(Fast) vergessene Krimiautoren – Edmund Crispin (1921 – 1978)

Meine Sammlung von Edmund Crispin-Krimis. Eigenes Foto.

Meine Sammlung von Edmund Crispin-Krimis.
Eigenes Foto.

Leider sind seine Bücher vom deutschen Buchmarkt verschwunden, nur als Kindle Book gibt es sie noch: Die Rede ist von Edmund Crispin, der 1921 in Chesham Bois in Buckinghamshire geboren wurde; ein Pseudonym, sein richtiger Name lautet Robert Bruce Montgomery.

Viele Krimis hat Crispin nicht geschrieben und das wird von den einschlägigen Krimi-Enzyklopädien ausdrücklich bedauert. So schreibt „Twentieth-Century Crime & Mystery Writers“ (Chicago 1991):
Once discovered, enormous frustration is felt when, all too quickly, one has tracked down and read these fine examples of traditional English detective fiction“ und der überaus kritische „A Catalogue of Crime“ von Barzun & Taylor (New York 1989) ringt sich bei der Vorstellung seiner Bücher hin und wieder sogar ein Lob ab; z.B. bei „The Long Divorce“ (1952):
This is another of Crispin’s triumphs. The combination of rural life, youthful emotions, Fen’s detection, and the well-worn but also well-handled idea of the lost Shakespeare manuscript is done to a turn, with no eccentricities and no exaggerations„.

Gervase Fen ist in allen Krimis von Edmund Crispin die Hauptfigur; er ist Professor für Englische Sprache und Literatur an der Universität von Oxford und leidenschaftlicher Amateurdetektiv.

Edmund Crispin bezeichnet Michael Innes und John Dickson Carr als seine großen Vorbilder und hat ihnen jeweils eines seiner Bücher gewidmet. Crispins erster Krimi „The Case of the Gilded Fly“ (dt. „Mord vor der Premiere“) erschien 1944, sein letzter in seinem Todesjahr 1978 „The Glimpses of the Moon“ (dt. „Der Mond bricht durch die Wolken“).

Bis auf die Geschichtensammlung „Fen Country“ (1980) sind alle Bücher ins Deutsche übersetzt worden, und ich habe sie fast alle mit großer Begeisterung gelesen.

Was einige Krimifans vielleicht nicht wissen, ist, dass Edmund Crispin unter seinem richtigen Namen Bruce Montgomery auch als Komponist tätig war. Er schrieb Chor- und Gesangsstücke und wurde später durch seine Filmmusik bekannt. So schrieb er die Musik für einige der „Carry On…“-Filmkomödien, die in Deutschland zum Teil unter dem Reihentitel „Ist ja irre“ liefen. Hier ist ein Beispiel.

Crispin/Montgomery lebte seit 1962 in Devon, wo er sich in Week bei Dartington ein Haus baute, das sogar mit einem atombombensicheren Bunker versehen war. Sein Haus „Week Meadow“ ist heute ein B&B.
Der Autor und Komponist starb am 15. September 1978; begraben wurde er auf dem Friedhof von St Mary’s in Dartington (Devon).

Das Buch zum Artikel:
David Whittle: Bruce Montgomery/Edmund Crispin – A Life in Music and Books. Ashgate 2007. 228 Seiten. ISBN 978-0754634430.

Hier in Chesham Bois in Buckinghamshire wurde Edmund Crispin geboren  (nicht in diesem Haus!).    © Copyright Malc McDonald

Hier in Chesham Bois in Buckinghamshire wurde Edmund Crispin geboren (nicht in diesem Haus!).
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Sein Grabstein auf dem Friedhof von St Mary's in Dartington (Devon). Author: Herbythyme.  This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Sein Grabstein auf dem Friedhof von St Mary’s in Dartington (Devon).
Author: Herbythyme.
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Published in: on 5. August 2013 at 02:00  Comments (2)