Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Latimer (Buckinghamshire)

Latimers Village Green. Vorn das Denkmal für die im Burenkrieg Gefallenen, links davon "Pferdeherz-Monument".    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Latimers Village Green. Vorn das Denkmal für die im Burenkrieg Gefallenen, links davon das „Pferdeherz-Monument“.
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Chesham, Chenies, Amersham sind die Nachbarorte des kleinen Dorfes Latimer in der Grafschaft Buckinghamshire, die alle aufmerksamen „Inspector Barnaby„-Zuschauer sicher schon einmal als Drehorte in der TV-Serie gesehen haben, die dort aber alle unter anderen Namen fungieren.
Latimer tauchte bisher nur zweimal auf und das auch nur recht kurz. In Episode 3 „Death of a Hollow Man“ (dt. „Requiem für einen Mörder“) sieht man den Theaterregisseur Harold Winstanley in seinem Cabrio zum Ende der Folge durch ein Dorf fahren, das ist Latimer. Ähnlich kurz war der „Auftritt“ des Ortes in Episode 79 „The Noble Art“ (dt. „Unter der Gürtellinie“), als man am Anfang (nach dem Vorspann) Tom und Joyce Barnaby durch Latimer fahren sieht.

Eine Besonderheit weist das Dorf in Buckinghamshire aber noch auf: Das Village Green. Auf dem kleinen, von hübschen Häusern umgebenen Dorfanger stehen zwei steinerne Denkmäler; eines erinnert an die Gefallenen im Burenkrieg aus Latimer und den Nachbarorten, das andere, kleinere an ein Pferd, das ebenfalls im Burenkrieg „kämpfte“ bzw. eingesetzt wurde. Nicht das ganze Pferd wurde unter dem Denkmal beigesetzt, sondern nur sein Herz. Wie es dazu kam, da kursieren unterschiedliche Geschichten. Eine davon:

Lord Chesham, der im Latimer House wohnte, einem Herrenhaus gleich neben der Kirche St Mary Magdalene (in der übrigens jährlich das Midsummer (!!) Music Festival stattfindet), und seinerzeit im Burenkrieg als General diente, soll dort bei der Schlacht von Boshof am 5. April 1900 Seite an Seite mit dem französischen General Villebois-Mareuil gekämpft haben. Der Franzose wurde getötet, als er gerade versuchte das Leben des britischen Generals zu retten, wobei auch das „französische“ Pferd verwundet wurde. Aus Dankbarkeit nahm Lord Chesham den Vierbeiner mit nach England ins Latimer House zurück und nannte ihn Villebois. Nachdem das Pferd 1911 gestorben war, setzte man sein Herz auf dem Village Green bei und errichtete ihm zu Ehren das kleine Monument.
Ich bin nicht sicher ob Tom und Joyce Barnaby von dieser anrührenden Geschichte wussten, als sie durch Latimer fuhren und am Village Green vorbeikamen (beide Denkmäler sind in der Szene zu sehen).

Übrigens ist Latimer nur auf sehr schmalen einspurigen Straßen zu erreichen. Ich hatte das „Glück“, mit meinem Auto auf einen breiten Trecker zu treffen und musste ein ganzes Stück rückwärts fahren, bis ich eine Ausweichstelle fand.

Und hier noch einmal das Pferdegrab in Großansicht. Eigenes Foto.

Und hier noch einmal das Pferdeherzgrab in Großansicht.
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Latimer House.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Latimer House.
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