Whitehaven (Cumbria) und die Rolle der Stadt im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

Im Hafen von Whitehaven erinnert diese Statue an den Angriff auf die Stadt im Jahr 1778.    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Hafen von Whitehaven erinnert diese Statue an den Angriff auf die Stadt im Jahr 1778.
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1778, während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, wurde die Stadt Whitehaven an der Küste Cumbrias im Nordwesten Englands von einem Schiff angegriffen, dass ausgerechnet von einem Mann kommandiert wurde, der in Whitehaven seine Lehre als Seemann absolviert hatte und mittlerweile in amerikanischen Diensten stand. John Paul Jones war sein Name, der in der Nacht vom 22. zum 23. April 1778 sein Schiff USS Ranger vor der Küste verankerte und mit zwei Ruderbooten, besetzt mit 30 Mann, an Land ging. Hier wollten sie möglichst viele Schiffe im Hafen in Brand setzen. Aber das Manöver entwickelte sich schnell zu einer Slapstick-Komödie.

Der erste Schritt des Plan gelang noch, in dem sie die Besatzung der Befestigungsanlagen überrumpeln und die Kanonen außer Gefecht setzen konnten, doch dann ging alles schief: Während ein Teil der „Landetruppen“ sich mit den Kanonen beschäftigte, ging der andere Teil in einen Pub am Hafen und ließ sich dort volllaufen. Jones war darüber nun gar nicht amüsiert, sollten diese Leute doch währenddessen die Schiffe in Brand setzen. Seine gering motivierte Truppe hatte auch kein Feuer, um die mitgeführten Fackeln anzuzünden. Schließlich gelang es ihnen doch noch, eines der vor Anker liegenden Schiffe, die „Thompson„, die mit Kohle beladen war, in Brand zu setzen. Während dieser Aktion schlich sich einer Männer davon und alarmierte die Bewohner Whitehavens, dass sich ihre Schiffe und möglicherweise ihre ganze Stadt in ein Flammenmeer verwandeln könnten. Man reagierte sofort und setzte alle verfügbaren Feuerwehren ein, die zum Hafen fuhren und das Feuer an Bord des Schiffes löschte, bevor es auf die anderen dicht an dicht liegenden Schiffe überspringen konnte.

John Paul Jones und seine Leute machten sich so schnell wie möglich in ihren Ruderbooten vom Acker und sahen zu ihrem Horror, dass ihr Mutterschiff, die „Ranger“, davonfahren wollte, weil sie zum einen unter Beschuss der Kanonen geraten war (man hatte zwei wieder gefechtsbereit machen können) und zum anderen die Besatzung glaubte, dass die Aktion fehlgeschlagen war (womit sie ja durchaus recht hatte), aber im letzten Moment sahen sie doch noch die beiden herannahenden Boote und nahmen ihren Kapitän und die angesäuselten Kollegen wieder an Bord.

Die Bürger Whitehavens haben übrigens den Amerikanern inzwischen vergeben; eine entsprechende Proklamation wurde 1999 anlässlich des Maritime Festivals zwischen dem Hafenmeister und einem Offizier der amerikanischen Marine unterschrieben.

Heute erinnert eine am Hafen aufgestellte Kanone, die von John Paul Jones gerade außer Betrieb gesetzt wird, an den Zwischenfall im Jahr 1778; hier ein Film darüber.

Über Whitehaven berichtete ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag.

Published in: on 15. Dezember 2013 at 02:00  Comments (1)  
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  1. […] Whitehaven habe ich in meinem Blog schon zweimal geschrieben, einmal in Zusammenhang mit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und einmal über die Rum […]


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