Saucy Seaside Postcards

Ein gerade erschienenes Buch über die Saucy Seaside Postcards.

Ein gerade erschienenes Buch über die Saucy Seaside Postcards.

In den 1930er Jahren liebte man die sogenannten „Saucy Seaside Postcards„, sexuell anzügliche Postkarten im Cartoon-Stil, die überwiegend in den englischen Seebädern verkauft wurden. In manchen Jahren wurden davon bis zu 16 Millionen Exemplare verschickt (oder gesammelt). Die dargestellten Personen waren meistens großbrüstige junge Damen, etwas dümmliche, oft betrunkene Männer, Priester usw. Natürlich gehörte zu jedem Cartoon ein entsprechender anzüglicher Spruch.

In den 1950er Jahren ging die konservative Regierung Großbritanniens gegen diese Postkarten vor, weil sie gegen ihre moralischen Vorstellungen verstießen; in späteren Jahren wurden die saucy seaside postcards dagegen als eine Kunstform angesehen, was auch heute noch der Fall ist.

Einer der bekanntesten Vertreter dieser Gattung war Donald McGill (1875-1962), der über 12 000 Karten entworfen haben soll und immer wieder Probleme mit der Zensur hatte. Obwohl Karten mit seinen Motiven millionenfach verkauft wurden, verdiente er kaum etwas. Wenigstens hat man ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet, das Donald McGill Museum in Ryde auf der Isle of Wight. Hier kann man sich seine saucy postcards ansehen und sich darüber amüsieren. Auf die Frage, ob man denn Kinder in das Museum mitnehmen könne, steht auf den Webseiten zu lesen, ja, man könne, denn McGill pflegte die Kunst des Double Entendre, d.h. die dargestellten Situationen und die dazugehörenden Sprüche sind zweideutig, so dass Kinder das noch nicht verstehen. (Ich bin mir da nicht so sicher!!)

1910 begann die Firma Bamforth in Yorkshire mit der Herstellung der Postkarten und verkaufte viele Millionen davon. In einem gerade erschienen Buch „Saucy Postcards: The Bamforth Collection“ (Constable, 224 Seiten, ISBN 978-1472105462) von Marcus Hearn sind über 250 Exemplare zusammengestellt, die von den 1950er bis zu den 1970er Jahren hergestellt wurden. Außerdem berichtet der Autor darin über die ständigen Probleme mit der Zensur.

Hier ist ein Film über Donald McGill und hier sind einige Beispiele für Saucy Seaside Postcards.

Published in: on 26. Juli 2013 at 02:00  Comments (1)  

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,
    ich denke, solche „saucy postcards“ gibt’s auch heutzutage (noch) sehr viel, an verschiedenen Orten. Ich erinnere mich an sie u.A. aus Deutschland, und ich habe sie z.B. hier als Glückwunschkarten gesehen.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas.


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