Gin im London des 18. Jahrhunderts

William Hogarth: Beer Street and Gin Lane. Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

William Hogarth: Beer Street and Gin Lane.
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Der beliebte Drink G&T (Gin and Tonic) geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, allerdings spielte damals das „T“ keine Rolle; man trank den Gin pur, und zwar in rauen Mengen. Durch William III von Oranien-Nassau, der aus den Niederlanden kam, wurde das Getränk in England populär und da auf Gin keine Steuern erhoben wurden und man auch für den Verkauf keine Lizenz brauchte, war er überall in den Straßen Londons billig zu haben. Friseure, Schuhmacher, Tabakverkäufer und alle möglichen anderen Händler boten Gin an und die Umsätze kletterten gewaltig  . „Drunk for a penny and dead drunk for twopence“ hieß es damals und die Auswirkungen des Gins auf die Bevölkerung zeigte der Maler William Hogarth in seinem berühmten Bild „Gin Lane and Beer Street“ aus dem Jahr 1751.

Das Parlament versuchte, gegen diesen Gin Craze vorzugehen, indem es von 1729 bis 1751 mehrere Gesetze erließ, durch die Steuern auf Gin erhoben wurden und eine Lizenz zum Verkauf erworben werden musste. Die Bevölkerung war damit nun gar nicht einverstanden und man trank weiter, wobei aus Gin nun „Ladies‘ Delight“ oder Cuckold’s Comfort“ wurde. Man schrieb einen großen Teil der in London begangenen Verbrechen dem Genuss von Gin in übermäßigen Mengen zu.

Erst durch den Gin Act von 1751 bekam man das Problem langsam in den Griff. Die Ginproduzenten durften das Getränk nicht mehr an Händler ohne Lizenz verkaufen und auch die Lizenzen waren nicht mehr so einfach zu bekommen.

Gin ist auch heute noch in England populär, aber überwiegend in Form von Mixgetränken. In London gibt es mehrere Gin Bars wie z.B. The London Gin Club in der Great Chapel Street, der über 70 Sorten Gin anbietet.

Published in: on 9. Juli 2013 at 02:00  Comments (1)  
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