The Ufton Dole – Eine uralte Tradition, die in Ufton Nervet (Berkshire) gepflegt wird

Ufton Court.   © Copyright Shaun Ferguson

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Einer der Gründe, warum ich England mag, ist die Aufrechterhaltung von alten Traditionen, auf die man immer wieder im ganzen Land stößt und die ich in meinem Blog hin und wieder vorstelle.

In dem kleinen Dorf Ufton Nervet, zehn Kilometer südwestlich von Reading gelegen, gibt es eine Tradition, die bis in das Jahr 1581 zurückreicht. Am Gründonnerstag wird im Ufton Court, einem Tudor-Herrrenhaus, die Ufton Dole ausgegeben, das sind Textilien wie Bettwäsche und Handtücher  und über hundert Laibe Brot, die sich die Dorfbewohner dort abholen können. Die Ausgabe dieser Geschenke nimmt der Lord of the Manor, Sir William Benyon, höchstpersönlich vor.

Wie kam es dazu? Lady Elizabeth Marvyn, die Besitzerin von Ufton Court Ende des 16. Jahrhunderts, hatte sich einmal auf dem Heimweg zu ihrem Haus in den umliegenden Wäldern total verlaufen und fand nicht mehr zurück. Die Dorfbewohner machten sich auf den Weg, um sie zu suchen, fanden sie auch und brachten die Dame wohlbehalten wieder in ihr Manor House. Aus Dankbarkeit für die Hilfsbereitschaft der Dörfler legte sie testamentarisch fest, dass eine bestimmte Summe Geldes nach ihrem Tod alljährlich für die Ufton Dole ausgegeben werden sollte, die damals aus Brot und Leinen für die Armen der Gemeinde bestand.

Es heißt, dass ein Fluch über den Landlord kommen werde, der diese Tradition nicht mehr weiterführt und da viele Engländer abergläubisch sind, hat bisher auch noch niemand der Ufton Court-Besitzer es gewagt, am Gründonnerstag kein Brot und keine Textilien auszugeben. Hier ist ein Film über Ufton Court.

Der Name des Dorfes Ufton Nervet ging im Jahr 2004 durch die britischen Medien, als dort am 6. November auf einem Bahnübergang ein Zug der Linie London – Plymouth ein Auto erfasste, wobei sieben Menschen ums Leben kamen. Es stellte sich heraus, dass der Autofahrer absichtlich auf den Schienen geparkt hatte, um Selbstmord zu begehen. Hier ist ein Film.

Published in: on 15. Februar 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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