Gilbert Randoll Coate und die Irrgärten

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.    © Copyright Paul Shreeve

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.
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Gilbert Randoll Coate (1909-2005) war schon ein erstaunlicher Mann. Im Zweiten Weltkrieg nahm er an einer umfangreichen militärischen Operation in Norwegen teil, der Operation Archery, die den deutschen Truppen große Verluste bereitete. Dann half er der griechischen Widerstandsbewegung, die Stadt Kalamata zu befreien. Nach dem Krieg ging er in den diplomatischen Dienst Großbritanniens und arbeitete in vielen Ländern der Welt. Doch nicht durch sein abenteuerliches Leben ist Coates bis heute in Erinnerung geblieben, sondern durch sein Arbeit als „Maze Designer„, als Designer von Irrgärten.

Irrgärten sind speziell in England sehr beliebt und so manches Stately Home bietet so eine Anlage für seine Besucher an, die sich dann mehr oder weniger anstrengen müssen, den Weg wieder hinauszufinden. Coate liebte es, diese „mazes“ zu entwerfen und seine Spezialität war, Irrgärten in symbolischer Form anzulegen. Er begann damit 1975 in Lechlade (Gloucestershire), wo er einen Hecken-Irrgarten in Form eines menschlichen Fußes entwarf, 57 m lang und 29 m breit und aus 3000 Eiben bestehend.

1979 tat sich Coate mit einem anderen „Maze-Fan“ zusammen, Adrian Fisher, und beide gründeten die Firma Minotaur Designs, die in den folgenden Jahren 15 weitere Irrgärten anlegte, darunter:

– das Marlborough Maze auf dem Gelände des Blenheim-Palastes, 90 x 56 m groß.
– das Leeds Castle Maze in Kent, das 48 x 48 m misst
– das Archbishop’s Maze in Greys Court in Oxfordshire, 1981 vom Erzbischof von Canterbury, Dr. Robert Runcie, eröffnet.
– das Alice in Wonderland Maze im Adventure Wonderland in Dorset.
– das Lunar Labyrinth und das Sun Maze im Park von Longleat, dessen exzentrischer Besitzer, der Marquess of Bath, Irrgärten geradezu sammelt, denn dort stehen noch vier weitere.

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem Schaffen von Randoll Coate. Insgesamt über 50 Irrgärten soll er gestaltet haben, darunter auch einige für Privatgärten und einige in anderen Ländern.

1986 stellte Coate die „Seven Golden Rules for Making a Maze“ auf, von denen die siebte lautet:
„Do not allow the cost of the maze to cloud your enjoyment of a creation which will bring pleasure to young and old for generations to come. You will have given our world of harsh reality and mindless speed a timeless oasis, a leisurely paradise, the substance of a dream.“

Das Buch zum Artikel:
John Southcliffe Martineau: Mazes and Labyrinths – In Great Britain. Wooden Books 2005. 64 Seiten. ISBN 978-1904263333.

Archbishop's Maze in Grey's Court.    © Copyright Paul Gillett

Archbishop’s Maze in Grey’s Court.
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Leeds Castle Maze.    © Copyright Nick Smith

Leeds Castle Maze.
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Published in: on 11. Mai 2013 at 02:00  Comments (4)  
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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Labyrinthe oder Irrgärten
    ____

    Da bin ich auf einer Art Aufklärungskreuzzug: Ein Labyrinth hat nur einen Weg, der aber durchaus im Verlauf von Innen nach Außen führen kann, bevor er in der Mitte anlangt. Das berühmteste dürfte in Chatres sein.

    Bei einem Irrgarten hat man mehrere Optionen, in welche Richtung man gehen kann.

    Soll keine Belehrung sein, aber wenn man sich viel damit beschäftigt hat, dann nervt dieses Durcheinanderschmeißen.

    • Danke für den Hinweis!
      Ingo

      • Das ist nur gesundes Eigeninteresse, damit ich es nicht mehr lesen muss 😉 .

  2. Anbei noch ein Link, auch wenn ich mit der 2. Definition nicht einverstanden bin: http://de.wikipedia.org/wiki/Labyrinth


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