Anne Brontë und ihr Grab auf dem Friedhof von St Mary’s in Scarborough (East Yorkshire)

Der alte Grabstein und die neue Plakette auf dem Friedhof von St Mary's in Scarborough.    © Copyright Christopher Hilton

Der alte Grabstein und die neue Plakette auf dem Friedhof von St Mary’s in Scarborough.
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Anne Brontë ist wohl die unbekanntere der drei Schwestern aus Haworth (West Yorkshire). Die 1820 geborene Anne schrieb nur zwei Romane: „Agnes Grey“ (1847) und „The Tenant of Wildfell Hall“ (1848). Schon früh erkrankte sie an Tuberkulose, was sicher auch auf die Lebensumstände in dem alten Pfarrhaus in Haworth zurückzuführen ist.
1849 begab sie sich mit ihrer Schwester Charlotte und Ellen Nussey, einer Freundin der Familie, nach Scarborough an die Ostküste Yorkshires, weil man hoffte, dass das Klima dort eine positive Wirkung auf den Gesundheitszustand Annes bringen würde. Sie  bezogen ihr Quartier in dem Haus No.2 the Cliff, das es heute nicht mehr gibt. An dieser Stelle steht heute das riesige The Grand Hotel (ich berichtete in meinem Blog darüber). Eine blaue Plakette erinnert an den Ort, an dem die Schriftstellerin am 28. Mai 1949 im Alter von nur 29 Jahren starb.

Der Trauergottesdienst fand in der Kirche Christ Church statt; anschließend brachte man die sterblichen Überreste Annes zum Kirchhof von St Mary’s, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden sollte. Die Kirche liegt auf dem Castle Hill, von wo man einen sehr schönen Blick auf die Stadt Scarborough und das Meer hat. Als Annes Schwester Charlotte das Grab besuchte, musste sie zu ihrem Ärger feststellen, dass die Inschrift auf dem Grabstein fünf Fehler aufwies, die bis auf einen dann auch korrigiert wurden. Falsch ist die Angabe „She died, Aged 28“, denn Anne starb mit 29 Jahren.

Im Laufe der Jahre nagte der Zahn der Zeit an dem Grabstein und die Inschrift ist teilweise kaum noch zu lesen. Die BrontëSociety ließ daraufhin 2011 eine neue Plakette anfertigen, die vor dem alten Grabstein platziert wurde. Darauf steht noch einmal die Originalinschrift und ein Hinweis auf den Fehler mit Annes Sterbealter. Im Mai diesen Jahres wurde der Gedenkstein offiziell eingeweiht, wobei Mitglieder der Brontë-Society einige Gedichte von Anne vortrugen und die Vorsitzende der Gesellschaft, Sally McDonald, eine Rede über die Entstehung der neuen Plakette hielt.
Die letzte Ruhestätte Anne Brontës ist in guten Händen, denn die Gesellschaft kümmert sich liebevoll um das Grab. Charlotte und Emily, die beiden älteren Schwestern, und auch die anderen Familienmitglieder wurden in der Kirche St Michael and All Angels in Haworth beigesetzt.

Hier ist ein Film über St Mary’s und Annes Grab.

Das Buch zum Artikel:
Edward Chitham: Life of Anne Brontë. Wiley-Blackwell 1993. 236 Seiten. ISBN 978-0631189442.

Das Jane Austen Centre in Bath – Treffpunkt für Freunde der Schriftstellerin aus aller Welt

This work has been released into the public domain by its author.

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In diesem Sommer läuft auf dem Sender ARTE eine Filmreihe, die der englischen Schriftstellerin Jane Austen (1775 – 1817) gewidmet ist und die die beliebtesten und gelungensten Verfilmungen zeigt. Auch nachdem die Autorin schon beinahe 200 Jahre tot ist, erfreut sie sich doch noch immer großer Beliebtheit, und das nicht nur in ihrem Heimatland.

In Bath im Westen Englands gibt es in der Gay Street das Jane Austen Centre, in dem an Janes Aufenthalt von 1801 bis 1806 in der Stadt erinnert wird. Die Schriftstellerin wohnte zwar nicht in dem Haus mit der Nummer 40, aber etwas weiter die Straße hinauf in der Nummer 25 (zumindest für einige Monate im Jahr 1805). Das Centre möchte deutlich machen, welche Auswirkungen die Stadt auf Jane Austen und ihre Werke hatte und in einer Dauerausstellung kommt das sehr gut zum Ausdruck. Die weiblichen und männlichen Guides sind in zeitgenössischer Kleidung gewandet und geben den Besuchern aus aller Welt gern Auskunft über alle Fragen, die mit Jane Austen und Bath zusammenhängen.

Wer selbst einmal die Kleidung dieser Epoche ausprobieren möchte, kann das in dem Centre tun; dort steht eine reichliche Auswahl zur Verfügung. Im angegliederten Shop kann der J.A.-Fan alles kaufen, was sein Herz begehrt: Bücher, DVDs, Einkaufstaschen mit dem Aufdruck „I Love Mr. Darcy“, Jane Austen Tee, Nachthemden im Regency-Stil (not very sexy!) und immer wieder Objekte, die mit dem Roman „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) in Beziehung stehen, denn der wurde vor genau 200 Jahren veröffentlicht, wie Kaffeetassen, Kühlschrankmagneten, Schlüsselanhänger und Autoaufkleber. Da hat wirklich jemand sehr viel Fantasie gehabt!

Wer sich nach dem Besuch des Centres noch etwas stärken möchte, für den steht der Regency Tea Room zur Verfügung, in dem man beispielsweise „Lady Catherine’s Proper Cream Tea“ oder „Champagne Tea With Mr. Darcy“ ordern kann.

In diesem Jahr findet vom 13. bis zum 21. September in Bath das 13. Jane Austen Festival statt, bei dem natürlich dem Roman „Pride and Prejudice“ besondere Beachtung geschenkt wird.

Das Jane Austen Centre ist täglich geöffnet und der Eintritt kostet £8.00.

Hier ist ein Werbefilm des Centres.

The Jane Austen Centre
40 Gay Street
Queen Square, Bath, BA1 2NT
Tel. 01225 443000

Published in: on 30. Juli 2013 at 02:00  Comments (5)  
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The Chilterns Teil 3: Die Galionsfigur des Admirals Lord Howe in The Lee (Buckinghamshire)

   © Copyright Rob Farrow

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Wenn man von Amersham auf der A413 nach Aylesbury fährt, liegt etwa auf halber Strecke auf der rechten Seite, ca 1-2 Kilometer entfernt, das hübsche Dorf The Lee, das vor allem in den frühen Episoden der TV-Serie Midsomer Murders/Inspector Barnaby häufig als Drehort diente (Ich berichtete darüber). Das in den Chiltern Hills gelegene Dorf gehört zu meinen Lieblingsplätzen in England, mit dem großen Village Green in der Mitte, umrahmt von romantischen Cottages und dem Pub The Cock and Rabbit an der einen Ecke.

Wenn man von der A413 ins Dorf fährt, kommt man an einer merkwürdigen hölzernen Figur vorbei, die an der Einfahrt zu einem Grundstück steht. Es ist eine Galionsfigur und zwar die des britischen Admirals Richard Howe (1726-1799). Howe war zweimal First Lord of the Admiralty, er kämpfte im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und in der Seeschlacht am 1. Juni 1794 zwischen der französischen Revolutionsflotte und der Royal Navy. Zu seinen Ehren wurde seine Galionsfigur auf den Bug des Schiffes H.M.S. Howe gesetzt, ein Kriegsschiff, das 1860 vom Stapel lief.

1926 kaufte Sir Arthur Liberty der Kriegsmarine zwei Schiffe ab, um mit dem Holz das Liberty Tudor Gebäude in London zu erbauen, ein Edelkaufhaus an der Regent Street, das dort heute noch zu finden ist. Auf einem der beiden Schiffe befand sich noch die Galionsfigur des Admirals und die wurde nach The Lee gebracht, wo die Liberty Familie im Manor House wohnte. Dort auf der Rückseite des Hauses fand Lord Howes hölzerne Figur erst einmal seine „Ruhestätte“, bis sie noch einmal umzog und zwar nach The Pipers, einem Haus, das nur wenige Schritte vom Manor House enfernt ist, das 1952 von Arthur Stewart-Liberty verkauft wurde.

Es wurde auch einmal kurz darüber nachgedacht, Lord Howe ins Londoner Liberty-Kaufhaus zu verfrachten, aber der Umzug hätte ihm nicht gut getan, denn das Material war viel zu empfindlich. Die Galionsfigur wurde gründlich restauriert, wobei man sie aushöhlte und das „Innenleben“ komplett erneuerte. Auch ein kleines Schutzdach wurde über dem Admiral errichtet.

Das Manor House am Village Green von The Lee. Hier wohnte einst die Liberty-Familie. Eigenes Foto.

Das Manor House am Village Green von The Lee. Hier wohnte einst die Liberty-Familie.
Eigenes Foto.

Published in: on 29. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Chilterns Teil 2: The Home of Rest for Horses bei Princes Risborough (Buckinghamshire)

Ein Bewohner des Home of Rest for Horses auf der Speen farm.    © Copyright Andrew Smith

Ein Bewohner des Home of Rest for Horses auf der Speen Farm.
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Was macht man eigentlich mit ausgemusterten oder ausgedienten Pferden, die jahrelang beim Militär oder bei der Polizei ihre Arbeit verrichtet haben? In England finden viele dieser Tiere eine Art Seniorenresidenz im Home of Rest for Horses auf der Speen Farm, die sich außerhalb von Princes Risborough, zwischen Aylesbury und High Wycombe, in Buckinghamshire in den Chiltern Hills befindet. Hier leben hundert Pferde und einige Esel, die in ihrem Leben von ihren Besitzern grausam behandelt bzw. vernachlässigt worden sind.

Bereits 1886 wurde der Horse Trust von Ann Lindo in London gegründet, um den überstrapazierten Kutschpferden in der Hauptstadt eine Art Kur anzubieten, während der sich die Tiere erholen konnten, um dann wieder gestärkt und erfrischt ihre Arbeit wiederaufnehmen zu können. Inspiriert wurde Ann Lindo durch den Roman „Black Beauty“ der Schriftstellerin Anna Sewell aus dem Jahr 1877, in dem es um das traurige Schicksal des Londoner Droschkenpferdes Black Beauty geht.

Das Home of Rest for Horses befand sich erst in verschiedenen Teilen der Hauptstadt, zog dann nach Hertfordshire um, bis es 1971 dann seinen endgültigen Stützpunkt auf der Speen Farm in den Chiltern Hills gefunden hat. Hier in der Ruhe und Abgeschiedenheit können die Tiere ihren Lebensabend verbringen. Auf der Speen Farm wohnen z.B.:
Chester – der in London bei der Household Cavalry gedient hat, aber wegen Arthritis nicht mehr weiter arbeiten konnte
Clyde – „the bravest police horse that Thames Valley Police has ever known“
Tom – der seinen Dienst im The Royal Mews Buckingham Palace and Sandringham versah
Ryan – ein einstmals abgemagertes, vernachlässigtes und lethargisches Tier, das der Horse Trust wieder zu einem lebensfrohen Pferd gemacht hat.

Der Trust exisitiert ausschließlich durch Spenden.

Wer sich The Home of Rest for Horses einmal ansehen möchte: Donnerstags bis Sonntags, jeweils von 14 Uhr bis 16 Uhr sind die Tore für jedermann geöffnet. £5 kostet der Eintritt pro Auto (bis zu 6 Personen).

Auf dieser Webseite ganz unten ist ein Film über die Speen Farm zu sehen.

The Horse Trust
Home of Rest for Horses
Speen
Princes Risborough
Buckinghamshire
HP27 OPP

Die Speen Farm in den Chiltern Hills.    © Copyright Andrew Smith

Die Speen Farm in den Chiltern Hills.
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Published in: on 28. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Chilterns Teil 1: Der Dichter Rupert Brooke (1887-1915) und sein Lieblings-Pub, The Pink & Lily, bei Lacey Green (Buckinghamshire)

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Rupert Brooke war einer jener englischen Dichter, die schon sehr früh starben. Ich denke da auch an Thomas Chatterton, Lord Byron und Percy Bisshe Shelley. Brooke wurde 1887 in Rugby (Warwickshire) geboren und starb 1915 an Bord eines Schiffes im Hafen der Insel Skyros in Griechenland. In England liebte er vor allem die Chiltern Hills, jenen Höhenzug, der sich über 74 Kilometer von Oxfordshire, quer durch Buckinghamshire bis nach Bedfordshire zieht. Der Dichter durchwanderte diese Region und widmete ihr das Gedicht „The Chilterns„, das er im Jahr 1913 schrieb. Nach diesen vielen Wanderungen hatte er das Bedürfnis nach einem Drink und wann immer es sich einrichten ließ, suchte er dafür den Pub The Pink & Lily auf, der an der Pink Road, der Straße von Lacey Green nach Great Hampden in Buckinghamshire liegt. Auch diesem Gasthof bei Parslow’s Hillock widmete Brook einige Zeilen:

Never came there to the Pink
Two men such as we, I think
Never came there to the Lily
Two men quite so richly silly

Das Haus wurde im frühen 19. Jahrhundert in einen Pub umgewandelt und wurde benannt nach einem Mr. Pink (ein Butler vom nahegelegenen Hampden House) und einer Miss Lily (Zimmermädchen in dem gleichen Haus). Das Pubschild ziert der Kopf des früheren Stammgastes Rupert Brooke, nach dem auch ein Raum im Pub benannt ist, in dem sein „Chiltern“-Gedicht eingerahmt an der Wand hängt.

The Pink & Lily hat seit kurzem einen neuen Besitzer und wurde Anfang Juli wieder eröffnet.

Hier liest Ricky Gervais eines von Brookes bekanntesten Gedichten „The Soldier“.

The Pink & Lily
Pink Road,
Parslows Hillock
Lacey Green, Princes Risborough, Buckinghamshire, HP27 0RJ
Tel: 0871 951 1000

   © Copyright David Hillas

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   © Copyright Ian S

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Breaking News – Das erste Bier zu Ehren des neugeborenen königlichen Nachwuchses ist da!!!

Die Chiltern Brewery     © Copyright Shaun Ferguson

Die Chiltern Brewery in Terrick (Buckinghamshire)
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Da hat die Chiltern Brewery in Terrick bei Aylesbury in Buckinghamshire aber schnell gehandelt. Das erste Bier für den neuen kleinen royalen Zugang ist da! „Royal Male“ heißt es, „to celebrate the birth of Prince George Alexander Louis Windsor on 22nd July 2013″.

Das 7,2% Vol. starke Ale kostet £5.90 pro Halbliter-Flasche und ist in limitierter Auflage erhältlich. „Wet the Royal Baby’s head in style!“ heißt es auf der Webseite der Brauerei und die Beschreibung des Bieres lautet: „It is a strong, pale bronze ale with hints of orange peel, creamy malts and citrus hops“.

Wer es bestellen möchte, kann das über die Homepage der Chiltern Brewery tun oder einfach dort vorbeifahren. Hier ist die Adresse:

Chiltern Brewery
Nash Lee Road
Terrick
Aylesbury
Buckinghamshire
HP17 0TQ

Published in: on 26. Juli 2013 at 14:52  Comments (1)  
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Saucy Seaside Postcards

Ein gerade erschienenes Buch über die Saucy Seaside Postcards.

Ein gerade erschienenes Buch über die Saucy Seaside Postcards.

In den 1930er Jahren liebte man die sogenannten „Saucy Seaside Postcards„, sexuell anzügliche Postkarten im Cartoon-Stil, die überwiegend in den englischen Seebädern verkauft wurden. In manchen Jahren wurden davon bis zu 16 Millionen Exemplare verschickt (oder gesammelt). Die dargestellten Personen waren meistens großbrüstige junge Damen, etwas dümmliche, oft betrunkene Männer, Priester usw. Natürlich gehörte zu jedem Cartoon ein entsprechender anzüglicher Spruch.

In den 1950er Jahren ging die konservative Regierung Großbritanniens gegen diese Postkarten vor, weil sie gegen ihre moralischen Vorstellungen verstießen; in späteren Jahren wurden die saucy seaside postcards dagegen als eine Kunstform angesehen, was auch heute noch der Fall ist.

Einer der bekanntesten Vertreter dieser Gattung war Donald McGill (1875-1962), der über 12 000 Karten entworfen haben soll und immer wieder Probleme mit der Zensur hatte. Obwohl Karten mit seinen Motiven millionenfach verkauft wurden, verdiente er kaum etwas. Wenigstens hat man ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet, das Donald McGill Museum in Ryde auf der Isle of Wight. Hier kann man sich seine saucy postcards ansehen und sich darüber amüsieren. Auf die Frage, ob man denn Kinder in das Museum mitnehmen könne, steht auf den Webseiten zu lesen, ja, man könne, denn McGill pflegte die Kunst des Double Entendre, d.h. die dargestellten Situationen und die dazugehörenden Sprüche sind zweideutig, so dass Kinder das noch nicht verstehen. (Ich bin mir da nicht so sicher!!)

1910 begann die Firma Bamforth in Yorkshire mit der Herstellung der Postkarten und verkaufte viele Millionen davon. In einem gerade erschienen Buch „Saucy Postcards: The Bamforth Collection“ (Constable, 224 Seiten, ISBN 978-1472105462) von Marcus Hearn sind über 250 Exemplare zusammengestellt, die von den 1950er bis zu den 1970er Jahren hergestellt wurden. Außerdem berichtet der Autor darin über die ständigen Probleme mit der Zensur.

Hier ist ein Film über Donald McGill und hier sind einige Beispiele für Saucy Seaside Postcards.

Published in: on 26. Juli 2013 at 02:00  Comments (1)  

Die Katastrophe vom 7. August 1943, bei der in Winslow (Buckinghamshire) 17 Menschen ums Leben kamen

Die High Street in Winslow. Hier ereignete sich die Katastrophe.    © Copyright David Hawgood

Die High Street in Winslow. Hier ereignete sich die Katastrophe.
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Auf unserem Weg von Aylesbury nach Buckingham kamen wir auch an der Kleinstadt Winslow vorbei; dabei musste ich an die Stadt gleichen Namens in Arizona denken, in der wir einmal übernachtet haben. Zwischen den beiden Orten besteht auf kirchlicher Ebene eine Partnerschaft: Die St Laurence Church in Winslow (Buckinghamshire) ist mit der St Paul’s Church in Winslow (Arizona) verschwistert.

Die Stadt mit 4400 Einwohnern im Aylesbury Vale wurde am 7. August 1943 um 3 Uhr nachts von einem schrecklichen Unglück betroffen. Winslow lag in unmittelbarer Nähe des Militärflugplatzes Little Horwood Airfield, auf dem Bomber der Royal Air Force stationiert waren. Eine Maschine des Typs Wellington X3790 Mark III kam in der Nacht von einem Übungsflug zurück und wollte auf dem Little Horwood Airfield landen; dabei flog sie offensichtlich zu niedrig, denn der Bomber streifte einen Baum, wobei eine Tragfläche abgerissen wurde, die auf den örtlichen Fleischerladen stürzte. Der Rumpf des Flugzeugs berührte einige Hausdächer, zertrümmerte den Pub The Chandos Arms und legte einige Cottages in Schutt und Asche, bevor er auf einem Kartoffelfeld liegen blieb. Mehrere Häuser standen in Flammen und es bestand die Gefahr, dass die Munition, die sich an Bord befand, expoldierte. Rettungskräfte aus Winslow und der näheren Umgebung waren sofort zur Stelle und konnten Menschenleben retten. Von der Besatzung des Bombers kamen vier ums Leben (nur der Navigator Jeffrey Harrington überlebte), während 13 Zivilisten in ihren Häusern starben, darunter auch der Wirt des Chandos Arms, Thomas Cox, und zwei vierköpfige Familien.

Die Stelle, an der sich die Katastrophe ereignete, wurde neu bebaut und hier stehen jetzt einige Häuser und ein Parkplatz.

Hier erzählt eine Augenzeugin wie sie das Unglück erlebte.

Der ehemalige RAF-Flugplatz Little Horwood.    © Copyright Shaun Ferguson

Der ehemalige RAF-Flugplatz Little Horwood.
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Published in: on 25. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Wingwalker vom Rendcomb Airfield in Gloucestershire

Wingwalker über dem Rendcom Airfield.   © Copyright norman hyett

Wingwalker über dem Rendcom Airfield.
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Robbie Coltrane besuchte sie in seinem Buch „B-Road Britain“ (s. dazu meinen Blogeintrag) und zeigte sie in seinem gleichnamigen Film: Die Breitling Wingwalkers vom Rendcomb Airfield, nördlich von Cirencester in Gloucestershire. Das sind sieben junge Damen und sechs erfahrene Piloten, die mit ihren Flugzeugen haarsträubende Aktionen unternehmen. Wingwalker sind, man kann schon sagen Akrobaten, die auf den Tragflächen von Doppeldeckern ihre Kunststücke vorführen, während der Pilot mit seinem Flugzeug Loopings oder andere Formationen fliegt.

1989 wurde AeroSuperBatics Ltd gegründet, die seit 2011 von dem schweizerischen Uhrenhersteller Breitling gesponsert wird. Die Wingwalker mit ihren orange-weiß gestreiften Boeing Stearman-Doppeldeckern sind häufig auf Flugtagen anzutreffen, zuletzt beim Royal International Air Tattoo in Fairford in Gloucestershire am 20. Juli, wo sie im Formationsflug zu sehen waren.

Die Brightling Wingwalker sind in der ganzen Welt unterwegs, so waren sie im vorigen Jahr in China und Anfang diesen Jahres in Australien. Das Team verfügt über sehr erfahrene Piloten, von denen einige über 14 000 Flugstunden nachweisen können. Die meisten der mutigen jungen Damen auf den Tragflächen sind auch schon mehrere Jahre dabei wie Sarah Tanner, Spitzname Sahara, seit 8 Jahren und Danielle Hughes, Spitzname Bird, seit 7 Jahren.

Das Rendcomb Airfield, wo die Breitling Wingwalkers stationiert sind, zählt zu den idyllischsten Flugplätzen Englands, liegt er doch inmitten der Cotswolds, umgeben von landwirtschaftlich genutzten Feldern. In den Hangars stehen neben den Boeing Stearmans noch einige andere klassische Doppeldecker, die dann an den hier zelebrierten Flugtagen herausgeholt und begutachtet werden können.

Hier ist das offizielle Video der Breitling Wingwalker zu sehen.

Brightling Wingwalkers
The Engine Shed
RFC Rendcomb Airfield
The Whiteway, Cirencester
Gloucestershire, GL7 7DF

In diesen Hangars auf dem Rendcomb Airfield sind die Boering untergebracht.   © Copyright Terry Jacombs

In diesen Hangars auf dem Rendcomb Airfield sind die Boeing Stearmans untergebracht.
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Published in: on 24. Juli 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Brian Viner: Cream Teas, Traffic Jams and Sunburn – The Great British Holiday

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Brian Viner arbeitete viele Jahre lang für die Zeitung The Independent; seit 2011 ist er als freier Journalist u.a für die Daily Mail, den Sunday Telegraph und die Sunday Times tätig. In seinem Buch „Cream Teas, Traffic Jams and Sunburn: The Great British Holiday“ beschäftigt er sich auf humorvolle Art mit dem Urlaubsverhalten seiner Landsleute. Im ersten Teil geht es um die „British in Britain„, im zweiten Teil um die „British Abroad„.

Immer mehr Briten (um die 20 Millionen) verbringen ihren Urlaub im eigenen Land, trotz der verlockenden Angebote von Billig-Airlines. An das manchmal unzuverlässige Wetter hat man sich ja sowieso schon gewöhnt; dass es auch anders sein kann, zeigt die momentane Wetterlage im Juli: Vor allem der südliche Teil stöhnt unter einer Hitzewelle mit Temperaturen zwischen 30° und 35°.

Wo verbringen nun die Briten ihren Urlaub am liebsten? Im eigenen Land sind es die Regionen Devon, Cornwall, Lake District, Yorkshire Dales und East Anglia. Viner geht in seinem Buch natürlich auch auf die nach wie vor beliebten Seebäder im Stil von Blackpool ein, mit ihren endlosen Reihen von Andenkenläden, Schnellimbissen und „Videospielhöllen“. Stag und Hen Parties zieht es nach wie vor in die Vergnügungsstadt am Meer, obwohl dank Ryan Air und Easyjet jetzt auch Städte wie Prag oder Barcelona gern für diese Art des letzten vorehelichen Vergnügens gebucht werden. Viner schreibt über Urlaube in Butlins Holiday Camps, über den „bank holiday travel nightmare“ (in den ich kürzlich im Mai geriet) und über die Touristenfalle Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in London.

Im zweiten Teil, „The British Abroad“, geht es u.a um zuhause vergessene Pässe (was man erst am Flughafen bemerkt), Taschendiebe auf den Ramblas in Barcelona und die Einstellung der Briten zur Freikörperkultur.

Ich kann Brian Viners Buch sehr empfehlen, gibt es doch einen tieferen Einblick in das Denken und Fühlen der Briten, was ihren Urlaub anbelangt; außerdem ist es eine erstklassige Schmunzellektüre.

Brian Viner: Cream Teas, Traffic Jams and Sunburn – The Great British Holiday. Simon & Schuster 2011. 308 Seiten. ISBN 978-1-84737-726-5

Blackpools Vergnügungsmeile.    © Copyright Steven Haslington

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Butlins Holiday Camp in Minehead (Somerset).    © Copyright Nigel Chadwick

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Published in: on 23. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – The Green Dragon Pub in Flaunden (Hertfordshire)

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Pubs spielen immer wieder eine wichtige Rolle in der TV-Serie „Inspector Barnaby“. Wie oft gehen Tom/John Barnaby mit ihren Detective Seargents in die Dorfpubs, um dort ein Pint zu trinken!
Einer dieser vielen Midsomer Country-Pubs, der schon mehrere Male für die Dreharbeiten verwendet wurde, ist The Green Dragon in Flaunden in der Grafschaft Hertfordshire. Flaunden liegt westlich von Chipperfield (Hertfordshire) und östlich von Chesham (Buckinghamshire), beides Schauplätze von Barnaby-Episoden.

The Green Dragon liegt an der Hauptstraße des kleinen Dorfes, Flaunden Hill, etwa auf halbem Wege zwischen der Village Hall und der Kirche St Mary Magdalene und wurde im frühen 17. Jahrhundert erbaut. Aufgrund der historischen Inneneinrichtung führt CAMRA (Campaign For Real Ale) ihn als Real Heritage Pub. Der britische Geheimagent Guy Burgess (1911-1963), der auch für die damalige Sowjetunion arbeitete, wurde 1951 zuletzt im Green Dragon gesehen, bevor er für immer Richtung Moskau entschwand.

Fünfmal waren die Barnaby-TV-Teams in Flaunden, um hier zu drehen. In der Folge 52 „Dance With the Dead“ (dt. „Tanz in den Tod“) fungierte der Pub als The Airman, in Episode 63 „Midsomer Life“ (dt. „Leben und Morden in Midsomer“) und 74 „The Made-to-Measure Murders“ (dt. „Du musst dran glauben“) wurde er unter seinem richtigen Namen gezeigt. In letztgenannter Folge (vom ZDF gerade erst am 21. Juli ausgestrahlt) war Flaunden Milton Cross, das zu weiten Teilen dem Großgrundbesitzer Edward Milton gehört. Das Schneidergeschäft ist allerdings nicht hier, sondern in Chinnor (Oxfordshire) zu finden.

Weitere in Flaunden gedrehte Episoden: Folge 4 „Faithful Unto Death“ (dt. „Treu bis in den Tod“) und Folge 38 „Orchis Fatalis“ (dt. „Blumen des Bösen“).

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Flaunden Village Hall.   © Copyright Graham Horn

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St Mary Magdalene in Flaunden.   © Copyright Graham Horn

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Logan Rock – Der Granit-Wackelstein bei Treen in Cornwall

   © Copyright Jim Champion

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Am äußersten Südwestzipfel von Cornwall liegt der kleine Ort Treen und ganz in der Nähe auf den Klippen, die zum Meer abfallen, steht oder besser liegt der Logan Rock, ein 80 Tonnen schwerer Wackelstein („rocking stone“) aus Granit. Wackelsteine sind Felsbrocken, die so auf einer Unterlage platziert sind, dass man sie trotz ihres Gewichtes leicht zum Wackeln oder Schwingen brigen kann.

Der Logan Rock war schon seit langem eine Sehenswürdigkeit in dieser Region von Cornwall und viele Menschen kamen dorthin, um selbst einmal Hand an den Felsen zu legen. Es hieß damals aber, dass man ihn niemals durch menschliche Kraft von seinem Sockel stoßen könnte. Von dieser Geschichte hörte im Jahr 1824 der Marineleutnant Hugh Colvill Goldsmith, Neffe des Schriftstellers Oliver Goldsmith, der mit seinem Roman „The Vicar of Wakefield“ (dt. „Der Pfarrer von Wakefield“) in die Weltliteratur eingegangen ist. Hugh war mit einem Schiff vor der Küste Cornwalls gerade auf der Suche nach Schmuggelware, und er wollte beweisen, dass Seeleute tolle Kerle sind, die auch mit tonnenschweren Felsen fertigwerden. So stieg er mit seiner Schiffsbesatzung zum Logan Rock hinauf und die neun Männer brachten den Brocken so sehr ins Schwingen, dass er von seiner Auflage herunterkippte und quer auf die umgebenden Felsen krachte. Das war es dann mit dem Rocking Stone. Die Bevölkerung von Treen war stocksauer, brachte der Stein doch Touristen in ihre Gegend und damit Geld. Man beschwerte sich bei der Admiralität und forderte, das der Stein wieder in seine ursprüngliche Position gebracht werden sollte. Goldsmith war völlig überrascht von der Reaktion der Menschen aus Treen, und er wollte seinen Fehler schnellstens wieder gut machen. Die Admiralität versorgte ihn mit den nötigen Mitteln und Männern und am 2. November 1824 stand der Logan Rock wieder an seiner alten Stelle, obwohl er danach nicht mehr so gut schaukeln konnte wie vorher (sagte man).

Goldsmith wurde nach diesem Zwischenfall nie mehr befördert. Ob da ein Zusammenhang bestand? 1841 starb er an Bord seines Schiffes in der Karibik im Alter von 52 Jahren.

In Treen gibt es einen Pub namens The Logan Rock, von dem man in wenigen Minuten zu seinem Namensvetter laufen kann.

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Published in: on 21. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Jane Austens Mr. Darcy aus „Stolz und Vorurteil“ als überdimensionale Skulptur auf Wanderschaft durch England

Colin Firths Verkörperung des Mr. Darcy in der BBC-Verfilmung von Janes Austens „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“, wurde vom ZDF in gekürzter Fassung gezeigt) aus dem Jahr 1995 war für den Schauspieler ein wichtiger Meilenstein auf seiner Karriereleiter. Eine ganz bestimmte Szene in dem Film ist vor allem den Zuschauerinnen in Erinnerung geblieben und soll sogar zu den „most memorable moments in a television drama“ gehören: Nachdem Mr. Darcy im See seines Anwesens ein Bad genommen hat, entsteigt er den Fluten, nicht nackt, sondern noch mit Hemd und Hose bekleidet und mit nassen, tropfenden Haaren. Die britischen Frauen liebten diese Szene (die in Jane Austens literarischer Vorlage gar nicht vorkommt) und Colin Firth wurde zum Sexsymbol.

Zur Erinnerung daran hat man jetzt eine vier Meter große Skulptur aus Fiberglas anfertigen lassen und diese im Londoner Hyde Park in den Serpentine Lake gestellt. Die Aktion dient auch dazu, Werbung für den neuen Fernsehsender Drama zu machen, der seit dem 8. Juli sein Programm ausstrahlt. Der Fiberglas-Darcy blieb aber nur kurzfristig im Hyde Park, denn die Figur ist mittlerweile in Scarborough an der Küste Yorkshires angekommen, wo man ihn in der South Bay zur Schau stellt. Endstation der Reise ist Lyme Park in Cheshire, wo die berühmte Szene gedreht wurde; dort soll er bis zum Februar nächsten Jahres im See vor dem Herrenhaus bleiben.

Lyme Park wurde bei den Dreharbeiten nur für die Außenaufnahmen verwendet, die Innenaufnahmen fanden in einem anderen National Trust-Anwesen statt, in Sudbury Hall in Derbyshire.

Hier ist die legendäre Szene mit Colin Firth zu sehen.

Lyme Park mit dem See, aus dem Mr. Darcy so telegen stieg.    © Copyright Raymond Knapman

Lyme Park mit dem See, aus dem Mr. Darcy so telegen stieg.
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Published in: on 20. Juli 2013 at 02:00  Comments (2)  

Musikvideo – Funeral for a Friend: Walk Away

In dieser Straße in Whitstable (Kent) wurde das Video zu "Walk Away" gedreht".    © Copyright Stephen McKay

In dieser Straße in Whitstable (Kent) wurde das Video zu „Walk Away“ gedreht“.
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Im Jahr 2001 fanden sich in der walisischen Stadt Bridgend einige junge Männer zusammen, die eine Band gründeten, der sie den merkwürdigen Namen Funeral for a Friend gaben (benannt nach dem gleichnamigen Song einer US-Band mit einem nicht minder merkwürdigen Namen Planes Mistaken for Stars). Ihre Musik gehört (laut Wikipedia) in die Kategorie Post Hardcore/Alternative Rock.

Ich habe aus der Produktion der Band heute einen Song ausgewählt, dessen dazugehöriges Video mich angesprochen hat und weil darin eine sehr interessante Schauspielerin agiert. „Walk Away“ heißt der Titel, entnommen aus dem Album „Tales Don’t Tell Themselves“ aus dem Jahr 2007. In dem Musikvideo wird eine verzweifelte Mutter mit ihrer Tochter gezeigt, deren Mann/Vater, ein Fischer,  auf hoher See verschollen ist (auf dem Fernsehschirm werden die Rettungsmaßnahmen gezeigt; „Search efforts continue“ heißt es da). Die Mutter wartet („And the waiting is the hardest thing to take in a moment more before we break“), verzweifelt, hat Halluzinationen und wird sich am Ende darüber klar, dass es so nicht weitergehen kann und dass sie und ihre Tochter mit ihrem Leben fortfahren müssen.

Zur Darstellerin der Mutter: Wer am 7. Juli die Episode 72 der Inspector Barnaby-Serie „Über den Dächern von Chattham“ (Originaltitel „The Creeper“) gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an die aufreizende Tochter des reichen Jack Filby, Martha Filby, die beide im Chettham Park House wohnen (hier ab Minute 4 zu sehen). Gespielt wurde die Rolle von Amanda Ryan, die auch in unserem Musikvideo zu sehen ist. Gestern sah ich mir noch einmal auf DVD aus der ITV-Serie „Inspector Morse“ die Folge „The Daughters of Cain“ an, in der Amanda Ryan eine Escort Service-Dame spielt. Eine sehr gut aussehende Frau!

Gedreht wurde das Video zu „Walk Away“ in der Austern-Stadt Whitstable an der Nordküste von Kent in der Straße Sea Wall dicht am Meer. Hier ist es zu sehen.

Published in: on 19. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Wing Airport Resistance Association – Sie verhinderte den Bau eines Flughafens mitten in Buckinghamshire

Wing in Buckinghamshire.    © Copyright Paul Shreeve

Wing in Buckinghamshire.
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Man stelle sich einmal vor, man lebt friedlich und ruhig im ländlichen Buckinghamshire und wird plötzlich mit der Nachricht konfrontiert, dass gerade in dieser Idylle ein Großflughafen gebaut werden soll. Genau diese Erfahrung mussten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre die Einwohner der Dörfer Wing, Cublington, Dunton, Aston Abbots und Stewkley machen. London brauchte damals einen dritten Flughafen und einer der vorgeschlagenen Standorte sollte hier in Buckinghamshire zwischen Aylesbury und Leighton Buzzard sein. Die Folge: Mehrere Dörfer würden plattgemacht und aus der ländlichen Idylle eine Betonlandschaft mit dröhnenden Flugzeugmotoren und überlasteten Zufahrtsstraßen werden. Eine Horrorvorstellung!.

Bill Manning, ein Farmer aus Aston Abbots und Desmond Fennell, ein Rechtsanwalt aus Winslow, gründeten daraufhin sofort eine Widerstandsbewegung, die Wing Airport Resistance Association (WARA), mit dem Ziel, diesen Flughafen mit allen Mitteln zu verhindern. Die Gruppe erfuhr in der Bevölkerung große Unterstützung und Sponsoren versorgten sie mit Geld. Über 61 000 Mitglieder zählte die WARA. Man zündete auf allen Hügeln der Umgebung Leuchtfeuer an, veranstaltete einen Korso von 300 Treckern durch die bedrohten Dörfer und initiierte eine Massenveranstaltung auf dem geplanten Flughafengelände (das dreimal so groß wie Heathrow werden sollte), zu der 12 000 Menschen kamen. Es bildete sich sogar eine gewaltbereite Untergrundbewegung, die die Dorfbewohner aufrief, sich zu bewaffnen und Molotowcocktails bereitzuhalten.

Die Anstrengungen der Wing Airport Resistance Association zahlten sich aus, denn die Regierung ließ sich von den Argumenten überzeugen und so sollte der Flughafen woanders gebaut werden, in Foulness in Essex, woraus aber auch nichts wurde, denn das Verteidigungsministerium legte da sein Veto ein (s. dazu auch meinen Blogeintrag).

In der Bevölkerung Buckinghamshires brach Jubel aus: Man hatte es gemeinsam geschafft, vor allem mit Unterstützung durch die WARA, dass dieser Landstrich auch weiterhin ruhig und idyllisch bleiben konnte. In Dankbarkeit an alle, die mitgeholfen hatten, den Flughafenbau abzuwenden, pflanzte der Buckinghamshire County Council dort, wo die Rollbahnen entstehen sollten, ein kleines Wäldchen, den Cublington Spinney, und errichtete an der Stelle ein Memorial in Form einer Concorde mit einer Gedenktafel.

Über die damaligen Vorgänge gibt es einen Film mit dem Titel „Over Our Dead Bodies“ (hier zu sehen).

Das Cublington Spinney Memorial.    © Copyright Philip Jeffrey

Das Cublington Spinney Memorial.
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Die Plakette am Cublington Spinney Memorial.    © Copyright Philip Jeffrey

Die Plakette am Cublington Spinney Memorial.
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Published in: on 18. Juli 2013 at 02:00  Comments (3)  
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Bakewell (Derbyshire) – Die Stadt der Puddings und der Tarts

Bakewell Pudding.    © Copyright Val Vannet

Bakewell Pudding.
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Wenn sich eine Stadt Bakewell nennt, muss man schon erwarten können, dass hier gut gebacken wird…und das stimmt auch, denn der Ort im Peak District in Derbyshire ist für seinen Bakewell Pudding und die Bakewell Tart im ganzen Land berühmt. Viele Touristen, die in die Region kommen, um sich Chatsworth House und Haddon Hall anzusehen, unternehmen auch einen Abstecher nach Bakewell, um sich einen Pudding bzw. eine Tart einzuverleiben.

Drei Bäckereien machen sich den Ruf streitig, wer  denn nun den Original Bakewell Pudding herstellt, der, so wird es immer wiedern gern erzählt, aus einem Versehen entstanden ist. Im Jahr 1860 soll einmal ein Gast des White Horse Inns (heute The Rutland Arms Hotel) ein Erdbeertörtchen geordert haben. Die Bestellung wurde an die Küche weitergeleitet, und die Köchin dort brachte einige Zutaten durcheinander, so dass etwas ganz anderes als ein Erdbeertörtchen entstand. Trotzdem: Der Gast war außerordentlich begeistert davon. Die Frau des örtlichen Kerzenmachers, eine Mrs. Wilson, hörte von der Geschichte und erwarb das Rezept, um diese zukünftig „Bakewell Pudding“ genannte Süßspeise selbst herzustellen. Aus Mrs. Wilsons Haus mitten in der Stadt wurde im Laufe der Zeit The Old Original Bakewell Pudding Shop, der noch heute Einheimische und Touristen mit dieser Spezialität versorgt. In der Bäckerei kann man auch die Bakewell Tart erwerben, ein mit Obst belegter Tortenboden.

Nicht weit von dem Pudding Shop entfernt, in der Buxton Road, steht Bloomers of Bakewell, die ebenfalls von sich behaupten, den Pudding nach dem Originalrezept herzustellen („This recipe was handed down to our Great Grandad in 1889 and that is why our puddings are “truly original”“).

Und dann gibt es noch The Bakewell Tart Shop and Coffee House in der Matlock Street, in dem natürlich auch Bakewell Tarts nach dem Originalrezept („Our famous recipe is kept safely locked away“) hergestellt werden.

Das ist alles ziemlich verwirrend; am besten, man macht sich selbst ein Bild und kauft in allen drei Läden ein Exemplar und entscheidet dann für sich, welches am besten schmeckt.

Übrigens: Im oben erwähnten The Rutland Arms Hotel, in dem der berühmte Pudding entstanden sein soll, hat im Jahre 1811 Jane Austen eine Zeit lang gewohnt, um dort ihren Roman „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) zu überarbeiten. Auf dem Korridor vor Zimmer 2 hängt eine Tafel, die darauf hinweist und auch darauf, dass Bakewell in dem Roman, als Lambton getarnt, eine Rolle spielt.

Dieser Film aus der ITV-Reihe „Ade in Britain“ zeigt einen Besuch in Bakewell bei zwei der renommierten Bäckereien.

The Old Original Bakewell Pudding Shop. The Old Original Bakewell Pudding Shop.    © Copyright Eugene Birchall


The Old Original Bakewell Pudding Shop.
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Bloomers Bakewell Pudding Shop.    © Copyright John Firth

Bloomers Bakewell Pudding Shop.
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The Rutland Arms Hotel.    © Copyright Roger Cornfoot

The Rutland Arms Hotel.
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Published in: on 17. Juli 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Wo lebt es sich in England eigentlich am besten? – Hier die Ergebnisse einiger Umfragen

Hier sind die Menschen am glücklichsten: Carlisle in Cumbria.    © Copyright Kenneth  Allen

Hier sind die Menschen am glücklichsten: In Carlisle in Cumbria.
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Wo lebt es sich am besten in England? Im „armen“ Norden, im reichen Süden? In kleinen Dörfern, in größeren Städten? Es gab in den letzten Jahren mehrere Umfragen, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Hier sind drei Beispiele.

Eine „Happiness“-Umfrage aus dem Jahr 2012 unter 25 000 Hausbesitzern im ganzen Land ergab, dass die Menschen im Norden am glücklichsten sind. Maßzahlen waren u.a. das Gefühl der Sicherheit, das nachbarschaftliche Verhältnis, die Lebenshaltungskosten und die Freizeitangebote.
Hier die ersten fünf Plätze:

1. Carlisle (Cumbria)
2. York (North Yorkshire)
3. Huddersfield (West Yorkshire)
4. Harrogate (North Yorkshire)
5. Chester (Cheshire)

Auf der anderen Seite der Skala, also die „unglücklichsten“ Orte, sieht es so aus:

1. East London
2. Ilford (Greater London)
3. South East London
4. Luton (Bedfordshire)
5. Romford (Greater London)

Eine Umfrage aus diesem Jahr nach den „Most peaceful places“ sah wieder ganz anders aus. Hier stand die Sicherheit im Vordergrund. Wie viele Morde/Totschlagsdelikte, Verbrechen mit Waffengewalt, Störungen der öffentlichen Ordnung usw. gab es hier in den letzten Jahren. Gemäß des UK Peace Index hier die Reihenfolge der friedlichsten Regionen Englands:

1. Broadland. Eine Region in Norfolk, die sich in etwa nördlich von Norwich erstreckt, mit der niedrigsten Verbrechensrate des Landes; durchschnittlich 323 Verbrechen pro 100 000 Einwohner.
2. Three Rivers in Hertfordshire. Obwohl nicht weit von London entfernt, liegt die Verbrechensrate hier in dieser ländlichen Region weit unter dem nationalen Durchschnitt. In den letzten zehn Jahren ereigneten sich hier fünf Fälle von Mord/Totschlag.
3. South Cambridgeshire. In dieser Region südlich der Universitätsstadt haben sich die Fälle von öffentlicher Ruhestörung in den letzten zehn Jahren halbiert und die Kriminalpolizei musste im gleichen Zeitraum acht Mal ausrücken, um Fälle von Mord/Totschlag aufzuklären.
4. East Dorset. Hier ereigneten sich sogar nur drei Fälle von Mord und Totschlag in den vergangenen zehn Jahren und die Verstöße gegen die öffentliche Ordnung liegen bei 50% des nationalen Durchschnitts.
5. Maldon in Essex. Hier gab es lediglich zwei „homicide“-Fälle in zehn Jahren und die Zahl der kleineren Verstöße (public disorder incidents) haben sich halbiert.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2011 lautete „Where is the best place to live in England and Wales?“ Hier waren die entscheidenden Kriterien die Sicherheit, die Hauspreise, die Verdienstmöglichkeiten und der Zugang zu guten Schulen. Hier die Ergebnisse:

1. Winkleigh in Devon. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt hier bei £37,566 (50% über dem nationalen Durchschnitt), die Kriminalitätsrate ist niedrig und es gibt eine gute Grundschule.
2. South Petherton in Somerset.
3. Galgate in Lancashire.
4. Eaglescliffe bei Stockton on Tees (County Durham).
5. Bromley Cross bei Bolton (Greater Manchester).

Broadland in Norfolk: Die Region mit den wenigsten Verbrechen im ganzen Land. Hier: St Mary's in Great Plumstead.    © Copyright Adrian S Pye

Broadland in Norfolk – Die Region mit den wenigsten Verbrechen im ganzen Land. Hier: St Mary’s in Great Plumstead.
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Winkleigh in Devon: "The Best Place to Live in England".    © Copyright Martin Bodman

Winkleigh in Devon: „The Best Place to Live in England“.
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Englische Radiostationen – Silk 106.9 FM in Macclesfield (Cheshire)

Von hier wird das Programm des Senders 104.6 ausgestrahlt.    © Copyright Dave Smethurst

Von hier aus, dem Sutton Common BT Tower, wird das Programm des Senders Silk 106.9 ausgestrahlt.
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Wie oft hatte ich mir als Teenager gewünscht, Radiostationen aus anderen Teilen der Welt empfangen zu können! Manchmal gelang mir das über Kurzwelle, in entsetzlicher Tonqualität und auch nur auf Zufallsbasis. Wie gut haben wir es heute, dass wir via Internet tausende von Rundfunksendern hören können und das noch dazu in sehr guter Qualität. Wenn ich meinen Blog schreibe, höre ich dazu gern im Hintergrund englische Sender wie z.B. Silk 106.9 aus Macclesfield in Cheshire, ein Lokalsender, der die Stadt und die Region Cheshire East bedient.

Am 26 Mai 1998 ging Silk 106.9 erstmals auf Sendung und strahlt seitdem ein 24-Stunden-Programm aus, das überwiegend aus Popmusik, lokalen Nachrichten und Sport besteht. Apropos Sport, das Stadion des örtlichen Fussballclubs Macclesfield Town liegt an der gleichen Straße wie der Sender, an der Moss Lane. Das Programm kam offenbar gut an, denn Silk 106.9 wurde im Jahr 2008 zur Radio Station of the Year gewählt. Der Eigentümer ist eine andere Radiostation, nämlich Dee 106.3 in der Nachbarstadt Chester. Die Signale werden über den Sutton Common BT Tower ausgestrahlt, der am Croker Hill im westlichen Peak District steht.

Hier ist der Link zum Live-Programm.

140 Moss Lane
Macclesfield
Cheshire
SK11 7XE
Tel. 01625 268000

Englische Exzentriker – Lieutenant-Colonel John „Mad Jack“ Churchill (1906-1996)

 This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

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Man muss schon recht exzentrisch veranlagt sein, wenn man in einem Krieg im 20. Jahrhundert seine Gegner mit Pfeil und Bogen erlegen will. Genau das tat nämlich ein gewisser John Malcolm Thorpe Fleming Churchill, auch Mad Jack genannt. Er zog in den Zweiten Weltkrieg, bewaffnet mit eben diesem Bogen, mit Pfeilen und einem Schwert, er trug einen Kilt und spielte bei jeder sich bietenden Gelegenheit Dudelsack (Mad Jack war aber kein Schotte!). John Churchills Leitspruch war: „Any officer who goes into action without his sword is improperly armed„, ein Leitspruch, dem außer ihm wohl niemand anderes folgte.

So exzentrisch Mad Jack auch war, so erfolgreich war er auch, denn seine militärische Karriere führte ihn bis zum Dienstgrad eines Lieutenant-Colonels (Oberstleutnant); er erhielt den Orden DSO (Distinguished Service Order) und das Military Cross. Eingesetzt wurde John Churchill (der nicht mit Sir Winston verwandt war) in Frankreich, in Norwegen, in Italien und in Jugoslawien; sein Dudelsack war immer dabei, ja, er spielte das Instrument sogar bei Angriffen auf den Gegner und in brenzligen Situationen.  Als er in Jugoslawien von den Deutschen gefangengenommen wurde, schrieb er nach zwei Tagen einen Brief an den Kommandanten, bedankte sich für die faire Behandlung und lud ihn zu einem Abendessen ein, falls er nach dem Krieg einmal nach England kommen sollte.

Nachdem Churchill mehrfach aus Gefangenenlagern ausgebrochen war, schickte man ihn nach Indien, zur Vorbereitung auf eine mögliche Invasion Japans; doch der Krieg endete, sehr zum Verdruss des Oberstleutnants. Dabei soll er gesagt haben: „Hätten die verdammten Yankees nicht eingegriffen, hätten wir den Krieg problemlos noch zehn Jahre weiterführen können„. Mad Jacks Wunsch war, auf dem Schlachtfeld zu fallen und, in den Union Jack eingehüllt, begraben zu werden.

Doch dazu kam es nun einmal nicht, aber Churchill blieb bis zu seiner Pensionierung weiterhin bei der Armee. Im späteren Zivilleben ging er seinen Hobbies nach, er baute ferngesteuerte Modellschiffe und kaufte Themse-Dampfer, die er komplett renovierte und auf der Strecke Richmond-Oxford verkehren ließ.

Auch in seinem späteren Leben zeigte sich Churchill gern als Exzentriker. So pendelte er beruflich eine Zeit lang mit der Bahn zwischen London und seinem Wohnort hin und her; kurz bevor er aussteigen musste, machte er das Fenster des Eisenbahnwagens auf, warf zum Erstaunen der anderen Mitfahrer seine Aktentasche in hohem Bogen hinaus und setzte sich wieder hin. Der Grund dieser Aktion: Churchill fuhr in diesem Augenblick gerade an der Rückseite seines Gartens vorbei und hatte keine Lust, seine Aktentasche vom Bahnhof nach Hause zu tragen. Ich liebe diese Exzentriker!!

"Mad Jack" im Einsatz, ganz rechts mit dem Schwert in der Hand.  This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

„Mad Jack“ im Einsatz, ganz rechts mit dem Schwert in der Hand.
This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

Published in: on 14. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Lumley Castle Hotel in Chester-le-Street (County Durham)

   © Copyright John Allan

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Meine Liebe zu englischen Country House Hotels und Schlosshotels habe ich in meinem Blog schon mehrfach gezeigt. Ich finde es einfach faszinierend, in alten Gemäuern zu übernachten und sich einmal wie ein Schlossherr zu fühlen. Heute möchte ich auf ein besonders schönes Exemplar hinweisen, das im County Durham liegt und zwar bei dem Ort Chester-le-Street: Das Lumley Castle Hotel.

Der Earl of Scarborough ist hier der Hausherr, obwohl das Haus zu den No Ordinary Hotels gehört. Seit dem Jahr 1976, als man die Burg in ein Hotel umwandelte, kann man hier nächtigen und die Annehmlichkeiten von Lumley Castle genießen.

Erbaut wurde die Burg 1388 von Sir Ralph Lumley, der sich in mehreren Schlachten einen Namen machte, aber trotzdem, wie so viele in dieser Zeit, später hingerichtet wurde.

Das Lumley Castle Hotel ist sehr beliebt bei Cricketspielern, die auf dem nahegelegenen Emirates Durham International Cricket Ground ihre Spiele austragen und hier gern übernachten. 73 Zimmer und Suiten stehen zur Verfügung, wobei die Feature Rooms besonders zu empfehlen sind, da die meisten über Himmelbetten verfügen. Der „Star“ der Hotelzimmer ist die King James Suite, einst die Kapelle der Burg, mit einem sechs Meter hohen Four-Poster-Bett und einem Jacuzzi. Die Preise bewegen sich je nach Wochentag etwa zwischen 190 EURO für ein Standard-Doppelzimmer und 240 EURO für ein Feature Room.

Das Abendessen wird in dem romantischen Black Knight Restaurant eingenommen, wo Küchenchef Jonathon Evans z.B. einen Lumley Castle Mixed Grill oder ein Navarin of Northumbrian Venison anbietet.

Was wäre eine englische Burg ohne ihren Hausgeist? Auch den gibt es hier und zwar in Gestalt von Lily Lumley, der Frau des Erbauers Sir Ralph, die einen schrecklichen Tod erlitt, indem sie von zwei katholischen Priestern in einen Brunnen geworfen wurde, weil sie sich weigerte, deren Glauben anzunehmen. So ist nun die arme Lily dazu verdammt, Lumley Castle als Geist heimzusuchen (und die Gäste zu erschrecken).

Hier ist der offizielle Hotelfilm von Lumley Castle und hier ein Film über die übernatürlichen Erscheinungen im Hotel.

Lumley Castle Hotel
Chester-le-Street DH3 4NX
Tel. 0191 389 1111

Published in: on 13. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Sykes, der süße Hund von John und Sarah Barnaby

With friendly permission of Gill Raddings.

With friendly permission of Gill Raddings.

Es war einmal ein kleiner schwarz-weißer Terrierrüde, der traurig und ganz allein durch einen Park in Essex streifte; die Besitzer hatten ihn offensichtlich ausgesetzt. Doch dann meinte es das Schicksal plötzlich gut mit ihm, denn er gelangte in die Hände von Gill Raddings, die in Clifton in Oxfordshire (südlich von Banbury) seit 20 Jahren Hunde ausbildet, die dann u.a. für Film- und Fernsehproduktionen ausgeliehen werden. Sykes wurde der kleine Terrier genannt und es stellte sich schnell heraus, dass er ein besonders gelehriger Hund ist. Innerhalb kurzer Zeit konnte er zahlreiche Kunststücke wie sich tot stellen, den Kopf schütteln oder auf den Hinterbeinen laufen.

Sykes bekam dann auch schon bald seine ersten Filmangebote; so engagierte man ihn für mehrere Werbspots der Firma Thinkbox (hier ein Beispiel) und der Spot „Every Home Needs a Harvey“ machte Sykes in ganz Großbritannien bekannt. Der kleine Werbefilm wurde zum „Ad of the Year 2010“ gewählt. Gill Raddings hatte gute Arbeit geleistet und so wurde der Terrier für einen weiteren Werbespot gebucht, von der Brauerei John Smith, in dem er zusammen mit dem Comedian Peter Kay auftrat (hier zu sehen).

Sykes‘ Karriere hatte wirklich Fahrt aufgenommen. Brian True-May, damals noch Produzent der Inspector Barnaby-Serie, wurde auf ihn aufmerksam und da man für den „neuen“ Barnaby (Neil Dudgeon) noch nach einem Gag suchte, entschied man sich kurzerhand, Sykes in die Familie von John und Sarah Barnaby zu integrieren. Mit Erfolg, denn es macht einfach Spaß. das drollige Verhalten des kleinen Kerls zu beobachten. Sykes‘ erster Auftritt erfolgte in Episode 82 „Death in the Slow Lane“ (dt. „Unter Oldtimern“), in der er mit seinem Herrchen zwischen noch nicht ausgepackten Kisten in dem neu bezogenen Haus der Barnabys wohnt. Sarah stößt erst in der  Folge 83 „Dark Secrets“ (dt. „Mr. Bingham ist nicht zu sprechen“) dazu.

Sykes hat mittlerweile eine eigene Facebook-Seite, einen Eintrag in der Wikipedia und sein Werbespot „Every Home Needs a Harvey“ (hier zu sehen) hat auf Youtube schon über 1,5 Millionen Treffer.

Übrigens:
Gill Raddings hat unter ihren Hunden auch einen Deutschen Drahthaarterrier namens Cully(!), und sie stellte für die TV-Serie „Downton Abbey“ den weißen Labrador Roly zur Verfügung, der Hugh Bonneville nicht von den Fersen wich. Roly ist sozusagen ein Halbbruder von Sykes :-).

Nachtrag vom 07.10.2016:
Leider ist die Ära Sykes vorbei, denn mit Ende der 18. Staffel ist er zum letzten Mal aufgetreten. Sykes geht mit 13 Jahren in den Ruhestand und wird keine weiteren Film-und Fernsehrollen mehr übernehmen. Sein Nachfolger steht schon fest, er heißt Paddy und filmt fleißig für die 19. Staffel, die 2017 im englischen Fernsehen ausgestrahlt wird. Wir werden Sykes sicher alle vermissen!

Published in: on 12. Juli 2013 at 02:00  Comments (7)  
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Silverstone (Northamptonshire) – Ein Dorf im Schatten der Formel Eins-Rennstrecke

   © Copyright David M Jones

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Einmal im Jahr strömen hunderttausende von begeisterten Formel Eins-Fans nach Silverstone in Northamptonshire zum Silverstone Circuit wie die Rennstrecke genannt wird auf der der Große Preis von Großbritannien ausgetragen wird, der in diesem Jahr am 30. Juni von Nico Rosberg gewonnen wurde. Knapp einen Kilometer nördlich davon steht das Dorf, das seinen Namen der Rennstrecke gegeben hat: Silverstone. Wenn kein Rennbetrieb herrscht, geht es in dem Dorf ruhig zu. Es gibt einen einzigen Pub, The White Horse, eine Kutschenstation aus dem 17. Jahrhundert, der sich natürlich das Thema Motorsport auf seine Fahnen geschrieben hat, denn hier gingen/gehen die Fahrer des Formel Eins-Sports aus und ein, wenn der Große Preis ausgetragen wird. Beim letzten Grand Prix-Wochenende übertrug man im Pub das Rennen auf Großbildschirmen, es gab einen Formel-Eins-Rennwagen-Simulator und man veranstaltete eine Formel-Eins-Party. Wenn der Tross dann abgezogen ist, geht es im White Horse dann wieder wesentlich ruhiger zu.

Was hat der kleine Ort Silverstone mit rund 2000 Einwohnern sonst noch zu bieten? Natürlich eine Kirche der Church of England,  St Michael, die in der jetzigen Form 1884 fertiggestellt wurde. Es gibt eine der ältesten Holzhandlungen Englands, die hier schon seit dem Jahr 1880 besteht, die Firma Linnell Bros. Ltd. Eine kleine Werkstatt, die Silverstone Garage, kümmert sich um die Wehwehchen der Autos der Ortsansässigen, es gibt ein Postamt und einen Dorfladen, Croft’s Stores, der hier schon seit 1966 die Bewohner mit dem Nötigsten versorgt.

Dort, wo jetzt das Brüllen der Formel-Eins-Motoren zu hören ist, war früher einmal ein Flugplatz der Royal Air Force, auf dem im Zweiten Weltkrieg Bomber stationiert waren. Die meisten Gebäude wurden abgerissen, nur der stehengebliebene Kontrollturm wird noch benutzt und zwar vom British Racing Drivers Club.

Hier ist ein Film über einen Hubschrauberrundflug über den Silverstone Circuit zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Anthony Meredith: Silverstone Circuit Through Time. Amberley Publishing 2013. 96 Seiten. ISBN 978-1445606361.

St Michael's in Silverstone.    © Copyright Andrew Smith

St Michael’s in Silverstone.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Smith

...und überall sind im Hintergrund die Gebäude der Rennstrecke zu sehen.    © Copyright Michael Trolove

…und überall sind im Hintergrund die Gebäude der Rennstrecke zu sehen.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Michael Trolove

SandWorld 2013 – Das Sandskulpturen-Festival in Weymouth (Dorset)

"Alien" von Radovan Zivny. With freindly permission of Sheilabythesea.

„Alien“ von Radovan Zivny.
With friendly permission of Sheilabythesea.

Einige der weltbesten Sandkünstler der Welt haben sich auch in diesem Jahr wieder in Weymouth in Dorset zusammengefunden, um hier im Lodmoor Country Park ihre atemberaubenden Skulpturen zu bauen. In diesem Jahr steht das Sandskulpturen-Festival unter dem Motto „Science Fiction„. Aus 2000 Tonnen Sand sind bis zu fünf Meter hohe Gebilde entstanden und hier finden wir sie alle wieder, die Figuren aus Star Wars, Star Strek oder Doctor Who.

Das Bauen mit Sand hat Tradition in Weymouth, denn bereits in den 1920er Jahren beschäftigte sich ein gewisser Fred Darrington mit dieser Kunst. Zur Freude der Touristen schuf er bei Ebbe am Strand Sandburgen, die dann bei einsetzender Flut leider wieder zerstört wurden. Das waren die Anfänge. Heute ist Mark Anderson, Freds Enkel, der Sandbaumeister Nummer Eins in Weymouth, der in die Fußstapfen seines Großvaters getreten ist. Er genießt internationales Ansehen und hat bereits den World Championship Sculptors Choice Award gewonnen.

SandWorld 2013 zeigt in diesem Jahr u.a. Skulpturen von Dave Hicks (dem Erbauer von SandWorld und Freund von Mark Anderson), dem Iren Daniel Doyle, Fergus Mulvany (der H.G.Wells „Zeitmaschine“ baute), dem Tschechen Radovan Zivny (sein Beitrag ist „The Alien“), der Kanadierin Karen Fralich (sie schuf „Star Trek“) und den beiden Niederländern Wilf Stijger und Edith Van Der Wettering, die die Star Wars-Skulptur schufen.

SandWorld 2013 ist noch bis zum 3. November geöffnet und täglich ab 10.30 Uhr zu besichtigen. Der Eintrittspreis beträgt £6.50.

Hier ist eine Tour durch die Welt der Sandskulpturen.

SandWorld
Lodmoor Country ParkPreston Beach Road
Weymouth
DT4 7SX
Tel. 07411 387529

Das Buch zum Artikel:
Lucinda Wierenga: Sandcastles Made Simple – Step-by-step Instructions, Tips, and Tricks for Building Sensational Sand Creations. Stewart, Tabori & Chang Inc 2009. 128 Seiten. ISBN 978-1584797678.

Time Machine von Fergus Mulvany. Wirh freindly permission of Sheilabythesea.

„Time Machine“ von Fergus Mulvany.
With friendly permission of Sheilabythesea.

Published in: on 10. Juli 2013 at 02:00  Comments (3)  
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Gin im London des 18. Jahrhunderts

William Hogarth: Beer Street and Gin Lane. Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

William Hogarth: Beer Street and Gin Lane.
Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Der beliebte Drink G&T (Gin and Tonic) geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, allerdings spielte damals das „T“ keine Rolle; man trank den Gin pur, und zwar in rauen Mengen. Durch William III von Oranien-Nassau, der aus den Niederlanden kam, wurde das Getränk in England populär und da auf Gin keine Steuern erhoben wurden und man auch für den Verkauf keine Lizenz brauchte, war er überall in den Straßen Londons billig zu haben. Friseure, Schuhmacher, Tabakverkäufer und alle möglichen anderen Händler boten Gin an und die Umsätze kletterten gewaltig  . „Drunk for a penny and dead drunk for twopence“ hieß es damals und die Auswirkungen des Gins auf die Bevölkerung zeigte der Maler William Hogarth in seinem berühmten Bild „Gin Lane and Beer Street“ aus dem Jahr 1751.

Das Parlament versuchte, gegen diesen Gin Craze vorzugehen, indem es von 1729 bis 1751 mehrere Gesetze erließ, durch die Steuern auf Gin erhoben wurden und eine Lizenz zum Verkauf erworben werden musste. Die Bevölkerung war damit nun gar nicht einverstanden und man trank weiter, wobei aus Gin nun „Ladies‘ Delight“ oder Cuckold’s Comfort“ wurde. Man schrieb einen großen Teil der in London begangenen Verbrechen dem Genuss von Gin in übermäßigen Mengen zu.

Erst durch den Gin Act von 1751 bekam man das Problem langsam in den Griff. Die Ginproduzenten durften das Getränk nicht mehr an Händler ohne Lizenz verkaufen und auch die Lizenzen waren nicht mehr so einfach zu bekommen.

Gin ist auch heute noch in England populär, aber überwiegend in Form von Mixgetränken. In London gibt es mehrere Gin Bars wie z.B. The London Gin Club in der Great Chapel Street, der über 70 Sorten Gin anbietet.

Published in: on 9. Juli 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Peel Acres in Great Finborough – DJ John Peels Heimstatt und Studio in Suffolk

Author: Arno Matthias. This work is released into the public domain.

Author: Arno Matthias.
This work is released into the public domain.

John Peel (1939 – 2004) war weltweit einer der einflussreichsten Radiomoderatoren und Disc Jockeys und ein einzigartiger Spezialist für Popmusik. Seine Sendungen auf BBC Radio One sind legendär; aber Peel produzierte auch für andere Rundfunkstationen wie für den britischen Militärsender BFBS und für die Bremer Sender Hansawelle, Radio Bremen 2 und Radio Bremen 4. Auch die BBC-Fernsehmusic-Show Top of the Pops moderierte er wie seine DJ-Kollegen Tony Blackburn, Jimmy Savile oder David Jacobs.

Anfang der 1970er Jahre siedelte sich John Peel, der mit richtigem Namen John Robert Parker Ravenscroft hieß, in dem kleinen Dorf Great Finborough in der Nähe von Stowmarket in Suffolk an. Er kaufte sich ein reetgedecktes Haus, dem er den Namen Peel Acres gab, und das bis zu seinem Tod im Jahr 2004 seine Heimstatt blieb.

Damit er nicht ständig in London anwesend sein musste, ließ er sich ein Aufnahmestudio in Peel Acres einbauen, wodurch er in der Lage war, seine Sendungen zuhause zu produzieren bzw. später sogar live zu senden. Zahlreiche Popmusiker kamen nach Great Finborough und spielten hier in dem Aufnahmestudio. Zu Gast waren u.a. Blur (sie waren 1997 die ersten), Loudon Wainwright III, Supergrass, Calexico, White Stripes und PJ Harvey.

John Peel erlag im Alter von 65 Jahren in Peru einem Herzinfarkt. Er hinterließ seiner Frau Sheila nicht nur Peel Acres, sondern auch eine riesige Sammlung von Schallplatten, die aus 25 000 LPs und Tausenden von CDs bestanden haben soll. In seinem Testament legte er fest, dass er auf dem Friedhof von Great Finborough begraben werden wollte, was dann auch geschah. Sein Grab findet man auf dem St Andrew’s Churchyard.

Dieser Film über John Peel zeigt auch einige Aufnahmen von Peel Acres.

John Peels Grab auf dem Friedhof von St Andrew's in Great Finborough.    © Copyright Peter Tarleton

John Peels Grab auf dem Friedhof von St Andrew’s in Great Finborough.
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St Andrew's in Great Finborough.    © Copyright Keith Evans

St Andrew’s in Great Finborough.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Keith Evans

 

Published in: on 8. Juli 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Arthur Taylor: Played at the Pub – The Pub Games of Britain

Pubgames

Was fällt einem als erstes ein, wenn man ein typisches Pubspiel nennen sollte? Wahrscheinlich Darts. Dieses Pfeilwurfspiel kennt man auch in Deutschland. Es gibt aber auch eine ganze Menge anderer Pubgames, von denen man diesseits des Kanals bisher kaum etwas gehört hat. In meinem Blog stellte ich schon einmal kurz einige Spiele vor wie Aunt Sally, das speziell in Oxfordshire verbreitet ist, Dwyle Flunking und Clog Cobbing. Arthur Taylor hat in seinem Buch „Played at the Pub – The Pub Games of Britain“ diese mehr oder weniger verbreiteten Spiele zusammengestellt.

Auf Platz 1 der Pub Games steht…natürlich Darts, das in etwa 50% aller Gasthöfe gespielt wird.
Auf Platz 2 folgt das Pub Quiz – Die Quiz Night ist für viele Regulars ein fester Bestandteil des Pub-Lebens. 44% aller Gasthöfe bieten das an.
Den 3. Platz belegt Poolbillard – Kennt man in Deutschland auch.
Auf Platz der 4 schließlich steht Skittles, ein Kegelspiel von dem es zahlreiche Varianten gibt.

In den 24 Kapiteln des Buches geht Arthur Taylor auch auf die weniger bekannten Games ein wie Conger Cuddling, Knur and Spell oder Bumble Puppy, die nur noch selten gespielt werden.

Taylor beschäftigt sich mit dem Thema schon seit vielen Jahren. Das hier vorgestellte Buch ist sein bisher umfangreichstes über Pubspiele.

Arthur Taylor: Played at the Pub – The Pub Games of Britain. English Heritage 2009. 184 Seiten. ISBN 978-1905624973.

Published in: on 7. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Polesden Lacey (Surrey) als Chattham Park House in „The Creeper“

Eigenes Foto.

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Das ZDF strahlt am 7. Juli erstmals die Episode 72 der „Inspector Barnaby“-Serie aus, die den deutschen Titel „Über den Dächern von Chattham“ tragt (der Originaltitel lautet „The Creeper„; in der englischen Fassung wird das Haus Chettham geschrieben, in der deutschen Version Chattham); gedreht wurde die Folge im Laufe des Jahres 2009 und zwar überwiegend in der Nähe von Dorking in Surrey, in dem Herrenhaus Polesden Lacey. Dort treibt der geheimnisvolle „Creeper“ sein Unwesen; ein Einbrecher, der auch nicht davor zurückschreckt, in die Häuser von Chief Constable Richard Lovell und DCI Tom Barnaby einzudringen.

Polesden Lacey gehört dem National Trust und wurde 1906 komplett im edwardianischen Stil umgebaut. Margaret Greville war dafür verantwortlich, eine wohlhabende Dame mit engen Beziehungen zum Königshaus; so wurde sie in Polesden Lacey häufig von Georg VI und von Elizabeth, der Queen Mother besucht.

Das imposante Haus wurde schon mehrfach für Filmaufnahmen verwendet; hier einige Beispiele:
– Die Episode „Bertram’s Hotel“ aus der Miss Marple-Serie mit Geraldine McEwan

– Der Film „Scandalous“ (1984) mit John Gielgud

– Der TV-Film „Windmills of the God“ (dt. „Im Schatten der Götter“) mit Robert Wagner und Jaclyn Smith aus dem Jahr 1988

– Die Episode „Sex and Violence“ aus der TV-Serie „Doomwatch“ Anfang der 1970er Jahre

– Der Film „Close My Eyes“ (dt. „Schließe meine Augen, begehre oder töte mich“) mit Alan Rickman und Clive Owen aus dem Jahr 1991

– Die Filmkomödie „Shooting Fish“ (dt. „Shooting Fish“) mit Kate Beckinsale (1997)

Polesden Lacey ist ganzjährig und täglich geöffnet; der Eintritt kostet für Haus und Garten £13.60.

Hier ist ein Film über die ehemalige Besitzerin Margaret Greville und hier ein Film über Polesden Lacey aus der Luft.

Polesden Lacey
Great Bookham, near Dorking, RH5 6BD
Telephone: 01372 452048

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Einer der schönen Flure im Haus. Eigenes Foto.

Einer der schönen Flure im Haus.
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-hi

Pubschilder – The Elephant & Castle in Hurst (Berkshire)

Eigenes Foto.

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Kürzlich legten wir eine Mittagspause in Hurst bei Twyford in Berkshire ein. The Elephant & Castle heißt der Pub, der zwischen der A321 und der B3030 liegt. Die Inneneinrichtung war nicht besonders ansprechend, das Essen war o.k. und das Hippiemädchen an der Bar sehr freundlich.

Warum heißt der Pub nun Elephant and Castle, von denen es in England viele mit diesem Namen gibt? Eine Theorie ist, das sich der Name von La Infanta da Castilla ableitet; so wurden mehrere spanische Prinzessinnen genannt wie z.B. Eleonore von Kastilien. Infanta=Elephant, Castilla=Castle. Doch diese Version wurde verworfen und man favorisiert jetzt eine andere: Das Wappen der Worshipful Company of Cutlers, die Gilde der Messerhersteller, zeigte seit 1622 einen Elefanten, der eine Sänfte trug, die die Form einer Burg hatte. Da die Messergriffe früher häufig aus Elfenbein hergestellt wurden, liegt eine Beziehung also nahe.

Das Schild unseres Pubs in Hurst zeigt einen Dickhäuter mit Sänfte, in dem offensichtlich zwei Menschen höheren Standes sitzen; „gelenkt“ wird das Tier von einem indischen Elefantenführer.

The Elephant & Castle
Lodge Road
Whistley Green
Hurst, Reading RG10 0EH
Tel. 0118 934 0886

Published in: on 5. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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…und Morecambe (Lancashire) zum Dritten – Das Eric Morecambe Memorial an der Marine Road Central

   © Copyright Ian Murfitt

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Eric Morecambe (1926 – 1984) gehört zu den beliebtesten Komikern Großbritanniens. In einer Umfrage im Jahr 1999 wurde er zu der witzigsten Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts gewählt und selbst 21 Jahre nach seinem Tod wählte man ihn unter Komikerkollegen zum viertbesten Comedian aller Zeiten.

Am bekanntesten wurde Eric Morecambe, der eigentlich John Eric Bartholomew hieß, sich dann später nach seinem Geburtsort umbenannte, durch seine Auftritte mit seinem Partner Ernie Wise in der Morecambe and Wise Show, die die BBC von 1968 bis 1977 ausstrahlte. Die beiden Comedians wechselten anschließend zum Sender ITV, wo dann die Show unter dem gleichen Titel von 1978 bis 1983 lief. Besonders ihre Christmas Specials erzielten enorme Einschaltquoten und gehörten, wie die Weihnachtsansprache der Queen, zu einem festen Bestandteil der traditionellen weihnachtlichen „to-do-list“.

Eric Morecambe starb nach einer Aufführung im Roses Theatre in Tewkesbury (Gloucestershire), in dem man ihm zu Gedenken einen Eric Morecambe Room eingerichtet hat.

Seine Geburtsstadt ehrte den großen Komiker ebenfalls und zwar mit einer überlebensgroßen Statue an der Marine Road Central, eine der Hauptstraßen, die sich am Strand entlangzieht. Im Juli 1999 wurde die Statue enthüllt und zwar von niemand Geringerem als der Queen persönlich; ein deutliches Zeichen wie hoch Eric Morecambe immer noch geschätzt wurde. Graham Ibbeson aus Barnsley in South Yorkshire schuf die Statue, der auch Cary Grant in Bristol und Stan Laurel und Oliver Hardy in Ulveston mit Skulpturen verewigte. Ibbeson arbeitete sechs Jahre an der Bronzestatue, um die herum die berühmtesten Sprüche Eric Morecambes in den Boden eingraviert sind, so wie die Namen aller Gäste der Morecambe and Wise Shows. Um den Hals trägt der Komiker ein Fernglas, ein Hinweis des Bildhauers auf Morecambes Leidenschaft für „bird-watching„. Eine Vogelbeobachtungsstation wurde nach ihm in der Bucht von Morecambe benannt.

Gegenüber der Statue an der Marine Road Central kann man in Eric’s Café, das mit der Silhouette der Bronzeskulptur über der Eingangstür auf sich aufmerksam macht, einen Kaffee trinken oder ein Sandwich essen.
Auch ein Pub wurde in der Küstenstadt nach dem Komiker benannt, der Wetherspoon Pub The Eric Bartholomew in der Euston Road.

Das Geburtshaus Eric Morecambes steht in der Buxton Street 42, ein unscheinbares mitten in einer Häuserzeile gelegenes Gebäude am Ende einer Sackgasse.

Hier ist der berühmte „André Previn“ Sketch mit Eric Morecambe und Ernie Wise aus dem Jahr 1971.

Das Buch zum Artikel:
Gary Morecambe: Eric Morecambe – Life’s Not Hollywood It’s Cricklewood. BBC Books 2004. 256 Seiten. ISBN 978-0563521860.

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Morecambe (Lancashire) zum Zweiten – Die Tragödie der chinesischen Muschelsucher

Warton Sands in der Morecambe Bay. Hier ertranken die chinesischen Muschelsucher.    © Copyright Karl and Ali

Warton Sands in der Morecambe Bay. Hier ertranken die chinesischen Muschelsucher.
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In meinem gestrigen Blogeintrag schrieb ich über die Gefährlichkeit der Bucht von Morecambe: der Treibsand und die plötzlich hereinströmende Flut sind schon vielen zum Verhängnis geworden.
Am Abend des 5. Februar 2004 war es wieder soweit: Eine Gruppe von chinesischen Muschelsuchern, die sich illegal im Land aufhielt und für einen geringen Lohn die begehrten „cockles“, Herzmuscheln, sammelte, wurde gegen 21.30 Uhr von der aufkommenden Flut eingeschlossen. Einheimische, die den Chinesen entgegenkamen, versuchten sie noch zu warnen, dass es zu gefährlich sei, jetzt noch in die Bay hinauszulaufen; aber entweder hatten sie das nicht verstanden oder ihre Auftraggeber hatten Druck auf sie ausgeübt.

Als die Muschelsucher merkten, dass sie vom Wasser eingeschlossen waren, gab einer von ihnen von seinem Handy noch einen Notruf an die 999 ab, aber durch die rudimentären Englischkenntnisse des Anrufers konnte man sich kein richtiges Bild von der Situation machen und auch nicht feststellen, von wo der Notruf abgesetzt worden war.

Die Tragödie, die sich anbahnte, spielte sich im Bereich einer Region ab, die sich Warton Sands nennt. Eine der Überlebenden meinte, dass einige von der Gruppe in die falsche Richtung schwammen und dabei ertranken. Insgesamt starben an diesem Februarabend 23 Menschen in der Morecambe Bay im Alter von 18 bis 45 Jahren.

Die Einsatzkräfte konnten in einer groß angelegten Rettungsaktion nur noch wenige der Chinesen aus dem Wasser holen, mussten dafür aber viele Tote bergen.

Die Polizei von Lancashire nahm sofort die Ermittlungen auf; einige Polizeibeamte reisten nach China, um die Toten identifizieren zu können und den Angehörigen die schreckliche Botschaft mitzuteilen. Die Untersuchungen ergaben, dass die Verantwortlichen für den Tod der Muschelsucher zu einer chinesischen Gang gehörten, die in großem Stil Menschenhandel betrieb und ihre Landsleute ausbeutete (sie erhielten £5 für einen halben Zentner Muscheln). Verurteilt wurde einer der Gang, der die Männer und Frauen an jenem Abend in die Bucht hinausschickte. Er erhielt eine Gefängnisstrafe von 14 Jahren wegen Totschlags.

Der irische Sänger Christy Moore erinnert mit eindrucksvollen Worten in seinem Lied „On Morecambe Bay“ an die Tragödie:
„For the tide’s the very devil,
It will run you out of breath,
Race you to the sea shore,
Chase you to your death,
Yes the tide’s the very devil
And the devil has his day
On the lonley cockle grounds of Morecambe Bay“.

Der britische Sender ITV widmete eine Episode der Dokumentarreihe „Real Crime“ der Tragödie in Lancashire; unter dem Titel „Death on the Bay„, am 15. Dezember 2008 ausgestrahlt. Hier ist Teil 1 zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Hsiao-Hung Pai: Chinese Whispers – The True Story Behind Britain’s Hidden Army of Labour. Penguin 2008. 288 Seiten. ISBN 978-0141035680.

Published in: on 3. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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