Großbritanniens strahlende Zukunft der Energieversorgung mit Hilfe von neuen Atomkraftwerken

Das architektonisch sehr ansprechende Atomkraftwerk von Kinley in Somerset...    © Copyright Lewis Clarke and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das architektonisch sehr ansprechende Atomkraftwerk von Hinkley Point in Somerset, das demnächst ein Brüderchen bekommen wird…..
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Ich wollte es erst gar nicht glauben, doch es ist wahr: Die Regierung David Camerons setzt, was die Energieversorgung des Landes betrifft, auch in Zukunft voll auf Atomkraft. Selbst die konservative deutsche Regierung hat nach Fukushima erkannt, mit welchen Risiken die Atomkraft behaftet ist und steigt in absehbarer Zeit komplett aus.

Nicht so David Cameron: Letzten Montag verkündete er stolz den Baubeginn von Hinkley C an der Küste Somersets. Für 16 Milliarden Pfund wird dort, erstmals nach zwanzig Jahren, wieder ein AKW gebaut, finanziert vom französischen Konzern EDF und den beiden chinesischen Staatskonzernen General Nuclear Power und China National Nuclear Group. Dabei soll es aber nicht bleiben, denn sieben weitere AKWs sind in Planung. Von den neun zurzeit arbeitenden Kraftwerken werden nach und nach acht abgeschaltet, aus Altersgründen.

25 000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, und da ja die geplanten neuen AKWs alle sicher und wirtschaftlich sind (man denke nur an Fukushima!), wer sollte etwas dagegen haben? Die Briten denken offenbar anders als die Deutschen, denn die meisten sind pro Atomkraft; aber es gibt glücklicherweise auch Widerstand. Die Initiative „Stop Hinkley“ setzt sich nicht nur gegen den Bau von Hinkley C ein, sondern will, dass alle AKWs im Südwesten des Landes verschwinden und durch Einführung von regenerativen Alternativen ersetzt werden. „Nuclear power ist neither cheap nor safe…it costs lives“ lautet das Motto der AKW-Gegner, die prominente Unterstützung bekommen, z.B. vom Ex-Monty Python Terry Jones, der Schauspielerin Julie Christie, dem Kinderbuchillustrator Raymond Briggs, dem Politiker Paddy Ashdown und mehreren Parlamentsabgeordneten.

Die hässlichen, landschaftsverschandelnden Gebäude von Hinkley Point liegen nördlich von Bridgwater am Ende des Wick Moor Droves, inmitten einer landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Die Standorte für die anderen geplanten AKWs sind Sizewell in Suffolk, wo der Reaktor Sizewell B noch bis 2035 laufen soll (Sizewell A ist bereits abgeschaltet), Oldbury in South Gloucestershire, nördlich von Bristol, wo schon zwei uralte abgeschaltete Reaktoren stehen, Wylfa auf der Insel Anglesey im Norden von Wales, und Moorside bei Sellafield (dort, wo es schon zu zahlreichen Störfällen gekommen ist).

Offensichtlich sind die gravierenden Probleme, die das als sicher proklamierte AKW in Fukushima bereitet hat und noch bereiten wird, gänzlich aus dem Blickwinkel der britischen Regierung verschwunden.

Hier ist ein Bericht der BBC über Hinkley Point.

Published in: on 25. Oktober 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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