St John the Baptist in Cockayne Hatley (Bedfordshire) – Eine abgelegene Kirche, die auch heute noch Besucher anzieht

St John the Baptist in Cockayne Hatley (Bedfordshire)    © Copyright Helen Baker and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St John the Baptist in Cockayne Hatley (Bedfordshire)
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Ich glaube, die wenigsten haben schon einmal von dem Dorf mit dem merkwürdigen Namen Cockayne Hatley gehört, das etwa auf halber Strecke zwischen Bedford und Cambridge in Bedfordshire liegt. Man errreicht den hübschen kleinen Ort nur über schmale Landstraßen. Am Dorfrand liegt die Kirche St John the Baptist, über die es einiges zu berichten gibt. Henry Cockayne Cust war hier jahrzehntelang der Pfarrer, und er gestaltete seine Kirche auf eine ihm eigene Art.

Als er die Gemeinde 1806 übernahm, war die Kirche in einem beklagenswerten Zustand. Als es bei einer Weihnachtspredigt durch das undichte Dach auf den Altar schneite, hatte er die Nase voll, und so machte er sich daran, St John the Baptist von Grund auf umzubauen, was sehr viel Zeit und nicht minder viel Geld kostete. Henry Cockayne Cust unternahm mehrere Shopping-Touren, die ihn u.a. auch nach Belgien führten. Dort kaufte er in Charleroi einen kompletten Satz von Kirchenstühlen aus dem 17. Jahrhundert und handgeschnitzte Holztafeln, die er sich in seine Kirche liefern ließ. Die gehörten einmal in eine Abtei in Flandern, von der nur noch Ruinen übriggeblieben sind. Aus Mechelen besorgte er sich ein ebenfalls handgeschnitztes Altargitter, Falttüren aus Louvain und eine Kanzel aus Antwerpen.

Nachdem St John the Baptist nun schon zu großen Teilen aus ehemals belgischen Beständen zusammengesetzt war, führte Henry Cockayne Cust seine Einkaufstouren im eigenen Land fort. Aus Yorkshire besorgte er sich Kirchenfenster, die aus dem 13. Jahrhundert stammten, und hölzerne Engel aus einer Kirche im nahegelegenen Biggleswade. Die Gemeindemitglieder von  Cockayne Hatley konnten sich also wirklich nicht über ihren Pfarrer beklagen, der immerhin von 1806 bis 1861 im Amt war, und durch dessen Rührigkeit noch heute Besucher in diesen abgeschiedenen Teil von Bedfordshire kommen.

Wenn man schon einmal in  Cockayne Hatley ist, sollte man sich auch noch eine besondere Grabstelle ansehen. Der Dichter William Ernest Henley liegt hier begraben, der Robert Louis Stevenson als Vorbild für die Figur des Long John Silver in seinem Roman „Treasure Island“ (dt. „Die Schatzinsel“) diente, denn auch Henley hatte ein Holzbein. Seine Tochter Margaret, die im Alter von fünf Jahren starb, und die neben ihrem Vater beigesetzt ist, diente Henleys Freund J.M. Barrie in dessen Roman „Peter Pan“ als Vorbild für die Figur der Wendy.

Die Orgel und ein Kirchenfenster von St John the Baptist.    © Copyright James Yardley and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Orgel und ein Kirchenfenster von St John the Baptist.
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Das Grabmal des Dichters William Ernest Hatley auf dem Kirchhof von St John the Baptist.    © Copyright Ben Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grabmal des Dichters William Ernest Henley auf dem Kirchhof von St John the Baptist.
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Published in: on 10. Dezember 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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