Das Dudelsackmuseum in Morpeth (Northumberland)

The Chantry in Morpeth (Northumberland), in der das Bagpipe Museum untergebracht ist.    © Copyright Willie Duffin and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Chantry in Morpeth (Northumberland), in der das Bagpipe Museum untergebracht ist.
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„At the top of the list of instruments that parents dread their children taking up, above the drum kit and the alpine horn, is the bagpipe. Bagpipes are the Marmite of the musical world. You either love them or hate them“. Diese wunderschön formulierten Sätze fand ich in dem Buch „Bollocks to Alton Towers“ von Robin Halstead et al., das ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt habe.

Für die Liebhaber von Dudelsäcken gibt es im hohen Norden von England, in der Grafschaft Northumberland, ein Museum, in dem man sich über diese umstrittenen Instrumente informieren kann. Im Bagpipe Museum von Morpeth, einer kleinen Stadt an der A1, nördlich von Newcastle, hat man eine Vielzahl von Dudelsäcken zusammengetragen, die auf der Sammlung von William Alfred Cocks (1892-1971) basiert, einem Uhrmacher, der sie der Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne vermacht hat. Cocks war regelrecht besessen von dem Instrument, so dass er Dudelsäcke nicht nur sammelte, sondern sie auch noch herstellte und selbst spielte. Später gründete Cocks die Northumbrian Pipers‘ Society.

Untergebracht ist das 1987 von HRH Princess  Margaret eröffnete Bagpipe Museum in der Chantry, einer alten Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, zusammen mit der Tourist Information und dem Northumbrian Craft Shop. Eine Besonderheit des Museums ist sein Infra-Red Sound System. Mit Hilfe eines speziellen Kopfhörers hört man, wenn man sich einem Dudelsack nähert, einen Soundclip des jeweiligen Instruments.

Normalerweise verbindet man den Dudelsack mit den schottischen Highlands, doch auch in vielen anderen Ländern der Welt gibt es diese Instrumente; eine Auswahl davon kann man hier in Morpeth bewundern. Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt auf den Northumbrian Bagpipes, die sich von ihren schottischen Artgenossen darin unterscheiden, dass man sie nicht per Mund bläst, sondern die Luftzufuhr über Bälge erfolgt, die unter dem Arm getragen und dort betätigt werden.

Hier
ist ein Auftritt der Morpeth Pipe Band zu sehen und zu hören.

Der Eintritt zu dem Museum ist übrigens frei. Die Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 10 Uhr bis 17 Uhr.

Noch eine Bemerkung am Rande: In meinem Blog stellte ich schon einmal einen Pub in Morpeth vor, The Electrical Wizard, der in wenigen Gehminuten vom Museum aus zu erreichen ist.

Morpeth Chantry Bagpipe Museum
Bridge  Street
Morpeth
Northumberland
NE61 1PD
Tel. 01670 500717

Published in: on 30. November 2013 at 02:00  Comments (2)  
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West Kington – Ein Dorf in Wiltshire und sein „Claim to Fame“ vor 30 Jahren

West Kington in Wiltshire.    © Copyright Maurice Pullin and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

West Kington in Wiltshire.
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Vor 30 Jahren nahm die kanadische Band Men Without Hats einen Song auf, den sie „The Safety Dance“ nannte und der ihr für kurze Zeit zu Ruhm verhalf; danach wurde es wieder ruhiger um die Mannen um Sänger Ivan Doroschuk.
Das zum Song gehörende Musikvideo wurde unter der Regie von Tim Pope gedreht, der schon für viele andere sehenswerte Videos hergestellt hat (The Cure, Talk Talk, Siouxsie and the Banshees usw.). Auf der Suche nach einem geeigneten Drehort stieß man auf ein kleines malerisches Dörfchen in Wiltshire namens West Kington, für das man sich dann entschied. Der Ort liegt ziemlich einsam südlich der Autobahn M40 und ist nur auf schmalen Wegen zu erreichen.

Das Video beginnt mit Ivan Doroschuk und Mike Edmonds, einem zwergwüchsigen Schauspieler, der durch die TV-Serie „Maid Marian and her Merry Men“ bekannt geworden ist. Beide laufen durch ein Getreidefeld auf das Dorf zu, wo sie auf eine Gruppe von Morris Dancers treffen. Engagiert dafür wurden die Chippenham Town Morris Men, eine umtriebige Truppe, die schon international aufgetreten ist, in dem Film „Savage Hearts“ mitgespielt hat und in dem Automagazin „Top Gear“ der BBC zu sehen war. Das muntere, mittelalterlich anmutende Treiben zieht über die Brücke des Dorfes, die über den Broadmead Brook führt, an den wenigen Häusern  vorbei und endet auf einem Hof, wo dann der Jahrmarkt stattfindet, mit Punch and Judy Show usw. Für diese Szenen stellte ein örtlicher Bauer den Innenhof seiner Farm zur Verfügung.

Nach den Dreharbeiten wurde es wieder ruhig in West Kington und es hat sich hier in den dreißig Jahren seither auch nur wenig verändert. Zu sehen gibt es außer der Kirche St Mary the Virgin nichts; zu erwähnen ist vielleicht noch, dass die Naturfilmerin und Ornithologin Dilys Breese in West Kington wohnte und auf dem Kirchhof von St Mary beigesetzt ist.

Hier ist die Langversion des Videos „The Safety Dance“ zu sehen.

Die Broadmead Brook Bridge in West Kington (Wiltshire).    © Copyright Stuart Logan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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St Mary the Virgin.    © Copyright Colin Bates and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Mein Buchtipp – Peter Bridgewater: An Eccentric Tour of Sussex

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Vor längerer Zeit stellte ich in meinem Blog schon einmal das kleine, aber feine Verlagshaus Snake River Press in Alfriston vor, das hübsch aufgemachte und sehr interesante Bücher für alle die herstellt, die sich für die Grafschaften East und West Sussex interessieren. Peter Bridgwater gründete den Verlag 2006 und schrieb das Buch, das ich heute hier empfehlen möchte: „An Eccentric Tour of Sussex„.

„It will take you on a sideways journey across the county to weird, wacky and wonderful destinations“, so heißt es im Buch, in dem Peter Bridgwater den Leser auf eine Reise durch Sussex mitnimmt und außergewöhnliche Plätze und Orte präsentiert. Einige Beispiele möchte ich einmal nennen:

– Unter der Überschrift „Cult Fiction“ geht die Reise nach East Grinstead, wo sich in einer an und für sich gut bürgerlichen Stadt eine Reihe von Sekten niedergelassen haben wie die Scientologen, die Mormonen, die Kingdom Faith Church, die Zeugen Jehovas, die New Life Church oder die Full Gospel Church.

– Im Ashdown Forest führt uns der Autor nach Nutley zum Airman’s Grave, wo 1941 ein Wellington-Bomber auf dem Heimflug, nachdem er Köln bombardiert hatte, abstürzte und alle sechs Crewmitglieder getötet wurden. Die Mütter der sechs errichteten an diesem Ort eine kleine Gedächtnisstätte, an der sich noch heute jedes Jahr am Remembrance Day Angehörige der Opfer zusammenfinden und der Toten gedenken.

– In „The Black Princess“ erzählt Bridgwater die Geschichte der Helena Bennett (1772-1853), die auf dem Friedhof von St Mary the Virgin in Horsham begraben liegt. Die indische Prinzessin heiratete mit 15 Jahren einen französischen Soldaten, der sie wegen einer anderen Frau sitzen ließ, woraufhin sich Helena für den Rest ihres Lebens in ein einsam gelegenes Haus im St Leonard’s Forest zurückzog, in dem sie 50 Jahre lang wohnte.

Diese und viele andere Geschichte finden sich in dem sehr empfehlenswerten kleinen Buch, das mit Zeichnungen von Curtis Tappenden versehen ist.

Peter Bridgwater: An Eccentric Tour of Sussex. Snake River Press 2007. 96 Seiten. ISBN 978-1906022037.

The Airman's Grave bei Nutley (East Sussex).    © Copyright David BROOKER and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 28. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Knutsford (Cheshire) und Richard Harding Watt – Der Mann, der das Stadtbild veränderte

Der Gaskell Memorial Tower in der King Street.    © Copyright Marion Dutcher and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gaskell Memorial Tower in der King Street.
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Knutsford liegt im Speckgürtel von Manchester, südlich der Großstadt. Im März feierte man den 100. Todestag des Mannes, der das Stadtbild architektonisch prägte: Richard Harding Watt. Der wohlhabende, leicht exzentrische Handschuhfabrikant liebte es, Häuser zu entwerfen, die sich von dem in Knutsford vorherrschendem Stil deutlich abhoben. Dabei arbeitete er mit mehreren Architekten zusammen, die seine Ideen umsetzten. Nicht jeder mochte die recht exotisch anmutenden Gebäude und so gab es denn auch harsche Kritik, aber ich meine, dass Knutsford dadurch gewonnen hat.

Da ist z.B. der Gaskell Memorial Tower and the King’s Coffee House in der King Street, der an die Schriftstellerin Elizabeth Gaskell (1810-1865) erinnern soll, deren Namen eng mit Knutsford verbunden ist. Ihr Roman „Cranford“ (dt. „Cranford“) spielt in der Stadt in Cheshire, d.h. Knutsford ist Cranford. In dem ehemaligen King’s Coffee House befindet sich jetzt das Belle Epoque Restaurant.

In der Drury Lane, in der Watt auch wohnte, stehen einige weitere bemerkenswerte Gebäude. Die Häuser mit den Nummern 9 bis 13 verdanken ihre Existenz Mr. Watt und besonders bemerkenswert sind The Ruskin Rooms, ein Haus, das genausogut in der Toskana stehen könnte.

In der hübschen, baumbestandenen Legh Road hat sich Watt besonders ausgetobt; dort finden wir unter vielen anderen das Round House, das Lake House und das Coach House. Alle diese Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Dieses Ensemble an Häusern nannte Sir Nikolaus Pevsner einmal „the maddest sequence of villas in all England“.

The Ruskin Rooms. This work is released into the public domain

The Ruskin Rooms in der Drury Lane.
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13 Drury Lane. Author: Poliphilio. This work is in the public domain.

13 Drury Lane.
Author: Poliphilio.
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Cadgwith (Cornwall) – Ein Fischerdorf an der Südspitze der Lizard-Halbinsel

This work has been released into the public domain

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Es gab Zeiten, da ging es dem kleinen Fischerort Cadgwith, tief unten in Cornwall auf der Lizard Peninsula, richtig gut, nämlich immer dann, wenn an der Küste riesige Schwärme von Sardinen vorbeizogen. Ein Ausguck oberhalb des Ortes alarmierte die Fischer, die dann mit ihren Booten sofort aufs Meer fuhren, ihre Netze auswarfen und manchmal hunderttausende dieser Fische an Land brachten. Der Rekord: Eine Million dreihunderttausend an einem Tag! Wobei ich mich frage, wer denn die alle so genau gezählt hat? Bei so einem großen Fang musste natürlich der ganze Ort mit anfassen, um die Fische versandfertig zu machen.

Diese Zeiten sind lange vorbei, keine Sardinenschwärme ziehen an der cornischen Küste mehr vorbei, aber trotzdem wollen die Fischer von Cadgwith nicht aufgeben. Mit ihren kleinen Booten, die bei Ebbe malerisch in der Bucht auf dem Trockenen liegen, fangen sie jetzt meist Hummer und Krebse, die überwiegend in den Export gehen. Das Haupteinkommen bezieht der Ort heute aus dem Tourismus im Sommer, wenn viele der Häuser vermietet werden und es dann an schönen Tagen recht lebhaft in Cadgwith werden kann, z.B. am Buller Day, das ist ein jährliches stattfindendes Gig Racing, also eine Art Ruderbootregatta.

Im Winterhalbjahr, wenn die Stürme, vom her Meer kommend über das Dorf herfallen, wird es ruhig in Cadgwith, dann fühlen sich die Einheimischen im Cadgwith Cove Inn am wohlsten, der mitten im Dorf liegt. Bei einem Pint Bitter am wärmenden Kamin kann man dann auch den schwersten Stürmen trotzen; natürlich serviert der Gasthof auch Meeresfrüchte; frischer als hier kommt man da kaum heran.

Im vorigen Jahr geriet Cadgwith einmal in den Fokus des Landes, als BBC2 eine sechsteilige Sendung mit dem Titel „The Fisherman’s Apprentice“ ausstrahlte. Der Meeresbiologe und TV-Reporter Monty Halls hatte sich ein Jahr lang nach Cadgwith zurückgezogen, um zu erfahren wie das Leben eines Fischers heute im 21. Jahrhundert aussieht, hatte als Lehrling angefangen und ist dann später sogar allein aufs Meer hinausgefahren. Zu der Fernsehsendung ist auch ein Begleitbuch erschienen:
The Fisherman’s Apprentice: Our Fishermen’s Fight For Survival“ (AA Publishing 2012, 256 Seiten, ISBN 978-0749572723) von Monty Halls.

Hier
ist der Trailer zur Fernsehsendung.

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Die verbliebene Fischerflotte von Cadgwith.    © Copyright Jonathan Billinger and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 26. November 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Kathy Kirby – Eine (fast) vergessene Sängerin der 1960er Jahre

Kirby

Mitte der 1960er Jahre war sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, die 1938 geborene Sängerin Kathy Kirby. Ihr Auftritt beim Eurovision  Song Contest 1965 in Neapel brachte ihr den zweiten Platz für das Vereinigte Königreich ein, sie musste sich lediglich France Gall, die für Luxemburg antrat, geschlagen geben, die mit „Poupée de cire, poupée de son“ Siegerin wurde. „I Belong“ hieß damals ihr Beitrag, hier zu sehen.

Ihre ersten Erfolge konnte die ob ihres Aussehens immer wieder mit Marilyn Monroe verglichene Sängerin aus Ilford (Essex) 1963 mit „Dance On!“ und vor allem „Secret Love“ verbuchen, letzteres eine Coverversion eines Doris Day-Songs (hier ist das Original). Kathy Kirby, die eigentlich Kathleen O’Rourke hieß, war viele Jahre mit dem 42 Jahre älteren berühmten Bandleader Bert Ambrose liiert, der gleichzeitig ihr Manager war. Sie gehörte einmal zu den höchstbezahlten Sängerinnen der 1960er Jahre, doch ihr Ruhm verblasste schon bald, denn nach „I Belong“ konnte sie keine ihrer aufgenommenen Singles in den Charts platzieren.

Ihren letzten Auftritt als Künstlerin hatte sie 1983 in Blackpool, dann zog sie sich ganz aus dem Musikbusiness zurück. Der Name Kathy Kirbys tauchte dafür regelmäßig in der britischen Boulevardpresse auf, denn sie machte jetzt eher durch Schlagzeilen wegen ihrer Liebesaffären, wegen Drogenbesitzes und wegen ihrer Einweisung in eine Nervenklinik von sich reden. Es stellte sich heraus, dass Kathy Kirby an Schizophrenie erkrankt war. Am 19. Mai 2011 starb sie im Westen Londons, im Brinsworth House in Twickenham, einem Seniorenheim für Künstler.

Ihr langjähriger Vertrauter Mark Willerton schrieb eine Biografie über sie, die in diesem Jahr unter dem Titel „The Real Kathy Kirby: No Secret Anymore“ (Matador, 352 Seiten, ISBN 978-1780884479) erschien. Bereits 2005 beschäftigte sich James Harman in seinem Buch „Secrets, Loves and Lip Gloss“ mit dem einstigen Glamourstar.

Dieser Film zollt dem Star der 1960er Jahre Tribut.

Hier im Brinsworth House in Twickenham starb 2011 die Sängerin Kathy Kirby.    © Copyright Stephen Williams and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Brinsworth House in Twickenham starb 2011 die Sängerin Kathy Kirby.
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Haunted East Riddlesden Hall bei Keighley in West Yorkshire

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Für mich ist Keighley in West Yorkshire der Prototyp einer nordenglischen Arbeiterstadt, alles wirkt grau und recht trostlos. Ich muss aber dazusagen, dass auch das Wetter immer grau und trübe war, wenn ich durch Keighley fuhr. Vor den Toren der Stadt liegt das Manor House East Riddlesden Hall, dessen Gemäuer ebenfalls durch Luftverschmutzung grau „angelaufen“ ist. Ich wurde auf das Haus durch die Lektüre eines Buches über „haunted houses“ aufmerksam und sah es mir daraufhin einmal an.

Die Zufahrt erfolgt über die Bradford Road, die B6265, und nach wenigen Metern hinter dem Eingangstor sieht man die Hall hinter einem kleinen Teich liegen. 1642 wurde East Riddlesden Hall von einem reichen Textilfabrikanten namens James Murgatroyd gebaut. Nach mehreren Besitzerwechseln ist es heute im Besitz des National Trusts.

Einer der Flügel der Hall ist nur noch eine Ruine, was zu dem ziemlich unheimlichen Aussehen des Anwesens beiträgt, und so zählt es zu den „most haunted houses“ in West Yorkshire. Immer wieder sollen sich, auch heute noch, merkwürdige Dinge ereignet haben, so erzählen es jedenfalls Besucher und Angestellte. Da ist mehrfach eine Grey Lady in einem bestimmten Schlafzimmer gesichtet worden. Diese Dame soll in ihrem früheren Leben von ihrem Ehemann in diesem Zimmer eingemauert und dem Hungertod überlassen worden sein, weil er sie in flagranti mit ihrem Liebhaber überrascht hatte. Auch von einer White Lady ist in der Hall die Rede, die von ihrem Pferd stürzte und in dem Fischteich vor dem Haus ertrunken sein soll. In diesem Teich ertrank auch ein Junge, der jetzt in den Tea Rooms spukt und häufig dort Spielzeug verstreut.

Das Team der TV-Sendung „Most Haunted“ drehte in East Riddlesden Hall die Episode 9 der 8. Staffel, hier zu sehen.

Zweimal wurde Emily Brontës Roman „Wuthering Heights“ in diesem Manor House verfilmt; 1992 mit Juliette Binoche und Ralph Fiennes (dt. „Stürmische Leidenschaft“), hier ist der Trailer; und 2009 noch einmal unter dem Titel „Wuthering Heights“ (dt. „Emily Brontës Sturmhöhe“) mit Tom Hardy und Charlotte Riley, hier ist der deutsche Trailer.

Im Winterhalbjahr hat die Hall eingeschränkte Öffnungszeiten, meist nur am Wochenende. Der Eintrittspreis beträgt £5.30.

Hier ist ein Rundgang durch die Hall zu sehen.

East Riddlesden Hall
Bradford Road
Riddlesden, Keighley, BD20 5EL
Tel. 01535 607075

Das Buch zum Artikel:
Jessica Cooke: East Riddlesden Hall. National Trust 2006. 32 Seiten. ISBN 978-1843592259.

Author: Helena from Yorkshire. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Author: Helena from Yorkshire.
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Eastwood (Nottinghamshire) – Geburtsort des Schriftstellers D. H. Lawrence

In diesem Hausin der Victoria Street in Eastwood (Nottinghamshire) wurde D.H. Lawrence geboren.    © Copyright John G Hill and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In diesem Haus in der Victoria Street in Eastwood (Nottinghamshire) wurde D.H. Lawrence 1885 geboren.
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Am 11. September 1885 wurde der Schriftsteller D.H. Lawrence in der Victoria Street 8a in Eastwood in der Grafschaft Nottinghamshire geboren; das D.H.steht für David Herbert. Der Autor ging vor allem durch seinen 1928 erstmals erschienenen Roman „Lady Chatterley’s Lover“ in die Annalen der Literaturgeschichte ein. Das Buch wurde unter verschiedenen Titeln ins Deutsche übersetzt. Noch viele Jahre nach Erscheinen stritt man sich darüber, ob der Roman nun pornografisch war oder nicht; heute zählt Lawrences Werk zur Weltliteratur.

In seinem Geburtshaus in Eastwood (der Ort liegt nordwestlich von Nottingham an der A608) hat man für den berühmten Sohn der kleinen Stadt das D.H. Lawrence Birthplace Museum eingerichtet, in dem man auf geführten Touren persönliche Gegenstände des Schriftstellers sehen kann. Außer montags ist das Museum täglich geöffnet.

In der Mansfield Road im Durban House befindet sich das D.H. Lawrence Heritage Centre, in dem Ausstellungen stattfinden und in dem sich auch Erinnerungsstücke aus dem Leben des Schriftstellers finden.

Im September fand in Eastwood (zum zehnten Mal) das diesjährige D.H. Lawrence Festival statt, das ganz im Zeichen des Romans „Sons and Lovers“ (dt. „Söhne und Liebhaber“) stand, den Lawrence exakt vor 100 Jahren geschrieben hatte. Zwei Wochen lang gab es hier eine Fülle von Veranstaltungen, Vorträgen und Workshops.

Wer sich intensiver auf die Spuren von Lawrence in Eastwood begeben möchte, der sollte dem Blue Line Trail folgen, der an allen relevanten Punkten im Ort vorbeiführt wie z.B. der Eastwood Library, die eine umfangreiche Sammlung von Werken von und über D.H. Lawrence beherbergt oder dem Ram Inn, der eine Rolle in dem Roman „The White Peacock“ (dt. „Der weiße Pfau“) spielt.

Die Universität von Nottinghamshire in Nottingham hat ein Forschungszentrum eingerichtet, das das „Journal of D. H. Lawrence Studies“ herausgibt, und sie unterhält eine Sammlung von Manuskripten und Schriften, die sich mit dem „Lady Chatterley“-Autor beschäftigen.

Hier vermittelt ein Film Eindrücke über Lawrences Eastwood.

Das D.H. Lawrence in der Mansfield Road.    © Copyright Peter Barr and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das D.H. Lawrence Heritage Centre in der Mansfield Road.
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Published in: on 23. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Architekt Richard Rogers und seine Londoner Bauten

Lloyd's of London. This image is copyright-free

Lloyd’s of London.
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Prince Charles und der britische Stararchitekt Richard George Rogers, Baron Rogers of Riverside, werden wohl nie so richtige Freunde werden, denn was Architektur anbelangt, haben beide doch sehr unterschiedliche Auffassungen. Der Thronfolger hatte schon einmal in seinem Buch „A Vision of Britain: A Personal View of Architecture“ harsche Kritik an der modernen Architektur geübt, die dazu beiträgt, Städte zu verschandeln. Auch in der britischen Hauptstadt finden sich Gebäude, die man nicht gerade zu den Meisterleistungen zeitgenössischer Architekten zählen kann.

Nachdem er das damals sehr umstrittene Centre Pompidou in Paris fertiggestellt hatte, nahm sich oben erwähnter Richard Rogers einiger Bauten in London an. Dazu gehören:

– Das Lloyd’s Building, das von 1978 bis 1986 entstand, und das Rogers zusammen mit Renzo Piano entwarf. Das £75 Millionen teure 14stöckige Gebäude ist der Firmensitz der Versicherung Lloyd’s of London und steht in der Lime Street in der City. In diesem Jahr wurde es an den chinesischen Versicherungskonzern Ping An verkauft.

– Nicht weit von Lloyd’s Building entfernt, entsteht Richard Rogers‘ aktueller Entwurf, das Leadenhall Building, das 2014 fertiggestellt sein soll und 48 Stockwerke hoch sein wird. Der riesige Glaskasten hat auf Grund seiner Form schon jetzt einen Spitznamen: „The Cheese Grater“, die Käsereibe.

– Sehr umstritten war der Millennium Dome, der seit 2005 The O2 heißt, der größte Kuppelbau der Welt, in dem heute Sportveranstaltungen und Konzerte stattfinden und der an der Spitze der Greenwich Peninsula steht. Richard Rogers baute die Halle zur Feier des neuen Jahrtausends. Der Durchmesser beträgt 365m, so viele Tage wie das Jahr hat, die Höhe ist 52m, so viele Wochen wie das Jahr hat. Die 12 hohen Masten symbolisieren die Monate des Jahres.

One Hyde Park, ein superteurer Wohn- und Einzelhandelskomplex, in dem die Besitzer selten anzutreffen sind, da die meisten in anderen Teilen der Welt ähnlich teure Immobilien besitzen. Milliardäre aus dem osteuropäischen und arabischen Raum haben sich hier eingekauft.

– Das London Heathrow Terminal 5 wurde ebenfalls vom Architektenbüro Richard Rogers entworfen und 2008 eröffnet. Das Flughafengebäude verfügt auch über ein Superlativ: Es ist das größte freistehende Gebäude in Großbritannien. Vom Entwurf bis zur Vollendung vergingen 19 Jahre und die Baukosten betrugen £4 Milliarden.

Das Buch zum Artikel:
Jeremy Melvin: Richard Rogers – Inside Out. Royal Academy of Arts 2013. 112 Seiten. ISBN 978-1907533617.

Der Millennium Dome, jetzt  This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone

Der Millennium Dome, jetzt The O2.
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One Hyde Park. Author: gareth Jones. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

One Hyde Park.
Author: Gareth Jones.
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Published in: on 22. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Slough (Berkshire) und ein böses Gedicht von Sir John Betjeman

Die High Street in Slough.    © Copyright Stephen McKay and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street in Slough.
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Einer meiner Onkel wohnte lange Zeit in Slough in Berkshire, und ich bin einige Male durch die Stadt gefahren, die noch immer ein Imageproblem hat. Unter den Crap Towns nimmt sie den dritten Rang ein (ich berichtete darüber), aber immerhin haben einige große Firmen hier ihre Hauptquartiere aufgeschlagen wie z.B. Amazon UK, der Nahrungsmittelkonzern Mars Incorporated, die kanadische Firma BlackBerry oder Black & Decker. Das liegt sicher an der hervorragenden Anbindung an die Autobahnen M4 und M25 und der Nähe des Flughafens Heathrow. Außerdem liegt London direkt vor der Tür.

Slough hat eine sehr hohe Kriminalitätsrate, ein Drogenproblem, einen sehr großen Zufluss an Einwanderern. Eine Abwasseraufbereitungsanlage nahe der M4 verbreitet häufig einen Gestank, den „Slough Stench“, den die Autofahrer auf dem Motorway wahrnehmen. Der Name der Stadt Slough ist also stark negativ belastet.

Der Dichter Sir John Betjeman (1906-1984) hat 1937 ein vernichtendes Gedicht über die Stadt geschrieben, das lange Zeit den schlechten Ruf noch mehr verstärkt hat. Die ersten beiden Strophen sagen schon alles:

Come, friendly bombs, and fall on Slough!
It isn’t fit for humans now,
There isn’t grass to graze a cow.
Swarm over, Death!

Come, bombs and blow to smithereens
Those air-conditioned, bright canteens,
Tinned fruit, tinned meat, tinned milk, tinned beans,
Tinned minds, tinned breath.

Dass Sir John Betjeman nicht gerade zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde, liegt auf der Hand. Übrigens wurde Slough im Zweiten Weltkrieg wirklich bombardiert, besonders stark im Oktober 1940.

Betjeman hat später bedauert, in seinem Gedicht so harte Worte verwendet zu haben, und seine Tochter Candida Lycett Green hat sich im Jahr 2006 beim Bürgermeister von Slough für ihren Vater entschuldigt. Sie überreichte dem Mayor einen Band mit Gedichten Betjemans, in den sie geschrieben hatte:
„We love Slough. For the Mayor of Slough, love from Candida Lycett Green, whose Dad wanted to stop his poem going into a book because he regretted having ever written it“.

Hier ist das komplette Gedicht „Slough“.
 
Die Tiger Lillies haben einmal einen Song mit dem Titel „Slough“ (hier zu hören) aufgenommen, in dem es heißt:
Well it’s grim up north
But it’s grimmer than that in Slough“ und später „Drop a bomb on Slough„.
Sir John Betjeman lässt grüßen…

In diesem Film ist eine Tour durch Slough zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Peter Burgess: Slough – A Century of Change. Nonsuch Publishing 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1845881221.

Published in: on 21. November 2013 at 02:00  Comments (1)  
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TinMiner Finest Pasties – Spezialitäten aus Cornwall in Hamburg

Eigenes Foto.

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Gestern berichtete ich über den Bergedorfer Laden „British Shopping & Tea Room“, heute möchte ich ein anderes Hamburger Geschäft vorstellen, das ein spezielles Produkt aus Cornwall anbietet und das an der entgegengesetzten Seite der Hafenstadt liegt: TinMiner Finest Pasties. An der Großen Elbstraße mit der Nummer 133 hat sich seit März diesen Jahres Jan Wende niedergelassen, der die Teigtaschen aus Cornwall täglich frisch herstellt. Mitten in der eher tristen Straße westlich vom Fischmarkt, zwischen Hummerimporteuren und Fischgroßhandlungen, nur ein paar Schritte vom Restaurant des Fernsehkochs Steffen Henssler entfernt, liegt seine Pasty Company, deren Existenz sich in Hamburg schnell herumgesprochen hat, denn mehrere Zeitungen berichteten darüber.

Der Besitzer des kleinen Ladens hat das Handwerk des Pasty-Herstellens direkt vor Ort in Cornwall gelernt und bietet das traditionelle Gericht der Arbeiter in den damaligen Zinnminen in verschiedenen Varianten an, z.B. als Traditional Steak mit Kartoffeln, Steckrüben, Rindfleisch und Zwiebeln oder als Cheese & Onion mit Kartoffeln, Cheddar Cheese, Mozzarella und Zwiebeln. Die Preise sind sehr moderat, sie bewegen sich zwischen €3.80 und €4.50.

Wer nicht erst in die Große Elbstraße fahren möchte, um eine der Teigtaschen zu probieren, kann seit kurzem Jan Wendes Pasties auch in Paddy’s Bar in der Schauenburger Straße 40 essen. Dieser Irish Pub liegt zentral dicht an der Mönckebergstraße und dem Rathaus in Hamburgs Innenstadt.

Die Öffnungszeiten von TinMiner Finest Pasties:
Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 16 Uhr, Sonntag 12.30 Uhr bis 16 Uhr.

Pasty Company
Große Elbstraße 133
22767 Hamburg
Tel. 040 41306968

Published in: on 20. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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British Shopping & Tea Room in Hamburg-Bergedorf

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Wer Lust auf British Shopping hat und im Großraum Hamburg wohnt, kann das im Stadtteil Bergedorf in der Straße Hinterm Graben 21 tun. Vor drei Tagen war ich da und schaute mir das hübsche in einer kleinen Seitenstraße gelegene Haus an. Der Eingangsbereich des „British Shopping & Tea Room“ ist recht klein und eng; hier kann man kleine Snacks zu sich nehmen. Wenn man den Laden betritt, findet man auf der linken Seite eine große Auswahl an Parfümerieprodukten, z.B. Seifen von der Firma Bronnley, die ich häufig in englischen Hotelbadezimmern angetroffen habe. Ebenfalls im Eingangsbereich steht eine kleine Auswahl an britischen Bieren (Wein und Sekt wird auch hier leider nicht angeboten). Marmeladen und Konfitüren britischer Provenienz werden im ersten Stock, der über eine steile Treppe zu erreichen ist, angeboten, darunter eine Vielzahl der Marke Thursday Cottage. Coleman’s Senf stand hier in den Regalen, natürlich auch die beliebte HP Brown Sauce und Backzutaten für Scones der Firma Green’s, die wir uns mitnahmen.

40 Teesorten sind hier in dem Bergedorfer Shop zu finden, darunter Tees der Firmen Twinings, Bewley’s und Taylors of Harrogate. Auch sonst steht hier noch so manches andere zum Verkauf wie Servietten, Placemats, Weihnachtskarten usw. usw.

Über eine weitere steile Treppe (ältere Menschen dürften hier ihre Probleme haben) gelangt man zum Tea Room, der gemütlich eingerichtet ist und in dem man z.B. Cornish Cream Tea oder Cornish Pasties zu sich nehmen kann. Als wir den Laden besuchten, lief im Hintergrund ein englischer Radiosender, so dass man sich so richtig nach England versetzt fühlte.
Samstags kann man in der Zeit von 10 Uhr bis 15 Uhr ein richtiges English Breakfast zu sich nehmen, beginnend mit einem einfachen Marmite on Toast bis hin zu einem Full English.

Wenn es mir auch in einigen Bereichen recht eng und unübersichtlich vorkam (am Tag unseres Besuches stand im Laden eine neue Warenlieferung, die noch nicht ausgepackt war, daher auch die zusätzliche Enge), alles ist sehr liebevoll gemacht, und ich hoffe, dass dem British Shopping & Tea Room eine lange Zukunft in Hamburg-Bergedorf beschieden sein wird.
Wer weiter weg wohnt, kann sich die Waren auch über den Online-Shop zuschicken lassen.

Die Öffnungszeiten: Montags bis Samstags von 10 Uhr bis 18 Uhr.

British Shopping & Tea Room
Hinterm Graben 21
21029 Hamburg-Bergedorf
Tel. 040 51 326 326

Nachtrag: Die Firma hat ihr Geschäft in Bergedorf aufgegeben und ist jetzt in das Gewerbegebiet an der Vierlander Straße nach Geesthacht umgezogen. Hier ist meine aktuelle Blogeintragung dazu.

Eigenes Foto.

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Der Tea Room im obersten Stockwerk. Eigenes Foto.

Der Tea Room im obersten Stockwerk.
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Published in: on 19. November 2013 at 02:00  Comments (1)  

„Downton Abbey“ Staffel 4 ist auf DVD erschienen

Foto meiner DVD-Box

Foto meiner DVD-Box

Das ZDF strahlte zu Weihnachten 2012 die erste Staffel der englischen Erfolgsserie „Downton Abbey“ aus. Ein Jahr lang müssen die deutschen Fans der Serie warten, bis sie nun endlich in den Genuss der zweiten Staffel kommen, die das ZDF vom 22. bis zum 29. Dezember senden wird. ZDFneo beginnt bereits am 20. Dezember mit einer Doppelfolge der zweiten Staffel. Für alle, die inzwischen wieder vergessen haben, worum es eigentlich geht: Ab dem 1. Dezember wiederholt ZDFneo noch einmal alle Folgen von Staffel Eins.

In Großbritannien ist man allerdings mit „Downton Abbey“ schon viel weiter. Episode 8 der vierten Staffel wurde gerade erst am 10. November vom Sender ITV gezeigt und wer das alles gern selbst auf DVD besitzen möchte, musste nicht lange warten, denn schon am 11. November war die Box mit allen acht Episoden im Handel. Ich bekam mein Exemplar am 13. 11. aus England zugeschickt und machte mich natürlich gleich daran, mir die Folgen anzusehen. Ich wurde nicht enttäuscht!

Gedreht wurde wieder an den bekannten Schauplätzen Highclere Castle, Bampton (Oxfordshire) und den Ealing Studios. „Downstairs“ gibt es in der vierten Staffel einige Ab- und Zugänge, zwischen Anna und Bates kriselt es, Lady Mary legt ihre Lethargie nach dem Tode von Matthew ab und kann schon wieder einige Verehrer verzeichnen. Mehr möchte ich hier nicht verraten. Hier ist der Trailer zu Staffel 4.
…und wer nicht genug von DA bekommen kann: ITV plant bereits eine fünfte Staffel für 2014 ein.

Ein Weihnachtsgeschenk-Tipp für Downton Abbey-Fans: Die Gräfin von Carnarvon, in deren Highclere Castle die Serie gedreht wird, hat ein Buch geschrieben, das am 8. Oktober in deutscher Übersetzung erschien:
Lady Almina und das wahre Downton Abbey: Das Vermächtnis von Highclere Castle“ (mvg, 304 Seiten, ISBN 978-3868824766). Das Original des Buches habe ich in meinem Blog schon vorgestellt.

Published in: on 18. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – The Six Bells in Thame (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

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In der Lower High Street in Thame in der Grafschaft Oxfordshire liegt The Six Bells, dessen „Pubschild“ etwas anders aussieht als bei den meisten Pubs. Hier hängt kein gemaltes Schild vor dem Eingang, sondern hier hat man sechs Glocken platziert, drei oben, zwei in der Mitte und eine unten. In der Lower High Street geht es nicht ganz so trubelig zu wie in der ein paar hundert Meter entfernten High Street. Schräg gegenüber geht es in die enge Church Street, die zur Kirche St Mary’s führt und an deren Ende bis zu seinem Tode Robin Gibb von den Bee Gees wohnte.

The Six Bells ist ein Fuller’s Pub, der zu der in London ansässigen Brauerei gehört. Im Herbst wird hier das saisonale Red Fox ausgeschenkt („tawny red in colour and bursting with delicious malty flavours“). Auf der Speisekarte ist mehr als der Standard „Pub Grub“ zu finden wie z.B. „London Pride-battered sustainable cod fillet“ oder „Organic Honeydew & mustard glazed ham“. Zu Weihnachten wird sogar ein festliches Menü für £75 angeboten, das keine Wünsche offen lassen wird. Man geht in England gern zu Weihnachten in Pubs essen; oft sieht man schon zum Ende des Sommers Schilder, dass man jetzt schon das Christmas Menü buchen kann.

Wer durch Thame schlendert, wird an allen Ecken und Enden an die Krimiserie „Inspector Barnaby“ erinnert (ich berichtete darüber), deren Produktionsteam hier sehr häufig drehte. In The Six Bells war es allerdings noch nicht.

The Six Bells
44 Lower High Street
Thame
Oxfordshire
OX9 2AD

Published in: on 17. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Oak Apple Day – Ein Tag, der auch heute noch in einigen Dörfern und Städten gefeiert wird

Der geschmückte Eingang zur Guidhall in Worcester am Oak Apple Day.    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der geschmückte Eingang zur Guidhall in Worcester am Oak Apple Day.
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In der TV-Serie „Inspector Barnaby“ steht in Episode 45 „Dead Letters“ (dt. „Die tote Königin“) ein Festtag im Mittelpunkt, der in Midsomer Barton gefeiert wird: Der Oak Apple Day. Gedreht wurde die Folge zum Teil auf dem Village Green in dem hübschen Dorf Westlington in Buckinghamshire (s. dazu auch meinen Blogeintrag). Da findet ein kleines Volksfest statt mit allerlei Buden und Ständen und Kinderbelustigungen. Der Höhepunkt ist dann der Festumzug (gedreht in Long Crendon, Buckinghamshire).

Noch heute feiert man in einigen Dörfern und Städten am 29. Mai diesen Oak Apple Day, der seit 1859 kein offizieller Feiertag mehr ist. Im Jahr 1660 wurde der 30. Geburtstag Charles II, eben der 29. Mai, vom Parlament zum Feiertag erhoben, um damit die Wiederherstellung der Monarchie zu feiern.
Ein Oak Apple ist ein Gallapfel, der „im Herbst an der Unterseite von Eichenblättern vorkommt“ (so die Wikipedia). Die Verbindung Charles II und Eiche liegt nahe: Nach der Schlacht von Worcester 1651 suchte der König auf der Flucht Schutz im Wipfel einer Eiche auf dem Gelände des Boscobel Houses in Staffordshire (s. dazu meinen Blogeintrag). Darum gibt es in England auch so viele Pubs, die den Namen „Royal Oak“ führen.

In den heute noch stattfindenden Zeremonien spielen Eichenblätter oder Eichenzweige eine wichtige Rolle. In St Neot in Cornwall z.B. findet eine Prozession statt, die durch den Ort geführt wird. Der dabei vom Tower Captain getragene große Eichenzweig wird anschließend auf den Kirchturm gezogen. In diesem Jahr konnte sich St Neot über einen Zuschuss des Heritage Lottery Funds freuen, der diese alte Tradition unterstützte.

In Worcester wird am 29. Mai der Eingang zur Guildhall mit Eichenblättern und -zweigen geschmückt, in manchen Kirchen, wie in der Parish Church of St John the Baptist von Cirencester in Gloucestershire, werden morgens die Glocken geläutet, und in Northampton legt man alljährlich am Oak Apple Day vor dem Denkmal Charles II. eine Girlande aus Galläpfeln nieder.

Es ist doch schön, dass solche alten Traditionen noch aufrechterhalten werden!

Dieser Film zeigt wie der Oak Apple Day in Great Wishford in Wiltshire gefeiert wird.

...und so sieht ein Oak Apple aus.    © Copyright Bob Embleton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und so sieht ein Oak Apple aus.
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Published in: on 16. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Stilton Cheese – Der Blauschimmelkäse, den es auch als Parfum und Eiskreme gibt

The Bell Inn in Stilton (Cambridgeshire).    © Copyright Stuart Logan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bell Inn in Stilton (Cambridgeshire).
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Nicht nur die Franzosen können hervorragenden Käse herstellen, auch in England gibt es sehr gute Käsereien, und ich habe in einigen Restaurants schon sehr gute Käseplatten zum Dessert gehabt, die eine Auswahl von heimischen Produkten boten.

Der blauadrige Stilton Cheese gehört zu den bekanntesten Sorten Englands, oft als Bestandteil des Ploughman’s Lunch zu finden. Benannt wurde er nach dem Dorf Stilton in Cambridgeshire, wo ein gewisser Cooper Thornhill, dem der Pub The Bell Inn gehörte, den Käse im Jahr 1730 auf einer Farm bei Melton Mowbray entdeckte. Er ließ ihn sich zu seinem Gasthof liefern, der an einer der Hauptrouten für die Kutschverbindungen zwischen London und dem Norden des Landes lag, und da hier viele Passagiere Station machten und den Blauschimmelkäse probierten, erzählten sie überall von seinem vorzüglichen Geschmack, so dass er bald zu einer lokalen Berühmtheit wurde.

In Stilton selbst wurde also nie Stilton-Käse hergestellt. Die Produktionsstätten liegen heute in Leicestershire, Nottinghamshire und Derbyshire und ihr Käse besitzt die Geschützte Ursprungsbezeichnung der EU, die besagt, dass seine Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung nur in einem bestimmten geographischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgen darf. Sechs Käsereien stellen zurzeit Stilton Cheese her; sie sitzen in: Melton Mowbray, Long Clawson und Saxelbye in Leicestershire, in Cropwell Bishop und Colston Bassett in Nottinghamshire und in Hartington in Derbyshire.

Die 1936 gegründete Stilton Cheese Makers Association (SCMA) kümmert sich um die Interessen der Hersteller, aber auch um die weltweite Werbung. Mehr als eine Million Käse werden pro Jahr hergestellt, von denen ca 10% in den Export gehen. Die SCMA hat merkwürdigerweise auch ein Parfum entwickelt, das Eau de Stilton, das so beschrieben wird: „The perfume has a very earthy, musky, herby type of background which is very different to the very sweet perfumes you smell wafting down the street as someone walks past you“.
Einen speziellen Stilton Ice Cream stellt die Churchfields Farm bei Droitwich in Worcestershire her.

Übrigens: The Bell Inn in Stilton existiert immer noch und auch hier wird ein Blauschimmelkäse hergestellt, der aber nicht Stilton genannt werden darf, sondern Bells Blue, denn da hat die EU etwas dagegen. Gerade erst im Oktober wurde ein Antrag auf Zulassung des Namens beim Department for Environment, Food and Rural Affairs abgelehnt, aber man will weiter dranbleiben. Vielleicht kann man ja wirklich eines Tages Stilton-Käse auch in Stilton kaufen.

Dieser Film zeigt die Herstellung des Blauschimmelkäses.

Das Buch zum Artikel:
Trevor Hickman: Stilton Cheese – A History. Amberley Publishing 2012. 128 Seiten. ISBN Amberley Publishing.

Die Colston Bassett Dairy in Nottinghamshire.Hier wird der echte Stilton hergestellt.    © Copyright Tom Courtney and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Colston Bassett Dairy in Nottinghamshire. Hier wird der echte Stilton hergestellt.
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Und so sieht Der Stilton Cheese aus, der von der Cropwell Bishop Creamery in Nottinghamshire hergestellt wird. Author:  innocenceisdeath. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Und so sieht der Stilton Cheese aus, der von der Cropwell Bishop Creamery in Nottinghamshire hergestellt wird.
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Published in: on 15. November 2013 at 02:00  Comments (2)  
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St Margaret’s Church in Rottingdean – Eine Kirche, die beinahe in Los Angeles gelandet wäre

St Margaret's in Rottingdean.    © Copyright b davies and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Margaret’s in Rottingdean.
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Es ist sicher weitgehend bekannt, dass Teile der die Themse überquerenden London Bridge abgebaut und in Lake Havasu City am Colorado in Arizona wieder zusammengesetzt wurden. Im dortigen English Village, das gleich neben der Brücke errichtet wurde, fühlt man sich wie nach England zurückversetzt.
Auch die Reste der Kirche St Mary Aldermanbury wurden von London aus in die USA verschifft und dort im Bundesstaat Missouri wieder zusammengebaut (ich berichtete darüber).

Um ein Haar wäre es einer anderen englischen Kirche genauso ergangen, denn St Margaret’s Church in Rottingdean an der Küste von East Sussex geriet einmal Anfang des 20. Jahrhunderts in Gefahr, aufgekauft, abgebaut und tausende von Kilometern entfernt, in Kalifornien wieder aufgebaut zu werden. Die Begründer des Forest Lawn Cemetery in Glendale, einem Teil der Riesenstadt Los Angeles, hatten begehrliche Blicke auf St Margaret’s geworfen und hätten sie gern auf ihrem Friedhof gehabt. Im Forest Lawn Memorial Park ruhen zahlreiche Prominente wie Michael Jackson, Elizabeth Taylor oder Clark Gable. Da man sich in Rottingdean aber weigerte, die Kirche zu verkaufen, wurde anhand von Zeichnungen eine originalgetreue Kopie in Glendale aufgebaut, die man Church of the Recessional nannte, frei nach Rudyard Kiplings Gedicht „Recessional“.

Und da kommen wir auch schon zur Verbindung von Rudyard Kipling und Rottingdean; der wohnte nämlich der Kirche gegenüber am Village Green, erst im North End House und dann in The Elms. Der Schriftsteller heiratete auch in St Margaret’s. Das North End House gehörte seinem Onkel, dem Prä-Raphaeliten Sir Edward Burne-Jones, der als Maler und Designer berühmt wurde, und der für die örtliche Kirche einige der Glasfenster entwarf. Burne-Jones und seine Frau Georgiana sind hier auf dem Friedhof begraben, ebenso ihre Enkelin, die Schriftstellerin Angela Thirkell (1890-1961), die in Deutschland kaum bekannt ist, da ihre Werke nicht übersetzt wurden.

Einige weitere prominente „Bewohner“ des Friedhofs von St Margaret’s sind der schottische Schriftsteller William Black (1841-1898), der im nahegelegenen Brighton wohnte, und G.H. Elliott (1882-1962), ein Sänger und Tänzer, der in Varietés auftrat. Der letzte „Neuzugang“ unter den Friedhof-Promis ist der 2011 gestorbene und ebenfalls zuletzt in Brighton lebende Gitarrist, Sänger und Komponist Gary Moore, der wohl mit so ziemlich allen Größen der Rockwelt zusammengespielt hat.

Rottingdean ist ein hübscher Ort an der A259, nur ein paar Autominuten östlich von Brighton gelegen. Die St Margaret’s Church erreicht man von der A259 aus über die High Street und den Vicarage Lane. Am Rand des Village Greens steht immer noch The Plough Inn, in dem Rudyard Kipling gern einkehrte. Vorausgesetzt man findet dort einen Parkplatz, empfiehlt sich The Plough für einen Drink.

Hier in The Elms, gegenüber der Kirche,  wohnte Rudyard Kipling.    © Copyright Peter Whitcomb and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in The Elms, gegenüber der Kirche, wohnte Rudyard Kipling.
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North End House, in dem Sir wohnte.    © Copyright Simon Carey and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

North End House, in dem Sir Edward Burne-Jones wohnte.
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The Plough Inn in Rottingdean.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 14. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Songs About London – Heute: Die Warwick Avenue im Stadtteil Maida Vale

Die U-Bahnstation Warwick Avenue, dahinter die St Saviours Church.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die U-Bahnstation Warwick Avenue, dahinter die St Saviours Church.
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Die Londoner Warwick Avenue ist eine angenehme, baumbestandene, breite Wohnstraße im Stadtteil Maida Vale; Läden und Restaurants sucht man hier vergebens, dafür reihen sich in der Straße gepflegte Wohnhäuser aneinander. In den 1840er Jahren wurde die Warwick Avenue angelegt, davon zeichnete der Architekt George Ledwell Taylor für den Entwurf der Häuser mit den Nummern 2 bis 16 verantwortlich (das ist der, der damals den König überredete, den zentralen Londoner Platz nicht „King William the Fourth’s Square“, sondern „Trafalgar Square“ zu benennen).

Die Bakerloo Linie des Londoner U-Bahnnetzes unterhält an der Straße eine Station, die Warwick Avenue Station. Daneben steht eine moderne, für meine Begriffe ziemlich hässliche Kirche, die erst 1976 erbaut wurde, St Saviour, die die Gläubigen dieser auch Little Venice genannten Region bedient.
Sonst gibt es über diese Straße nicht viel zu sagen, außer, dass die Sängerin Duffy ein Lied über sie geschrieben und gesungen hat, das den Titel „Warwick Avenue“ trägt und mit den Worten beginnt:

„When I get to Warwick Avenue
Meet me by the entrance of the tube“  und etwas später:
„When I get to Warwick Avenue
I’’ll tell baby there we’’re through“

In dem Lied dient die U-Bahnstation als Treffpunkt einer jungen Dame mit ihrem Freund, dem sie sagen will, dass es aus ist zwischen ihnen, weil er sie zu oft verletzt hat.

Die walisische Sängerin Duffy stieg einmal zufällig an der U-Bahnstation Warwick Avenue aus, der Name blieb hängen und am nächsten Tag entstand der Song „Warwick Avenue“, der dann 2008 auf ihrem Album „Rockferry“ veröffentlicht wurde.

Hier ist das Musikvideo „Warwick Avenue“.

Die breite, baumbestandene Warwick Avenue in Maida Vale.    © Copyright Stacey Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die breite, baumbestandene Warwick Avenue in Maida Vale.
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Published in: on 13. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Stuart Maconie: The People’s Songs – The Story of Modern Britain in 50 Records

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Das ist jetzt schon das fünfte Buch, das ich von Stuart Maconie gelesen habe. Nach „Adventures on the High Teas: In Search of Middle England“, „Hope & Glory: The Days That Made Britain“, „Pies and Prejudice: In Search of the North“ und „Never Mind the Quantocks: How Country Walking Can Change Your Life“ habe ich gerade sein aktuelles und hoch interessantes Buch „The People’s Songs: The Story of Modern Britain in 50 Records“ beendet. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller ist Stuart Maconie auch im Hörfunk und im Fernsehen tätig. Sein neues Buch erschien parallel zu einer gleichnamigen Hörfunkserie bei BBC Radio 2.

In 50 Kapiteln beschäftigt sich Maconie mit dem Großbritannien der Nachkriegszeit und macht das an jeweils einem Pop- bzw. Rocksong fest. Im ersten Kapitel treffen wir auf Vera Lynn, die noch im September 2009 im Alter von 92 Jahren mit ihrem Album „We’ll Meet Again“ auf Platz 1 der britischen Charts kletterte und damit etablierte Rockbands vom Podest stürzte. Lynn, „The Forces‘ Sweetheart“, gilt mit ihren Liedern als „musikalische Ikone“ des Zweiten Weltkriegs.

In Kapitel 6 „Telstar“ schreibt Maconie von der beginnenden technologischen Revolution und stellt Joe Meek, den englischen Phil Spector, in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, der den Instrumentaltitel „Telstar“ schrieb und produzierte.

Elvis Costellos „Shipbuilding“ ist der titelgebende Song für Kapitel 28, in dem es um den Falkland-Krieg und die Eiserne Lady Margaret Thatcher geht.

In Kapitel 33 „Smalltown Boy“ steht das Thema Homosexualität in Großbritannien im Vordergrund, verkörpert durch den Song der Band Bronski Beat.

Kapitel 43 „Brimful of Asha“ zeigt den Einfluss, den die Musik der indischen und pakistanischen Einwanderer auf die britische Rockszene ausgeübt hat, festgemacht an dem Song der Band Cornershop.

Maconies „The People’s Songs“ läuft zurzeit noch auf BBC2, hier ist die Webseite der Sendung. Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich sowohl für die Gesellschaft Großbritanniens im 20. und 21. Jahrhundert als auch für die britische Musikszene der letzten 60 Jahre interessieren!

Stuart Maconie: The People’s Songs – The Story of Modern Britain in 50 Records. Ebury Press 2013. 420 Seiten. ISBN 978-0-091-93379-1

Published in: on 12. November 2013 at 02:00  Comments (1)  

The Crime Writers Association hat entschieden: Wer ist der beste Krimiautor aller Zeiten?

Hier auf dem Friedhof von Cholsey ruht sie, die beste Krimiautorin aller Zeiten: Agatha Christie. Eigenes Foto.

Hier auf dem Friedhof von Cholsey bei Wallingford in Oxfordshire ruht sie, die beste Krimiautorin aller Zeiten: Agatha Christie.
Eigenes Foto.

Die britische Crime Writers Association feierte vor wenigen Tagen ihren 60. Geburtstag und nahm das als Anlass, von ihren 600 Mitgliedern den besten Krimiautor bzw. die beste Krimiautorin aller Zeiten wählen zu lassen. In der Shortlist tummelten sich all die großen Namen aus der Welt der Kriminalliteratur wie Raymond Chandler, Georges Simenon, Reginald Hill und Dorothy Sayers, um nur einige zu nennen. Entschieden hat man sich aber für die große Dame der „Crime Fiction“: Agatha Christie. 66 Romane hat sie geschrieben und 14 Kurzgeschichtensammlungen.

Agatha Christie ist gleich noch einmal geehrt worden und zwar in der Kategorie Best Ever Novel für ihren Roman „The Murder of Roger Ackroyd“ (dt. „Alibi“), der 1926 erschien und ihren Weltruf begründete. Sie konnte sich damit gegen starke Konkurrenten durchsetzen wie z.B. wie „The Nine Taylors“ von Dorothy Sayers, „Silence of the Lambs“ von Thomas Harris oder „Big Sleep“ von Raymond Chandler.

Schließlich wurde auch noch die Best Ever Crime Series gewählt und da war der Sieger Sir Arthur Conan Doyle mit seinen Sherlock Holmes-Romanen und Geschichten. Der Mann mit der Pfeife hatte als Konkurrenten u.a. Hercule Poirot (Agatha Christie), Rebus (Ian Rankin) und Adam Dalgliesh (P.D. James).

Der diesjährige Gold Dagger der Crime Writers Association für den besten Krimi des Jahres ging an den Spionageroman „Dead Lions„, den Mick Herron geschrieben hat.

Und hier auf dem Friedhof von Minstead in Hampshire ruht Sir Arthur Conan Doyle.    © Copyright Miss Steel and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier auf dem Friedhof von Minstead in Hampshire ruht Sir Arthur Conan Doyle.
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Published in: on 11. November 2013 at 02:00  Comments (2)  

Der Heritage Lottery Fund – Ein Segen für die Erhaltung des britischen Kulturerbes

Gefördert vom HLF: Der Kennet and Avon Canal.    © Copyright Oast House Archive and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Gäbe es nicht die vielen Millionen Briten, die Woche für Woche Lotto spielen, sähe es für viele britische Kulturgüter nicht so rosig aus, denn seit 1994 gibt es den Heritage Lottery Fund (HLF), der einen Teil der Lottoeinnahmen für „projects involving the local, regional and national heritage“ bekommt. Seitdem flossen bereits £5,5 Milliarden in über 35 000 Projekte. 28 Pence von jedem eingenommenen Pfund Sterling der National Lottery werden einem guten Zweck zugeführt, u.a. eben auch der HLF.

Einen der größten Zuschüsse erhielt der Ausbau und die Restaurierung des Kennet & Avon Canals, nämlich £25 Millionen. Der Kanal verbindet Bristol mit Reading auf einer Länge von 140 km. Der Londoner Alexandra Palace befindet sich zurzeit in einer Umbauphase und wird dafür £16,8 Millionen vom HLF erhalten. Northamptonshires Silverstone Racecourse bekommt £9.1 aus dem großen „Lottotopf“, um Großbritanniens Motorsporterbe zu erhalten.

Aber auch kleinere Projekte werden unterstützt, beispielsweise die Restaurierung des verfallenen Radcliffe Tower in Bury (Greater Manchester) mit £266.900 und das Guildhall Heritage Centre Project in Bury St Edmunds mit £73,600.

Im kommenden Jahr jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum hundersten Mal, und da wird der Heritage Lottery Fund einen Schwerpunkt auf die Unterstützung einzelner Projekte legen, die sich mit diesem Thema befassen. Einige Beispiele:

– In Wolverhampton gibt es das Forschungsprojekt „Blinded by War„, das die Auswirkungen des Krieges auf die Augenheilkunde untersucht. £10 000 sind dafür bereitgestellt worden.

– Der Earls Colne Parish Council in Essex erhält £6,000 für eine Ausstellung, in der es um die Männer des Dorfes geht, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind.

-Der Otley Museum & Archive Trust in West Yorkshire kann sich über £8,200 freuen, die er für das Projekt „Legacies of War – Untold Otley Stories“ erhält, das sich mit den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Stadt Otley beschäftigt.

Man kann nur hoffen, dass die Briten auch in Zukunft Lottospieler bleiben und damit viel Gutes für den Erhalt ihres Kulturerbes tun.

Erhält viel Geld vom HLF: Der Alexandra Palace in London.    © Copyright Fast Track images and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Erhält viel Geld vom HLF: Der Alexandra Palace in London.
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Published in: on 10. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Hardknott Pass in Cumbria – Eine der atemberaubendsten Straßen Englands

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Auf dem Weg von Yorkshire zur Küste Cumbrias befuhren wir einmal eine Straße namens Hardknott Pass, die ich als eine der atemberaubendsten in ganz England in Erinnerung habe. Von Ambleside fuhren wir mit einem ziemlich großen Wohnmobil in Richtung Westen und wurden schon am Beginn der Passstraße gewarnt: „Road suitable for cars and light vehicles only„. Steigungen und Gefälle bis zu 30% erwarten hier die Fahrer, zusätzlich sehr enge Kurven  und einspurige Verkehrsführung. Was will man mehr?

Das Befahren der englischen Single Track Roads erweist sich schnell als recht einfach, denn man ist hier sehr rücksichtsvoll. In regelmäßigen Abständen gibt es immer wieder Ausweichstellen, so dass dort zwei Fahrzeuge aneinander vorbei passen. Man bedankt sich bei den Fahrern, die auf die Ausweichbuchten fahren, damit man passieren kann. Hin und wieder muss man an unübersichtlichen Stellen auch mal ein Stück zurückfahren, aber alles klappt in der Regel wunderbar.

Der Hardknott Pass erreicht an der höchsten Stelle knapp 400 Meter, das klingt erst einmal nach nicht viel, aber wenn man vor Ort ist, sieht das ganz anders aus. Diese Region in Cumbria ist ziemlich menschenleer; man sieht selten einmal Häuser, dafür umso mehr Schafe, die hier ein friedliches Leben führen und sich meist von den Autos beim Fressen nicht stören lassen. Oft fuhren wir nur knapp ein Meter an den Tieren vorbei, ohne dass sie Notiz von uns nahmen.

Auf der ganzen Strecke gibt es nur einen Pub und zwar am westlichen Ende des Hardknott Passes, den Woolpack Inn, in dessen Shop man regionale Spezialitäten kaufen kann. Fahrer und Passagiere können sich in dem Gasthof erst einmal von den unzähligen durchfahrenen Kurven erholen. Der Woolpack Inn ist aber kein rustikaler Land-Pub, sondern cool und stylish gestaltet, mit einem Restaurant, das auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird, aber auch mit einer Karte, auf der Pubfood zu finden ist.

Der einzige Nachteil beim Befahren des Hardknott Passes ist, dass der Fahrer von der dramatischen Landschaft nicht viel mitbekommt, da er sehr konzentriert fahren muss. Daher ist es am besten, immer mal wieder anzuhalten und die Landschaft zu genießen.

In diesem Film kann man den Hardknott Pass hautnah miterleben.

Hier muss man sein Auto schon gut im Griff haben.    © Copyright Glyn Drury and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier muss man sein Auto schon gut im Griff haben.
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Geschafft! Am Ende vom Hard Knott Pass steht der Woolpack Inn.    © Copyright Stephen McKay and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 9. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Guy’s Cliffe bei Warwick in Warwickshire – Ein verfallenes Herrenhaus, in dem Geister ihr Unwesen treiben

Guy's Cliffe bei Warwick.    © Copyright Robin Stott and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Guy’s Cliffe bei Warwick.
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Wenn man sich eingehend mit England beschäftigt, kommt man an dem Thema „Ghosts“ nicht vorbei. Viel häufiger als in Deutschland stößt man auf der Insel auf Menschen, die Geister oder geisterhafte Erscheinungen gesehen haben wollen. Ich bin selbst mehreren Engländern begegnet, die mir von ihren unheimlichen Erlebnissen mit Geistern erzählt haben und das waren durchaus ernst zu nehmende Menschen.

Auch das leider verfallene ehemalige Herrenhaus Guy’s Cliffe in der Nähe der Stadt Warwick in Warwickshire wird von einigen Ruhelosen heimgesucht, darunter vom namengebenden Sir Guy of Warwick, dessen Denkmal in der St Mary’s Chapel steht. Eine weitere historische Figur spukt in den Räumen von Guy’s Cliffe: Piers Gaveston, ein Günstling Edwards II., der 1312 auf dem nahegelegenen Blacklow Hill erst von einem Schwert durchbohrt und dann enthauptet worden ist. An der Stelle wurde ein steinernes Kreuz aufgestellt.
Auch „ghostly figures“ aus der neueren Zeit sollen in den Ruinen schon gesichtet worden sein und zwar Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Das Haus, das auf Felsen oberhalb des Flusses Avon steht, wurde im Ersten Weltkrieg als Krankenhaus und im Zweiten Weltkrieg als Schule für evakuierte Kinder  verwendet. Spätere Pläne für die Umwandlung in ein Hotel scheiterten und so steht Guy’s Cliffe immer mal wieder für längere Zeit leer. Während der Dreharbeiten für den Sherlock Holmes-Film „The Last Vampyre“ kam es 1992 zu einem verheerenden Brand, der große Teile des Gebäudes vernichtete. Hier die entsprechenden Szenen.  Ja, Guy’s Cliffe hat schon so einiges mitgemacht.

Die bereits erwähnte St Mary’s Chapel wird von Freimaurern benutzt, in den ehemaligen Ställen hat sich eine Reitschule etabliert und ein Stück weiter die Coventry Road hinunter befindet sich auf dem ehemaligen zu Guy’s Cliffe gehörenden Gelände ein Restaurant namens The Saxon Mill.

Ich hätte noch einen Tipp für diejenigen, die noch nicht wissen, was sie in diesem Jahr zu Silvester machen sollen: Wie wäre es mit einer Geisterjagd am letzten Tag des Jahres 2013 in Guy’s Cliffe? Das Spektakel beginnt um 19 Uhr, kostet 49£ (inklusive heißer Getränke und Kekse) und endet um 0.30 Uhr. Gebucht werden kann die Ghost Hunt über Fright Nights.

Zur Einstimmung ist hier ein Film über die unheimliche Seite von Guy’s Cliffe zu sehen.

St Mary's Chapel.    © Copyright David Stowell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s Chapel.
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Published in: on 8. November 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Parmoor (Buckinghamshire)

St Katharine's in Parmoor (Buckinghamshire).   © Copyright Andrew Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Location Scouts der TV-Serie „Inspector Barnaby“ haben mit St Katharine’s in Parmoor in Buckinghamshire einen guten Griff getan, denn das alte Haus wurde schon in fünf Episoden verwendet. Seit 1995 gehört St Katharine’s der Sue Ryder Prayer Fellowship, deren Aufgabe es ist, Menschen mit oder ohne Glaubenszugehörigkeit die Gelegenheit zu bieten, in den Räumen Ruhe zu finden und neue Kraft für die Aufgaben des täglichen Lebens zu schöpfen.

Schon einmal wurden Teil einer Barnaby-Folge in einem Sue Ryder Home gedreht. In Episode 61 „Blood Wedding“ (dt. „Ganz in Rot“) verwendete man Joyce Grove als Bledlow Hall in Nettlebed in Oxfordshire.

Der winzige Ort Parmoor liegt nicht weit von mehreren anderen Schauplätzen der Krimiserie entfernt, z.B. Frieth, Turville und Hambleden.
St Katharine’s fungiert in Episode 78 „Master Class“ (dt. „Mord von Meisterhand“) als Devington Manor, wo Sir Michael Fielding seine berühmte Musikschule untergebracht hat.
In Folge 66 „Talking to the Dead“ (dt. „Die Untoten von Barton Woods“) sehen wir St Katharine’s als The Pines Nursing Home und in Folge 54 „King’s Crystal“ (dt. „Ein Sarg aus China“) als Freimaurerloge. In Episode 71 „Small Mercies“ (dt. „Böse kleine Welt“) wurden die Innenaufnahmen hier für das Franklins Hotel gemacht und auch der „neue“ Barnaby war schon einmal hier, in Folge 94 „The Sicilian Defense“ (dt. „König Dame Tod“).

Nur ein paar hundert Meter von St Katharine’s entfernt liegt die Little Parmoor Farm, die wir als Holly Reid’s Cottage in „Dark Autumn“ (dt. „Nachts, wenn die Blätter fallen“) sehen können. Die Farm bietet übrigens auch Bed & Breakfast an.

Published in: on 7. November 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Musikvideo – The Housemartins: „Me and the Farmer“

Housemartins

The Housemartins, meine Lieblingsband der 1980er Jahre, hatten nur einen Nummer-Eins-Hit in den britischen Charts: „Caravan of Love„, den ich in meinem Blog schon einmal vorstellte und den sie im Jahr 1986 veröffentlichten. Die „Mehlschwalben“ nannten sich gern bescheiden „The fourth best band in Hull“, denn von dort kommen sie her, aus der Stadt im Nordosten Englands. Leider spielten sie nur von 1983 bis 1988 zusammen, dann löste sich die Band auf.

Aus ihrem Album „The People Who Grinned Themselves to Death„, das 1987 erschien, habe ich heute den Titel „Me and the Farmer“ ausgewählt, der von den Bandmitgliedern Paul Heaton und Stan Cullimore geschrieben wurde. Darin kommt der englische menschenschindende Bauer ziemlich schlecht weg: „Jesus hates him everyday cause Jesus gave and farmer took“, „Worked his workers right around the clock“ und „God loves his wife a bit He hates the farmer through and through“, heißt es in dem Text.

Hier ist das Musikvideo zu sehen.

Published in: on 6. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Ted Simon: Jupiters Heimkehr – Mit dem Motorroller durch England

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Ted Simon ist Jahrgang 1931, lebt heute in Kalifornien und war viele Jahre lang als Journalist für große britische Tageszeitungen tätig. Bekannt wurde er durch seine Weltumrundungen mittels Motorrad, die er in seinen beiden Büchern „Jupiters Fahrt“ (1982) und „Jupiters Träume“ (2007) ausführlich beschrieb. Ted Simons wohl letzte größere Fahrt unternahm er 2010, eine Rundreise quer durch England mit kurzen Abstechern nach Schottland, Nord-Irland und Irland. Er wollte noch einmal die Schauplätze seiner Kindheit und seiner Jugend aufsuchen. Als Fahrzeug wählte er einen Piaggio MP3-Motorroller, ein merkwürdiges Gefährt, dass durch seine beiden Vorderräder aus dem Rahmen fällt.

1939 wurde Ted Simon, der jüdischer Abstammung ist, gerade noch rechtzeitig nach England gebracht, wo er einen Teil seiner Kindheit in Trench Hall bei Wem in Shropshire verbrachte, wo die deutsche Pädagogin Anna Essinger eine Schule für jüdische Auswandererkinder betrieb. Es liegt ihm besonders am Herzen, diesen Ort noch einmal aufzusuchen. Eine blaue Plakette an dem Gebäude erinnert an die Schule, die hier von 1940 bis 1946 bestand.

Simon zockelt mit seiner MP3 bis nach Cornwall hinunter, fährt die A6 hoch bis nach Carlisle in Cumbria und setzt im schottischen Stranraer nach Belfast in Nord-Irland über.

Manchmal verheddert sich Ted Simon in seinem Hin und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart ein wenig und wird dabei ziemlich weitschweifig, aber man verzeiht es ihm. Er ist einfach ein angenehmer und sympathischer Mensch, dem man gern auf seiner Reise folgt.

Hier ist ein Film über Ted Simon.

Ted Simon: Jupiters Heimkehr – Mit dem Motorroller durch England. Malik 2013. 313 Seiten. ISBN 978-3890294377.

Ein Piaggio MP3-Motorroller. This image is released into the public domain

Ein Piaggio MP3-Motorroller.
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Ted Simons frühere Schule Trench Hall heute.    © Copyright Row17 and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ted Simons frühere Schule Trench Hall heute.
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Published in: on 5. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hathersage (Derbyshire) – Little John, Charlotte Brontë und ein blutiger Horrorfilm

Blick auf Hathersage vom Friedhof aus.    © Copyright Andrew Hill and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf Hathersage vom Friedhof aus.
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Ich mag diese raue, bergige Landschaft zwischen Manchester und Sheffield sehr, die sich Peak District nennt. An  einer der kleineren Straßen, der A6187, die zu den Höhlen von Castleton führt, liegt das Dorf Hathersage in der Grafschaft Derbyshire, über das es einiges zu berichten gibt.

Auf dem Kirchhof von St Michael and All Angels findet man das Grab eines Mannes, von dem man nicht weiß, ob er überhaupt je gelebt hat: Little John, der Weggefährte von Robin Hood. Das „Little“ im Namen des Mannes war nicht ernst gemeint, denn John soll ein Hüne von weit über zwei Metern gewesen sein. Auf seinem Grabstein steht geschrieben:“Here lies Little John the friend and lieutenant of Robin Hood. He died in a cottage (now destroyed) to the east of the churchyard„. Möglicherweise wurde er auch in Hathersage geboren. 1784 buddelte ein Captain Shuttleworth das Grab aus und fand darin einen 80cm langen Schenkelknochen, der darauf schließen ließ, dass hier ein extrem großer Mensch begraben worden ist. Ob es ihn nun gab oder nicht, wir werden es wohl nie erfahren. Das Little John Hotel in der Station Road erinnert an den Mann an der Seite Robin Hoods.

Gegenüber der Kirche steht The Old Vicarage, in der die Schriftstellerin Charlotte Brontë im Jahr 1845 ihre Freundin Ellen Nussey besuchte. Deren Bruder war damals der Vikar von St Michael and All Angels. Charlotte ließ sich von Hathersage für ihren Roman „Jane Eyre“ inspirieren (den sie Morton nannte) und auch den Namen „Eyre“ übernahm sie von einer hier ansässigen Adelsfamilie. An Robert Eyre erinnert ein Monument in der Kirche, das sehr beliebt für „Brass Rubbing“ ist, das Durchpausen eines Bildes auf einer Messingtafel.

Wer den blutigen Horrorfilm „Das Leichenhaus der lebenden Toten“ (1974) schon einmal gesehen hat, kann sich vielleicht noch an die unheimlichen Kirchen- und Friedhofsszenen erinnern, die wurden hier in Hathersage in und um St Michael and All Angels gedreht. Hier ist der Trailer zum Film.

Dieses Video gibt einen ersten Eindruck über das Dorf Hathersage.

Das Grab Little Johns auf dem Friedhof von St Michael and All Angels. This media file is in the public domain.

Das Grab Little Johns auf dem Friedhof von St Michael and All Angels.
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The Old Vicarage in Hathersage.    © Copyright Neil Theasby and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Vicarage in Hathersage.
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Hier wurde der Horrorfil gedreht.    © Copyright Peter Barr and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier wurde der Horrorfilm „Das Leichenhaus der lebenden Toten“ gedreht.
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St Michael and All Angels in Hathersage.    © Copyright SMJ and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael and All Angels in Hathersage.
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Published in: on 4. November 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Gerard Hoffnungs „The Bricklayer’s Lament“ – Eine herrlich komische Geschichte

Ich habe noch ein 3-LP-Set von Gerard Hoffnungs. Eigenes Foto.

Ich habe noch ein 3-LP-Set von Gerard Hoffnungs Musicfestivals.
Eigenes Foto.

Kürzlich wurde ich wieder einmal auf Gerard Hoffnung (1925-1959) aufmerksam, als ich im Fernsehen einen Bericht über die Kindertransporte sah, die während der Zeit des Nationalsozialismus nach England durchgeführt wurden. Auch Gerard, der jüdischer Abstammung war, kam mit so einem Transport ins Land. Seine Eltern konnten sich gerade noch rechtzeitig vor den Nazis retten, und Gerard zog mit seiner Mutter in den Norden Londons, wo er dann bis zu seinem sehr frühen Tod 1959 lebte.

Berühmt wurde Gerard Hoffnung einerseits durch seine Karikaturen, in denen er sich hauptsächlich mit Themen aus der Musik beschäftigte, und durch seine Musikfestivals in der Londoner Royal Festival Hall, in denen er „originelle Musik …mit clownesken Einlagen der Musiker“ (so die Wikipedia) aufführte.

Heute möchte ich auf sein herrlich komisches „The Bricklayer’s Lament“ aufmerksam machen, eine wunderschön erzählte Geschichte von einem Maurer, der sich recht tolpatschig anstellt und dafür gleich mehrfach bestraft wird. Hoffnung trug diese Geschichte am 4. Dezember 1958 vor der Oxford Union Society vor, und die Anwesenden konnten sich vor Lachen kaum halten. Er las die Story von den Missgeschicken eines Maurers ein Jahr zuvor im „Manchester Guardian“ und fand sie so schön, dass sie Bestandteil seines Repertoires wurde.

Wer „The Bricklayer’s Lament“ noch nicht kennt, sollte sich die Geschichte unbedingt hier einmal anhören.

Das Buch zum Artikel:
Annetta Hoffnung: Gerard Hoffnung – His Biography. Gordon Fraser 1988. 176 Seiten. ISBN 978-0860921103.

Published in: on 3. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Songs About London – Heute: No. 10 Downing Street

Seit Margaret Thatchers Regierungszeit ist No. 10 Downing Street duch Gittertore abgesperrt.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Seit Margaret Thatchers Regierungszeit ist No. 10 Downing Street duch Gittertore abgesperrt.
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Wer war 1967 in Großbritannien Premierminister?…Richtig: Harold Wilson residierte von 1964 bis 1970 in No. 10 Downing Street; eine Straße, die soviel ich weiß, noch nicht sehr oft besungen worden ist. 1967 schrieben Larry Page und David Matthews einen Song namens „No. 10 Downing Street“ für die aus Andover in Hampshire stammende Band The Troggs, deren größter Hit „Wild Thing“ ein Jahr zuvor erscheinen war. Drei Mitglieder der 1964 gegründeten Band leben heute leider nicht mehr: Sänger Reg Presley starb in diesem Jahr am 4. Februar, der Gitarrist Dave Wright im Jahr 2008 und der Schlagzeuger Ronnie Bond bereits 1992.

In dem Song heißt es „No. 10 Downing Street, that’s where all the rules are made concerning me and you“ und weiter geht es:

„What we may read, what we may write
When to make peace and when to fight
To tell the truth or when to lie
And how much they take from us when we die.“

Eine mehr oder weniger milde Kritik an der Regierung Harold Wilsons, die, von „No. 10“ aus, die Geschicke ihrer Bürger bestimmt bzw. manipuliert. Die Downing Street (ich berichtete in meinem Blog darüber) ist eine kleine unscheinbare Straße, die von Whitehall abzweigt und durch ein Tor vom Rest der Welt abgeschottet ist. Benannt wurde sie nach dem Diplomaten Sir George Downing (1632–1689), der die Straße in den 1680er Jahren anlegen ließ.

Hier ist „No. 10 Downing Street“ von den Troggs zu hören.

Published in: on 2. November 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Minster FM -Der Rundfunksender, der die Stadt York und die Umgebung bedient

York Minster, nach dem der Sender benannt ist. Eigenes Foto.

York Minster, nach dem der Sender benannt ist.
Eigenes Foto.

Welche Radiosender hört man eigentlich in York und in den umliegenden Orten? Da gibt es u.a. BBC Radio York, Capital Yorkshire oder, wenn man im Krankenhaus liegen sollte, York Hospital Radio. Da gibt es aber auch einen Sender mit dem schönen Namen Minster FM, mit der Frequenz 104,7 MHz. Diese kommerzielle Radiostation gehört der Firma UK Radio Developments, die noch 15 weitere Sender besitzt, darunter auch Yorkshire Coast Radio, das die Küste Yorkshires von Scarborough aus bedient.

Minster FM ist im Großraum York seit dem 4. Juli 1992 zu hören und rund 71 000 Hörer schalten den Sender pro Woche ein; jeder bleibt dabei etwa 7,7 Stunden „bei der Stange“. Damit hat die Radiostation im Augenblick mehr Hörer als BBC Radio York.

Gesendet wird rund um die Uhr, wobei in den Nachtstunden zwischen 0 Uhr und 6 Uhr kein Moderator anwesend ist und ausschließlich Musik gespielt wird. Der kommerzielle Sender strahlt sein Programm nicht, wie der Name vermuten lässt, vom Münster der Stadt York aus (warum eigentlich nicht, schließlich hat das Gotteshaus ja auch eine eigene Polizeistation; ich berichtete darüber), sondern von einem drögen Industriepark in Dunnington, einem sechs Kilometer östlich vom Stadtzentrum gelegenen Vorort. Der Sendemast über die Minster FM zu hören ist, die Acklam Wold Transmitting Station, steht zwischen York und Scarborough. Von hier aus wird auch das Programm von BBC Radio York ausgestrahlt.

Während ich diesen Blogeintrag schreibe, läuft im Hintergrund die Morningshow mit Richard Stead von Minster FM. Hier ist der Link zum Live-Hören.

Der Sendemast bei Acklam, der das Programm von Minster FM ausstrahlt.    © Copyright DS Pugh and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Sendemast bei Acklam, der das Programm von Minster FM ausstrahlt.
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Published in: on 1. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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