Edgar Wallace und sein Haus Chalklands in Bourne End (Buckinghamshire)

Das Haus, in dem einst Edgar Wallace wohnte. With freindly permission of the Vedanta Centre Uk.

Das Haus, in dem einst Edgar Wallace wohnte.
With friendly permission of the Vedanta Centre UK.

Edgar Wallace (1875-1932) ist einer jener englischen klassischen Krimiautoren, um den es jetzt etwas stiller geworden ist, der aber auf dem Höhepunkt seiner Karriere riesige Buchumsätze gemacht hatte. 1928 sollen etwa ein Viertel aller gedruckten Bücher, ausgenommen die Bibel, aus seiner Feder gestammt haben.

Der erfolgreiche Krimiautor hatte sich in Bourne End in Buckinghamshire einen attraktiven Landsitz namens Chalklands zugelegt, in dem er von 1928-1932 wohnte. Wallace hatte das Haus dem Spanier Raul de Casares abgekauft. Inklusive der Umbauten, die er durchführen ließ, kostete ihm das Anwesen £24 000. Hier schrieb er viele seiner so erfolgreichen Kriminalromane. Das Haus steht noch immer am Blind Lane, eine Straße, die von der Marlow Road (A4155) abzweigt. Ende der 1920er Jahre, also zeitgleich, hatte sich eine andere außerordentlich erfolgreiche Schriftstellerin in Bourne End niedergelassen: Die Kinderbuchautorin Enid Blyton wohnte am anderen Ende des Ortes, am Coldmooreholme Lane, in einem Cottage namens Old Thatch (ich berichtete darüber).

Edgar Wallace beendete sein Leben nicht in diesem schönen Anwesen; er starb am 10. Februar 1932 in Beverly Hills in Kalifornien, als er dort am Drehbuch für den Film „King Kong und die weiße Frau“ arbeitete. Man brachte ihn nach England zurück und beerdigte ihn auf dem kleinen idyllischen Friedhof am Fern Lane, auf halbem Wege zwischen Marlow und Bourne End gelegen (direkt an dem Friedhof stehen einige wenige Parkplätze zur Verfügung, die aber meistens frei sind; wenn nicht, kann man gleich nach dem Abbiegen von der Marlow Road rechts an der Straße parken). Die Entfernung von Chalklands zum Friedhof beträgt per Luftlinie nur etwa einen Kilometer.

Das Haus am Blind Lane heißt heute Unity House und beherbergt seit 1977 das Ramakrishna Vedanta Centre, unter der Leitung des Swami Dayatmananda. Vedanta ist der Name für eines der sechs philosophischen Systeme des Hinduismus.

Hier ruht Edgar Wallace. Eigenes Foto.

Hier ruht Edgar Wallace.
Eigenes Foto.

Ich parkte hier am Fern Lane und ging die wenigen Schritte zum Fern Lane Cemetery. Eigenes Foto.

Ich parkte hier am Fern Lane und ging die wenigen Schritte zum Friedhof zu Fuß.
Eigenes Foto.

Das Hoover Building im Londoner Stadtteil Perivale an der Western Avenue

Auf der Autobahn von Oxford in Richtung London kommend, wird aus der M40 nördlich von Uxbridge die A40, die Western Avenue, die ins Zentrum der Hauptstadt führt. In Perivale fällt sofort ein Gebäude ins Auge, das links der A40 liegt: Das Hoover Building. Es wurde im Art Deco-Stil Anfang der 1930er Jahre gebaut und diente der Firma Hoover von 1935 bis Ende der 1980er Jahre als deren Hauptquartier. Die Firma produzierte hier im Westen Londons ihre weltberühmten Staubsauger. Das Architektenbüro Wallis, Gilbert and Partners war damals mit dem Entwurf des aus mehreren Gebäuden bestehenden Fabrikgeländes beauftragt worden; ein Büro, das schon vorher durch die Konstruktion z.B. der Firestone Tyre Factory und des Pyrene Building in der Great West Road auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Die Staubsaugerproduktion wurde in denn 1980er Jahren von dem Londoner Vorort Perivale nach Cambuslang, einen Vorort von Glasgow, verlagert. Die Hoover-Verwaltung blieb noch einige Jahre in dem architektonisch ansprechenden Gebäude, bis auch sie Perivale verließ, mit der Konsequenz, dass das Hoover Building nach und nach verfiel. Die Gefahr lag nahe, dass man die Fabrikhallen und das Verwaltungsgebäude abriss, aber dem hatte man schon einen Riegel vorgeschoben, in dem schon frühzeitig Teile des Gebäudekomplexes unter Denkmalschutz gestellt wurden.

1989 kaufte die Supermarktkette Tesco das Hoover Building, sowie die meisten der angrenzenden Gebäude, für £12 Millionen und gestaltete den Komplex, indem man Hand in Hand mit English Heritage arbeitete, in einen großen Supermarkt um. Auch zahlreiche Büros sind hier untergebracht worden. Bei Dunkelheit ist das Hoover Building (bis 22 Uhr) in grünes Licht getaucht und sieht dann besonders attraktiv aus.

Der deutsch-britische Kunsthistoriker Nikolaus Pevsner war allerdings ganz anderer Meinung; ihm gefiel das Hoover Building überhaupt nicht: So schrieb er in seinen berühmten „Buildings of England“ im Band „Middlesex“ 1951: „perhaps the most offensive of the modernistic atrocities along this road of typical by-pass factories„.

Elvis Costello hat einen Song mit dem Titel „Hoover Factory“ aufgenommen, hier zu hören.

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Published in: on 30. August 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Milton’s Cottage in Chalfont St Giles (Buckinghamshire)

   © Copyright Chris Gunns

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Chalfont St Giles, Chalfont St Peter und die ganze Gegend um diese Kleinstädte herum zählen mit zu den wohlhabendsten Regionen Englands. Ich fuhr einmal durch diesen Teil Buckinghamshires und war beeindruckt von den vielen Villen, die, oft von Bäumen verdeckt, die Straßen säumten.

Wie es im 17. Jahrhundert hier ausgesehen haben mag, kann ich nicht beurteilen, aber von den heute noch stehenden Häusern fällt in Chalfont St Giles besonders das auf, in dem der englische Dichter John Milton (1608-1674) einmal ein knappes Jahr wohnte. Gebaut wurde Milton’s Cottage, wie es heute heißt, bereits im 16. Jahrhundert und in diesem Haus vollendete Milton sein berühmtes „Paradise Lost“ und wurde von seinem Freund Thomas Ellwood dazu inspiriert, auch „Paradise Regained“ zu schreiben.
Der Dichter konnte sein Cottage nie richtig visuell genießen, denn als er 1665 nach Chalfont St Giles kam, um der Pest zu entfliehen, die in London herrschte, war er schon fast erblindet. Viel Zeit verbrachte er in seinem Garten, der heute unter Denkmalsschutz steht und der auch besichtigt werden kann, genauso wie das Haus, das vom Milton Cottage Trust unterhalten wird. Um die finanzielle Seite kümmern sich die Friends of Miltons Cottage, denn so ein altes Haus verschlingt auch eine Menge Geld.

Hier in Chalfont St Giles findet sich umfangreichste Sammlung von Erstausgaben der Werke John Miltons. Besucht wurde das Cottage von Mitgliedern der königlichen Familie wie Queen Elizabeth und ihrer Mutter, der Queen Mum. Prince Charles und Frau statteten dem Haus anlässlich des 400. Geburtstags John Miltons einen Besuch ab.

Wer Milton’s Cottage besichtigen möchte: Es ist vom 1. März bis zum 31. Oktober, außer montags, täglich geöffnet. Der Eintritt kostet £5.

Milton’s Cottage
Deanway
Chalfont St. Giles
Buckinghamshire
HP8 4JH
Tel. 01494 872313

Pubschilder – The Old New Inn in Bourton-on-the-Water (Gloucestershire)

   © Copyright Richard Croft

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Um ein richtiges Pubschild handelt es sich bei diesem Gasthof in den Cotswolds nicht, es ist eher ein Mauervorsprung, auf dem der Name „Old New Inn“ steht, zusammen mit einer Abbildung des Hauses und den Jahreszahlen 1712 und 1938. Im Jahre 1712 wurde der Country Pub eröffnet und im Jahr 1938 hatte man das angeschlossene Miniaturdorf nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt. Das Bourton Model Village, das Bourton-on-the-Water im Kleinformat zeigt, ist seitdem ein Touristenmagnet für den Cotswolds-Ort geworden. Ersonnen und erbaut wurde es, zusammen mit einigen lokalen Handwerkern, von einem früheren Gastwirt des „Old New Inn“. Im Modelldorf gibt es noch die Miniature World, eine Ausstellung von Miniaturen wie einem Schulzimmer oder einem Obst- und Gemüseladen. Das Bourton Model Village ist in den britischen Denkmallisten als Grade II verzeichnet, was bedeutet:  Bauwerke von nationaler Bedeutung und speziellem Interesse. Über ein anderes Modelldorf, das Bekonscot Model Village in Beaconsfield, berichtete ich schon einmal.

Der Gasthof verfügt über 16 Hotelzimmer und wer hier übernachtet, kann die Atmosphäre des Cotswold-Dorfes auch einmal genießen, wenn die ganzen Tagestouristen wieder verschwunden sind. Ein Biergarten hinter dem Haus ist bei schönem Wetter ideal, um hier in Ruhe sein Pint zu trinken.
Der „Old New Inn“ ist von März bis September täglich geöffnet; in den Wintermonaten war er auch schon mal geschlossen, weil zu wenig Gäste kamen und die Heizkosten zu hoch gewesen wären. Das Model Village dagegen ist das ganze Jahr über geöffnet.

The Old New Inn
Rissington Road
Bourton-on-the-Water, Gloucestershire GL54 2AF

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Das Bourton Model Village hinter dem Pub.    © Copyright Brian Robert Marshall

Das Bourton Model Village hinter dem Pub.
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Published in: on 28. August 2013 at 02:00  Comments (3)  
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Die unheimlichen Vorgänge im Rendlesham Forest bei Woodbridge (Suffolk) zu Weihnachten 1980

Die angebliche UFO-Landestelle im Rendlesham Forest.    © Copyright Simon Leatherdale

Die angebliche UFO-Landestelle im Rendlesham Forest.
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Eines meiner Lieblingshotels in England ist das Seckford Hall Hotel am Rande von Woodbridge in Suffolk (ich berichtete darüber). Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Rendlesham Forest, in dem sich zu Weihnachten 1980 merkwürdige Dinge zugetragen haben.
Am Rande des Waldes lagen zwei Luftwaffenstützpunkte, RAF Woodbridge und RAF Bentwaters, die zur damaligen Zeit von der US Air Force verwendet wurden.
Am frühen Morgen des 26. Dezember entdeckten die wachhabenden Soldaten im benachbarten Wald einen Lichtschein, den sie sich nicht erklären konnten. Sie vermuteten zuerst, dass dort möglicherweise ein Flugzeug abgestürzt sei und so machten sich drei von ihnen auf den Weg, um der Sache nachzugehen. Mitten im Wald fanden sie auf einer Lichtung ein merkwürdiges dreieckiges Flugobjekt, das auf jeder Seite etwa 2,5 lang und 2 Meter hoch war. Über die Oberfläche des Flugkörpers bewegten sich verschiedenfarbige Lichter. Einer der Soldaten wagte sich näher heran, berührte die warme Seitenwand und bemerkte dort eigenartige Symbole, die er sich gleich notierte. Nach einiger Zeit hob das Flugojekt lautlos ab und verschwand mit hoher Geschwindigkeit. Etwas später, als es hell war, untersuchte das Militär die Stelle im Wald genauer und man fand dort neben erhöhter Radioaktivität, Abdruckspuren auf dem Waldboden und Schürfspuren an Bäumen.

Zwei Tage später, am 28. Dezember, wiederholt sich der Spuk. Wieder sind helle Lichter im und über dem Wald zu sehen und die Männer, die dieses Mal in den Wald gehen, begleitet vom stellvertretenden Kommandanten der Luftwaffenbasis, sehen mehrere Flugobjekte, die hin und wieder eine Art Suchscheinwerfer auf den Boden richten. Dieses Schauspiel dauert eine Weile an, bis die UFOs wieder mit hoher Geschwindigkeit verschwinden.

Die Augenzeugen der Vorgänge haben ihre Versionen der Vorfälle auch nach vielen Jahren immer wieder bestätigt. Sowohl die Sicherheitsbehörden der USA als auch das britische Verteidigungsministerium haben versucht, die Vorgänge im Rendlesham Forest unter der Decke zu halten; einige Dokumente wurden inzwischen vom MoD freigegeben.

Es gab immer wieder Erklärungsversuche für das, was sich da zu Weihnachten 1980 nahe der Luftwaffenbasen abgespielt hat: Für die Lichterscheinungen machte man den Leuchtturm von Orford Ness verantwortlich, die Spuren auf dem Boden sollten von Kaninchenbauten stammen, die erhöhte Radioaktivität sei dort im Wald natürlich und die Abschürfungen an den Bäumen sollen von Forstbeamten gemacht worden sein.

Wer hat nun Recht? Die Soldaten oder die Skeptiker? Man spricht auch heute noch von den mysteriösen Vorfällen als dem „britischen Roswell“ (in Roswell in New Mexico soll 1947 ein UFO abgestürzt sein).

Wer sich selbst einmal ein Bild von der Gegend machen möchte, in der sich der Rendlesham-Forest-Incident abgespielt hat, kann das auf dem UFO-Trail tun, den die Forestry Commission in dem Wald eingerichtet hat. Dort ist natürlich nichts mehr zu sehen, aber man kann sich ja einmal einen wohligen Schauer den Rücken herunterlaufen lassen.

Die ehemalige Luftwaffenbasis RAF Woodbridge nennt sich jetzt MoD Woodbridge und ist der britischen Armee unterstellt; RAF Bentwaters wird momentan weder von der Armee noch von der Luftwaffe benutzt. Dort ist das Bentwaters Cold War Museum untergebracht und hin und wieder wird das Gelände auch für Filmaufnahmen verwendet.

Dieser Film zeichnet die Vorgänge von 1980 nach.

Das Buch zum Artikel:
Larry Warren & Peter Robbins: Left at East Gate: A First-Hand Account of the Rendlesham Forest UFO Incident, Its Cover-up, and Investigation. Cosimo Books 2005. 560 Seiten. ISBN 978-1596057531.

Die frühere RAF Woodbridge, rechts der Rendlesham Forest.    © Copyright Simon Leatherdale

Die frühere RAF Woodbridge, rechts der Rendlesham Forest.
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Der UFO-Trail im Rendlesham Forest.    © Copyright Tim Marchant

Der UFO-Trail im Rendlesham Forest.
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Published in: on 27. August 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Englands Sparkling Wines – Die Besten der Besten

Chapel Down Vineyards bei Tenterden in Kent.    © Copyright Nigel Chadwick

Chapel Down Vineyards bei Tenterden in Kent.
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Englands Sekte, die Sparkling Wines, werden offenbar immer besser. Auf Weinmessen werden sie ausgezeichnet und in Blindverkostungen haben sie manchmal sogar die Champagner hinter sich gelassen. Bei meinem Besuch des Denbies Wine Estates bei Dorking in Surrey erkundigte ich mich, ob denn deren Produkte in Deutschland zu bekommen wären und erhielt eine abschlägige Antwort. Nein, nach Deutschland exportieren wir leider nicht. Weine aus England haben nach wie vor bei uns keinen guten Ruf. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, in irgendeiner Weinhandlung in Deutschland (selbst in Hamburg nicht) Wein oder Sekt von der Insel zu bekommen.
Die Preise der Sparkling Wines bewegen sich in Dimensionen französischer Mitteklasse-Champagner.

Hier ist eine kleine Auswahl von Sparkling Wines aus dem Süden und Südwesten Englands:

Die Firma Nyetimber in West Sussex habe ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt. Sie genießt einen besonders guten Ruf und sie behauptet von sich, einen der besten Sekte der Welt herzustellen. Ihr Nyetimber Rosé 2009 wird denn auch für £45 gehandelt.

Die Firma Chapel Down in Tenterden (Kent) stellt mehrere Sorten Sekt her; darunter den Three Graces 2008, der die Silbermedaille bei den Decanter World Wine Awards 2013 gewonnen hat. Die Flasche ist für £26.99 zu haben.

Auch in Cornwall wird Wein angebaut. Bei Bodmin findet man die Firma Camel Valley, deren Annie’s Anniversary Brut vom Decanter Magazine mit 18 von 20 möglichen Punkten bewertet und deren Camel Valley Cornwall Pinot Noir Rosé Brut mit der Decanter World Wine Award Gold Medal ausgezeichnet wurde.

In Kent finden sich zahlreiche Weinanbaugebiete, so auch Gusbourne Estate („Home to some of the most exciting new English sparkling wines“) in Appledore. Deren Gusbourne Estate Sparkling Rosé 2009 ist einer ihrer besten und kostet £29.99. Gut, dass man auf den Webseiten der Firma nachlesen kann, wo deren Weine und Sekte zum Verkauf stehen.

Bei Staplehurst in Kent ist der Sitz der Firma Hush Heath Estate, die rundheraus sagen, dass ihre Produkte es mit Champagner und jedem anderen Sekt der Welt aufnehmen können. Ihr £35 teurer Balfour Brut Rosé 2009 wird als „England’s most exclusive Pink Fizz“ bezeichnet.

Unter Minderwertigkeitskomplexen leiden Englands Sekthersteller also nicht. Ich kann nur jedem empfehlen, einmal einen englischen „Bubbly“ zu probieren (wenn man ihn denn bekommt).

Camel Valley Vineyards bei Bodmin in Cornwall.    © Copyright roger geach

Camel Valley Vineyards bei Bodmin in Cornwall.
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Published in: on 26. August 2013 at 02:00  Comments (3)  

Everards Brewery in Narborough (Leicestershire)

Everards Brewery in Narborough (Leicestershire).    © Copyright Mat Fascione

Everards Brewery in Narborough (Leicestershire).
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Gestern trank ich ein Bier von der Everards Brewery, die in Narborough in Leicestershire ansässig ist. Es war das Original Premium Ale mit 4,7% Alkoholgehalt. 1849 braute William Everard sein erstes Bier und bis heute ist die Brauerei in Familienbesitz und (noch) nicht von einem der großen Konzerne übernommen worden. Als Everards Brewery 1999 sein 150jähriges Bestehen feierte, konnte sie sogar Prince Philip, den Gemahl der Königin, als Ehrengast begrüßen. Doch die Brauer haben noch ein weiteres Standbein: Sie besitzen über 170 Pubs, die sie verpachtet haben, und die sich alle in einem Umkreis von 100 Kilometern befinden.

Bereits viermal wurde die Brauerei mit der Auszeichnung Pub Company of the Year bedacht, zuletzt in diesem Jahr.

Außer dem von mir probierten Original Premium Ale werden u.a. noch folgende Sorten in Narborough gebraut:
Beacon Bitter mit nur schwachen 3.8%
Sunchaser Blonde Beer mit 4%, eine Art Lager Bier
Tiger Best Bitter mit 4,2%, das offizielle Bier der Rugbymannschaft Leicester Tigers.
Flourish Bitter mit 3,5%, ein Sommerbier
– Das Pumpkin Ale hat 3,8% und wird zu Hallowe’en hergestellt.
Sleighbell Premium Ale ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein Weihnachtsbier, dem man 4,5% Alkoholgehalt spendiert hat.

Hier ist eine Verkostung des Tiger Best Bitters im Film.

Der Brauerei-Shop ist außer Sonntag täglich geöffnet; hier kann man, neben allen Biersorten, auch „Devotionalien“ wie Boxershorts, Poloshirts und Regenschirme kaufen mit denen man dann für die Brauerei kostenlos Reklame laufen darf.

Dieser Film gibt einen Überblick über die Geschichte der Everards Brewery.

Apropos Narborough: 1983 und 1986 ereigneten sich hier die Narborough Village Murders über die ich schon einmal berichtete.

Everards Brewery
Castle Acres
Narborough, Leicestershire. LE19 1BY

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

 

Published in: on 25. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Padstow in Cornwall und das kulinarische Imperium des Rick Stein

The Seafood Restaurant, Rick Steins Flaggschiff.    © Copyright Andy F

The Seafood Restaurant, Rick Steins Flaggschiff.
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So dominierend wie Heston Blumenthal mit seinen drei Restaurants in Bray an der Themse ist, so beherrscht der Chefkoch Rick Stein die hübsche Küstenstadt Padstow an der Nordküste Cornwalls. Deutsche Reisebusse sind hier keine Seltenheit, bringen sie doch zahlreiche Touristen nach Prideaux Place, dort, wo das ZDF viele Rosamunde Pilcher-Filme gedreht hat.

Rick Steins Imperium ist überall in Padstow zu finden, ja man spricht sogar schon von „Padstein„. 1975 legte er den Grundstein für sein kulinarisches Reich, indem er das Seafood Restaurant unten am Hafen eröffnete, das noch immer sein Flaggschiff ist. Der Name sagt schon, wo Stein seinen Schwerpunkt legt: Auf Fische und Meeresfrüchte, die er natürlich hier in Padstow ständig sehr frisch geliefert bekommt. Wer in diesem Restaurant essen möchte, sollte schon lange im voraus reservieren, denn die Tische sind sehr begehrt, handelt es sich doch hier um eines der besten Fischrestaurants der Insel. In der Seafood Bar dagegen, die sich ebenfalls im Restaurant befindet, kann man ohne zu reservieren Platz nehmen (wenn man denn einen findet).

In Rick Stein’s Café in der Middle Street bekommt man alles: Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und Abendessen. In Stein’s Fish & Chips am South Quay kann man Englands Nationalspeise sowohl im Sitzen genießen, als auch am Tresen zum Mitnehmen bestellen. Dass die Qualität der Fish & Chips hier besonders gut ist, versteht sich bei Rick Stein von selbst.
Im St Petroc’s Bistro in der New Street kann man außer Fisch auch anderes ordern wie z.B. das Chateaubriand für zwei Personen aus abgehangenem Scottish Highland Beef für £49.50. Etwas außerhalb von Padstow, in St Merryn, unterhält Rick Stein dann noch einen hübschen Pub namens The Cornish Arms, wo es etwas rustikaler zugeht, die Zubereitung der Speisen aber auch auf Rick Stein-Niveau ist.

Zum Imperium des Meisters gehört in Padstow aber noch viel mehr. In Stein’s Deli am South Quay findet man Delikatessen aller Art und natürlich auch die zahlreichen Bücher, die Rick Stein geschrieben hat. Stein’s Patisserie in der Lanadwell Street bietet Brot, Pasteten, Torten und andere Leckereien und in Stein’s Fisheries kann man frisch gefangene Fische und Meeresfrüchte wie Hummer und Jakobsmuscheln kaufen.

Wem es in Padstow so gut gefällt, dass er hier auch übernachten möchte, hat die Auswahl zwischen mehreren, Rick Stein gehörenden Hotels. The Seafood Restaurant und Rick Stein’s Café bieten 16 respektive 3 Zimmer an, die über ihren Restauranträumen liegen. Das St Petroc’s Hotel verfügt über 10 Zimmer (ab £150) und das kleine, aber feine Prospect House im Mill Lane hat nur 4 Räume (ab £230). Die Übernachtung im luxuriösen Bryn Cottage kostet stolze £330, dafür hat man auch einen privaten Garten und einen Parkplatz (wichtig in Padstow). Auch nicht ganz billig ist das hinter dem Seafood Restaurant gelegene St Edmund’s House, in dem man ab £285 nächtigen kann. Stein’s at Trevone Farm liegt ein paar Kilometer außerhalb von Padstow und verfügt über 4 große Räume, in denen bis zu acht Personen wohnen können.

War’s das schon? Nein! Rick Stein unterhält noch die Padstow Seafood School, in der man sein Wissen über die Zubereitung von Meeresfrüchten erweitern kann, in Falmouth im Süden Cornwalls lädt Rick Stein’s Fish in rustikaler Atmosphäre am Discovery Quay zur Degustation ein…und im Hunter Valley in Australien besitzt der umtriebige Koch zusammen mit einigen Geschäftsfreunden noch das Weingut Tower Estate Wines.

Wie das der 1947 in den Cotswolds geborene Mann alles managen kann, ist mir schleierhaft, schreibt er darüber hinaus doch auch noch zahlreiche Kochbücher (nach meiner Rechnung bisher 22) und ist sehr häufig mit eigenen Sendungen im Fernsehen vertreten, zuletzt mit „Rick Stein’s German Bite„, in der er sich mit Essen in Deutschland beschäftigt (seine Vorfahren kamen übrigens aus Deutschland).

Dieser Film gibt einen Eindruck von Rick Stein’s Padstow.

Das Buch zum Artikel:
Rick Stein: Under a Mackerel Sky. Ebury Press 2013. 320 Seiten. ISBN 978-0091949907. (Das Buch erscheint am 12. September).

Rick Stein's Café.    © Copyright Kenneth  Allen

Rick Stein’s Café.
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Stein's Patisserie.    © Copyright Kenneth  Allen

Stein’s Patisserie.
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Published in: on 24. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Penn (Buckinghamshire)

Der Cottage Bokshop in Penn.   © Copyright Sebastian Ballard

The Cottage Bookshop in Penn.
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Rund 5 Kilometer nordwestlich von Beaconsfield in Buckinghamshire liegt der Ort Penn, also mitten im fiktiven Midsomer County der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby„. Hierhin zog es das Produktionsteam der Serie mehrere Male. Vor allem der Cottage Bookshop in der Elm Road hatte es dem Team angetan, denn dieser Laden mit antiquarischen Büchern wurde gleich zweimal für die Dreharbeiten verwendet: In Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) wurde er zu Wilson Booksellers; gleich daneben diente die Musikalienhandlung „Strings“ als das Modegeschäft „Fashion Favourites“. Für Folge 89 „A Rare Bird“ (noch nicht im deutschen Fernsehen gezeigt), mit dem „neuen“ Inspector Barnaby, wandelte man die Buchhandlung in Michael Hipmans Bookshop in Lower Walden um, in dessen labyrinthartigen Räumen sich Sergeant Jones fast verläuft.

The Cottage Bookshop ist hier schon seit 1951 ansässig und bietet eine große Auswahl an gebrauchten Büchern aller Art an; ca 60 000 sollen es sein. Bestimmt bekommt man in dem Laden auch Kinderbücher von Alison Uttley (1884-1976) zu kaufen, die hier im Holy Trinity Churchyard begraben ist. Sie wurde vor allem durch ihre“Little Grey Rabbit“-Bücher bekannt, die in deutscher Übersetzung als „Häschen“-Bücher erschienen.

An der Elm Road, wo der Bookshop zu finden ist, stand Ende des 18. Jahrhunderts einmal eine Schule, an der die Söhne französischer Adliger unterrichtet wurden, die während der Französischen Revolution hingerichtet worden waren. Der Schriftsteller und Politiker Edmund Burke hatte die Schule gegründet, und er setzte sich damals sehr für das Wohlergehen der Schüler ein.

 

 

Published in: on 23. August 2013 at 02:00  Comments (3)  
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Heute vor 50 Jahren in den britischen Charts – Freddie and the Dreamers: I’m Telling You Now

Zugegeben: So richtig tiefe Spuren in der britischen Popmusikgeschichte hat sie nicht hinterlassen, die fünfköpfige Band Freddie and the Dreamers, die heute vor 50 Jahren mit „I’m Telling You Now“ in den Top Ten der britischen Charts stand. Wie so viele andere Bands dieser Zeit schwamm auch sie im Kielwasser ihrer weit berühmteren Kollegen, den Beatles, und konnte so von deren Ruhm etwas profitieren. Als Teil der British Invasion war Freddie and the Dreamers auch ein gewisser Erfolg in den USA beschieden.

Sänger Freddie war der Ex-Milchmann Freddie Garrity aus Manchester, 1936 geboren, der ein paar Freunde um sich scharte und die Band gründete, die, obwohl sie alle aus Manchester kamen, zum Merseybeat gezählt wurde. Ihre „Bühnenshow“ war recht albern, vor allem Freddie strampelte, mit Händen und Füßen wackelnd, auf der Bühne herum.
Freddie Garrity trat bis zum Jahr 2001 noch öffentlich auf; dann wurde er ernsthaft krank und er starb 2006 im Alter von 69 Jahren. Auch Bernie Dwyer, der Drummer der ursprünglichen Band, ist nicht mehr am Leben; er starb 2002 62-jährig.

„Mit „I’m Telling You Now“, ihrem wohl größten Hit, standen sie heute vor 50 Jahren auf Platz 3 der britischen Charts, hinter Billy J. Kramer and the Dakotas‘ „Bad to Me“ und den Searchers mit „Sweets For My Sweet“. In den USA kam die Band damit sogar auf Platz 1 der Billboard Charts.

In den 1960er Jahren trat Freddie mit seinen Dreamers in einigen Filmen auf, so z.B. in „What a Crazy World“ (1963), einem Schwarz-Weiß-Film, in dem u.a. auch die Sänger Joe Brown und Marty Wilde zu sehen waren. Wer den Film in voller Länge sehen möchte, hier ist er.

Hier sind Freddie and the Dreamers mit „I’m Telling You Now“ zu sehen.

Melton Mowbray (Leicestershire) und der Ursprung des Spruches „To Paint the Town Red“

Der einst rote, jetzt weiße Schwan am Swan Porch Building in Melton Mowbray (Leicestershire).   © Copyright Kate Jewell

Der einst rote, jetzt weiße Schwan am Swan Porch Building in Melton Mowbray (Leicestershire).
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Wenn man so richtig einmal „einen drauf“ machen möchte oder „die Sau rauslassen möchte“ spricht man im englischen Sprachraum von „To Paint the Town Red„. Woher kommt denn nun dieser Spruch?

Wie so oft gibt es auch dafür mehrere Versionen; die wahrscheinlichste hat mit er Stadt Melton Mowbray in Leicestershire zu tun, die Stadt der Pork Pies.

Der Marquis of Waterford oder Henry de la Poer Beresford, wie ihn seine adligen Freunde nannten, oder der „Verrückte Marquis“, wie er in der Öffentlichkeit bezeichnet wurde, war ein Exzentriker, der gebeten wurde, die Universität von Oxford zu verlassen, weil er ständig unangenehm auffiel. Er klaute, ließ sich gern auf Schlägereien ein, duellierte sich und war ein richtiger „pain in the arse“. Eines Abends am 6. April 1837 hatten er und seine Freunde in Melton Mowbray mal wieder einen über den Durst getrunken. Sie kamen von den Croxton Park Races zurück und wollten das Mauthäuschen der Stadt passieren, ohne den entsprechenden Wegezoll zu bezahlen. Sie sperrten kurzerhand den Zolleinnehmer in sein Häuschen ein, vernagelten Türen und Fenster und malten alles mit roter Farbe an, die sie dort zufällig fanden. Und weil ihnen das so viel Spaß machte, wurden auf dem Weg zum Markplatz gleich noch weitere Häuser mit der schönen roten Farbe versehen. Zu guter letzt musste noch der (bisher) weiße Schwan am Swan Porch-Gebäude am Marktplatz dran glauben; auch er wurde zu einem roten Schwan umfunktioniert. Die herbeigerufene Polizei bekam auch noch einige Farbspritzer ab, bis endlich wieder Ruhe in Melton Mowbray einkehrte.

Zwei Jahre später wurde die malfreudige Clique zu einer Strafe von je £100 verdonnert; in der damaligen Zeit eine wirklich saftige Strafe. Ein Gutes hat Melton Mowbray durch die Aktionen des Marquis und seiner Freunde aber doch gehabt: Die Stadt war ins Gespräch gekommen, denn die Presse berichtete damals landesweit über die Männer, die die Stadt rot anmalten.

Der jetzt wieder weiße Schwan existiert immer noch. Er ist am neuen Swan Porch Building angebracht (das alte brannte 1985 ab).

Auch hier in der Sherrard Street wurden damals einige Gebäude rot angemalt.   © Copyright Alan Murray-Rust

Auch hier in der Sherrard Street wurden damals einige Gebäude rot angemalt.
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Published in: on 21. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Spitbank Fort vor Portsmouth – Von der Verteidigungsanlage zum Luxushotel

   © Copyright David Dixon

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Eigentlich war der Bau der drei Forts vor dem Eingang zum Hafen von Portsmouth für die Katz. Von 1861 bis 1880 baute man die Verteidigungsanlagen, weil man eine Invasion von französischen Schiffen befürchtete, die allerdings niemals kamen. So feuerten die Kanonen vom Spitbank Fort, Horse Sand Fort und No Man’s Land Fort nie einen einzigen Schuss ab und wurden später als Palmerston’s Follies bezeichnet, weil Premierminister Henry John Temple, 3rd Viscount Palmerston, sie in Auftrag gegeben hatte.

Da standen sie nun rum, die drei Forts, und keiner brauchte sie. Das Verteidigungsministerium, in dessen Obhut sie waren, verkaufte sie schließlich in den 1980er Jahren. Spitbank Fort diente zeitweise als Restaurant und wurde für Parties benutzt, bis im Jahr 2009 der britische Unternehmer Mike Clare die Anlage für £1 Million übernahm und daraus ein Luxushotel machte, vielleicht das ungewöhnlichste im ganzen Königreich.

Acht Doppelzimmer und Suiten stehen jetzt im Spitbank Fort zur Verfügung, sowie eine elegante Bar und ein Restaurant. Aus dem Raum, in dem früher die Munition gelagert wurde, machte man eine Probierstube für Weindegustationen und aus einer Geschützstellung oben auf dem Fort entstand ein Whirlpool mit angeschlossener Sauna und einem tollen Blick auf die Küstenlinie von Portsmouth.

Küchenchef ist Nikolaus Boyle, der sich rühmt, schon einmal für die Queen gekocht zu haben.

Spitbank Fort wird gern von Firmen gebucht, die dort neue Produkte vorstellen bzw. in luxuriöser Umgebung und unbeobachtet Kundenpflege betreiben.
Wer dort übernachten möchte, muss allerdings recht tief in die Tasche greifen, denn die Preise für ein Short Break im Doppelzimmer beginnen bei £495. Die Preise für die Admiral’s Suites liegen natürlich deutlich höher.

Die Gäste werden mit Booten von der Departure Longe an der Royal Clarence Marina in Gosport übergesetzt, was bei stürmischem Wetter ziemlich unangenehm sein kann.

Übrigens: Spitbank Fort soll „haunted“ sein und so machte sich 2007 das TV-Team von „Most Haunted“ auf den Weg hierher, um der Sache auf den Grund zu gehen. Hier ist Teil 1 dieser Episode.

Die anderen beiden Forts wurden mittlerweile ebenfalls von Mike Clare gekauft. Aus Horse Sand Fort wird ein Museum und aus No Man’s Land Fort soll im Jahr 2014 ebenfalls ein Hotel entstehen.

Hier ist ein Film über das neu entstandene Spitbank Fort Hotel.

Spitbank Fort
Royal Clarence Marina,
Weevil Way, Gosport,
Hampshire,
PO12 1FX
Tel. 02392 513 887

Author: Sian Abrahams. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Published in: on 20. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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John Taylor & Co. – Die größte Glockengießerei der Welt in Loughborough (Leicestershire)

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In einem früheren Beitrag in meinem Blog stellte ich schon einmal die Whitechapel Bell Foundry in London vor, die zu den bedeutendsten Glockengießereien gehört; in Loughborough in Leicestershire liegt der Firmensitz der weltgrößten Bell Foundry, die den Namen John Taylor & Co. trägt. Schon seit 1784 hat sich die Taylor-Familie mit der Produktion von Glocken beschäftigt und 1839 zog man hier nach Loughborough in die Freehold Street, von wo aus die Firma Glocken in alle Welt liefert. Das Wahrzeichen der Glockengießerei ist der Campanile, in dem natürlich vor Ort gegossene Glocken hängen.

Ich frage mich, wer heute eigentlich noch Glocken in Großbritannien kauft, angesichts der vielen leerstehenden bzw. anderweitig verwendeten Kirchengebäude. Aber die Auftragslage der Firma scheint ganz gut zu sein, obwohl viele Aufträge aus Reparaturarbeiten bestehen, denn auch Glocken brauchen hin und wieder Pflege und Nachbesserungen. Kürzlich goss man z.B. eine neue Glocke für die All Saints Church in Minstead in Hampshire (dort wo Sir Arthur Conan Doyle begraben ist), für die Holy Trinity Church in Hull (East Yorkshire) wurden 15 neue Glocken verschiedener Größe angefertigt und für St Mary’s in Hickling in Norfolk goss man eine neue, weil eine der acht vorhandenen Glocken Risse bekommen hatte.

Die Firma John Taylor & Co. hängt die in Loughborough hergestellten Glocken in den jeweiligen Türmen natürlich auch auf, eine manchmal nicht ganz einfache Aufgabe.

Eine der berühmtesten und schwersten Glocken, die hier gegossen wurden, ist die 17 Tonnen schwere „Great Paul„, die in der Londoner St Paul’s Cathedral hängt. Auch die Kathedralen von Liverpool, Carlisle und Wells besitzen Glocken aus dem Hause Taylor.
Übrigens: Wer sich an den Song „Hells Bells“ der Rockgruppe AC/DC erinnern kann, der mit Glockenklang beginnt – auch die wurde in Loughborough gegossen (hier noch einmal anzuhören).

In der Firma gibt es auch ein Museum, in dem man sich über alles, was mit der Herstellung von Glocken zu tun hat, informieren kann.

Hier ist ein Blick in die Werkstätten der Glockengießerei.

John Taylor & Co
The Bellfoundry
Freehold Street
Loughborough
Leicestershire
LE11 1AR
Tel. 01509 212241
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Published in: on 19. August 2013 at 02:00  Comments (4)  
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Mein Buchtipp – Roger Long: Curious Buckinghamshire

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Mein heutiger Buchtipp ist wieder einmal ein Produkt aus dem wunderbaren Programm des Hauses The History Press (ich berichtete darüber): Roger Long, dessen Buch „Historic Inns Along the River Thames“ ich an dieser Stelle schon einmal vorgestellt habe, beschäftigt sich in „Curious Buckinghamshire“ mit ungewöhnlichen Begebenheiten in meiner Lieblings-Grafschaft.

Auf 127 Seiten konfrontiert uns Roger Long mit ungeklärten Morden, Poltergeistern, Mythen und Legenden aus dem nordwestlich von London gelegenen County. Einige Beispiele:

– In Amersham gibt es zwei Pubs, die angeblich von Geistern heimgesucht werden – The Crown und The Chequers
– Ruth Osborne, die „Hexe“ von Long Marston
– The Bone House in der High Street von Haddenham, in dessen Bau Schafsknochen integriert wurden
– Die Landung von Aliens in High Wycombe
– Das unheimliche Mausoleum in Fawley
– Die „haunted church“ von Ellesborough

Illustriert wird Roger Longs interessantes Buch durch Zeichnungen und Schwarz-Weiß-Fotos. Wer Buckinghamshire einmal etwas genauer erkunden möchte, dem kann ich diese Lektüre zur Reisevorbereitung empfehlen. Long hat einen ebenfalls lesenswerten Parallel-Band über Oxfordshire geschrieben: „Curious Oxfordshire

Wer noch nie in Buckinghamshire war, hier ist ein kurzer Film, der die Grafschaft vorstellt.

Roger Long: Curious Buckinghamshire. The History Press 2013.127 Seiten. ISBN 9780752455167.

Published in: on 18. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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St Michael and All Angels Church in Great Witley (Worcestershire) – Eine der schönsten Kirchen des Landes

   © Copyright P L Chadwick

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16 Kilometer nordwestlich von Worcester im Malvern Hill District liegt das Dorf Great Witley, das eine der schönsten Kirchen im ganzen Königreich besitzt: St Michael and All Angels. Simon Jenkins hat die Kirche in seinem Buch „England’s 1000 Best Churches“ wunderbar stimmungsvoll beschrieben:
„Every church has its moment. I caught Great Witley on a wild December evening with the sun setting over the wooded hills to the west. It might have been in Transylvania. The vast ruin of the old house next door was already filling with nocturnal ghosts. The church, in the midst of Evensong, was a casket of light and sound. I saw coloured glass as it is rarely seen, lit from the inside at dusk to the accompaniment of a choir.“
Schöner kann man eine Kirche nicht beschreiben.

Das Besondere an der Barockkirche St Michael and All Angels sind die Deckenmalereien, die im frühen 18. Jahrhundert von dem italienischen Maler Antonio Bellucci geschaffen wurden. So etwas kennt man aus Süddeutschland und Italien, in England aber ist das sehr ungewöhnlich. Die zehn großen mit Glasmalereien versehenen Fenster, die (bis auf eines) Szenen aus dem Neuen Testament darstellen,  hat ein gewisser Joshua Price gestaltet. Die Kirche beherbergt auch ein Monument für Thomas Foley, 1st Baron Foley, der im benachbarten, 1937 abgebrannten Witley Court wohnte (ich berichtete schon einmal über den sehenswerten Brunnen in den Gärten).

Diese bemerkenswerte Kirche in Great Witley ist, im Gegensatz zu manchen anderen in England, täglich für Besucher geöffnet und zwar von 10 Uhr bis 17 Uhr. Im Winter sind die Öffnungszeiten eingeschränkt. Wer sich für die Konzerte interessiert, die in der Kirche regelmäßig stattfinden, kann sich hier informieren.

Wenn man schon einmal in Great Witley ist, sollte man sich auch den Abberley Hall Clock Tower ansehen, der ganz in der Nähe ist (ich stellte den Folly an dieser Stelle schon einmal vor).

Hier sind einige Filmaufnahmen aus der Kirche zu sehen.

Die Deckengemälde von Antonio Bellucci.    © Copyright P L Chadwick

Die Deckengemälde von Antonio Bellucci.
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Das Foley Monument.    © Copyright P L Chadwick

Das Foley Monument.
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Crap Towns Teil 2 – Auf der Suche nach Großbritanniens hässlichster Stadt

Hemel Hempstead in Hertfordshire.    © Copyright Allan Rostron

Hemel Hempstead in Hertfordshire.
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Leider gibt es in England nicht nur Bilderbuch-Dörfer und schöne historische Marktstädte, da sind auch die hässlichen „crap towns“ über die ich in einem früheren Blogeintrag schon einmal berichtete.
Die gleichen Leute die damals eine „Hitliste“ der hässlichsten Städte Großbritanniens erstellten, haben das jetzt für das Jahr 2013 erneut getan und da sind viele Veränderungen eingetreten. 3000 Personen nahmen an der Abstimmung teil und hier ist das Ergebnis:

  1. Hemel Hempstead – Hertfordshire
  2. Luton – Bedfordshire
  3. Slough – Berkshire
  4. Bracknell – Berkshire
  5. Birmingham – West Midlands
  6. Camberley – Surrey
  7. Coventry – West Midlands
  8. Cumbernauld – North Lanarkshire
  9. Hatfield – Hertfordshire
  10. Gateshead – Tyne and Wear

Wir haben also eine neue Nummer Eins. Hull in Yorkshire, der Spitzenreiter bei der letzten Umfrage, ist ganz aus den Top Ten herausgefallen, dafür ist Hemel Hempstead in Hertfordshire als „Britain’s ugliest town“ gekürt worden. Hier gibt es den berühmt-berüchtigten Kreisverkehr „The Plough Roundabout“ (ich berichtete darüber) und in der Stadt wurde 1960 das erste mehrstöckige Parkhaus gebaut. Kann man darauf stolz sein? Not really!

Auch Luton in Bedfordshire, die Stadt auf Platz 2, war in der Vorgängerliste nicht enthalten; das gleiche gilt für Slough in Berkshire auf Platz 3. Der Ruf dieser Stadt ist seit langer Zeit schlecht und sie gilt als einer der Langweiler schlechthin. Ich bin einige Male durch Slough hindurchgefahren und mag mir daraufhin kein Urteil anmaßen, aber schön ist die Stadt mit Sicherheit nicht.

Von den ursprünglichen Top Ten ist nur ein Ort auf der neuen Liste verblieben: Cumbernauld im schottischen North Lanarkshire, das sich aber immerhin von Platz 2 auf Platz 8 verbessern konnte.

Luton in Bedfordshire.    © Copyright David Medcalf

Luton in Bedfordshire.
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Slough in Berkshire.    © Copyright Nigel Cox

Slough in Berkshire.
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Published in: on 16. August 2013 at 02:00  Comments (4)  

Titania’s Palace – Ein Miniaturschloss, an dem 15 Jahre gebaut wurde

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Es war einmal ein kleines Mädchen namens Guendolen Wilkinson, das Anfang des 20.Jahrhunderts im Mount Merrion House in Irland lebte. Eines Tages sah sie eine kleine Elfe, die im Wald in der Nähe ihres Hauses unter den Wurzeln eines Baumes verschwand. Dem kleinen Mädchen taten die Elfen leid, die in Höhlen leben mussten und so bat sie ihren Vater, Sir Nevile Wilkinson, ein schönes großes Haus für die kleinen Wesen zu bauen, in dem sie sich wohl fühlen konnten. Sir Nevile (1869-1940), ein Offizier, der im Norden Londons, in Highgate, geboren wurde, aber lange Zeit in Irland lebte, konnte seiner Tochter diesen Wunsch nicht abschlagen, und so baute er für die Elfen ein drei Meter langes und 1,50 Meter hohes Miniaturschloss, dem er den Namen Titania’s Palace gab und in dem es an nichts fehlte. Mit einem Stab von erstklassigen Handwerkern benötigte er dafür 15 Jahre. Für die Inneneinrichtung verwendete Sir Nevile 3000 Miniaturen, die aus allen Teilen der Welt kommen.

Die Elfenkönigin Titania, Prinzgemahl Oberon und deren sieben Kinder fühlten/fühlen sich in den 18 Räumen sicher gut untergebracht. Da gibt es z.B. die Hall of Guilds, die Halle der Zünfte, die im florentinischen Stil ausgeschmückt ist. In der Hall of the Fairy Kiss wird der höchste Orden der Elfenwelt aufbewahrt und in Titanias Kapelle gibt es eine reich verzierte Mini-Bibel und sogar eine Orgel, die richtig spielen kann. Im Thronsaal ist ein Pfau zu bestaunen, der mit Diamanten, Rubinen, Saphiren und Smaragden besetzt ist und im königlichen Speisesaal findet sich ein reich gedeckter Tisch mit edlen geschliffenen Gläsern.

1922 wurde das Meisterwerk von Queen Mary of Teck, der Gemahlin Georgs V., feierlich eröffnet und die Öffentlichkeit konnte sich von da ab Titanias Palast ansehen. Auch die heutige Queen Elizabeth und ihre Schwester Margaret zeigten sich als junge Mädchen von dem Palast beeindruckt, den ihnen Sir Nevile persönlich vorführte.

1978 wurde das Haus der Elfen beim Auktionhaus Christie’s in London versteigert; das höchste Gebot, £131,000,  gab die dänische Firma LEGO ab, die es in ihrem Freizeitpark LEGOLAND in Billund ausstellte. Im Jahr 2007 zog Titanias Palast noch einmal um; von Billund ging es auf die Insel Fünen und zwar in das Schloss Egeskov, wo es im ersten Stock im Rigborg-Zimmer ausgestellt ist.

Über ein ähnliches Objekt, Queen Mary’s Doll House, berichtete ich schon einmal in meinem Blog.

Dieser Film zeigt Details aus Titanias Palast.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

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Published in: on 15. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Lady of the Lake – Eines der ältesten Passagierschiffe der Welt auf dem Ullswater in Cumbria

Am 26. Juni 1877 wurde die alte Dame in Betrieb genommen und sie ist eines der ältesten, noch fahrbereiten Passagierschiffe der Welt: The Lady of the Lake. Einsatzort ist der Ullswater-See im Nordwesten Englands, im landschaftlich reizvollen Lake District. Zusammen mit dem Raven, der Western Belle und den sehr viel jüngeren Schwesterschiffen Lady Dorothy und Lady Wakefield fährt die Lady of the Lake mit Touristen an Bord den See auf und ab.

Douglas Hebson aus Penrith konstruierte das Schiff, das dann in der Werft von Joseph Seath & Company in Glasgow gebaut wurde. In drei Teile zerlegt, transportierte man die Lady von Glasgow nach Penrith, von wo aus sie dann von Pferden gezogen bis zum See geschleppt wurde. Hier baute man sie dann wieder zusammen.

Bereits vier Jahre nach Inbetriebnahme sank die Lady aufgrund hohen Wellengangs, als sie am Pier von Pooley Bridge vertäut war. Einige Wochen später konnten Spezialisten aus Liverpool sie wieder flottmachen, so dass sie ihren Dienst erneut aufnehmen konnte. 1933/34 ersetzte man die Dampfmaschine durch modernere Dieselmotoren.

1958 schlug das Schicksal wieder zu und das Schiff sank während eines heftigen Sturms. Als die Lady auch dieses Unglück überwunden hatte, brach 1965 ein Feuer auf ihr aus. 14 Jahre lang war sie außer Gefecht gesetzt, doch sie ist hart im Nehmen und so konnte sie 1979 wie gehabt die Strecke von Pooley Bridge nach Glenridding bedienen.

Wer möchte, kann Schiffe aus der Flotte der Ullswater Steamers auch komplett chartern, z.B. für Hochzeiten, Meetings oder Geburtstagsparties.

Hier ist ein Film über die Lady of the Lake.

Die Lady of the Lake im Ullswater-See.    © Copyright Karl and Ali

Die Lady of the Lake im Ullswater-See.
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„End Marmite Neglect“ – Ein witziger Werbespot für den beliebten/unbeliebten Brotaufstrich

Eigentlich hasse ich ja TV-Werbespots, und ich schalte den Ton meines Fernsehers sofort auf stumm, wenn ich damit konfrontiert werde. Aber hin und wieder gelingt es einer Werbeagentur doch, einen wirklich witzigen Spot zu drehen. Vor kurzem erwähnte ich in meinem Blog einen gelungenen Werbefilm, in dem TV-Detective Chief Inspector John (!) Barnabys Hund Sykes eine Rolle spielte (hier zu sehen), jetzt fand ich eine Fernsehwerbung für den in England so beliebten (oder auch unbeliebten) Brotaufstrich Marmite (darüber schrieb ich in meinem Blog auch schon einmal).

Der Inhalt des Spots: Ein Marmite Rescue Team macht sich auf den Weg, um in Haushalten nach vernachlässigten Marmite-Gläsern zu suchen. Man wird in Wandschränken und Kühlschränken fündig, was den Leuten sehr peinlich ist; so peinlich, dass manche Gesichter, einschließlich des Haushunds verpixelt werden. Der Job ist für das Rettungsteam emotional auch sehr belastend, wenn sie die kleinen Gläser aus den hintersten Winkeln der Kühlschränke herausfischen und in Tragboxen in ihr Fahrzeug bringen. Endstation der geretteten Marmite-Gläser ist das Rehoming Centre, wo sich Familien eines davon aussuchen und mit nach Hause nehmen können. Dort wird dann der „adoptierte“ Brotaufstrich mehr oder weniger genüsslich verspeist. „Love it or hate it„, so lautet der Slogan für Marmite-Produkte. Ich finde, dieser Werbespot ist gut gelungen. Hier ist er zu sehen.

 

Published in: on 13. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Grand Order of the Water Rats – Eine Londoner Show Business-Bruderschaft

Das Hauptquartier der "Wasserratten" in der Londoner Gray's Inn Road. Author: Ewan Munro. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Das Hauptquartier der „Wasserratten“ in der Londoner Gray’s Inn Road.
Author: Ewan Munro. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

In der Londoner Gray’s Inn Road im Stadtteil Camden liegt die Water Rats Theatre Bar, die als Hauptquartier einer Bruderschaft mit dem Namen Grand Order of the Water Rats dient. 200 Männer aus dem Showbusiness sind in dieser Bruderschaft zusammengeschlossen, die wohltätige Dinge für ihre Berufskollegen tut, denen es nicht mehr so gut geht (… to assist members of the theatrical profession, or their dependents, who, due to illness or old age are in need“). Es ist nicht einfach, Mitglied bei den „Wasserratten“ zu werden, denn man benötigt dafür einen Antragsteller und einen Befürworter aus der Bruderschaft, dann berät der Grand Council darüber und anschließend müssen die Mitglieder mit großer Mehrheit zustimmen.

Der Vorsitzende, die King Rat, wird jedes Jahr neu gewählt. In diesem Jahr ist es der Schauspieler und Sänger Jess Conrad. Namhafte Mitglieder sind u.a. der Queen-Gitarrist Brian May, der Magier Paul Daniels, der Comedian und Sänger Ken Dodd und der Boxer Frank Bruno.

Um das Geld für die wohltätigen Zwecke zusammenzubekommen, werden Shows veranstaltet und Lunches bzw. Dinners angeboten. Der diesjährige Ball („Jess Conrad’s Showbiz Ball„) findet am 24. November in Frimley Green in Surrey statt, wo sicher wieder viel Geld zusammenkommen wird.

Woher kommt denn nun eigentlich der merkwürdige Name Grand Order of the Water Rats?
1889 besaßen zwei erfolgreiche Varietékünstler, Joe Elvin und Jack Lotto, ein Trabrennpferd namens The Magpie, das bei Rennen oft sehr erfolgreich war. Beide kamen auf die Idee, mit den Siegprämien, die sie durch ihr Pferd erhielten, anderen Künstlern, denen es finanziell schlecht ging, zu helfen. So bündelten sie ihre gemeinsamen Bemühungen und gründeten eine Organisation. Als eines Tages Joe Elvin The Magpie bei strömendem Regen in den Stall führte, rief ihm ein vorbeikommender Kutscher zu: „Was hast Du denn da, Kumpel?“ und Joe erwiderte: „Unser Trabrennpferd“. Der Kutscher betrachtete das arme, völlig durchnässte Tier und rief: „Ein Trabrennpferd? Sieht eher wie eine verdammte Wasserratte aus“. Und schon hatte die Organisation einen Namen, der bis heute erhalten geblieben ist. Das Wort „Rats“ liest sich rückwärts „Star“ und auch das passte zu der im Entstehen begriffenen Bruderschaft der Show Biz-Leute.

Als Erkennungszeichen tragen die Mitglieder des Grand Order of the Water Rats eine kleine vergoldete Wasserratte am linken Revers ihre Jacketts.

Hier ist ein Film über die „Wasserratten“.

Published in: on 12. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Amusement Machines in englischen Seebädern – Damals

Eine Amusement Arcade heute; hier: Southend-on-Sea.    © Copyright Oast House Archive

Eine Amusement Arcade heute; hier: Southend-on-Sea.
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Was macht man im Urlaub in englischen Seebädern, wenn man keine Lust mehr hat am Strand zu liegen? Man geht in die Amusement Arcades, die sich in manchen Orten wie Perlen auf der Kette entlang der Strandpromenade hinziehen. In diesen Spielhallen finden sich heute Videospiele, Flipper-und Greifautomaten und jede Menge anderer lauter und bunter Vergnügungsspiele, die überwiegend von jüngeren Urlaubern belagert werden. Auch am Strand von Puerto del Carmen auf Lanzarote traf ich viele dieser Spielhallen an, in denen die Mehrzahl der Besucher aus England stammte.

Bereits in den 1880er Jahren setzte der Siegeszug der Amusement Machines ein. 1902 eröffnete eine der ersten Amusement Arcades in einem Seebad an der Marine Parade in Great Yarmouth. Oft standen diese noch recht primitiven Geräte am Zugang zu einer Pier oder auch direkt darauf. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Vergnügungsautomaten immer ausgereifter und boten ein immer breiteres Spektrum an.

Besonders beliebt waren die sogenannten Mutoskopen. „Beim Mutoskop sind eine größere Anzahl photographischer Serienbilder auf steifen Kartonblättern radial auf einer Welle befestigt. Bei der Drehung der Welle werden die Blätter von einem Anschlag des Gehäuses nacheinander kurz angehalten und zeigen sich damit für den Bruchteil einer Sekunde dem Zuschauer durch die Schauöffnung“, so die Erklärung der Wikipedia. Ein besonders frivole Variante des Mutoskops war „What the Butler Saw„, ein Vorläufer der späteren Peepshows. Nach Einwurf einer Münze und Betätigung einer Handkurbel konnte man durch ein Guckloch beobachten wie sich eine Dame in ihrem Schlafzimmer ihrer Kleider entledigte. Andere ähnlich aufgebaute Kurzzeitvergnügen hießen „The Naked Truth“ oder „I’ll Say She Can„. Natürlich gab es damals auch Menschen, die sich durch solche „Frivolitäten“ gestört fühlten und Kampagnen gegen diese Mutoskopen führten, wie 1899 in Blackpool geschehen.

Beliebt waren ebenfalls die Animationen mit Horrormotiven, die sich in Glaskästen befanden und die man mit einer Münze zum Laufen brachte. Einige Beispiele dieser sogenannten Working Models: „The Haunted Churchyard„, „The Guillotine“ oder „The Chinese Torture„. Viele standen früher auf der Palace Pier in Brighton und trugen zur Popularität dieser Seebrücke bei.

Wer etwas über seine Zukunft wissen wollte, ging zu den Fortune Teller Machines, die, nach Einwurf einer Münze, eine Karte ausspuckten auf der das künftige Schicksal abzulesen war.

Wer sich für diese Amusement Machines interessiert, dem kann der Besuch folgender Sammlungen empfohlen werden:

The Bridlington Experience in Bridlington an der Ostküste Yorkshires
The Museum of Amusements in Burwardsley (Cheshire)
The Old Pier working Models and 1d games Exhibition im Rye Heritage Centre in Rye (East Sussex)
Victorian Penny Arcade in Wookey Hole (Somerset)

Meine Buchempfehlung zum Thema:
Lynn F. Pearson: Amusement Machines. Shire Publications 2010 (Reprint). 32 Seiten. ISBN 978-0747801795.

Eine alte "coin-operated machine".  This work is released into the public domain.

Eine alte „coin-operated machine“.
This work is released into the public domain.

Foto meines eigenen Exemplares.

Foto meines eigenen Exemplares.

Published in: on 11. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Roald Dahl und sein Grab in Great Missenden (Buckinghamshire)

   © Copyright David Hillas

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Über das Roald Dahl Museum und Story Centre in Great Missenden in Buckinghamshire habe ich in meinem Blog schon einmal berichtet. Der Autor von Kinderbüchern und Kurzgeschichten mit schwarzem Humor („Küsschen, Küsschen“) starb hier am 23. November 1990 und wurde in der St Peter and St Paul’s Church beigesetzt. In sein Grab legte die Familie seine Billiardstöcke, eine Flasche edlen Burgunderwein, Bleistifte, Schokolade und eine Motorsäge, alles Gegenstände, die in Dahls Leben eine Rolle gespielt hatten.

Eigentlich hatte sich der Schriftsteller einen anderen letzten Ruheplatz für sich und seine Familie ausgesucht und zwar im benachbarten Little Missenden, wo seine 1962 im Alter von sieben Jahren gestorbene Tochter Olivia begraben liegt. Dahl ließ sich aber von Olivias Mutter, der amerikanischen Schauspielerin Patricia Neal, scheiden und heiratete 1983 Felicity Ann d’Abreu Crosland und so entwickelte sich sein Plan für seine letzte Ruhestätte anders. Sein Grab liegt auf einem Hügel gegenüber von Gipsy House, in dem er viele Jahre lang gewohnt hatte. Wenige Monate bevor er starb, verlor er auch seine Stieftochter Lorina, die einem Gehirntumor erlag. Ihr Grab liegt unterhalb von Roald Dahls.

Ein paar Schritte entfernt, wurde um einen Baum herum eine Sitzbank zu seinen Ehren errichtet. Auf der steinernen Umfassung steht zu lesen:
We have tears in our eyes As we wave our goodbyes We so loved being with you we three So do please now and then Come and see us again The Giraffe and the Pelly and me„.  Auf den Rückenlehnen der Bänke sind die Namen seiner Kinder und Stiefkinder eingraviert: Olivia, Tessa, Theo, Ophelia, Lucy, Neisha, Charlotte und Lorina.

Hier noch eine Anmerkung: Great Missenden und Little Missenden sind (bewusst oder unbewusst) vielen Zuschauern der Midsomer Murders/Inspector Barnaby-Krimiserie bekannt, denn diese beiden Orte dienten mehrere Male als Drehort.

Roald Dahls "Memorial Seat".     © Copyright David Hillas

Roald Dahls „Memorial Seat“.
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St Peter and St Paul in Great missenden.    © Copyright Simon Mortimer

St Peter and St Paul in Great Missenden.
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Published in: on 10. August 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Stratford-upon-Avon (Warwickshire) – Einige persönliche Anmerkungen

Stratford-upon-Avon einmal fast ohne Menschenmassen. Eigenes Foto.

Stratford-upon-Avon einmal (fast) ohne Menschenmassen.
Eigenes Foto.

Als ich kürzlich wieder einmal in der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon war und die Menschenmassen aus aller Welt sah, die sich durch die Straßen schoben, fragte ich mich, ob denn das nun wirklich alles Fans des Barden aus Warwickshire waren. Wer von diesen unzähligen Besuchern las die Dramen Shakespeares regelmäßig oder sah sich häufig seine Theaterstücke an? Wer von ihnen liebte seine Sonette wirklich? Ich schätze, dass die meisten Menschen nach Stratford kommen, weil „man“ den Ort einmal gesehen haben muss. Es gibt wohl keine Busrundreise durch England, die nicht auch in die Stadt am Avon führt. Auf dem Riverside Car Park, auf dem ich mein Auto meistens abstelle, standen Reisebusse aus ganz Europa und allen Teilen Englands; viele von ihnen transportierten Schulklassen. Die Schüler, die wohl mehr oder weniger freiwillig hierher gebracht worden waren, erweckten nicht den Eindruck, dass sie zu den glühendsten Verehrern des Mannes gehörten, der hier im Jahr 1564 das Licht der Welt erblickte.

Wie sähe Stratford-upon-Avon wohl heute aus, wenn es Shakespeare nie gegeben hätte? Es ginge sicher sehr viel gemächlicher zu, die Parkplätze wären nicht so randvoll und die Souvenirläden mit ihren Shakespeare-T-Shirts und allen möglichen anderen Devotionalien wären nicht-existent.

Wir gingen zum Mittagessen in The Garrick, ein außerordentlich schönes Fachwerkgebäude in der High Street, und waren froh, dort überhaupt noch einen freien Tisch zu bekommen. Als wir hinausgingen, versuchte ein Lehrer, seine vielköpfige Schülerschar in den Pub hineinzuzwängen. Kurz: In Stratford-upon-Avon ist es meist rappelvoll.

Dabei gibt es auch ruhige Gegenden in der Stadt. Ich denke an die Anlegestelle für Narrowboats, gegenüber vom Royal Shakespeare Theatre, wo wir mit unserem Boot einmal vor Anker gingen. Hier ist man mit den anderen Bootseignern und den Avon-Schwänen meist allein.

Die Holy Trinity Church, in der William Shakespeare beigesetzt ist und die etwas abseits des Trubels liegt, wird zwar auch von vielen Menschen besucht, es geht hier aber etwas ruhiger zu. Simon Jenkins sagt in seinem 1999 erschienen Buch „England’s Thousand Best Churches“ von der Kirche: „Were the name of Stratford not associated with a certain playwright, it would be noted for its church. Holy Trinity stands with St Mary, Warwick, as one of the glories of the county“.

Wenn abends die Tagestouristen abgereist und die Parkplätze leerer geworden sind, kehrt auch in Stratford-upon-Avon ein wenig mehr Ruhe ein und man kann dann die historischen Gebäude, von denen es einige in der Stadt gibt, mit mehr Muße genießen.

Hier ist ein Film über die Stadt am Avon.

Das idyllische Stratford. Eigenes Foto.

Das idyllische Stratford.
Eigenes Foto.

Holy Trinity Church.    © Copyright Len Williams

Holy Trinity Church.
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Published in: on 9. August 2013 at 02:00  Comments (4)  
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Das Holbeck Ghyll Country House Hotel in Windermere (Cumbria) und sein (fast) unwiderstehliches Drei-Nächte-Super-Luxus-Angebot

   © Copyright Ian Cunliffe

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Im Lake District gibt es unzählige Hotels und Pensionen. Da dort die Nachfrage nach Unterkünften aber auch sehr hoch ist, gibt es in dem landschaftlich besonders schönen Gebiet im Nordwesten Englands auch sehr hochpreisige Hotel wie z.B.  das Holbeck Ghyll Country House Hotel in Windermere, ein ehemaliges Jagdhaus aus dem 19. Jahrhundert, das einmal dem 5. Earl of Lonsdale gehörte. Von dem Hotel aus hat man einen großartigen Blick auf den Lake Windermere und die umgebenden Lakeland Fells. Das Country House Hotel verfügt auch über eines der besten Restaurants in Cumbria, das 12 Jahre in Folge einen Michelin-Stern erwerben konnte. David McLaughlin steht als Chefkoch am Herd.

Das Haus in Windermere bietet ein Arrangement an, das es in dieser Form sicher nicht oft in England gibt. „Best Things in Life“ ist etwas für jemanden, für den Geld keine besondere Rolle spielt und der sich einmal für einige Tage rundherum verwöhnen lassen möchte. Hier sind die Einzelheiten:

– Ein Privathubschrauber holt die Gäste am Flughafen von Manchester oder einem anderen Airport ab und bringt sie zum Hotel, wo schon ein Butler wartet, der dann für die gesamte Zeit rund um die Uhr zur Verfügung steht.

– Im Hotel ist für drei Nächte die Miss Potter Suite reserviert, eine der schönsten Suiten im ganzen Nordwesten mit atemberaubender Aussicht von der eigenen Terrasse auf den Lake District. Ein Whirlpool gehört natürlich auch zur Ausstattung, in dem man die Flasche Dom Pérignon, die zum Arrangement gehört, genießen kann.

– An jedem Abend werden vor dem Dinner Canapés und Kaviar gereicht, dann folgt an den ersten beiden Abenden jeweils ein Dreigang-Menü, am letzten Abend ein siebengängiges Gourmet-Menü mit einer Flasche Château Cheval Blanc Premier Grand Cru Classé.

– Damit sich die Gäste auch die nähere Umgebung ansehen können, steht für den gesamten Aufenthalt ein Lamborghini LP640 Murciélago zur Verfügung.

– An einem Tag ist eine Fahrt mit einem luxuriösen Speedboat auf dem Lake Windermere vorgesehen.

– An einem weiteren Tag bittet das Hotel zu einer Einkaufstour nach Chester mit Chauffeur und einem persönlichen Shopping-Assistenten, der bei der Auswahl in den Edelboutiquen behilflich ist. Für das  Mittagessen ist im Chester Grosvenor Hotel ein Tisch reserviert.

Das hört sich doch alles sehr verlockend an!
Ach ja, der Preis dieses luxuriösen Arrangements interessiert vielleicht noch, bevor man sich gleich ans Telefon begibt und bucht.
£4750, pro Kopf versteht sich.

Zur Einstimmung ist hier schon einmal der offizielle Hotelfilm.

Hier geht es zur Buchung:
Holbeck Ghyll,
Holbeck Lane,
Windermere,
Cumbria,
LA23 1LU,
Tel. 01539 432 375

   © Copyright Alexander P Kapp

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So ein Lamborghini Murcielago LP640 steht für den gesamten Aufenthalt zur Verfügung. Dieses Werk wurde von seinem Urheber Ligabo als gemeinfrei veröffentlicht.

So ein Lamborghini Murcielago LP640 steht für den gesamten Aufenthalt zur Verfügung.
Dieses Foto wurde von seinem Urheber Ligabo als gemeinfrei veröffentlicht.

Diese Flasche steht bei Ankunft in der Miss Potter Suite bereit. his work has been released into the public domain.

Diese Flasche steht bei Ankunft in der Miss Potter Suite bereit.
This work has been released into the public domain.

...und diese Flasche wird zum letzten Abendessen serviert. Auteur : Gérard Janot. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

…und diese Flasche wird zum letzten Abendessen serviert.
Auteur : Gérard Janot.
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Published in: on 8. August 2013 at 06:00  Comments (3)  
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The Ankerwycke Yew bei Wraysbury (Berkshire) – Einer der ältesten Bäume Großbritanniens

Author: ImranC. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

Author: ImranC.
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In der Nähe der kleinen Stadt Wraysbury in Berkshire, nicht weit von der Themse entfernt, steht einer der ältesten Bäume Großbritanniens, die Ankerwycke Yew, eine Eibe, deren Alter auf 2000 bis 2500 Jahre geschätzt wird. Dieser uralte, knorrige Baum hat einen beachtlichen Umfang von acht Metern und steht auf dem ehemaligen Gelände der St Mary’s Priory, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde und von der nur noch einige Ruinen erhalten sind.

Was mag dieser Baum alles schon erlebt und gesehen haben? Auf jeden Fall war er Zeuge bei der Unterzeichnung der Magna Carta am 15. Juni 1215, obwohl nicht mit Sicherheit feststeht, wo genau dieser historische Moment stattfand. Möglicherweise versammelte man sich damals direkt unter der Eibe, was einige Historiker für wahrscheinlich halten, oder die Magna Carta Island in der Themse war der Schauplatz.

Heinrich VIII und Anne Boleyn sollen sich damals die alte Eibe auserkoren haben, um sich hier zu treffen.

„Here too the tyrant Henry felt love’s flame,
And, sighing, breathed his Anne Bolyn’s name;
Beneath the shelter of this Yew-tree’s shade,
The royal lover wood’d the ill-star’d maid;“

heißt es in einem Gedicht von J.G. Strutt aus dem Jahr 1822.

Am 15. Juni 1992, 777 Jahre nach der Unterzeichnung der Magna Carta, fand unter der Ankerwycke Yew ein Treffen umweltbewusster Menschen statt, die eine Art „Grüne Magna Carta“ verabschiedeten, die von dem Umweltaktivisten David Bellamy entworfen wurde:

„We the free people of the islands of Great Britain on the 777th anniversary of the signing of Magna Carta do: Look back and give thanks for the benefits that the signings, sealing and swearing of oaths on that document handed down to us. Look forward to a new age of freedom through sustainability by granting the following rights to all the sons of plants and animals with which we share our islands and our planet.“

Um sich den Baum anzusehen, der auf National Trust-Boden steht, parkt man am besten am Ende der Magna Carta Lane, die von der Staines Road (B376) abzweigt,  und geht von dort auf einem Pfad durch die Wiesen und Felder bis zur Ankerwycke Yew.

Hier ist ein Film über den Baum zu sehen.

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Published in: on 7. August 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Meine Lieblings-Pubs – The Bell in Aylesbury (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Mitten in Aylesbury in Buckinghamshire, am Market Square, steht The Bell, ein Pub, der zur Wetherspoon-Kette gehört. Wir suchten ihn zum Lunch an einem Freitagmittag im Mai auf: Es regnete in Strömen und wir waren froh, endlich wieder ins Trockene zu kommen. Über mangelnde Kundschaft konnte sich The Bell an diesem Tag nicht beklagen, denn wir hatte Mühe, in den vielen verschachtelten Räumen einen Platz zu finden. Ich orderte unseren Lunch und unsere Pints und dann ließen wir uns Zeit und hofften, dass der Regen nachließ (was er aber nicht tat, im Gegenteil, er nahm noch zu).

Der Pub machte einen guten Eindruck, die Einrichtung war gemütlich, das Essen in Ordnung, ebenso das Bier. Die Öffnungszeiten der Bell sind außergewöhnlich. Geöffnet wird morgens bereits um 8 Uhr und geschlossen erst um Mitternacht. Seit 350 Jahren steht der Gasthof hier schon am Marktplatz, der 1982 von der in Aylesbury gegründeten Band Marillion besungen wurde. Hier ist „Market Square Heroes“ zu sehen und zu hören.

The Bell
40 Market Square
Aylesbury
Buckinghamshire
HP20 1TX
Tel. 01296 388080

Published in: on 6. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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(Fast) vergessene Krimiautoren – Edmund Crispin (1921 – 1978)

Meine Sammlung von Edmund Crispin-Krimis. Eigenes Foto.

Meine Sammlung von Edmund Crispin-Krimis.
Eigenes Foto.

Leider sind seine Bücher vom deutschen Buchmarkt verschwunden, nur als Kindle Book gibt es sie noch: Die Rede ist von Edmund Crispin, der 1921 in Chesham Bois in Buckinghamshire geboren wurde; ein Pseudonym, sein richtiger Name lautet Robert Bruce Montgomery.

Viele Krimis hat Crispin nicht geschrieben und das wird von den einschlägigen Krimi-Enzyklopädien ausdrücklich bedauert. So schreibt „Twentieth-Century Crime & Mystery Writers“ (Chicago 1991):
Once discovered, enormous frustration is felt when, all too quickly, one has tracked down and read these fine examples of traditional English detective fiction“ und der überaus kritische „A Catalogue of Crime“ von Barzun & Taylor (New York 1989) ringt sich bei der Vorstellung seiner Bücher hin und wieder sogar ein Lob ab; z.B. bei „The Long Divorce“ (1952):
This is another of Crispin’s triumphs. The combination of rural life, youthful emotions, Fen’s detection, and the well-worn but also well-handled idea of the lost Shakespeare manuscript is done to a turn, with no eccentricities and no exaggerations„.

Gervase Fen ist in allen Krimis von Edmund Crispin die Hauptfigur; er ist Professor für Englische Sprache und Literatur an der Universität von Oxford und leidenschaftlicher Amateurdetektiv.

Edmund Crispin bezeichnet Michael Innes und John Dickson Carr als seine großen Vorbilder und hat ihnen jeweils eines seiner Bücher gewidmet. Crispins erster Krimi „The Case of the Gilded Fly“ (dt. „Mord vor der Premiere“) erschien 1944, sein letzter in seinem Todesjahr 1978 „The Glimpses of the Moon“ (dt. „Der Mond bricht durch die Wolken“).

Bis auf die Geschichtensammlung „Fen Country“ (1980) sind alle Bücher ins Deutsche übersetzt worden, und ich habe sie fast alle mit großer Begeisterung gelesen.

Was einige Krimifans vielleicht nicht wissen, ist, dass Edmund Crispin unter seinem richtigen Namen Bruce Montgomery auch als Komponist tätig war. Er schrieb Chor- und Gesangsstücke und wurde später durch seine Filmmusik bekannt. So schrieb er die Musik für einige der „Carry On…“-Filmkomödien, die in Deutschland zum Teil unter dem Reihentitel „Ist ja irre“ liefen. Hier ist ein Beispiel.

Crispin/Montgomery lebte seit 1962 in Devon, wo er sich in Week bei Dartington ein Haus baute, das sogar mit einem atombombensicheren Bunker versehen war. Sein Haus „Week Meadow“ ist heute ein B&B.
Der Autor und Komponist starb am 15. September 1978; begraben wurde er auf dem Friedhof von St Mary’s in Dartington (Devon).

Das Buch zum Artikel:
David Whittle: Bruce Montgomery/Edmund Crispin – A Life in Music and Books. Ashgate 2007. 228 Seiten. ISBN 978-0754634430.

Hier in Chesham Bois in Buckinghamshire wurde Edmund Crispin geboren  (nicht in diesem Haus!).    © Copyright Malc McDonald

Hier in Chesham Bois in Buckinghamshire wurde Edmund Crispin geboren (nicht in diesem Haus!).
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Sein Grabstein auf dem Friedhof von St Mary's in Dartington (Devon). Author: Herbythyme.  This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Sein Grabstein auf dem Friedhof von St Mary’s in Dartington (Devon).
Author: Herbythyme.
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Published in: on 5. August 2013 at 02:00  Comments (2)  

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – …und noch einmal Dorchester-on-Thames (Oxfordshire)

Das Fleur de Lys Hotel. Eigenes Foto.

Das Fleur de Lys Hotel; links daneben The Pigeons.
Eigenes Foto.

Über die kleine Stadt Dorchester-on-Thames in Oxfordshire berichtete ich schon einmal in meiner Serie „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“, ebenso über das The George Hotel an der High Street, in dem ich einmal drei Tage verbrachte (hier nachzulesen).
Doch es gibt noch weitere Drehorte in der hübschen Stadt, auf die ich hier eingehen möchte.

Wirklich nur wenige Schritte von The George entfernt auf der gleichen Straßenseite liegt das The Fleur de Lys Hotel. Beide Häuser sehen sehr ähnlich aus, sowohl die Fassaden als auch die Torbögen, die zu den jeweiligen Parkplätzen führen. In diesem Haus wurde allerdings nur einmal gedreht und zwar für die Episode 78 „Master Class„, die bisher noch nicht vom ZDF gezeigt wurde. Hier wohnen die junge hochbegabte Pianistin Zoe Stock und ihre Eltern. Das Fleur de Lys heißt in der Serie The Devington Arms.

Direkt neben diesem Hotel liegt das Haus The Pigeons, das als The Butterball Tea Room in Folge 71 „Small Mercies“ (dt. „Böse kleine Welt“) fungiert; eine Folge, in der auch das The White Hart Hotel, ein Stückchen weiter die High Street entlang, eine Rolle spielt.

Die Village Hall in der Queens Street, die von der High Street abzweigt, ist von innen in Episode 48 „Four Funerals and a Wedding“ (dt. „Erst morden, dann heiraten“) zu sehen; das Haus dient hier als Incident Centre für DCI Tom Barnaby und DC Ben Jones (da war er noch kein Sergeant). Die Außenaufnahmen wiederum stammen nicht aus Dorchester, sondern wurden in der Pankhurst Hall in Brill (Buckinghamshire) aufgenommen.

Zu guter Letzt besuchte ich noch ein Bilderbuch-Cottage am Rande von Dorchester, am Ende der Straße Bridge End, direkt an der Themse gelegen. Das Riverside Cottage ist in Folge 37 „Dead in the Water“ (dt.“ Nass und tot“) zu sehen. Hier wohnen Guy Sweetman und seine Freundin Sandra Tate. Sweetman wird ein paar Meter neben dem Haus ermordet und in die Themse geworfen.

Ich kann einen Besuch in Dorchester-on-Thames nachdrücklich empfehlen und, falls jemand hier auch einmal wohnen möchte, das The George Hotel. Nach dem Abendessen bietet sich ein Spaziergang durch den dann ruhigen Ort an. Englische Kleinstadtatmosphäre pur!!!

Dorchesters Village Hall. Eigenes Foto.

Dorchesters Village Hall.
Eigenes Foto.

Das Riverside Cottage, Bridge End. Eigenes Foto.

Das Riverside Cottage, Bridge End.
Eigenes Foto.

Diesen kleinen Führer erhält man z.B. bei der Tourist Information in Wallingford (Oxfordshire). Eigenes Foto.

Diesen kleinen Führer erhält man z.B. bei der Tourist Information in Wallingford (Oxfordshire).
Eigenes Foto.

Published in: on 4. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Heights of Abraham in Matlock Bath (Derbyshire)

   © Copyright James Hearton

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Matlock und Matlock Bath im Peak District in Derbyshire liegen wirklich in einer schönen Gegend. Mir gelang es leider nicht an einem Samstagnachmittag, hier ein Hotelzimmer zu bekommen, da in der Region alles ausgebucht war. Matlock Bath verfügt über eine Touristenattraktion, die einiges zu bieten hat: Die Heights of Abraham, hoch über dem Ort gelegen, mit einem tollen Blick über den Peak District und das Derwent Valley. Wenn man nicht hinauflaufen möchte, dann kann man mit einer Kabinenbahn die 169 Meter auf den Masson Hill hinauffahren.

Außer der wunderschönen Aussicht gibt es hier oben mehrere Dinge zu sehen. Zwei Höhlen stehen zur Besichtigung zur Verfügung, die Masson und die Rutland Höhle (nur mit Führungen). Das Besondere an der Masson Cavern sind die farbigen Illuminationen; in der Rutland Cavern erlebt man wie damals im 17. Jahrhundert die Bergleute lebten und arbeiteten.

In der Fossil Factory kann man z.B. einen Ichthyosaurus bestaunen, dessen Knochen hier gefunden wurden, im Masson Pavillion wird ein Film über die beiden Höhlensysteme gezeigt (für all diejenigen, die aus körperlichen oder anderen Gründen dort nicht selbst hineingehen können) und in mehreren Ausstellungen werden Themen wie z.B. der Bau der Seilbahn behandelt.

Wer gern wandert, kann das hier in den luftigen Höhen tun und sich anschließend im Terrace Café, vielleicht mit einem „Heights Hot Dog“,  stärken.

Benannt wurden die Höhen Abrahams nach dem gleichnamigen Schlachtfeld bei Québec in Kanada, auf dem am 13. September 1759 britische Truppen die Franzosen besiegten.

In diesem Jahr sind die Heights of Abraham bis zum 3. November geöffnet. Der Eintrittspreis kostet £13.50, worin die Fahrt mit der Seilbahn und der Zugang zu allen Attraktionen oben auf dem Berg enthalten sind.

Hier ist ein kleiner Film über die Heights.

The Heights of Abraham
Matlock Bath, Derbyshire DE43PD
Tel. 01629 582365

Blick von Matlock Bath auf die Heights of Abraham.    © Copyright Gerald England

Blick von Matlock Bath auf die Heights of Abraham…
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gerald England

...und vn den Heights of Abraham auf Matlock Bath,    © Copyright Brian Chadwick

…und von den Heights of Abraham auf Matlock Bath,
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Die Historic Houses Association schlägt Alarm – Britische Herrenhäuser in Not!

Tissington Hall in Derbyshire.   © Copyright David Lally

Tissington Hall in Derbyshire.
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Vor einigen Wochen sendete die ARD einen Beitrag ihrer London-Korrespondentin Annette Dittert, in dem es um die Sorgen und Nöte von Sir Richard FitzHerbert ging, dem Besitzer von Tissington Hall in Derbyshire. Ihm ergeht es so wie vielen anderen Eigentümern von Herrenhäusern: Er wohnt zwar in einem wunderschönen alten Haus, hat aber kaum die Mittel, um es unterhalten zu können.

Die Historic Houses Association (HHA), in der 1500 dieser historischen Häuser und Schlösser vereint sind, die sich in Privatbesitz befinden, hat am 29. Juli diesen Jahres einen Report veröffentlicht, in dem deutlich wird, in welchen finanziellen Schwierigkeiten viele Besitzer stecken.

60% dieser Häuser sind öffentlich zugänglich, sei es für Besucher, für Hochzeitsfeierlichkeiten, Konferenzen oder andere Veranstaltungen. Nur auf diese Weise ist es vielen Eigentümern möglich, Geld für den Unterhalt ihrer alten Gemäuer zu bekommen. Der Report weist auf alarmierende Zahlen hin: £764 Millionen beträgt der Investitionsrückstau mittlerweile und hat sich damit in vier Jahren fast verdoppelt. Für nötige Reparaturen werden zurzeit lediglich £102 Millionen pro Jahr ausgegeben, das sind im Durchschnitt nur £70,000 pro Haus. Ursachen dafür sind u.a. steigende Preise, höhere Energiekosten, der wirtschaftliche Abschwung und weniger Besucher (zurückzuführen auf die wettermäßig schlechten Sommer der vergangenen Jahre).

Der HHA-Report weist auch auf die Bedeutung der historischen Häuser für die ländlichen Regionen hin; so sind rund 26 000 Menschen dort angestellt und etwa doppelt so viele regionale Geschäfte und Betriebe profitieren von der Nähe zu einem solchen Anwesen. 80% der ausländischen Touristen kommen nach Großbritannien überwiegend der historischen Häuser und Schlösser wegen, so der Report, der steuerliche Erleichterungen für die Besitzer fordert.

Der Besucher eines historischen Hauses sieht meist nur die glänzende Fassade; wie es in den unzugänglichen Räumlichkeiten aussieht, bekommt er nicht mit. Dächer, Keller und Heizungsanlage sind oft marode und erfordern sehr viel Geld, um sie wieder herzustellen.

Für die Besitzer des Highclere Castles war es sicher wie ein Geschenk des Himmels, als dort die Dreharbeiten für die international erfolgreiche Fernsehserie „Downton Abbey“ stattfanden. Busweise werden die Touristen aus aller Welt dort hingefahren und das spült natürlich dringend benötigtes Geld in die Kasse des Earls und der Countess von Carnarvon. Davon können andere Hausbesitzer nur träumen!

 

Published in: on 2. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar