Die Historic Houses Association schlägt Alarm – Britische Herrenhäuser in Not!

Tissington Hall in Derbyshire.   © Copyright David Lally

Tissington Hall in Derbyshire.
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Vor einigen Wochen sendete die ARD einen Beitrag ihrer London-Korrespondentin Annette Dittert, in dem es um die Sorgen und Nöte von Sir Richard FitzHerbert ging, dem Besitzer von Tissington Hall in Derbyshire. Ihm ergeht es so wie vielen anderen Eigentümern von Herrenhäusern: Er wohnt zwar in einem wunderschönen alten Haus, hat aber kaum die Mittel, um es unterhalten zu können.

Die Historic Houses Association (HHA), in der 1500 dieser historischen Häuser und Schlösser vereint sind, die sich in Privatbesitz befinden, hat am 29. Juli diesen Jahres einen Report veröffentlicht, in dem deutlich wird, in welchen finanziellen Schwierigkeiten viele Besitzer stecken.

60% dieser Häuser sind öffentlich zugänglich, sei es für Besucher, für Hochzeitsfeierlichkeiten, Konferenzen oder andere Veranstaltungen. Nur auf diese Weise ist es vielen Eigentümern möglich, Geld für den Unterhalt ihrer alten Gemäuer zu bekommen. Der Report weist auf alarmierende Zahlen hin: £764 Millionen beträgt der Investitionsrückstau mittlerweile und hat sich damit in vier Jahren fast verdoppelt. Für nötige Reparaturen werden zurzeit lediglich £102 Millionen pro Jahr ausgegeben, das sind im Durchschnitt nur £70,000 pro Haus. Ursachen dafür sind u.a. steigende Preise, höhere Energiekosten, der wirtschaftliche Abschwung und weniger Besucher (zurückzuführen auf die wettermäßig schlechten Sommer der vergangenen Jahre).

Der HHA-Report weist auch auf die Bedeutung der historischen Häuser für die ländlichen Regionen hin; so sind rund 26 000 Menschen dort angestellt und etwa doppelt so viele regionale Geschäfte und Betriebe profitieren von der Nähe zu einem solchen Anwesen. 80% der ausländischen Touristen kommen nach Großbritannien überwiegend der historischen Häuser und Schlösser wegen, so der Report, der steuerliche Erleichterungen für die Besitzer fordert.

Der Besucher eines historischen Hauses sieht meist nur die glänzende Fassade; wie es in den unzugänglichen Räumlichkeiten aussieht, bekommt er nicht mit. Dächer, Keller und Heizungsanlage sind oft marode und erfordern sehr viel Geld, um sie wieder herzustellen.

Für die Besitzer des Highclere Castles war es sicher wie ein Geschenk des Himmels, als dort die Dreharbeiten für die international erfolgreiche Fernsehserie „Downton Abbey“ stattfanden. Busweise werden die Touristen aus aller Welt dort hingefahren und das spült natürlich dringend benötigtes Geld in die Kasse des Earls und der Countess von Carnarvon. Davon können andere Hausbesitzer nur träumen!

 

Published in: on 2. August 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

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