer „Rummelplatz“ entstanden mit einem König Arthur-Themenpark, einer Air Sea Rescue Show, einem 4D-Filmtheater, dem West Country Shopping Village usw. usw. und alles kostet natürlich jeweils extra Eintritt.

Platz 5: Diana Princess of Wales Memorial Fountain
Dieser in der Südwestecke des Londoner Hyde Park angesiedelte Gedächtnisbrunnen wurde schon oft kritisiert und gescholten. „A colourless wet skateboard park“ nennt bereits oben erwähnte Reisejournalistin Felice Hardy den Prinzessin-Diana-Gedenkbrunnen, und ich finde diese Äußerung sehr zutreffend. Für £3,6 Millionen entwarf die amerikanische Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson dieses Gebilde, das man anfangs betreten durfte, dann nicht mehr (es hatten sich einige Unfälle darin ereignet), dann doch wieder. Ob Prinzessin Diana mit dieser ihr zugedachten Ehrung einverstanden gewesen wäre?

Das Buch zum Artikel:
Gareth Rubin: Crap days out. John Blake 2011. 276 Seiten. ISBN 978-1843584056.

The Angel of the North.this work, release this work into the public domain

The Angel of the North.
This work is released into the public domain.

Published in: on 3. Februar 2013 at 02:00  Comments (2)