Von Autoproblemen in England und sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen

Mein Auto vor dem Long Crendon Manor, in Erwartung des Abschleppwagens. Eigenes Foto.

Mein Auto vor dem Long Crendon Manor, in Erwartung des Abschleppwagens.
Eigenes Foto.

Leider wurde mein Aufenthalt in England in der letzten Woche durch ein Problem mit meinem Auto etwas getrübt. Als wir vom Abendessen in The Crown in Cuddington (Buckinghamshire) zu unserer Unterkunft im Long Crendon Manor in Long Crendon zurückfuhren, hörte ich aus dem Motorraum meines Autos ein merkwürdiges Geräusch. In Long Crendon angekommen, öffnete ich die Motorhaube und stellte fest, dass eine Flüssigkeit ausgetreten war und das Geräusch aus dem Bereich des Keilriemens herrührte. Ich fürchtete, dass da Probleme auf mich zukommen würden, denn ich fahre ein Auto, das in England so gut wie gar nicht vorkommt (ein Cadillac Seville STS). Ich rief meinen deutschen Automobilclub an, der sich mit dem Royal Automobile Club (RAC) in Verbindung setzen wollte. Eine spätere SMS informierte mich, dass um 9 Uhr am nächsten Morgen Hilfe eintreffen sollte.

Punkt 9 Uhr erschien ein Fahrzeug des RAC. Nick, der freundliche Hilfeleister, stellte schnell fest, dass die Pumpe für die Servolenkung defekt war. Es folgten endlose Telefonate,  die er von seinem Smartphone aus führte, um eine Firma zu finden, die diese Pumpe liefern konnte. Schließlich informierte mich Nick, dass in ca 1-2 Stunden ein Abschleppwagen kommen und mein Auto nach Aylesbury, ca 20 km entfernt, schleppen würde.

Besagter Abschleppwagen mit Paul am Steuer erschien denn auch und er lud unser Auto mitsamt Gepäck, meiner Frau und mich auf und brachte uns nach Aylesbury…in eine Hinterhofgarage, vor der ein ziemliches Tohuwabohu herrschte: Dell’s Motor Services. Clive Dell, der Besitzer, gestresst, da noch weitere sechs Fahrzeuge auf Reparatur warteten, telefonierte überall herum (wohin weiß ich bis heute nicht), stellte fest, dass nicht die Pumpe defekt war, sondern eine spezielle Leitung, die zu ihr führte („die ist noch schwerer in England zu bekommen als die Pumpe“) und sagte mir dann, er würde alles versuchen, mein Auto zu reparieren, könne aber nichts versprechen.

Paul vom RAC blieb die ganze Zeit dabei und fuhr uns mit seinem LKW zu einer Mietwagenfirma und stieg mit uns aus, um uns ggf. weiterhin helfen zu können. Eine sehr freundliche Dame von Europcar stellte uns einen Mietwagen zur Verfügung, brauchte dafür aber meinen Personalausweis, und der war noch in einer Reisetasche im Kofferraum meines Autos. Was machte Paul? Er fuhr mich wieder durch ein Dutzend Kreisverkehre an das andere Ende von Aylesbury zurück und lud auch gleich das gesamte Gepäck auf seinen LKW, dann zurück zur Mietwagenfirma. Der freundliche Paul war ein echter Glücksfall. THANK YOU, PAUL!!!!

Clive von Dell’s Motor Services schaffte es in 48 Stunden, von irgendwoher das benötigte Teil für mein Auto aufzutreiben, musste daran noch einige Schweißarbeiten ausführen und baute es dann schließlich ein. Problem behoben. Um knapp £300 ärmer, dafür aber wieder mit einem fahrbereiten Auto, fuhr ich (bei wolkenbruchartigem Regen) glücklich vom Hof der Werkstatt. Nicht auszudenken, wenn niemand in England mein Auto hätte reparieren können.

Ich war überwältigt von der Hilfsbereitschaft von Nick, Paul, Clive und Janet, die in der Werkstatt an der Rezeption arbeitete. Ich glaube nicht, dass eine der großen Vertragswerkstätten sich soviel Mühe mit meinem Auto gegeben hätte.

Mein Ersatzfahrzeug für zwei Tage, ein Golf TSI. Eigenes Foto.

Mein Ersatzfahrzeug für zwei Tage, ein Golf TSI.
Eigenes Foto.

Published in: on 29. Mai 2013 at 02:00  Comments (1)