Das literarische Marlow (Buckinghamshire) – Teil 3: Wer hier sonst noch lebte und arbeitete

The Two Brewers. Hier schrieb Jerome K. Jerome an seinen "Drei Männern".   © Copyright Nigel Cox

The Two Brewers. Hier schrieb Jerome K. Jerome an seinen „Drei Männern“.
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Wenn man den Namen Marlow hört, denken viele automatisch auch an Jerome K. Jerome, der das unvergleichliche Buch „Three Men in a Boat“ (dt. „Drei Mann in einem Boot) geschrieben hat. Jerome wohnte in verschiedenen Häusern in Marlow von 1910 bis 1920, darunter Monks Corner in Marlow Common und in Wood End House. Es gibt mehrere Pubs in der Umgebung, die von sich behaupten, Jerome hätte sein berühmtes Buch in ihren Mauern geschrieben, darunter auch The Two Brewers in der St Peter Street in Marlow, gleich hinter der All Saints Church, in einer Sackgasse, die an der Themse endet. In diesem Pub spielt übrigens auch eine Szene der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ und zwar die Episode 42 „Sauce For the Goose“ (dt. „Die Leiche ist heiß“), in der Tom Barnaby bei einem Drink Helen Plummer recht nahe kommt. Auch in Folge 54  „King’s Crystal“ (dt. „Ein Sarg aus China“) drehte man hier in der St Peter Street.

In der West Street, über die ich in Teil 1 und Teil 2 dieser Mini-Serie in  meinem Blog bereits berichtete, findet sich noch eine weitere Plakette, die an einen Literaten erinnert, der heute allerdings in Vergessenheit geraten ist. In dem Haus mit der Nummer 47 wohnte Thomas Love Peacock (1785-1866), der mit Percy Bisshe Shelley eng befreundet war (den Mary Shelley allerdings nicht sehr leiden mochte). Hier schrieb er 1818 seinen damals wohl bekanntesten Roman „Nightmare Abbey“ (dt. „Nachtmahr-Abtei“). Außer diesem Roman wurde keines seiner anderen Werke ins Deutsche übersetzt. In dem Haus in der West Street ist heute die Firma Mandarin Stone untergebracht.

Zwei weitere Schriftsteller hatten sich im 19. Jahrhundert in Marlow niedergelassen, die wie Peacock kaum noch jemand kennt:
George Payne Rainsford James schrieb 90 vorwiegend historische Romane, die damals sehr erfolgreich waren. Übersetzt wurde, so weit ich das ermitteln konnte, nur sein Roman „Forest Days„, der unter dem Titel „Der Rächer vom Sherwood“ erschien. James wohnte in der Oxford Street.
Schließlich gab es da noch einen Francis Edward Smedley (1818-1864), der in Marlow geboren wurde und gewisse Erfolge mit seinen Romanen „Frank Fairlegh“ (1850) und „Harry Coverdale’s Courtship“ (1855) hatte. Übersetzt wurde meines Wissens gar nichts von ihm. Er wohnte am Ende seines Lebens in einem Landhaus namens Beechwood am Rande der Stadt.

Über das Hotel „The Compleat Angler“ am Ufer der Themse, das ja auch eine literarische Verbindung hat, habe ich in meinem Blog bereits geschrieben.