Robert Barnard (1936-2013), ein Krimiautor aus Leeds

Eigenes Foto.

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Vor einigen Tagen, am 19. September, starb der englische Krimiautor Robert Barnard, der in Deutschland nie besonders populär geworden ist. In den 1990er Jahren wurde eine Handvoll seiner Bücher übersetzt, die er unter dem Pseudonym Bernard Bastable geschrieben hat.

Geboren wurde Robert Barnard (hier ein Foto) am 23. November 1936 in Burnham-on-Crouch in Essex, ein Jahr das noch zwei weitere Krimiautoren hervorbrachte: Reginald Hill und Peter Lovesey. Nach dem Besuch des Balliol Colleges in Oxford ging Barnard nach Australien und von dort später nach Norwegen, wo er in Tromsö Englisch unterrichtete. Sein erster Roman „Death of an Old Goat“ wurde 1974 veröffentlicht, darauf folgten etwa im Jahresrhythmus je ein weiterer Kriminalroman, zuletzt 2012 „A Charitable Boy“ aus der Charlie Peace-Serie, in der ein Constable aus Yorkshire im Mittelpunkt steht. Unter dem Pseudonym Bernard Bastable schrieb er u.a. zwei Krimis mit Wolfgang Gottlieb Mozart als Protagonisten (Mozart kam als Kind nach England, doch statt nach Österreich zurückzukehren und dort früh zu sterben, blieb er auf der Insel und wurde in Mordfälle verwickelt).
Fünfmal stand Scotland Yard-Detektiv Perry Trethowan im Zentrum des Geschehens, so auch in „The Missing Brontë“ aus dem Jahr 1983. Superintendent Trethowan wird darin während eines Urlaubs in Yorkshire mit einem unveröffentlichten Brontë-Manuskript konfrontiert, was schwerwiegende Folgen haben soll…

In dem Roman „The Corpse at the Haworth Tandoori“ (1998) geht es noch einmal ins Brontë-Country, wo in Haworth auf dem Parkplatz vor einem indischen Restaurant eine Leiche gefunden wird: Ein Fall für Detective Constable Charlie Peace und Detective Superintendent Mike Oddie.
Wobei wir schon bei Robert Barnards zweiter Leidenschaft, neben dem Schreiben von Kriminalromanen sind, den Brontë-Schwestern. Zweimal war er Vorsitzender der Brontë Society und zusammen mit seiner Frau Louise stellte er 2007 die „Brontë Encyclopedia“ zusammen, ein knapp 400 Seiten umfassendes Werk mit rund 2000 Eintragungen. Für die Oxford University Press schrieb er darüber hinaus auch noch eine Biografie über Emily Brontë, die im Jahr 2000 erschien.

Robert Barnards Leben endete tragisch: In kurzer Zeit verfiel er in Demenz und verbrachte die letzte Zeit seines Lebens im Grove Court Nursing Home (hier ein Foto) in Leeds; dort starb er am 19. September im Alter von 76 Jahren.

Published in: on 5. Oktober 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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