Lot’s Ait – Eine verwunschene Insel in der Themse

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Im Westen Londons, in Brentford, liegt eine jener zahlreichen Themse-Inselchen, die von der Vegetation zeitweise vollkommen zugewuchert sind: Lot’s Ait. Von der Brentford High Street aus kann man die Insel seit Januar 2012 auch über eine Fußgängerbrücke erreichen, davor war der Zugang nur per Boot möglich. Viele Jahre nutzte man Lot’s Ait überwiegend für den Anbau von Korbweiden, aus deren Ruten man Körbe und Flechtmöbel herstellte. Bis 1980 befand sich auf der Insel auch eine  Werft, in der Lastkähne repariert wurden. Danach verfiel Lot’s Ait in einen Dornröschenschlaf; die Pflanzen- und die Tierwelt übernahm die Herrschaft und Menschen waren nur noch selten hier zu finden.

Im Jahr 2002 wurde die Insel zum Verkauf angeboten mit der Freigabe für den Bau eines Restaurants und für Freizeiteinrichtungen, wofür sich allerdings keine Interessenten fanden. Dafür hat sich die Firma John’s Boat Works auf Lot’s Ait niedergelassen, die ein breites Spektrum an Serviceleistungen für Bootsbesitzer auf der Themse anbietet wozu Reparatur, Restaurierung und Neubau von Booten gehören.

Filmenthusiasten werden die Themseinsel (wahrscheinlich unwissentlich) in dem Film „The African Queen“ (mit Humphrey Bogart und Katherine Hepburn) gesehen haben, der in Teilen 1951 hier gedreht wurde. Natürlich wurde auch vor Ort in Afrika gefilmt, aber für die meisten Flussszenen musste die Themse herhalten. Zwischen die Weiden auf Lot’s Ait platzierte man einige Palmen und spielte die Geräusche von tropischem Vogelgezwitscher ein: Fertig war der afrikanische Fluss. Man achte auf die Anfangsszenen, in denen Miss Rosie das Steuern der African Queen beigebracht wird und schaue sich dabei einmal den Hintergrund an, ja, das sind die Weiden auf Lot’s Ait. Hier ist der Trailer des Films zu sehen (die Szenen mit den Krokodilen wurden übrigens nicht auf der Themse gedreht!).

John's Boat Works auf Lot's Ait.   © Copyright Robin Webster

John’s Boat Works auf Lot’s Ait.
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Published in: on 31. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Stephen Gough – The Naked Rambler

Hartnäckig ist er ja, der 54 jährige, in Eastleigh (Hampshire) geborene Stephen Gough, und er lässt sich von den britischen Behörden absolut nicht einschüchtern, denn er hat eine Leidenschaft, die der Polizei und den Gerichten nicht gefällt: Er bewegt sich am liebsten nackt in der Öffentlichkeit. Mehrfach schon hat er die Strecke Land’s End – John O’Groats nackt erwandert, mal allein, mal mit seiner (ebenfalls nackten) Freundin Melanie Roberts und stieß dabei ständig auf den Widerstand der Behörden, die ihn immer wieder verhafteten und einsperrten. Doch davon ließ sich Stephen Gough, der inzwischen im ganzen Land als The Naked Rambler (hier ist ein Film über ihn) bekannt ist, nicht stören. Er trat sogar bei seinen Gerichtsverhandlungen nackt vor die Richter und wurde daraufhin wegen Missachtung des Gerichts zu weiteren Strafen verurteilt. Viele Male verließ er das Gefängnis in nacktem Zustand, woraufhin er sofort wieder in Gewahrsam genommen wurde.

Dieses Katz und Maus-Spiel zieht sich nun schon viele Jahre hin, aber Stephen Gough lässt sich einfach nicht unterkriegen; er besteht darauf, nackt durch die Welt laufen zu wollen. Die Gerichtsverfahren und Gefängnisaufenthalte haben den britischen Steuerzahler mittlerweile schon mehrere hunderttausend Pfund Sterling gekostet.

Der Mann aus Eastleigh in Hampshire ist inzwischen zu einem Held der Nudistenbewegung im In- und Ausland geworden. „Die Briten hatten stets eine Schwäche für Exzentriker. Eine liberale Gesellschaft muss die Marotten Einzelner aushalten können, dieses Gebot ist Teil des nationalen Selbstverständnisses. Doch stellt Gough die Toleranz seiner Landsleute auf eine harte Probe“ meint der SPIEGEL. „There’s nothing about me as a human being that is indecent or alarming or offensive“ sagte Gough einmal vor Gericht. Recht hat er!! Das viele Geld, das die Gerichtsverfahren gekostet haben, hätte  man sinnvoller für wichtigere Dinge ausgeben können.
Die Reaktionen seiner Landsleute, die ihm auf seinen Nacktwanderungen begegnen, sind unterschiedlich. Manche beschimpfen ihn, manche ermutigen ihn, im Kampf gegen das System weiterzumachen.

Hier ist ein Song über den Naked Rambler von Sally Ironmonger.

Published in: on 30. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Edgar Wallace Pub in der Essex Street (London) – Benannt nach einem der Meister des Kriminalromans

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Möchte man in London mal kein Real Ale trinken, sondern ein „richtiges deutsches Bier“, so kann man das in der deutschen Kneipe „Bierschenke“ in der Essex Street Nummer 46 tun. Hier gibt es Bitburger, Warsteiner und Köstritzer Schwarzbier; dazu vielleicht ein paar Nürnberger Bratwürste oder eine Berliner Currywurst?

Wir sind hier mitten im Londoner Anwalt- und Gerichtsviertel; in der Essex Street und in der näheren Umgebung wimmelt es nur so von Anwaltspraxen. In der Nummer 7/8 sind z.B. die Brick Court Chambers zu finden, ein namhaftes Büro, in dem 75 Barrister ihrem Beruf nachgehen. Direkt gegenüber und nur ein paar Schritte von der deutschen Bierkneipe entfernt, liegt ein uriger Pub namens The Edgar Wallace. Die Klientel dieses Hauses setzt sich, wie sollte es in dem Viertel anders sein, überwiegend aus Vertretern der juristischen Berufsstände zusammen.

Auf dem Gelände des nach dem Klassiker des englischen Kriminalromans benannten Pub stand früher ein Gasthof namens The Essex Head, zurückzuführen auf Robert Devereux, Earl of Essex, ein Günstling Elizabeths I. Hier trafen sich im 18. Jahrhundert regelmäßig Dr. Johnson und seine Freunde. Erst 1975 taufte man den Pub in The Edgar Wallace um, exakt einhundert Jahre nach dem Geburtstag des Schriftstellers. Wallace verbrachte einen Teil seiner Kindheit in diesem Teil Londons; als Elfjähriger verkaufte er schon Zeitungen in der nahegelegenen Fleet Street, in die er später als Journalist zurückkehren sollte.

Im Pub kann man auf das Wohl des Krimiautors, der in Deutschland vielleicht sogar noch populärer war als in England, mit einem Glas Edgar’s Pale Ale anstoßen, das von der Nethergate Brewery hergestellt wird. Im ersten Stock sind einige Erinnerungsstücke an Edgar Wallace untergebracht.
Wer sich also nicht scheut inmitten von Richtern und Rechtsanwälten sein Pint zu schlürfen, dürfte sich in The Edgar Wallace wohlfühlen.

The Edgar Wallace
40 Essex St
London WC2R 3JE
Tel. 020 7353 3120

Published in: on 29. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Coton in the Elms (Derbyshire) – Der am weitesten vom Meer entfernte Ort Großbritanniens

Der von allen Meeren Großbritanniens am weitesten entfernte Ort.   © Copyright Gregg McFadyen

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Wenn man in Großbritannien wohnt, hat man es nie weit bis zu einem der Meere, die die Insel umgeben. Viele der Engländer, Waliser und Schotten benötigen weniger als eine Stunde Autofahrt, um dort hinzugelangen.

Die Bewohner des kleinen Dörfchens Coton in the Elms in Derbyshire sind diejenigen, die es am weitesten zu einem der Strände haben, denn der Ort, 8 km südlich von Burton-upon-Trent, ist exakt 113 km von dem nächstgelegenen Meer entfernt. Um es noch genauer zu sagen: Die Church Flatts Farm, südöstlich von Coton, ist der exakte Punkt, den die Ordnance Survey, die für die Landesvermessung Großbritanniens zuständig ist, ermittelt hat. In einem Interview mit der BBC sagten die Farmbewohner einmal, dass sie mit ihrer meerfernen Lage überhaupt kein Problem hätten und schon seit Jahren nicht mehr dort gewesen wären. Es gibt sogar ein Gedicht über die Farm, das der Oxforder Dichter Ben Parker geschrieben hat und das „Church Flatts Farm“ heißt; erschienen in seinem Band „The Escape Artists„.

Über Coton in the Elms gibt es nicht viel zu berichten; vielleicht noch, dass der Dorfpub The Black Horse im Jahr 2011 zum CAMRA Country Pub of the Year gewählt wurde. Der Konkurrent dagegen, The Shoulder of Mutton in der Church Street, schloss 2010 und reihte sich damit in die immer größer werdende Phalanx der aufgegebenen englischen Pubs ein. Ein paar Meter weiter steht für die Kirchgänger des Dorfes  die kleine St Mary’s Church zur Verfügung.

Willkommen in Coton in the Elms.   © Copyright Geoff Pick

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St Mary's in Coton in the Elms.   © Copyright JThomas

St Mary’s in Coton in the Elms.
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Published in: on 28. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Vergessene Krimiautoren: Ronald A. Knox (1888-1957)

This work has been released into the public domain by the copyright holder.

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Ronald Arbuthnott Knox war ein unglaublich produktiver Schriftsteller. Er schrieb Dutzende von Büchern, überwiegend mit religiösem Inhalt, denn Knox war Theologe und Priester. Als Sohn des späteren Bischofs von Manchester geboren, schlug auch er die theologische Laufbahn ein, wechselte 1917 von der anglikanischen zur römischen Kirche über und wirkte viele Jahre lang in Oxford.

Ronald Knox las gern in seiner Freizeit Krimis und meinte eines Tages, sich auch einmal daran versuchen zu wollen; so schrieb er 1925 seinen ersten Kriminalroman „The Viaduct Murder“ (dt. „Der Mord am Viadukt“), der bei Methuen in London erschien. Es folgten noch eine Handvoll weitere, in denen jeweils sein Serienheld, der Versicherungsdetektiv Miles Bredon, der für die Firma Indescribable Insurance Company arbeitet,  die Fälle löste. Knox‘ Krimis waren in den 1920er und 1930er Jahren recht beliebt, bei Literaturkritikern kamen sie allerdings nicht so gut an. So schreibt Norman Donaldson in der Enzyklopädie „Twentieth Century Crime and Mystery Writers„: „In particular, his six detective novels…are disappointing, and his detective Miles Bredon is a faceless nonentity“. Selbst Knox hat seiner Serienfigur gegenüber ein gespaltenes Verhältnis. In seinem Krimi „Der Tote im Silo“ meint er gleich am Anfang „Miles Bredon ist Privatdetektiv. Ein solcher Mitarbeiter ist eigentlich überflüssig. Versicherungsbetrüger werden auf Kosten des Steuerzahlers von der Polizei belangt“ und in „Die drei Gashähne„: „Er war nicht eigentlich faul, aber er fiel allen möglichen ihn immerzu ablenkenden Steckenpferden zum Opfer“. Robert Speaight bringt es in seinem Buch „Ronald Knox the writer“ (1966) auf den Punkt: „To be frank Bredon is a bore“.

Als bester Krimi gilt der bereits oben erwähnte „The Body in the Silo“ (der in den USA unter dem Titel „Settled Out of Court“ erschien).

Ganz interessant sind auch Ronald Knox‘ 10 Gebote, worauf man beim Schreiben eines Kriminalromans achten sollte. Sie lauten:

1. Der Verbrecher muss bereits zu Beginn der Geschichte Erwähnung finden, aber es darf niemand sein, dessen Gedanken der Leser folgen kann.
2. Übernatürliche Kräfte oder Mächte sind selbstverständlich untersagt.
3. Es darf nur eine Geheimkammer respektive nicht mehr als ein Geheimgang verwendet werden, und dies auch nur dann, wenn sich die geschilderte Umgebung dazu eignet.
4. Weder sind bis jetzt unbekannte Gifte gestattet noch irgendeine Art der Verabreichung, die am Ende eine lange wissenschaftliche Erklärung erfordert.
5. Chinesen haben in der Geschichte nichts zu suchen.
6. Weder darf der Zufall dem Detektiv zu Hilfe eilen, noch darf er unerklärliche Eingebungen haben, die sich als richtig herausstellen.
7. Der Detektiv darf das Verbrechen nicht selbst begehen.
8. Alle Spuren, auf die der Detektiv stößt, müssen dem Leser unverzüglich vor Augen geführt werden.
9. Der beschränkte Freund des Detektivs, sein Watson, darf keinen seiner Gedankengänge verschweigen; sein Intelligenzquotient muss leicht, aber nur ganz leicht, unter dem des durchschnittlichen Lesers liegen.
10. Zwillinge und Doppelgänger dürfen erst auftreten, nachdem wir gebührend auf sie vorbereitet worden sind.

Ronald Knox beendete seine Karriere als Krimiautor, weil ihm sein Bischof bedeutete, dass das Schreiben von derartiger Literatur einem Mann seines Ranges unwürdig sei.

Der einzige noch im deutschen Buchhandel lieferbare Titel ist „Der Mord am Viadukt“ (Tally-Ho! Verlag Robert Schulze 2011. 242 Seiten. ISBN 978-3942316019).

Ronald Knox starb am 24. August 1957 und wurde auf dem Friedhof der Kirche St Andrew’s in dem kleinen Ort Mells in Somerset beigesetzt, dort wo später auch sein Bewunderer und Freund, der „War Poet“ Siegfried Sassoon, auf eigenen Wunsch beerdigt wurde.

Das Buch zum Artikel:
Evelyn Waugh: The Life of Right Reverend Ronald Knox. Penguin Classics 2011. 320 Seiten. ISBN 978-0141193526.

St Andrew's Church in Mells (Somerset).   © Copyright Kevin Gordon

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Eigenes Foto.

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Published in: on 27. März 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Orford General Store (Suffolk) – Bester Dorfladen Großbritanniens

With friendly permission of Orford General Store.

With friendly permission of Orford General Store.

Jedes Jahr vergibt die Countryside Alliance Preise für ländliche Einrichtungen oder Personen, die sich besonders für die Erhaltung des englischen Dorflebens eingesetzt haben. In der Kategorie „Village Shop/ Post Officewurde der Preis, der vom Daily Telegraph gesponsort wird, vor wenigen Tagen an den General Store in Orford in der Grafschaft Suffolk vergeben. Orford ist ein kleines Dorf, direkt an der Heritage Coast gelegen, und ziemlich verschlafen wie ich es in Erinnerung habe.

Orford1In der Pump Street liegt dieser preisgekrönte Dorfladen, gekoppelt mit dem Postamt, einer Delikatessenabteilung, einer Weinhandlung, dem „Suffolk Butcher“ und einem Café. Seit dem Jahr 2010 hat Penny Teale dieses kleine Imperium aufgebaut, das sich mittlerweile zu einem wesentlichen Bestandteil des Ortes entwickelt hat. Die Ladenbesitzerin zeigt, dass es durchaus Alternativen zu den großen anonymen Supermärkten geben kann. Sie hat an sieben Tagen in der Woche geöffnet und ein breites Angebot an Waren. Man trifft sich im General Store, trinkt einen Kaffee oder wirft einen Blick in die Zeitungen, die hier kostenfrei ausliegen.
Penny Teale vergleicht ihre Preise ständig mit denen einiger Supermarktketten und ist da mit manchen Produkten sogar preisgünstiger wie sie kürzlich dem Daily Telegraph erzählte. Der Kundendienst ist sowieso unschlagbar, denn man geht im General Store gern auf individuelle Wünsche ein, was die großen Märkte wohl eher nicht tun.

Wem es in Orford gefällt, der kann sich auch gleich über dem Laden einmieten, denn hier stehen zwei Zimmer zum Preis von £75 bis £95 zur Verfügung; das kontinentale Frühstück gibt es in Pennys Cafè.

Die Webseiten des Orford General Stores sind ansprechend gestaltet, u.a. mit einem Blog, der von Pennys Hund Spike bestritten wird, und einem Notice Board für örtliche Kleinanzeigen.

Ich glaube, Penny Teale hat diesen Preis (auch Rural Oscar genannt) wirklich zu Recht erhalten. Wenn es noch mehr von diesen kreativen Unternehmern/Unternehmerinnen gäbe und die Dorfbevölkerung mitzieht, dann dürfte es für die Zukunft des English Village nicht ganz so finster aussehen.

Der Vorjahressieger war übrigens Ludwell Stores and Post Office in Ludwell bei Shaftesbury in Dorset.

Orford in Suffolk.   © Copyright Chris Gunns

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Published in: on 26. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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St Mary’s in Whitby (East Yorkshire) – Eine Kirche in Gefahr

Eigenes Foto.

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Über eine meiner englischen Lieblingsstädte, Whitby im Osten der Grafschaft Yorkshire, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Die kleine Stadt am Meer hat eine wunderschöne Lage; nachdem man die 199 Stufen zu den Abteiruinen erklommen hat, bietet sich dem Betrachter ein einzigartiger Blick auf die Nordsee und auf die Dächer der Altstadt.

Am Ende der vielen Treppenstufen wird man als erstes von der Kirche St Mary’s begrüßt, die hier schon seit dem Jahr 1110 steht, umgeben von einem Friedhof mit uralten Grabsteinen, der sich bis zu den Klippen hin zieht. Bram Stoker, der Schöpfer des „Dracula„-Romans war, als er in Whitby wohnte, von diesem Friedhof so angetan, dass er einige Szenen seines Buches dort ansiedelte. Von seinem Schreibtisch aus konnte er St Mary’s sehen und die um den Kirchturm herumfliegenden Fledermäuse inspirierten ihn…

Als ich zuletzt in Whitby war, konnte ich dort oben noch problemlos herumspazieren und den Blick auf die Flussmündung des River Esk genießen. Leider ist die sehenswerte Kirche in den letzten Monaten in Gefahr geraten, von den Klippen abzurutschen, denn starke Regenfälle haben den Hang so in Mitleidenschaft gezogen, dass einige der Grabstellen bereits hinuntergespült worden sind. Die Bewohner der darunterliegenden Häuser fanden plötzlich menschliche Gebeine in ihren Hintergärten; vielleicht gehörten die einem früheren Verwandten? Kein schöner Gedanke! Die Fischräucherei „Fortune’s Kippers„, die in der Henrietta Street direkt unterhalb des Friedhofs seit 1872 ansässig ist, fürchtet schon um ihre Existenz, sollte es mit dem Klippenabbruch noch schlimmer werden.

Auf dem Friedhof hat man jetzt Warnschilder aufgestellt, denn am Rand der Klippen befindet sich ein Fußweg, der sehr beliebt ist und von vielen Spaziergängern benutzt wird.

Vor zwei Jahren wurde in der englischen Presse schon einmal über den St Mary’s Churchyard berichtet, nachdem dort ein Fotoverbot verhängt worden war. Der Hintergrund: Zweimal im Jahr treffen sich in Whitby die Goths aus aller Welt, um hier das Whitby Goth Weekend zu feiern (demnächst wieder am letzten Aprilwochenende). Ein fester Bestandteil dieses Treffens ist der Besuch des Kirchhofs von St Mary’s, wo man sich auf oder neben den Grabsteinen fotografieren lässt. Die zuständige Kirchenbehörde war der Meinung, dass das den Toten gegenüber respektlos sei, daher das Verbot, das bei den Anhängern dieser Subkultur gar nicht gut ankam. Wie es bei dem Goth Weekend zugeht, zeigen diese Bilder.

Um noch einmal auf abrutschende Klippen in Whitby zurückzukommen: Erst im Dezember zerstörte ein Erdrutsch fünf Häuser in der Straße Aelfleda Terrace, nur ein paar hundert Meter von St Mary’s entfernt. So schön die kleine Hafenstadt ist, so gefährlich kann es auch sein, hier in bestimmten Regionen zu wohnen.
Hoffentlich schafft man es, St Mary’s in irgendeiner Weise zu stabilisieren, denn Whitby ohne seine Kirche auf dem Hügel über der Stadt kann man sich gar nicht vorstellen.

Hier ist ein kurzer Filmbericht der BBC.

Eigenes Foto.

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Published in: on 25. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Tutbury Castle – Die Spukburg in Staffordshire

   © Copyright M J Richardson

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In seiner fast tausendjährigen Geschichte hat das Tutbury Castle sehr viel erlebt. Zahlreiche Könige und Königinnen waren hier zu Gast wie Charles I und Charles II (freiwillig) oder Maria Stuart (unfreiwillig; sie war hier dreimal gefangengehalten). Maria Stuart hasste die Burg und nannte sie “ a vile place exposed to all the winds and injuries of heaven„.

Von den einstigen Burganlagen sind heute nur noch Reste übriggeblieben, die es aber in sich haben, denn die Ruinen gelten in den Kreisen der Geisterjäger als „very haunted„; ja, diese Leute geben sich hier praktisch die Klinke in die Hand, denn es gibt nicht viele Burgen und Schlösser in England, in denen so viele Geistererscheinungen protokolliert worden sind. Allein in den Jahren 2000 bis 2003 sollen es über 250 gewesen sein. Sie konzentrieren sich auf zwei Räume, auf die Great Hall und auf den King’s Bedroom; vor allem das kahl wirkende Schlafzimmer war so schlimm, dass man es eine Zeit lang für die Öffentlichkeit schließen musste. Einige Besucher wurden beim Betreten des Raumes ohnmächtig oder ihnen wurde übel und viele verließen ihn fluchtartig.

Das Team der TV-Show „Most Haunted“ des Senders LivingTV mit Yvette Fielding und Derek Acorah besuchte auch das Tutbury Castle und was sie nachts in der Burg alles erlebten, kann man hier sehen. Mit dabei war auch der „Spukhistoriker“ Richard Felix, der später noch einmal allein hierher kam und einen Film über die Geschichte und die Geister der Burg drehte (hier zu sehen).

Der Eigentümer des Tutbury Castles, das Herzogtum von Lancaster, stellte 1999 eine neue Kuratorin ein, die sich um die Anlage kümmern sollte. Leslie Smith war so erfolgreich in ihrer Arbeit, dass sie die Besucherzahlen um das zwölffache steigern konnte. Sie schlug natürlich auch aus dem Ruf der Burg als Spukort Kapital und so bietet sie das ganze Jahr über Veranstaltungen an wie eine „Tutbury Castle Ghost Hunt with Supper“ (gerade erst am 22. März) oder „The Great Tutbury Castle Ghostover“ (am 8. Juni). Die Kuratorin ist häufig als Maria Stuart anzutreffen, die sie in einem dem Original nachempfundenen Kostüm verkörpert. Einige Jahre wirkte sie auch im „Most Haunted“-Team mit. Leslie Smiths neue Idee: Sie wird, erstmals am 28. März, in die Rolle der  ehemaligen Premierministerin Margaret Thatcher  schlüpfen. „Buffet and talk with Margaret Thatcher“ nennt sich das Event der umtriebigen Kuratorin.
Am 7. April wird auf dem Gelände der Burg eine Hochzeitsmesse abgehalten (heiraten kann man hier auch) und vom 4. bis zum 6. Mai findet ein Piratenwochenende statt. Also: Leslie Smith stellt im Tutbury Castle so einiges auf die Beine.

Wer die Burg einmal besuchen möchte, sie liegt an der A511 zwischen Burton-on-Trent und Uttoxeter. Zu empfehlen ist ein Zwischenstopp im Dog and Partridge in der High Street  von Tutbury, einem sehr schönen Fachwerk-Pub aus dem 15. Jahrhundert.

Tutbury Castle
Castle Street
Tutbury
Burton-on-Trent
Staffordshire
DE13 9JF
Tel: 01283 812129

The Dog and Partridge in der High Street von Tutbury.   © Copyright Dave Bevis

The Dog and Partridge in der High Street von Tutbury.
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Crocker’s Folly – Das verlassene Haus am Londoner Aberdeen Place

   © Copyright Richard Croft

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Am Aberdeen Place im Londoner Stadtteil St John’s Wood befindet sich ein Haus, das nun schon neun Jahre lang leer steht und die meiste Zeit verbarrikadiert war. Es ist schade um dieses aus der spätviktotianischen Zeit stammende ansehnliche Gebäude, aber es will sich einfach (noch) kein Käufer finden. Hier ist eine kurze Zusammenfassung der absonderlichen Geschichte des Hauses.

Ein gewisser Frank Crocker hatte Ende des 19. Jahrhunderts eine Vision: Eine Eisenbahnlinie wurde vom Norden aus ins Zentrum Londons gebaut und Crocker war sich 100% sicher, wo die Endstation dieser neuen Linie sein würde. So baute er 1898 genau dort ein Hotel mit mehreren Bars und Restaurantbetrieb hin, dem er den Namen The Crown Hotel gab. Direkt vor seinem Haus würden die hungrigen und durstigen Reisenden aussteigen und in Scharen hereinströmen. Es würde ein Goldgrube werden! Aber leider erwies sich Crockers Vision als falsch. Die Bahnlinie schwenkte um und der Bahnhof wurde etwa 1,5 Kilometer entfernt gebaut, dort wo heute die Marylebone Station steht.

Die Folge: The Crown Hotel stand überwiegend leer, die schönen Zimmer wurden nicht genutzt. Frank Crocker machte pleite und beging Selbstmord, indem er sich aus einem der Fenster seines Hotels stürzte… so die Legende, erfunden von dem neuen Besitzer, der sich dadurch mehr Aufmerksamkeit für sein Haus erhoffte. Crocker starb 1904 (nicht per Selbstmord) und war bis zuletzt ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft.

Das Crown Hotel wurde als Pub weitergeführt und durch die Nähe zu dem berühmten Lord’s Cricket Ground lief es gar nicht so schlecht. Im Jahr 2004, es war 1987 in The Crocker’s Folly umgetauft worden, schloss das Haus am Aberdeen Place 24 seine Pforten und dämmert jetzt vor sich hin. Hin und wieder wurden notdürftige Reparaturen durchgeführt, aber die meiste Zeit waren Türen und Fenster mit großen Holzplatten vernagelt. Es ist ein Jammer um dieses stattliche Gebäude, das über die wohl schönste viktorianische Inneneinrichtung aller Londoner Pubs verfügte.

Crocker’s Folly wird als Grade II gelistet, d.h. es ist ein Bauwerk von nationaler Bedeutung und speziellem Interesse. Der Verkaufspreis soll bei £4.2 Millionen liegen, was sicher den weiteren Betrieb als Pub ausschließt, und man befürchten muss, dass eines Tages ein Unternehmer kommt und das historische Gebäude abreißt, um auf dem Gelände Luxusappartements zu bauen.

Szenen für zwei Filme wurden in dem Haus am Aberdeen Place gedreht: „Georgy Girl“ 1966 mit James Mason und Lynn Redgrave und „Das Bildnis des Dorian Gray“ (2009) mit Ben Barnes und Colin Firth.

Crockers Folly
24 Aberdeen Place
London NW8 8JR

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Laura Howard alias Cully Barnaby

Copyright Joan Street. http://www.midsomermurders.org/With friendly permission.

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Ab heute werde ich in loser Reihenfolge einige der Nebenfiguren der TV-Serie „Inspector Barnaby“ porträtieren und beginne mit DCI Tom Barnabys Tochter Cully, gespielt von Laura Howard.

Der Detective Chief Inspector liebt seine Tochter heiß und innig, was in jeder Episode zu sehen ist; auch ihre Mutter Joyce hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihr. Sie nannten ihre Tochter Cully, weil sie bei einem Urlaub der beiden im schweizerischen Cully im Kanton Waadt am Genfer See „conceived“ wurde (s. Foto unten). Auch außerhalb der Dreharbeiten sollen sich Laura Howard und Jane Wymark (Joyce Barnaby) sehr gut verstanden haben.

Leider klappt es bei Cully beruflich nicht so besonders. Sie möchte gern als Schauspielerin arbeiten, bekommt aber nicht viele Rollenangebote; so jobbt sie u.a. als Fahrerin eines Bücherbuses oder im Reisebüro. In Liebesdingen läuft es auch nicht so glatt: In Episode 6 „Death’s shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“) wird der von ihr angehimmelte Theaterregisseur Simon Fletcher bei einem Dorffest mit einem Pfeil getötet; in Episode 25 „Death and dreams“ (dt. „Trau, schau, wem!“) kommen sich Cully und Detective Sergeant Troy näher (ohne dass sich daraus etwas entwickelt) und schließlich heiratet sie in Episode 60 „Blood wedding“ (dt. „Ganz in Rot“) ihren Simon Dixon, der von da ab aber nie wieder zu sehen ist. Diese Folge sollte eigentlich die letzte für Laura Howard sein; ihr „Filmvater“ John Nettles schenkte ihr zum Abschied einen riesigen Rosenstrauß… aber Cully tauchte doch noch in vier weiteren Folgen auf; das wirklich allerletzte Mal in Episode 81 „Fit for murder“ (dt. „Gesund aber tot“), in der DCI Tom Barnaby in den wohlverdienten Ruhestand geht.

Auch Laura Howards Karriere als Schauspielerin kam noch nicht so richtig in Gang. 1977 im Londoner Westen geboren, erhielt sie ihre ersten Rollen in TV-Serien wie „Covington Cross“, „So haunt me“ und „Soldier soldier“. 1997 wurde sie zur Cully Barnaby in der ersten Folge der „Midsomer Murders“-Serie „The killings at Badger’s Drift“ (dt. „Tod in Badger’s Drift“); in 42 weiteren Episoden war sie dann noch zu sehen. Nachdem sie aus der Serie ausgestiegen war, spielte sie Theater und hatte Auftritte in den TV-Serien „Doctors“ und „EastEnders“.

Cully, als Teil der Barnaby-Familie, hat sicher auch mit zur Beliebtheit der TV-Serie beigetragen; meist war sie nur kurz zu sehen, manchmal stand sie aber auch im Mittelpunkt der Handlung wie z.B. in der Folge 30 „Bad tidings“ (dt. „Immer wenn der Scherenschleifer…“), in der sie um ein Haar ermordet worden wäre (hier ist ein kleiner Ausschnitt aus der Episode). Es gibt auch ein eigenes Musikstück, das Cully gewidmet ist.

Hier sind einige Filmausschnitte mit Laura Howard aus mehreren TV-Shows zu sehen.

Author: Roland Zumbühl.Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version published by the Free Software Foundation

Cully am Genfer See.             Author: Roland Zumbühl.
Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version published by the Free Software Foundation.

Published in: on 22. März 2013 at 02:00  Comments (9)  
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Mein Buchtipp – George Mahood: Free Country – A penniless adventure the length of Britain

Eigenes Foto.

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George Mahood, von Beruf freier Fotograf, und sein Freund Ben wollen Großbritannien von Land’s End in Cornwall nach John O’Groats im Norden Schottlands mit dem Fahrrad durchqueren und geben sich dafür drei Wochen Zeit. Na und? wird man sich fragen; das haben doch schon abertausende vor ihnen gemacht. Das Besondere an dieser End-to-End-Durchquerung Großbritanniens ist, dass die beiden am Startpunkt in Land’s End lediglich mit Union-Jack-Unterhosen bekleidet und ohne Fahrrad stehen und über keinerlei Geld verfügen. Was sie von jetzt an für die nächsten drei Wochen brauchen, müssen sie sich auf irgendeine Weise zusammenbetteln, z.B.: Kleidung, das Essen, die Übernachtungen und natürlich…die Fahrräder. Wie hilfsbereit sind die Briten wirklich? Das wollen sie herausfinden.

Schnell gelingt es ihnen, einige (schlecht passende) Kleidungsstücke zu bekommen und bald haben sie auch Fahrräder (die so halbwegs funktionieren). Wenn George und Ben in Cafés, Pubs, Restaurants oder Imbissbuden erklären, warum sie gern „for free“ etwas zu essen hätten, sind sie selbst überrascht wie schnell ihnen da etwas spendiert wird. Und wie übernachtet man umsonst? Das schien der schwierigere Teil der Reise zu sein, aber auch das meistern sie bravourös. Mal schlafen sie in einer Scheune neben einem Preisbullen, mal in einem B&B, einem Nobelhotel, einem Hausboot oder in einem geliehenen Zelt auf einem Parkplatz. Immer ist jemand da, der den beiden jungen Männern unter die Arme greift. Manchmal müssen sie dafür auch etwas tun wie in der Küche abwaschen oder den Hotelparkplatz fegen, aber das machen sie gern, wenn als Lohn eine warme Mahlzeit und ein Dach über dem Kopf winkt.

George und Ben schaffen die End-to-End-Tour sogar in weniger als drei Wochen, sind aber heilfroh, als sie endlich am Nordzipfel Schottlands angekommen sind.

Am Ende kann George Mahood ein Fazit ziehen:
„At every stage of our journey we were overwhelmed by the generosity and kindness of the people that we met.  Complete strangers went out of their way to offer us food, accomodation, clothes, bikes, directions, beer or conversation“ und „And it’s not just the people; Great Britain ist stunningly beautiful, too“.

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen und kann es jedem ans Herz legen, der sich für England und Schottland interessiert.

George Mahood: Free Country: A penniless adventure the length of Britain. lulu.com 2012. 309 S. ISBN 978-1471721151.

Published in: on 21. März 2013 at 02:00  Comments (1)  

Eden Camp bei Malton – Die Besucherattraktion in North Yorkshire

Eigenes Foto.

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Man nehme in York die A64 und fahre diese in Richtung Scarborough. Kurz hinter Malton liegt auf der linken Seite das Eden Camp, das sich bereits am Eingang selbstbewusst als „The Only Modern History Theme Museum of Its Type in the World“ bezeichnet. Auch die Werbebroschüre spricht von „The Country’s Top Visitor Attraction“ und führt die Auszeichnungen auf, die das Eden Camp in den letzten Jahren erhalten hat.

Was erwartet den Besucher nun hier in diesem Camp in North Yorkshire? 1942 wurde an dieser Stelle ein Kriegsgefangenenlager errichtet, in dem erst Italiener und dann deutsche PoWs untergebracht waren. 1948, als sie alle nach Hause geschickt worden waren, schloss man das Camp. Fast 40 Jahre später erwarb Stan Johnson das Gelände; er steckte sehr viel Geld in die Renovierung der Hütten und eröffnete 1987 das Themenmuseum Eden Camp, das seitdem ein Besuchermagnet in North Yorkshire geworden ist.

In den ehemaligen Hütten der Kriegsgefangenen finden sich jetzt Exponate zu einzelnen Themen des 2. Weltkriegs. Die Hütte 1 beschäftigt sich mit „The rise of Hitler and the Nazi Party„, Hütte 5 mit „The Blitz“ („hear the sound – smell the acrid burning bombed street – experience a British town under siege“), Hütte 8 mit „Women at war“ („witness the vital roles played by the nation’s women during the war“ und Hütte 18 zeigt einen „War news and radio communication room„.

Wer sich für Militärfahrzeuge interessiert, kommt im Eden Camp voll auf seine Kosten, denn hier stehen u.a. ein Sherman- und ein Churchill-Panzer, ein deutscher Schützenpanzerwagen, eine Spitfire und eine Hawker Hurricane, Kanonen usw. usw.

Wer jetzt durstig und hungrig geworden ist, der kann sich im The Prisoners‘ Canteen and Officers‘ Mess und in der Garrison Cinema Bar erfrischen, z. B. mit einem Eden Camp Bitter oder einem Tunnel Buster Strong Ale. Sehr erfindungsreich war man beim Erstellen der Speisekarte. Angeboten werden z.B. ein „P.O.W.“ Quarter Pounder Burger, „617 Dambuster“ Stew and Dumplings oder eine Soup of „D-Day“. Wer ein Stückchen der Atmosphäre des Eden Camps mit nach Hause nehmen möchte, der kann sich im Gift Shop mit Handtüchern eindecken, die es mit verschiedenen Motiven gibt wie dem Bomber Command Design oder dem Battle of Britain Design. Nun, wer’s mag…

Der Eintritt in das ganzjährig von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnete Museum kostet £6.00.

Dieser offizielle Werbefilm gibt einen Überblick über die Attraktionen des Eden Camps.

Eden Camp Modern History Theme Museum
Malton, North Yorkshire, YO17 6RT
Tel. (01653) 697777

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Published in: on 20. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das York Chocolate Festival 2013 findet in diesem Jahr vom 28. März bis zum 1. April statt

Author: Tamaru.This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Author: Tamaru.
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Rund 6 Millionen Kit Kats werden pro Tag von der Firma Nestlé in York produziert und es gab Zeiten, da arbeiteten noch viel mehr Menschen als heute in den großen Schokoladenfabriken von Rowntree’s, Terry’s und Craven’s, die heute alle nicht mehr existieren bzw. von Nestlé übernommen wurden (wie Rowntree). Auch die Smarties wurden eine Zeit lang hier in York hergestellt.

York hat also eine sehr enge Beziehung zu Schokoladenprodukten, was speziell beim York Chocolate Festival seinen Ausdruck findet, das in diesem Jahr vom 28. März bis zum 1. April stattfindet. Was wird dem York-Besucher da alles geboten?

Da gibt es erst einmal den Chocolate Market, der auf dem St Sampson’s Square und der Parliament Street aufgebaut ist. Hier geben sich die Schokoladenhersteller der Stadt ein Stelldichein und bieten alles an, was das Herz eines Schokoladenliebhabers höher schlagen lässt. Von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr ist dieser Markt geöffnet.

Dann gibt es zahlreiche Workshops, die im Mansion House am St Helens Square (dort wo der Bürgermeister der Stadt residiert) angeboten werden wie z.B:

– Chocolate Dessert Making
– Easter Chocolate Nests
– Chocolate Making like Rowntree’s
– Chocolate and Whisky Tasting
– Fancy Fondant Creams

The Lord Mayor’s Easter Egg Hunt findet am Ostersamstag statt, bei der Rätsel gelöst werden müssen, die alle mit dem Thema Schokolade zusammenhängen.
– Der Guided Chocolate Walk of York führt zu den wichtigsten „schokoladenhistorischen“ Plätzen der Stadt, bei denen es auch immer wieder Kostproben zu genießen gibt.
– Am 30. März ab 19.30 Uhr wird im York Cocoa House in der Blake Street ein viergängiges Schokoladen-Überraschungs-Menü zelebriert.

Und dann gibt es in York noch den Chocolate Trail, der am Visit York Information Centre in der Blake Street beginnt, durch die ganze Stadt führt und am King’s Square in York’s CHOCOLATE Story endet, einer Art Museum in dem eine interaktive Reise durch die Welt der Schokolade geboten wird. Wer über Ostern also zum Festival nicht in York ist, kann das ganze Jahr über zumindest diese letzten beiden Attraktionen wahrnehmen.

Dieser Film zeigt den York Chocolate Trail.

Das Buch zum Artikel:
Paul Chrystal: A History of Chocolate in York. Remember When 2012. 224 Seiten. ISBN 978-1844681235.

Die ehemalige Schokoladenfabrik Terry's in York.   © Copyright DS Pugh

Die ehemalige Schokoladenfabrik Terry’s in York.
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Das Mansion House in York. Hier finden zahlreiche Workshops zum Thema Schokolade statt.   © Copyright Stanley Howe

Das Mansion House in York. Hier finden zahlreiche Workshops zum Thema Schokolade statt.
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Published in: on 19. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Black Sheep Brewery in Masham (North Yorkshire)

   © Copyright John Firth

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Die kleine Marktstadt Masham im Wensleydale in North Yorkshire kann sich damit brüsten, dass zwei große Brauereien hier ihre Biere produzieren: Die Theakston Brewery, die ich einmal besichtigte, und worüber ich in meinem Blog schrieb, und die direkt daneben gelegene Black Sheep Brewery.

Die Theakston Brewery ist ein Familienunternehmen, das 1827 von Robert Theakston gegründet wurde; in den 1980er Jahren wurde es von dem Großunternehmen Scottish & Newcastle übernommen. Heute gehört es wieder der Theakston-Familie.
Paul Theakston war damals mit dem Verkauf der Brauerei nicht einverstanden und stieg 1988 aus der Firma aus, um gleich auf dem danebenliegenden Gelände die Black Sheep Brewery zu gründen. Vielleicht suchte er sich diesen Namen für seine Brauerei aus, weil er in der Familie als das „schwarze Schaf“ galt.

Die Black Sheep Brewery konnte sich am Markt sehr gut behaupten. Den größten Teil des Umsatzes erzielt sie nach wie vor in Yorkshire, aber auch im Ausland stießen einige Biere auf Interesse, so. z.B. in den USA. Dort konnte sich eine „Sonderedition“ durchsetzen, die 1999 anlässlich des Geburtstages der Comedytruppe Monty Python gebraut wurde und auch heute noch hergestellt wird: „Monty Pythons Holy Grail Ale“ („Tempered over burning witches“). Der Erzbischof von York soll bei einem Besuch im Vatikan Papst Benedikt XVI einmal einige Flaschen davon mitgebracht haben. Über eine Reaktion vom Papst ist nichts bekannt.

In der Brauerei in Masham werden neben dem Holy Grail diverse andere Biere produziert wie das Black Sheep Ale, das Golden Sheep Ale, das Yorkshire Square Ale und das Riggwelter Strong Yorkshire Ale. Ich habe einmal das Black Sheep Ale und das den Monty Pythons geweihte Bier probiert und für gut befunden.

Wie in der benachbarten Theakston Brewery gibt es auch hier ein Besucherzentrum mit Bar und Bistro und einem angeschlossenen Shop, in dem man das Bier des Hauses und „Devotionalien“ wie Mützen und T-Shirts mit aufgedrucktem Brauereinamen kaufen kann. Einstündige Touren durch die Brauerei werden angeboten, die mit einem Glas Ale in der Bar enden.

Obwohl es den britischen Brauereien nicht allzu gut geht, floriert das unabhängige Unternehmen hier am River Ure, was sicher auf das gute Management und die Kreativität von Paul Theakston zurückzuführen ist.

Hier ist ein kleiner Film, der die Brauerei vorstellt und hier eine „Bierrezension“ des Monty Python Holy Grail Ale“.

In Deutschland kann man einige Biere der Black Sheep Brewery beim Bierzwerg kaufen.

The Black Sheep Brewery
Wellgarth
Masham
North Yorkshire
HG4 4EN
Tel: 01765 689227

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 18. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Stand-up Comedians – Norman Collier (1925-2013)

Collier

Am Donnerstag in dieser Woche, am 14. März, starb einer der großen Comedians Englands, Norman Collier, im Alter von 87 Jahren in einem Pflegeheim in Hull in Yorkshire. Hull war immer sein Lebensmittelpunkt gewesen; er wurde hier geboren, verlebte seine Kindheit in der Stadt und wohnte auch später hier, zuletzt in Welton, einem kleinen Dorf vor den Toren Hulls.

Norman Colliers Karriere begann (natürlich auch in Hull) 1948, als er in einem Social Club in der Perth Street für einen dort gebuchten Comedian einsprang, der an dem Abend nicht erschien. In den 1970er und 1980er Jahren erreichte seine Beliebtheit ihren Höhepunkt, als er in zahlreichen Radio-und Fernsehshows auftrat. Er tourte mit seinen Comedyshows durchs ganze Land, aber auch durch andere Länder Europas, durch die USA und Canada. Collier begleitete u.a. Cliff Richard und die Everly Brothers auf ihren Tourneen durch Großbritannien.

Der Mann aus dem Osten Yorkshires war Mitglied der Grand Order of the Water Rats, einer in London basierten Bruderschaft, die sich aus Größen des Showbusiness zusammensetzt und die Gelder für wohltätige Zwecke sammelt. Auch Collier brachte viele tausend Pfund Stirling zusammen, indem er Golfturniere organisierte und die Einnahmen wohltätigen Organisationen zukommen ließ.

Norman Collier hatte in seinen Shows einige „Running Gags„, die zu seinen Erkennungszeichen zählten wie z.B. das fehlerhafte Mikrofon mit dem er sich herumschlug, und der Chicken Sketch, in dem er in die Rolle eines Hühnchens schlüpfte.

Im Jahr 2009 erschien Colliers Autobiografie „Just a Job: The Recollections of Comedian Norman Collier“ (Mike Ulyatt Enterprises, 128 Seiten, ISBN 978-0956175700).

Hier ist eine Kostprobe aus einer seiner Shows.

Published in: on 17. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Steep Hill in Lincoln (Lincolnshire) – The Great Street Award 2012

   © Copyright Dave Hitchborne

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Über die Stadt Lincoln habe ich in meinem Blog erst zweimal berichtet: Einmal über den Weihnachtsmarkt und einmal über das White Hart Hotel. Mit dem Thema „preisgekrönte Straßen in England“ beschäftigte ich mich ebenfalls zweimal: Mit „The Shambles“ in York („Britain“s most picturesque street“) und mit der Copse Hill Road in Lower Slaughter („Britain’s most romantic street“).

Die Straße Steep Hill in Lincoln wurde von der Academy of Urbanism mit dem The Great Street Award 2012 ausgezeichnet und konnte sich so gegen die Cockburn Street in Edinburgh und die Byres Road in Glasgow durchsetzen. Die Straße ist nichts für Kurzatmige und Gehbehinderte, denn sie macht ihrem Namen alle Ehre: Der steilste Teil des Steep Hills zieht sich in einer Steigung von 14% in die Oberstadt Lincolns hinauf und ist nur zu Fuß zu begehen. Auf dem Weg findet man zwei Häuser, die zu den ältesten, noch bewohnten in ganz Großbritannien gehören, das Norman House (etwa 1170-1180 erbaut) und das Jew’s House (etwa aus dem Jahr 1150), in dem das „Jews House Restaurant“ untergebracht ist. Wenn man die Straße hinauf geht, hat man stets die Kathedrale vor Augen, die oben auf dem Hügel alles überragt.

An der alten Römerstraße haben sich viele kleine unabhängige Läden angesiedelt, man findet Tea Rooms und Pubs; kein Wunder, dass man hier auf zahlreiche Touristen trifft, die das Straßenbild genießen. Die ganzen unvermeidlichen Kettenläden verunstalten glücklicherweise den Steep Hill nicht, die sind in der Unterstadt zu finden.

Der Grund für die Preisvergabe der Academy of Urbanism war eben diese Pflege des Traditionellen und Historischen, ohne dass man dabei zukünftige Entwicklungen aus den Augen verlor.

Der Preisträger des Great Street Awards für das Jahr 2013 ist übrigens die Hope Street in Liverpool.

Hier ist ein Film über den Steep Hill in Lincoln.

The Jew's House.The copyright holder of this work releases it into the public domain.

The Jew’s House.
The copyright holder of this work releases it into the public domain.

The Swan Hotel in Streatley (Berkshire) – Ein Hotel, direkt an der Themse gelegen

   © Copyright Rob Motha

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Ich liebe die Hotels, die direkt an der Themse liegen und habe in meinem Blog schon einige vorgestellt wie The Compleat Angler in Marlow (Buckinghamshire) oder The Oakley Court (Berkshire) bei Windsor.
The Swan in Streatley (Berkshire) ist ein weiteres Hotel, das am Ufer der Themse liegt, an der Brücke, die Streatley mit dem gegenüberliegenden Goring verbindet. Das ist hier alles „Jerome K. Jerome-Country“; die „drei Männer in einem Boot“ kamen hier auf ihrem Themse-Trip durch und machten in The Bull, den es immer noch gibt, für eine Mittagspause Station.

Ich kenne das Hotel noch unter seinem früheren Namen The Swan Diplomat; damals hieß das Restaurant The Racing Swan, heute heißt es Cygnetures (mit zwei AA-Rosetten), hat aber nach wie vor Tische mit Themseblick.

Das Haus verfügt über 45 Zimmer, einige mit Himmelbetten und mit Blick auf den Fluss und als Highlight die J. K. Jerome Suite. Die Übernachtungspreise beginnen bei £125 für ein Standard-Doppelzimmer inklusive Full English Breakfast; man sollte aber lieber noch einige Pfund Sterling drauflegen und sich ein Zimmer mit „river view“ gönnen.

Eine Besonderheit des Swan Hotels ist die Magdalen College Barge, die neben dem Hotel vor Anker liegt und die man für Feierlichkeiten oder für Geschäftstreffen mieten kann. Das hübsche Schiff wurde ursprünglich 1927 gebaut und komplett restauriert. Es ist so etwas wie ein Markenzeichen für The Swan at Streatley geworden. Wer eine Themsefahrt mit dem eigenen Boot unternimmt, kann hier übrigens auch kostenfrei anlegen, vorausgesetzt man nimmt das Mittag-oder Abendessen im Hotelrestaurant ein. Hier sind einige Bilder aus dem Hotel zu sehen.

Dieser Film vermittelt einige Eindrücke über die beiden Orte Streatley und Goring.

The Swan At Streatley
Streatley-on-Thames
Berkshire
RG8 9HR
Tel. 01491 878 800

The Magdalen College Barge.   © Copyright Mark Percy

The Magdalen College Barge.
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Published in: on 15. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pop! Goes the Weasel – Kinderreim und Schlager aus dem 18. Jahrhundert

The Eagle in Hoxton. Author: Ewan Munro. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

The Eagle in Hoxton.
Author: Ewan Munro.
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Zum ersten Mal hörte ich, lang ist es her, das Lied „Pop! Goes the Weasel“ in der Version von Anthony Newley (hier ist es), das seinerzeit in den britischen und US-amerikanischen Charts zu finden war. Sein Ursprung soll bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen. Es handelte sich hier um einen Kinderreim und um ein Sing- und Tanzspiel, so eine Art Mittelding zwischen der „Reise nach Jerusalem“ und „Ringel Ringel Reihe“. Der Text lautet folgendermaßen:

Half a pound of tuppenny rice,
Half a pound of treacle.
That’s the way the money goes,
Pop! goes the weasel.

Every night when I get home
The monkey’s on the table,
Take a stick and knock it off,
Pop! goes the weasel.

Up and down the City Road
In and out the Eagle
That’s the way the money goes
Pop! goes the weasel.

Was das alles bedeuten mag, daran scheiden sich die Geister. Das Wort „weasel“ hat in der englischen Sprache unterschiedliche Bedeutungen und so kann man das Lied auf verschiedene Weise interpretieren. Dieser kleine Film bietet einen Interpretationsversuch.

Der „Eagle“ im dritten Vers ist ein Pub im Londoner Stadtteil Hoxton, an der Ecke City Road und Shepherdess Walk, den es noch heute gibt. „Possibly the only pub you’ll ever frequent that’s famed for its name-check in a nursery rhyme“ (so steht es auf der Webseite des Pubs). Charles Dickens erwähnte ihn schon in seinem Buch „Sketches by Boz“ (1836). An einer Außenwand des Pubs ist eine große Tafel angebracht, auf dem die entsprechende Textzeile und die Noten des Liedes festgehalten sind.

Ein moderne Rap-Version von „Pop! Goes the Weasel“ bietet die US-Gruppe 3rd Bass, hier zu sehen und zu hören.

Published in: on 14. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Highclere Castle (Hampshire) – Was Sie (vielleicht) schon immer über den Drehort von „Downton Abbey“ wissen wollten

Author: JBUK_Planet.This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

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Seit die international erfogreiche TV-Serie „Downton Abbey“ hier im Highclere Castle in der Grafschaft Hampshire gedreht wurde bzw. noch gedreht wird (zurzeit ist die 4. Staffel in Arbeit), können sich die Besitzer des Schlosses, der Earl und die Countess of Carnarvon nicht über schwindende Besucherzahlen beklagen. Busweise werden die Downton Abbey-Fans aus aller Welt hierher gekarrt und viele hegen sicher die stille Hoffnung, bei der Besichtigungstour irgendwo auf Lady Mary, Cousin Matthew (Dan Stevens, der Matthew verkörperte, dreht ja nicht weiter und ist zuletzt im Christmas Special 2012 zu sehen) oder auf Robert Crawley, den Earl of Grantham, zu stoßen.

Die Kasse klingelt bei den Carnarvons mehr denn je und das Geld kann natürlich jeder, der über ein so großes Anwesen verfügt, dringend brauchen, denn die Unterhaltskosten sind sehr hoch.

Wer sich detailliert über die Geschichte von Highclere Castle informieren möchte, kann dies an anderer Stelle tun; ich habe hier einmal einige (hoffentlich) interessante Fakten und Trivia zusammengetragen.

– In den Jahren 1839 bis 1842 hat der Architekt Sir Charles Barry Highclere Castle erweitert und nach den Wünschen vom 3. Earl of Carnavon umgebaut. Barry wurde vor allem berühmt durch den Wiederaufbau des Westminster-Palastes in London. Auch die heutige Form des Trafalgar Squares verdanken wir ihm.

– Den Park des Schlosses entwarf einer der bedeutendsten englischen Landschaftsarchitekten: Capability Brown. Weitere bekannte Parkanlagen, für die Brown vernatwortlich zeichnete: Blenheim Palace, Broadlands, Kew Gardens und Stowe.

-Der 5. Earl of Carnarvon entdeckte 1922 zusammen mit dem Archäologen Howard Carter das Grab des ägyptischen Königs Tutankhamun.

– Der berühmte Komponist von Musicals Andrew Lloyd Webber wollte Highclere Castle kaufen, obwohl das Schloss gar nicht zum Verkauf stand. Webber, dessen Haus Sydmonton Court ganz in der Nähe liegt, wollte in dem Familienschloss der Carnarvons seine umfangreiche Gemäldesammlung unterbringen. Der Schätzpreis von Highclere Castle dürfte etwa bei £150 Millionen liegen. Für Herrn Webber offenbar kein Problem. Die Carnarvons waren „not amused“.

– Highclere Castle ist für Hochzeiten sehr beliebt, allerdings nur für Paare mit gut gefülltem Bankkonto. Der Fußballstar Thierry Henry heiratete hier das Fotomodell Nicole Merry; auch das Fotomodell Katie Price ehelichte am 10. September 2005 im Schloss den Sänger Peter André. Beide Ehen sind inzwischen geschieden worden. Wie so eine Hochzeit auf Highclere aussehen kann, zeigt dieser Film.

– Vor „Downton Abbey“ wurden hier auch schon andere Filme gedreht wie z. B. wie :
– „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) mit Keira Knightley im Jahr 2005
– „King Ralph“ (dt. „King Ralph“) mit Peter O’Toole und John Hurt (1991)
– „The Four Feathers“ (dt. „Die vier Federn“) mit Heath Ledger und Kate Hudson (2002)
– „Eyes Wide Shut“ (dt. „Eyes Wide Shut“) mit Tom Cruise und Nicole Kidman (1999).

– Ich bewunderte das Highclere Castle auch in der witzigen, auf P.G. Wodehouses Erzählungen basierenden TV-Serie „Jeeves and Wooster“ (dt. „Jeeves and Wooster – Herr und Meister“) mit Stephen Fry und Hugh Laurie (1990 – 1993). Highclere Castle fungiert in der Serie als Totleigh Towers, das Landhaus von Sir Watkyn Bassett, dessen Tochter Madeline der irrigen Ansicht ist, dass Bertie Wooster sie heiraten will. Hier ist Teil 1 der Episode „Trouble at Totleigh Towers“ zu sehen.

– In diesem Jahr findet auch wieder The Battle Proms Concert direkt vor dem Highclere Castle statt und zwar am 3. August. Das New English Concert Orchestra unter der Leitung von Douglas Coombes spielt von 19.30 Uhr bis 22 Uhr bekannte Werke der klassischen Musik. Gekrönt wird der Abend wie immer mit einem großen Feuerwerk.

 – Über die Öffnungszeiten und die Preise für dieses Jahr kann man sich hier informieren.

– Über das Buch  Lady Almina and the Real Downton Abbey: The Lost Legacy of Highclere Castle“ von The Countess of Carnarvon berichtete ich bereits in meinem Blog.

Highclere Castle
Highclere Park
Newbury
RG20 9RN

   © Copyright pam fray

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Published in: on 13. März 2013 at 02:00  Comments (6)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Stonor (Oxfordshire)

Der Stonor Cricket Club. Hier wurde DCI Barnaby der Schlaftrunk serviert. Eigenes Foto.

Der Stonor Cricket Club. Hier wurde DCI Barnaby der Schlaftrunk serviert.
Eigenes Foto.

Eine der besten Episoden der Inspector Barnaby-Serie ist für mich die Nummer 25 aus der 6. Staffel, die den Titel „Death and Dreams“ (dt. „Trau, schau, wem!“) trägt, in der drei minderjährige Geschwister nach und nach alle (vermeintlichen) Liebhaber ihrer Mutter aus dem Weg räumen. Beinahe hätten sie auch Inspector Barnaby ermordet, wenn nicht in allerletzter Sekunde DS Troy aufgetaucht wäre. Diese Szenen wurden auf dem Platz des Stonor Cricket Clubs vor dem Vereinshaus gedreht. Die beiden Mädchen Hannah und Ettie, gespielt von Perdita Weeks und Anna McGuire, verabreichen hier dem ahnungslosen Detective Chief Inspector ein mit einem Schlafmittel versetzten Tee. Großartig gespielt!

Stonor in Oxfordshire errreicht man, wenn man von Henley-on-Thames auf der A4130 nach Norden fährt (man kommt auf dieser Straße später an Nettlebed vorbei, ein weiterer Drehort der TV-Serie, über den ich schon berichtete) und bei Lower Assendon rechts auf die B480 abbiegt. Nach einigen Kilometern liegt rechts die Zufahrt zu Stonor House und direkt gegenüber sieht man das Gelände des Stonor Cricket Clubs.

Stonor House ist ein privates Landhaus, in dem auch schon mehrere Filme gedreht wurden wie der James Bond-Film „The Living Daylights“ (dt. „Der Hauch des Todes“) aus dem Jahr 1987 und „Danny, the Champion of the World“ (1989).

Stonor fungierte noch mehrfach als Schauplatz für Inspector-Barnaby-Filme, so war The Stonor Arms Hotel in der 1999 gedrehten Episode 11 „Blue Herrings“ (dt. „Drei tote alte Damen“) zu sehen, ein Haus, das später jahrelang leer stand und erst 2012 als The Quince Tree wieder neu eröffnet wurde.

An einer Farm in Stonor fanden die Location Scouts und Produzenten offenbar besonderes Gefallen, denn sie wurde gleich in drei Midsomer Murders-Episoden verwendet und zwar in Nummer 16 „The Electric Vendetta“ (dt. „Der Tote im Kornkreis“), Nummer 21 „A Worm in the Bud“ (dt. „Die Hexe von Setwale Wood“) und Nummer 30 „Bad Tidings“ (dt. „Immer wenn der Scherenschleifer…“).

Stonor in Oxfordshire.   © Copyright Peter

Stonor in Oxfordshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter

Stonor House.   © Copyright David Hawgood

Stonor House.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Hawgood

 

Published in: on 12. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Starfish decoy towns – Britische Scheinstädte im Zweiten Weltkrieg

Überreste einer Bunkeranlage in den Mendip Hills.This photo is in the public domain.

Überreste einer Bunkeranlage in den Mendip Hills.
Author: Rodw. This photo is in the public domain.

Nichts fürchtete man in Großbritannien im Zweiten Weltkrieg mehr (außer einer Invasion) als die großflächigen Bombardierungen der Städte durch die deutsche Luftwaffe, die meist nachts stattfanden. Die Bombergeschwader überflogen oft in mehreren Wellen die großen Städte und warfen darüber ihre Bombenlast ab.

So überlegte man sich damals wie man die deutschen Bomberpiloten in die Irre führen konnte und man kam auf die Idee sogenannte „decoy towns„, Scheinstädte, zu errichten. Oberst John Turner erhielt schon 1939 den Auftrag, sich mit diesem Thema zu befassen, und er begann damit, außerhalb der gefährdeten Städte Scheinflugplätze zu bauen, auf denen Flugzeug-Dummies standen, die aus großer Höhe wie echt aussahen, so hoffte man jedenfalls. Nachts wurden diese künstlichen Plätze erleuchtet und man versprach sich davon, dass die Bomben hier und nicht über den richtigen Flugplätzen abgeworfen würden.

Später, nach der Bombardierung von Coventry,  wurden diese Täuschungsmanöver ausgeweitet und man errichtete die „decoy towns“, die den Code „Special Fire“ (SF) erhielten. Eine der ersten dieser Anlagen entstand in den Mendip Hills in der Nähe von Bristol mit dem Codenamen „Starfish„. Dieser Name wurde schließlich auch für die anderen „Scheinstädte“ im Land vergeben.
In diesen künstlichen Städten wurden nachts Feuer entzündet, die den Anschein erwecken sollten, als seien hier schon Brandbomben abgeworfen worden, und man wollte die deutschen Piloten dazu bringen, ihre Bombenlast hier abzuwerfen. Gesteuert wurde das von Bunkern aus, die sich in der Nähe der Anlagen befanden. Die „decoy towns“ waren in den meisten Fällen rund 6-7 Kilometer von den Städten, die sie schützen sollten, entfernt. Nach Schätzungen wurden im Zweiten Weltkrieg Bomben im Gewicht von 968 Tonnen nicht über den bewohnten Städten, sondern über diesen Täuschungsanlagen abgeworfen, was sicher zahlreiche Menschenleben gerettet hat. 81 Städte wurden auf diese Weise mit 237 dieser „Köder“ versehen.

Heute ist nur noch wenig von den „decoy towns“ zu sehen; in den Mendip Hills findet man z.B. hier und da noch einige Reste von Kontrollgebäuden.

Hier ist ein Film über Hayle an der Nordküste Cornwalls, wo im Zweiten Weltkrieg das einzige Kraftwerk der Grafschaft stand, das durch eine Scheinanlage geschützt werden sollte.

Das Buch zum Artikel:
Colin Dobinson: Fields of Deception – Britain’s Bombing Decoys of WWII. Methuen 2000. 320 Seiten. ISBN 978-0413745705. Vergriffen, aber antiquarisch zu bekommen.

Published in: on 11. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Cumberland Sausage – Eine Wurstspezialität aus dem Nordwesten Englands

In einigen englischen Hotels, in denen ich übernachtete, bekam ich zum Frühstück zu meinem „Full English Breakfast“ neben Eiern, Schinken usw. auch Cumberland Sausage. Die Würstchen kommen aus dem Nordwesten des Landes, von dort, wo man die Grafschaften Cumberland und Westmorland zum County Cumbria zusammenlegte. Der Originalzustand dieser Würstchen, wie man sie oft in den Fleischergeschäften sieht, ist spiralenförmig zusammengerollt und recht lang; ich habe sie beim Frühstück aber nur in „normaler Würstchenlänge“ bekommen, sonst wäre der Teller auch schon voll gewesen.

Seit 2011 hat die „Traditional Cumberland Sausage“ den PGI-Status erhalten (Protected Geographical Indication), das heißt, sie darf nur in Cumbria hergestellt werden und muss einen Fleischanteil von mindestens 80% haben. So wurde diese Wurst auf die gleiche Stufe gestellt wie andere geschützte britische Produkte wie beispielsweise Melton Mowbray Pork Pie, Dorset Blue Cheese oder Whitstable Oysters.

Möglicherweise hat die Cumberland Sausage sogar deutsche Ursprünge, denn eine Theorie ist, dass sie von deutschen Bergarbeitern erfunden wurde, die im 16. Jahrhundert in den Nordwesten Englands zogen, um hier zu arbeiten. Die örtlichen Fleischereien haben ihre eigenen Rezepte; manche wurden immer wieder von Generation zu Generation weitergegeben, und sie unterscheiden sich in der Zusammensetzung von Gewürzen und Kräutern.

Die Cumberland Sausage Association hat sich jahrelang für die Qualität dieser Spezialität eingesetzt und dagegen angekämpft, dass große Wurstwarenhersteller, die irgendwo in England ansässig waren, ihre Cumberland Sausage genannten minderwertigen Produkte in großem Stil auf den Markt warfen.

Dieser Film zeigt die Herstellung von Traditional Cumberland Sausage.

Das Buch zum Artikel:
Paul Peacock: The Sausage Book. The Good Life Press 2008. 192 Seiten. ISBN 978-1904871446.

Published in: on 10. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Kilburn White Horse in North Yorkshire

This work has been released into the public domain.

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Bereits wenn man den Channel Tunnel durchquert hat, wird man gleich bei Folkestone von einem White Horse begrüßt und weitere Artgenossen trifft man vor allem im Süden des Landes an. So viel ich weiß gibt es im Norden Englands nur ein Weißes Pferd und zwar das Kilburn White Horse in North Yorkshire, das auf dem südlichen Steilhang der Sutton Bank zu finden ist. Der Ursprung des 97m langen und 67m hohen Tieres geht nicht wie bei einigen seiner südlichen Brüdern oder Schwestern bis in die weite Vergangenheit zurück, nein, es erblickte erst 1857 das Licht der Welt und zwar auf Initiative von Thomas Taylor aus dem benachbarten Kilburn. Der hatte die Weißen Pferde in Südengland gesehen und dachte sich, das können wir hier oben im Norden auch und zusammen mit 33 Männern ritzte er das Pferd in den Berghang ein.

Später kümmerte sich niemand mehr so richtig um das arme Tier und 1925 waren die Umrisse so von der Vegetation überwuchert, dass es kaum noch zu erkennen war. Da kam die Yorkshire Evening Post zu Hilfe und begann eine Kampagne zur Wiederherstellung des Kilburn White Horse. Seitdem geht es dem weißen Pferd der Sutton Bank besser. Eine extra gegründete Kilburn White Horse Association, die überwiegend von Spenden lebt, bemüht sich darum, dass ihr Pferd immer schön in Form gehalten wird, was bei dem steilen Berghang gar nicht so leicht zu bewerkstelligen ist.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das White Horse abgedeckt, weil die Umrisse der weithin sichtbaren Gestalt deutschen Bomberpiloten leicht als Orientierungshilfe hätten dienen können.

Unterhalb des Weißen Pferdes ist ein Parkplatz und man kann auf einem Fußweg zu ihm hinaufsteigen.

Über den Ort Kilburn schrieb ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag in Zusammenhang mit dem „Mouseman“ Robert Thompson.

In diesem Film lesen einige Poeten zu Füßen des Weißen Pferdes ihre Gedichte über das Tier.

Das Buch zum Artikel:
John Thorpe: Kilburn and its Horse. Kilburn White Horse Association 1995. 48 Seiten. ISBN 978-0952559504.

Restaurationsarbeiten am Kilburn White Horse.   © Copyright Paul Buckingham

Restaurationsarbeiten am Kilburn White Horse.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Buckingham

Published in: on 9. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Bruton (Somerset) – Hier schrieb John Steinbeck sein Buch „König Artus und die Heldentaten der Ritter seiner Tafelrunde“

Blick auf Bruton in Somerset.   © Copyright Nigel Freeman

Blick auf Bruton in Somerset.
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Der US-amerikanische Schriftsteller John Steinbeck wurde vor allem durch seine Romane „Früchte des Zorns“, „Tortilla Flat“ und „Die Straße der Ölsardinen“ weltberühmt. Nicht so bekannt ist sein Buch „The Acts of King Arthur and his Noble Knights“ (dt.“König Artus und die Heldentaten der Ritter seiner Tafelrunde“), das erst 1976 nach seinem Tod veröffentlicht wurde. In diesem unvollendeten Werk berichtet der Nobelpreisträger von der Legende des König Artus und den Rittern der Tafelrunde wie Gawain, Ewain, Lancelot und  ihren Abenteuern und Liebesgeschichten. Steinbeck wollte Thomas Malorys mittelalterliche Romanze „Le Morte d’Arthur“ in einer heute verständlicheren Sprache neu erzählen.

Um für das Buch zu recherchieren und ein Gefühl für die Landschaft zu bekommen, zog Steinbeck 1959 mit seiner Frau Elaine für neun Monate nach Somerset, wo sich die beiden im abgelegenen Discove Cottage in der Nähe von Bruton niederließen. Hier gab es zwar Elektrizität, aber sonst nur wenige Annehmlichkeiten. Der Schriftsteller hackte Holz für den Kamin, pflanzte Lebensmittel an, beschäftigte sich mit Holzschnitzen, fand aber auch noch die Zeit, an seinem Buch zu arbeiten.

John Steinbeck und seine Frau fühlten sich hier im ländlichen Somerset wohl; sie besuchten Cadbury Castle und Glastonbury, wandelten auf den Spuren von König Arthur, frequentierten die örtlichen Pubs in Bruton und waren bei den Dorfbewohner sehr beliebt.

Bruton ist heute ein Ort mit rund 3000 Einwohnern, etwa auf halber Strecke zwischen Glastonbury und Shaftesbury. Das Discove Cottage liegt südlich von Bruton und westlich des kleinen Weilers Redlynch; von der sehr engen Straße geht bei der Home Farm ein Weg zum Cottage ab, das sich natürlich auf Privatgelände befindet.
Der Tisch, an dem Steinbeck im Discove Cottage schrieb, steht übrigens in dem kleinen Museum in Bruton in der High Street.

Ebenfalls in der High Street steht ein außergewöhnliches Café und Restaurant, in dem man auch übernachten kann: At the Chapel, eine umgebaute ehemalige Kirche.

Published in: on 8. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Luise Berg-Ehlers: Mit Miss Marple aufs Land

Eigenes Foto.

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Am 1. März erschien endlich wieder einmal ein Buch in Deutschland, das sich auf höchst liebevolle Weise mit England beschäftigt. England- und Krimi-Spezialistin Luise Berg-Ehlers befasst sich in „Mit Miss Marple aufs Land: Englische Krimischriftstellerinnen  zwischen Tearoom und Tatort“ zum einen mit dem Landleben auf der Insel und zum anderen mit den großen britischen Krimiautorinnen und ihren Serienhelden bzw. -heldinnen. So treffen wir natürlich auf Agatha Christies Miss Marple, die von ihrem „Hauptquartier“ in St Mary Mead die Fälle löst, auf Dorothy Sayers‘ Lord Peter Wimsey, auf P.D. James‘ Inspektor Adam Dalgliesh und auf Caroline Grahams DCI Tom Barnaby.
Eingeflochten sind Betrachtungen über den englischen Cottagegarten, über Afternoon Tea, Picknicks auf der Wiese, Dorfkirchen, Kirchenläuten, Pubs usw. usw. Die Autorin nimmt sich aber auch die Freiheit, den Leser auf kurze Abstecher in Städte wie London, Bath, Oxford und Cambridge mitzunehmen.

Neben dem einfühlsamen Text ist auch die Aufmachung des Buches außerordentlich gut gelungen. Von den Fotos, die überwiegend von Luise Berg-Ehlers selbst stammen, sind einige im Retro-Look leicht verfremdet wiedergegeben; sehr schön finde ich auch die kleinen Aquarelle von Eva-Maria Salm (Enten, ein Fuchs, Kaffeekannen, ja auch eine ermordete Frau).

Für mich als Inspector-Barnaby-Fan sind natürlich die Passagen über das Midsomer County besonders interessant; auch die Fotos der Drehorte wie The Lee, Ewelme und Warborough sind sehr stimmungsvoll und wecken Erinnerungen an meine eigenen Reisen auf den Spuren des Detective Chief Inspectors.

Ein Literaturverzeichnis am Ende des Buches regt dazu an, sich weiter mit den Themen „Englische Krimis“ und „Englisches Landleben“ zu beschäftigen.
Wer sich für eines der beiden Themen oder sogar für beide interessiert, der muss dieses Buch einfach besitzen.
Die Autorin und der Verlag haben hiermit eine kleine Perle auf den Buchmarkt gebracht!

Ebenfalls aus der Feder von Luise Berg-Ehlers stammt das (leider vergriffene, aber antiquarisch leicht zu bekommende) Buch „England und die Detektive“ (Nicolaische Verlagsbuchhandlung 2002). Auch dieses ähnlich gestaltete Buch ist sehr zu empfehlen!

Luise Berg-Ehlers: Mit Miss Marple aufs Land – Englische Krimischriftstellerinnen  zwischen Tearoom und Tatort. Elisabeth Sandmann 2013. 135 Seiten. ISBN 978-3-938045-77-0.

Eigenes Foto.

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Published in: on 7. März 2013 at 02:00  Comments (5)  

Das White Horse Final in London – Das wohl chaotischste englische Fußballpokal-Endspiel aller Zeiten

Eng wurde es beim White Horse Final 1923.This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Eng wurde es beim White Horse Final 1923.
This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Das Empire Stadium, später besser als Wembley Stadium bekannt, war das Stadion, in dem die englische Fußballnationalmannschaft ihre Spiele austrug. 1923 wurde es eröffnet und im Jahr 2003 abgerissen. In dieser Zeit fand hier so allerhand statt. Die Fußballweltmeisterschaft 1966 ging in die Geschichte ein, nicht zuletzt wegen des umstrittenen Tores im Endspiel zwischen England und Deutschland. Dutzende von Cup-Finals wurden hier im Nordwesten Londons ausgetragen. Im letzten Spiel vor dem Abriss am 7. Oktober 2000 spielte die englische Nationalmannschaft gegen Deutschland und wurde mit 0:1 besiegt.

Den Neubau von New Wembley, das rund 90 000 Sitzplätze bietet, konnte die Öffentlichkeit erstmals am 17. März 2007 besichtigen; die offizielle Eröffnung war am 19. Mai 2007 mit dem Cup Final zwischen Chelsea und Manchester United, das die Londoner Heimmannschaft mit 1:0 gewann.

Ein anderes Cup Final, das sogenannte White Horse Final, war sicher das chaotischste, das England je erlebt hat. Kurz nachdem das Empire Stadium fertiggestellt war, wurde am 28. April 1923 hier das Eröffnungsspiel ausgetragen, das gleichzeitig das Pokalendspiel zwischen den Bolton Wanderers und West Ham United war (Resultat 2:0). So viele Menschen, die ein Fußballspiel sehen wollten, sind wohl nie wieder zusammengekommen. Das Stadion war mit einer Zuschauerzahl von etwa 125 000 bis zum Bersten gefüllt, aber nach Schätzungen waren es noch wesentlich mehr;man sprach von bis zu 300 000 Menschen, die sich im und vor dem Stadion aufhielten. Chaotische Szenen spielten sich in Anwesenheit von König Georg V. ab; Menschenmassen füllten den Rasen, die nur mühsam von der herbeigerufenen berittenen Polizei abgedrängt werden konnten.
Unter den Polizeipferden war auch ein weißes (manche sprechen auch von einem hellgrauen) namens Billie, das von dem Polizeibeamten George Scorey geritten wurde, und auf den alten Schwarz-Weiß-Filmen jener Zeit fiel dieses weiße Pferd besonders ins Auge. Pferd und Reiter gingen in die Fußballgeschichte des Landes ein und man spricht seitdem von dem Spiel nur noch von dem White Horse Final.
Billie starb 1930 und George Scorey 1965; der Umsicht dieses Teams ist es mit zu verdanken, dass es an jenem denkwürdigen Tag im Jahr 1923 nicht zu größeren Problemen gekommen ist.

Billie wurde 2005 noch einmal geehrt, in dem man eine Fußgängerbrücke, die den Wembley Stadium-Bahnhof überquert und zum Stadion führt, White Horse Bridge taufte. Nach einer Umfrage in der Bevölkerung stimmten 34% für diesen Namen (vor Sir Alf Ramsey und Sir Bobby Charlton).

Dieser Film zeigt den Bericht eines Zeitzeugen und alte Filmaufnahmen von 1923.

Billie inmitten der Zuschauermenge.This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Billie inmitten der Zuschauermenge.
This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Published in: on 6. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Happisburgh (Norfolk), Sir Arthur Conan Doyle und The Hill House

The Hill House in Happisburgh.Copyright: http://www.literarynorfolk.co.uk/

The Hill House in Happisburgh.
Copyright: www.literarynorfolk.co.uk

Happisburgh an der Nordostküste der Grafschaft Norfolk ist ein Dorf, das, wie kaum ein anderes, sehr stark von der Küstenerosion betroffen ist. Viele Häuser sind im Laufe der Jahrzehnte zusammengebrochen und viele werden noch folgen. Trotz Schutzmaßnahmen wie dem Bau von Wellenbrechern fressen sich die Wellen immer wieder in die weichen Klippen, die dann irgendwann nachgeben und abbrechen. So dürfte Happisburgh eines Tages von der Landkarte verschwunden sein.

Im Jahre 1903 stattete der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle auf einer Rundreise mit seinem Auto durch Norfolk auch Happisburgh einen Besuch ab, wobei er im Hill House Hotel abstieg. Dort traf er den zwölfjährigen Sohn des Gastwirts, Gilbert John Cubitt, der dem Erfinder des Super-Detektivs Sherlock Holmes etwas zeigte, was dessen Aufmerksamkeit erregte. Der Junge hatte sich eine Art Geheimschrift ausgedacht: Er ordnete jeden Buchstaben des Alphabets einem jeweils unterschiedlich gestalteten Strichmännchen zu. Gilbert schrieb seinen Namen in dieser Geheimschrift und Sir Arthur war begeistert.

Das müsste sich doch in einen neuen Fall für seinen Helden aus der Londoner Baker Street einbauen lassen, dachte er. Gesagt, getan: „The Adventure of the Dancing Men“ (dt. „Die tanzenden Männchen“) war dann der Titel der neuen Sherlock Holmes-Story. Als kleine Anerkennung für die Idee des Gastwirtssohnes Gilbert John Cubitt nannte er die Figur des (später ermordeten) Landjunkers in seiner Geschichte Hilton Cubitt. Ich habe „Die tanzenden Männchen“ gerade noch einmal gelesen, und ich muss sagen, die Sherlock Holmes-Erzählungen haben auch nach über hundert Jahren nichts von ihrem Reiz verloren. Hier ist eine von mehreren Verfilmungen der Geschichte (gedreht wurde in Leighton Hall in Lancashire, also nicht in Norfolk).

The Hill House gibt es auch heute noch und man ist nach wie vor stolz auf den Besuch Sir Arthurs, was sich in zwei Plaketten manifestiert, die links und rechts des Eingangs vom Gasthof angebracht sind.

Das Wahrzeichen von Happisburgh ist der Leuchtturm, der in dem 1989 erschienen, großartigen Kriminalroman „Devices and desires“ (dt. „Vorsatz und Begierde“) von P.D. James mehrfach erwähnt wird. Das Musikvideo „The writer“ mit Ellie Goulding wurde am und im Leuchtturm gedreht (hier zu sehen).

Dieser Film zeigt den traurigen Abriss eines verlassenen Hauses in Happisburgh.

Das Buch zum Artikel:
Mary Trett: The Book of Happisburgh. Halsgrove 2011. 160 Seiten. ISBN 978-0857040978.

Pride of Britain Hotels – Eine ausgezeichnete Hotelgruppe

Das Ashdown Park Hotel.Eigenes Foto.

Das Ashdown Park Hotel.
Eigenes Foto.

Während meiner Englandreisen habe ich häufig in Pride of Britain-Hotels übernachtet und dabei noch nie einen Fehlgriff getan. 1982 wurde das Konsortium aus unabhängig geführten Hotels ins Leben gerufen, das sich selbst eine Obergrenze von 50 Häusern gesetzt hat; momentan sind es 44. Soll ein neuer Bewerber in die Hotelgruppe aufgenommen werden, so entscheiden die Mitglieder selbst darüber. „The consortium seeks to represent a mixture of traditional and boutique hotels, with an emphasis on great hospitality„, so die Maxime der Pride of Britain-Hoteliers. Das gesamte Marketing wird zentral durchgeführt, wofür die Häuser eine jährliche Gebühr bezahlen.

Die meisten Hotels der Gruppe liegen im Süden und in der Mitte Englands. In Schottland gibt es nur eines, das Torridon bei Achnasheen; dafür gehört das kleine Kreuzfahrtschiff The Hebridean Princess, das von Oban aus in See sticht, zur Hotelgruppe.

Von den von mir aufgesuchten Hotels kann ich u.a. empfehlen:

– Das Eastwell Manor Hotel in Boughton Lees bei Ashford (Kent) Link zu meinem Blog
– Das Ashdown Park Hotel bei Forest Row (East Sussex) Link zu meinem Blog
Tylney Hall bei Hook (Hampshire) Link zu meinem Blog
The Montagu Arms in Beaulieu (Hampshire) Link zu meinem Blog

Im letzten Jahr zeichnete der britische Automobilclub AA zwei Pride of Britain-Hotels aus:
Das oben genannte The Torridon erhielt den „AA Hotel of the Year – Scotland„-Award und das Bodysgallen Hall and Spa wurde zum „AA Hotel of the Year – Wales“ ernannt.
Außerdem erhielt das Restaurant The Pass des South Lodge-Hotels in West Sussex eine vierte AA-Rosette, was bedeutet: „Among the top restaurants in the UK, where the cooking demands national recognition. These restaurants exhibit intense ambition, a passion for excellence, superb technical skills, and remarkable consistency“.

Meine volle Empfehlung nach zahlreichen eigenen Aufenthalten in Pride of Britain-Hotels!

Eastwell Manor Hotel.   © Copyright Penny Mayes

Eastwell Manor Hotel.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Penny Mayes

Tylney Hall Hotel.   © Copyright HackBitz

Tylney Hall Hotel.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright HackBitz

The Montagu Arms Hotel.   © Copyright Chris Downer

The Montagu Arms Hotel.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Downer

 

Published in: on 4. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Slow Train“ (1963) – Ein Lied, das den Verlust zahlreicher Eisenbahnlinien in Großbritannien beklagt

Tumby Woodside Sation in Lincolnshire. Einder der in "Slow train" erwähnten Bahnhöfe, der der Beecham Axe zum Opfer fiel-   © Copyright Dave Hitchborne

Tumby Woodside Station in Lincolnshire. Einer der in „Slow train“ erwähnten Bahnhöfe, der der Beeching Axe zum Opfer fiel.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Dave Hitchborne

Einer der unbeliebtesten Männer der letzten Jahrzehnte in ganz Großbritannien war zweifelsohne Richard Beeching (1913-1985), einst Chef der British Railways und verantwortlich für die 1963 erschienene Schrift „The Reshaping of British Railways„. Darin stellte er einen Modernisierungsplan des Eisenbahnnetzes vor, dem schließlich mehrere tausend Kilometer Schienen, die Schließung von rund 2000 Bahnhöfen und etwa 100 000 Jobs zum Opfer fielen. In seinem Buch „50 people who buggered up Britain“ (das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe) charakterisiert Quentin Letts den Mann folgendermaßen: „Just typing that name fills one’s fingertips with rage. Dr. Beeching – later, inevitably, Lord Beeching – was a short-termist dunderhead, a bean-counter to beat all bean-counters, a figures man disinclined to think beyond the end of a balance sheet“.

Duch die sogenannte „Beeching axe“ wurden zahllose Orte im ganzen Land vom Eisenbahnnetz abgeschnitten; die Pendler mussten mit dem Auto zur Arbeit fahre, was zunehmende Staus und Luftverschmutzung zur Folge hatte. Auswirkungen, die heute noch zu spüren sind.

Das Gesangsduo Flanders and Swann, bestehend aus Michael Flanders (1922–1975) und Donald Swann (1923–1994), schrieb 1963 ein Lied mit dem Namen „Slow train„, in dem sie auf den Beeching Report Bezug nahmen und darüber lamentieren, dass so viele Eisenbahnlinien stillgelegt werden. Darin heißt es u.a.:
No more will I go to Blandford Forum and Mortiehow,
On the slow train from Midsummer Norton and Mumby Row,
No churns, no porter,
No cat on a seat,
At Chorlton-cum-Hardy and Chester-le-Street
We won’t be meeting again on the slow train.

Einige der genannten Bahnhöfe sind allerdings der Beeching Axe nicht zum Opfer gefallen. Das Lied erschien auf Flanders and Swanns LP „At the drop of another hat„, wurde aber auch von anderen Interpreten ins Repertoire aufgenommen wie z.B. von den King’s Singers und Frank Turner.

Hier ist eine Version von „Slow train“, interpretiert von Wendy Weatherby und Roger Lang.

Das Buch zum Artikel:
Julian Holland: Dr Beeching’s Axe 50 Years On – Memories of Britain’s Lost Railways. David & Charles 2013. 192 Seiten. ISBN 978-1446302675.

Published in: on 3. März 2013 at 02:00  Comments (4)  

Holy Trinity Church in Dalston (London) – Die Kirche der Clowns

   © Copyright Richard Rogerson

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Joseph Grimaldi (1778-1837) gilt allgemein als der Vater aller Clowns. „Seine Version des Clown, den er als stehende Rolle oder lustige Person für sich selbst entwickelte, hatte ein weiß geschminktes Gesicht mit roten Lippen und Wangen“, so die Wikipedia. Grimaldi lebte und arbeitete in London, und dass die Zunft der britischen Clowns ihn auch heute noch verehrt, zeigt sich darin, dass sie sich alljährlich am ersten Sonntag im Februar zu einem Gedenkgottesdienst zusammenfindet und zwar in der Holy Trinity Church im Londoner Stadtteil Dalston, die auch die „Clown’s Church“ genannt wird.

Seit 1946 existiert diese Tradition schon. Zuerst traf man sich in einer Kirche in der Pentonville Road in Islington; als diese aber 1959 abbrannte, zog man in die Holy Trinity Church in der Beechwood Road in Dalston. 1968 gab der Vikar der Kirche sein Okay dazu, dass die anwesenden Clowns auch in ihren Kostümen am Gottesdienst teilnehmen konnten, was der Versammlung natürlich ein sehr viel bunteres Bild verlieh.

Am 3. Februar kam man in diesem Jahr wieder zusammen. Das Ganze hat nach und nach mehr einen Showcharakter angenommen; so trat in diesem Jahr einer der Clowns vor den Altar und fabrizierte dort einige Luftballontiere. Es wurde auch wieder an die seit dem letzten Jahr verstorbenen Clowns gedacht und jeweils eine Kerze für sie angezündet – darunter war auch der „Gentleman of Comedy“, Eric Sykes, der im vergangenen Jahr gestorben war.

Nach dem Gottesdienst gab es im Gemeindesaal der Holy Trinity Church noch eine kleine Vorführung, bei der einige Clowns eine Kostprobe ihres Könnens ablieferten.

Wer die Kirche einmal besuchen möchte, der muss sich in den Londoner Stadtteil Dalston begeben, der nördlich von der City liegt. Von der  A10 (Kingsland Road) geht es rechts in die Forest Road und von dort links in die Beechwood Road. Man hat dort in der Kirche auch einige Informationen und Ausstellungsstücke über Clowns zusammengetragen und ein kleiner Altar ist Joseph Grimaldi gewidmet.

Hier ist ein kleiner Film über den Gottesdienst der Clowns.

Holy Trinity Church
Beechwood Road
Dalston, London E8 3DY

Das Buch zum Artikel:
Andrew Stott: The Pantomime Life of Joseph Grimaldi – Laughter, Madness and the Story of Britain’s Greatest Comedian. Canongate Books 2010. 464 Seiten. ISBN 978-1847677617.

Joseph Grimaldi.This work is in the public domain.

Joseph Grimaldi.
This work is in the public domain.

Published in: on 2. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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