Englische Country House Hotels und ihre Restaurants – Einige persönliche Anmerkungen

Im Restaurant des Ettington Park Hotels. Eigenes Foto.

Im Restaurant des Ettington Park Hotels.
Eigenes Foto.

Bei meinen Reisen durch England übernachte ich gern in Country House Hotels oder Schlosshotels. Da ich keine Lust mehr habe, abends noch einmal ins Auto zu steigen, um ein Restaurant aufzusuchen, esse ich immer im Hotel. Bei der Buchung ist es ratsam, gleich einen Tisch zu bestellen, vor allem für das Wochenende, denn von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sind die Häuser meist gut besucht. Am ruhigsten ist es immer am Sonntagabend, da teilt man sich das Restaurant nur mit wenigen Gästen.

Anders als in Deutschland geht man zum Abendessen nicht sofort an seinen Tisch im Restaurant, sondern erst in die Bar oder die Lounge, wo man einen Aperitif bestellt und dort die Menukarte überreicht bekommt. Hier kann man in Ruhe sein Abendessen und den passenden Wein auswählen und die Bestellung aufgeben. Die Lounges sind fast immer besonders schöne Räumlichkeiten. Die schönste für mich ist die im Thornbury Castle, vor allem im Winter, wenn die Kamine angezündet sind, die Kerzen brennen und im Hintergrund leise klassische Musik erklingt. Wunderschön! Hier könnte ich stundenlang sitzen. Auch die riesige Hall im Cliveden Hotel, die auch als Lounge dient, ist sehr schön.
Nach einiger Zeit kommt dann jemand und sagt „Your table is ready“ und man wird ins Restaurant an seinen Tisch begleitet. Hier steht dann schon der Wein auf dem schön gedeckten Tisch bzw. im Kühler. Nachdem man Platz genommen hat, wird einem mit einem eleganten Schwung die Stoffserviette auf den Schoß gelegt.

Die Küche in den von mir besuchten Restaurants in Country House Hotels war nie besonders innovativ, sondern eher klassisch englisch, manchmal mit einem französischen Anflug. Einige der immer wieder auf der Karte auftauchenden Gerichte sind z.B. die Gressingham Duck (eine besondere Entenart aus East Anglia), Scallops (Jakosmuscheln) oder Pheasant (Fasan). In einigen Hotels gibt es nur ein festgelegtes Menu, man kann also nicht à la Carte bestellen, so z.B. im oben erwähnten Thornbury Castle, wo das abendliche Dreigang-Menu £50 kostet. Möchte man Wasser zum Essen haben, wird das nicht wie in den USA automatisch in einem Krug auf den Tisch gestellt, sondern es muss extra geordert werden. Mir fällt immer wieder auf in welch schönen Flaschen das Mineralwasser in England „verpackt“ wird. Neulich erhielt ich in einem Restaurant Blenheim Palace Natural Mineral Water; das schmeckte zwar auch nicht anders als andere Wasser, aber immerhin stammte es von einem der großen englischen Stately Homes.

Das Servicepersonal in den Hotels und Restaurants wird immer internationaler; häufig wurde ich von jungen Franzosen, Italienern und vor allem Osteuropäerinnen bedient. Im Restaurant des Cliveden Hotels war es eine Bulgarin, im Thornbury Castle waren es Sizilianer.

Nachdem man das Abendessen beendet hat, kommt die Frage „Coffee in the lounge?“, denn man nimmt in England seinen Kaffee gern in der Lounge ein; dort steht auch meist der Digestif-Wagen mit einer Auswahl an erlesenen Spirituosen. Auf der Digestif-Karte des Ashdown Park Hotels fand ich einmal einen Louis XIII-Cognac zum Preis für weit über £100 pro Glas.

Für mich ist das Abendessen in romantischen und gemütlichen Räumlichkeiten in historischen Gemäuern immer der krönende Abschluss eines mit vielen neuen Eindrücken gefüllten Tages in der English countryside.

Lounge und Digestif-Wagen im Thornbury Castle Hotel. Eigenes Foto.

Lounge und Digestif-Wagen im Thornbury Castle Hotel.
Eigenes Foto.

Und auch das war sehr schön: Al fresco Dining auf der Terrasse des Oakley Court Hotels bei Windsor. Eigenes Foto.

Und auch das war sehr schön: Al fresco Dining auf der Terrasse des Oakley Court Hotels bei Windsor. Im Hintergrund die Themse.
Eigenes Foto.

Published in: on 10. Oktober 2013 at 08:40  Comments (2)  

Songs About London – Heute: Die Londoner Fußballvereine

Das Stadion der Spurs an der White Hart Lane. release this work into the public domain.

Das Stadion der Spurs:  White Hart Lane.
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Die britische Hauptstadt ist Heimat mehrerer großer Fußballvereine, von denen einige zur europäischen Oberklasse gehören. Es versteht sich von selbst, dass jeder Club bzw. dessen Fangemeinde einen eigenen Song hat, der bei jedem Match zum Besten gegeben wird. Hier sind einige Beispiele:

Tottenham Hotspur gibt es schon seit 131 Jahren. Der Premier League-Club spielt im Norden Londons im Stadion White Hart Lane und wird zurzeit von dem Portugiesen André Villas-Boas trainiert. Der Verein geriet kürzlich in die Schlagzeilen, als er seinen Spielen Gareth Bale für die Rekordsumme von (wahrscheinlich) €100 Millionen an Real Madrid verkaufte. Das Vereinslied heißt“ Tottenham Tottenham, Come on u Spurs„.

Arsenal Football Club. Der Erzrival von Tottenham Hotspur, zu dem kürzlich Mesut Özil wechselte und bei dem die Deutschen Lukas Podolski und Per Mertesacker unter dem Trainer Arsène Wenger spielen. Die Fans haben mehrere Gesänge für ihren geliebten Club drauf, darunter „Good Old Arsenal„, nach der Meldodie von „Rule Britannia“.

– Der FC Chelsea ist wohl der renommierteste Londoner Fußballverein, der jetzt wieder von José Mourinho trainiert wird. Die „Blues“ spielen im Westen Londons in ihrem Stadion Stamford Bridge. Von ihren Fangesängen gehört „Blue is the Colour“ zu den  beliebtesten.

-Den West Ham United Football Club gibt es auch schon seit 1895. Die „Irons“ oder auch „Hammers“ genannt spielen im Upton Park-Stadion im Londoner East End, zurzeit unter der Regie von Trainer Sam Allardyce. Die Hymne des Vereins heißt „I’m Forever Blowing Bubbles„.

– Der Fulham Football Club. Das Heimatstadion des Vereins heißt Craven Cottage, darum werden die Spieler auch gern „Cottagers“ genannt. Momentan ist der Niederländer Martin Jol der Trainer des Clubs, der immer ein wenig im Schatten der großen Londoner Rivalen Chelsea und Arsenal steht. Hier ist einer der vielen Fulham-Songs.

Es gibt noch viele weitere Londoner Fußballvereine wie Crystal Palce , Queens Park Rangers, Millwall usw. usw.

Das Stadion des Chelsea FC: Stamford Bridge. Author: Nick Mehlert. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Das Stadion des Chelsea FC: Stamford Bridge.
Author: Nick Mehlert.
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Published in: on 10. Oktober 2013 at 02:00  Comments (2)