RAF Fauld in Staffordshire – Hier ereignete sich die schwerste Explosion während des Zweiten Weltkriegs

Der Gedenkstein für die Opfer des Explosionsunglücks am Rande des Kraters.    © Copyright David Stowell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gedenkstein für die Opfer des Explosionsunglücks am Rande des Kraters.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Stowell and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Unter dem Militärflugplatz Fauld in Staffordshire, in der Nähe des Dorfes Hanbury, ereignete sich die größte Explosion des Zweiten Weltkrieges, wenn man einmal von den Atombombenabwürfen absieht, und das nicht einmal unter Feindeinwirkung.
Seit dem 12. Jahrhundert wurde in dieser Gegend von Staffordshire Gips abgebaut und in den entstandenen Höhlen lagerte das Militär riesige Vorräte an Bomben und Munition. Am 27. November 1944 kam es gegen Mittag zu einer gewaltigen Explosion, die man noch in Leicester und Birmingham hören konnte; sogar in Rom schlugen seismische Überwachungsgeräte aus, wo man das für ein Erdbeben hielt. Rund 4000 Tonnen an explosivem Material detonierten, wodurch Unmengen an Felsen und Erde in die Luft geschleudert wurden und so ein Krater entstand, der 40 Meter tief und einen Durchmesser von einem halben Kilometer hatte. Wäre das gesamte Munitionsdepot explodiert, so wären wohl ganze Teile von Staffordshire verwüstet worden.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, wurde nie eindeutig geklärt, aber man vermutete, dass unsachgemäßer Umgang mit dem hochexplosivem Material die Ursache war.

Etwa 70 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben: Personal des Flugplatzes, Angestellte einer Fabrik, die das gewonnene Gips weiterarbeitete und einige Farmarbeiter, die zu dem Zeitpunkt gerade auf den Feldern waren. Auch zahlreiche Rinder, die in der Nähe weideten, wurden getötet. Hohe Sachschäden entstanden an mehreren Bauernhöfen und im Dorf Hanbury. Das Dorfgasthaus The Cock Inn wurde so schwer beschädigt, dass es neu aufgebaut werden musste. Nicht auszudenken, wenn die Region stärker besiedelt gewesen wäre, dann läge die Zahl der Todesopfer weit höher.

Das Gebiet, in dem sich die Explosion ereignete, ist bis heute weiträumig abgesperrt, denn noch immer lagern Bomben und Munition tief unten; es erwies sich als zu kostspielig, deren Bergung vorzunehmen und wohl auch zu gefährlich.

Am Rande des zugewachsenen Kraters hat man ein Denkmal für die Opfer der Explosion errichtet und deren Namen auf einer Platte festgehalten.

Hier ist eine Sendung von BBC4, die über das Unglück berichtet.

Das Buch zum Artikel:
Valerie Hardy: Voices from the Explosion – RAF Fauld, the World’s Largest Accidental Blast, 1944. Guideline Books 2012. 160 Seiten. ISBN 978-1843065487.

Das Munitionsdepot unterhalb von RAF Fauld.  This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

Das Munitionsdepot unterhalb von RAF Fauld.
This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

Der zugewachsene Krater, den die Explosion hinterließ.    © Copyright Frank Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der zugewachsene Krater, den die Explosion hinterließ.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Frank Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der damals verwüstete und wieder aufgebaute Cock Inn in Hanbury (Staffordshire).    © Copyright Mick Malpass and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der damals verwüstete und wieder aufgebaute Cock Inn in Hanbury (Staffordshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mick Malpass and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 28. Dezember 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: ,