The Epsom Cluster – Nervenheilanstalten am Rande der Stadt der Pferderennen

Der Verwaltungstrakt des ehemaligen Horton Asylums heute. Author: D.A. Gregory. The copyright holder of this file has irrevocably released all rights to it.

Der Verwaltungstrakt des ehemaligen Horton Asylums heute.
Author: D.A. Gregory.
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Nervenheilanstalten in London komplett belegt, so dass ein Bedarf an weiteren Häusern bestand, die sich um Patienten mit psychischen und nervlichen Problemen kümmerten. Man ging an die Peripherie der Stadt und etwa da, wo heute die M25 wie ein Ring London umschließt, stehen bzw. standen viele dieser „mental hospitals“.

Ein Schwerpunkt war die Stadt Epsom im Süden , wo gleich zwölf Anstalten geplant waren, aber „nur“ fünf gebaut wurden. Die Bürger der Stadt waren von dieser „Epsom Cluster“ genannten Zusammenballung von „Irrenhäusern“ überhaupt nicht begeistert und man protestierte dagegen. Reiche Londoner, die die Ställe für ihre Rennpferde in Epsom hatten, verlegten diese nach Newmarket, was wiederum einen wirtschaftlichen Abschwung für die Stadt in Surrey brachte. Aber: Es nützte alles nichts, das erste der Krankenhäuser, das Manor Asylum, wurde kurz vor der Jahrhundertwende eröffnet. Es folgten Horton, Long Grove, St Ebba’s und West Park. Alle waren sie auf dem Horton Manor Estate angesiedelt. Es gab eine Zeit, da waren nirgendwo in Europa so viele Geisteskranke zusammengefasst wie hier im Epsom Cluster.

Leider gab es in diesen fünf Hospitälern auch dunkle Seiten, denn an den Insassen wurden im großen Stil äußerst fragwürdige Experimente vorgenommen. Im Horton Asylum zum Beispiel erforschte man die Malaria-Krankheit. In der Mosquito Chamber ließ man Insassen durch Moskitos stechen, die daraufhin Malariafieber bekamen, das wiederum bestimmte Bakterien abtöten sollte, die die Neurosyphilis verursachten. Drei von zehn Testpersonen sollen die Experimente nicht überlebt haben.

Im Long Grove Asylum erforschte man Typhus, an Frauen, die wie im Gefängnis untergebracht waren und deren geistiger Zustand durch diese Verhältnisse noch schlechter geworden sein soll.

In den 1970er und 1980er Jahren war die Zahl der Patienten in den fünf Anstalten rückläufig, da der Staat mehr darauf setzte, die psychisch Kranken stärker in die Gemeinschaft einzugliedern statt sie wegzuschließen. Als erstes schloss Long Grove (1992), The Manor folgte 1996 und Horton 1997. St Ebba’s und West Park wurden in großen Teilen 2003/2004 geräumt. Der National Health Service hält nur noch in geringem Maße Stationen offen; der größte Teil der riesigen Anlage wurde abgerissen, umgebaut oder durch Wohnhäuser ersetzt.

Hier ist ein Film, der das verlassene West Park Asylum zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Ruth Valentine: Asylum, hospital, haven – A history of Horton Hospital. Riverside Mental Health Trust 1996. 132 Seiten. ISBN 978-0952830603.

St Ebba's im Jahr 2010. Author: D. A. Gregory . This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

St Ebba’s im Jahr 2010.
Author: D. A. Gregory .
This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

Published in: on 15. September 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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