Sir William Schwenck Gilbert (1836-1911) und sein tragischer Tod auf Grim’s Dyke im Nordwesten Londons

Grim's Dyke. Author: Jack1956. This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Grim’s Dyke.
Author: Jack1956.
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Gilbert und Sullivan bilden in der Musikgeschichte eine Einheit; der eine ist ohne den anderen nicht vorstellbar. Sir William Schwenck Gilbert (1836-1911) schrieb die Texte und Sir Arthur Sullivan (1842-1900) die Musik zu ihren komischen Opern, die auch heute noch im 21. Jahrhundert aufgeführt werden. „The Pirates of Penzance“ (dt. „Die Piraten von Penzance“) , „H.M.S. Pinafore“ (dt. „H.M.S. Pinafore oder Das Mädchen, das einen Matrosen liebte“) und „The Mikado“ (dt. „Der Mikado“) gehören zu ihren erfolgreichsten Werken.

W.S. Gilbert verbrachte die letzten zwanzig Jahre seines Lebens im Nordwesten Londons, in Harrow Weald, in einem Landhaus namens Grim’s Dyke, das von dem schottischen Architekten Richard Norman Shaw für den Maler Frederick Goodall gebaut worden war. Über Shaws Cragside in Northumberland berichtete ich in meinem Blog schon einmal.
1890 kaufte Gilbert das Haus und gestaltete es nach seinen Vorstellungen um. Hier schrieb er auch eine ganze Reihe seiner Werke. Gilbert hatte ein Nerv für Tiere und so fand man auf Grim’s Dyke u.a. Jersey-Rinder, Pferde, Schweine, aber auch exotischere Lebewesen wie verschiedene Affenarten.

Auf dem weitläufigen Anwesen hatte Gilbert einen See angelegt, in dem er Forellen aussetzte und den er auch regelmäßig zum Schwimmen nutzte. Leider wurde ihm dieser See zum Verhängnis, denn am 29. Mai 1911 kam er darin um. Am Nachmittag dieses sehr warmen Tages hatte er zwei junge Damen zu Gast, denen er Schwimmunterricht geben wollte. Die 17-jährige Patricia Preece (die später zur Bloomsbury Group gehören sollte) geriet dabei in Panik, als sie merkte, dass der See doch sehr viel tiefer war, als sie vermutete. Sie rief um Hilfe, und Sir William machte sich sofort auf den Weg, um dem Mädchen zu helfen. Bei dem Rettungsversuch des erfahrenen Schwimmers bekam dieser aber plötzlich Probleme, versank unter der Seeoberfläche und tauchte nicht mehr auf. Die beiden Frauen kämpften sich ans Ufer und holten Unterstützung, doch der Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Der 74-jährige Sir William starb bei dem Rettungsversuch an Herzversagen, wahrscheinlich durch Überanstrengung.

Lady Gilbert sperrte daraufhin den See ab und ließ ihn zum Teil trockenlegen. Er befindet sich noch heute auf dem Grundstück.

Grim’s Dyke wurde in ein Country House Hotel mit dem gleichen Namen umgewandelt, das die Erinnerung an den berühmten Vorbesitzer aufrecht hält. Man veranstaltet Gilbert & Sullivan Opera Dinners und Gilbert & Sullivan Matinee Cream Teas. Die Grim’s Dyke Opera Company führt Werke der beiden auf. Das alles geschieht auf ausdrücklichen Wunsch Lady Gilberts, die seinerzeit beim Verkauf des Hauses die zukünftigen Besitzer bat, Gilbert und Sullivans „comic operas“ in Ehren zu halten.

Hier sind einige Bilder vom Grim’s Dyke Hotel.

Der See, in dem Sir William ertrank. Author: Jack1956. This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Der See, in dem Sir William ertrank.
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