The Great Train Robbery – Eine Neuverfilmung der BBC

Foto meiner DVD.

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Ich hatte mir erst vor kurzem noch einmal den dreiteiligen Fernsehfilm „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ aus dem Jahr 1966 angesehen, in dem es um den legendären Postzugraub vom 8. August 1963 geht. Auch nach fast 50 Jahren kann man sagen, dass der Schwarz-Weiß-Film damals hervorragend inszeniert worden ist, mit großartigen Darstellern wie Horst Tappert, Günther Neutze oder Wolfried Lier. Gedreht wurde der Film nicht an den Originalschauplätzen wie der Bridego Bridge oder der Leatherslade Farm, sondern überwiegend in Deutschland.

Am 18. und 19. Dezember strahlte BBC1 eine Neuverfilmung des Stoffes aus mit dem Titel „The Great Train Robbery„, jetzt auch als DVD erhältlich. Der erste Teil „A Robber’s Tale“ beinhaltet die Vorbereitung und die Durchführung des Coups, im 2. Teil „A Copper’s Tale“ stehen die Ermittlungsarbeiten der Polizei im Vordergrund. Kurios: Genau an dem Tag, als die BBC den ersten Teil sendete, am 18. Dezember, starb Ronnie Biggs, einer der Postzugräuber, im Alter von 84 Jahren in einem Pflegeheim im Norden Londons.

Im Gegensatz zu der deutschen Verfilmung, in dem die Postzugräuber fiktive Namen hatten, werden in dem Film der BBC die richtigen Namen verwendet. Bruce Reynolds, der Mastermind, wird von dem Waliser Luke Evans gespielt. Jack Roth verkörpert Charlie Wilson (mir kam das Gesicht gleich bekannt vor; Jack Roth spielte in der Episode 77 der Inspector Barnaby-Serie „The Silent Land“, die in Deutschland unter dem Titel „Die Geisterwanderung“ lief, die Rolle des Liam Peach). Neil Maskell ist Buster Edwards und der Schotte Martin Compston ist Roy James.

Auf der anderen Seite, der Polizei, finden wir Jim Broadbent als DCS Tommy Butler und Robert Glenister als Detective Inspector Frank Williams.

Auch dieser Film wurde nicht an Ort und Stelle des tatsächlichen Postzugraubs gedreht. Der Überfall ereignete sich an der Bridego Bridge bei Mentmore in Buckinghamshire. Ich suchte die Brücke einmal auf und stand an der Stelle, an der die Säcke voller Geld zu den wartenden Fahrzeugen geworfen wurden. Die Leatherslade Farm liegt sehr abgelegen südlich von Brill in Buckinghamshire (Brill war Drehort mehrerer „Barnabys“, ich berichtete in meinem Blog darüber). Die Farmgebäude wurden in den 1990er Jahren abgerissen und die Farm umbenannt.

„The Great Train Robbery“ wurde in Yorkshire gedreht, die Stadtszenen überwiegend in Leeds, aber auch in Bradford und Shipley. Die Strecke der Keighley and Worth Valley Railway nutzte man für die Darstellung des Zugüberfalls; hier wurde auch 1970 der Film „The Railway Children“ hergestellt. Bruce Reynolds‘ Versteck in Torquay war in Wirklichkeit der Küstenort Filey an der Ostküste Yorkshires.

Ich finde die Neuverfilmung des Stoffes ist gut gelungen, die Darsteller überzeugen, hin und wieder sind Anklänge an die „Gentlemen bitten zur Kasse“ zu finden (z.B. der Coup am Londoner Flughafen). Hier ist der Trailer.

Die Strecke der Keighley and Worth Valley Railway.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Strecke der Keighley and Worth Valley Railway.
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Die Oxenhope Station diente als Cheddington Railway Station.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 13. Januar 2014 at 08:41  Comments (4)  

Das Olney Pancake Race – Das Pfannkuchenwettrennen im Norden Buckinghamshires

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Am 4. März ist es wieder soweit, dann startet in der Kleinstadt Olney im Norden Buckinghamshires das berühmte Pancake Race. Jedes Jahr am Faschingsdienstag laufen die Damen des Ortes mit einer Pfanne in der Hand, in der sich ein Pfannkuchen befindet, eine 380 Meter lange Strecke, die vom Marktplatz über die High Street bis zur Kirche St Peter and St Paul führt. Entwickelt hat sich dieser Brauch 1445, als an einem Faschingsdienstag, als die Glocken zum Gottesdienst riefen, eine Hausfrau in Olney so vertieft in das Backen von Pfannkuchen war, dass sie mitsamt Pfanne, Schürze und Kopftuch zur Kirche rannte, um nicht zu spät zu kommen. So jedenfalls die Legende.

Beim Olney Pancake Race im vorigen Jahr wurde ein neuer Rekord aufgestellt, als die 19jährige Devon Byrne die Strecke in 56 Sekunden lief. Devon gewann auch schon das Rennen davor, und ihre Mutter war die Siegerin in den Jahren 1988, 1989 und 1993; eine sehr laufstarke Familie.

Eine Kuriosität ist, dass mehrere tausend Kilometer entfernt, in Liberal im US-Bundesstaat Kansas, am gleichen Tag ebenfalls ein Pfannkuchenrennen  ausgetragen wird, in dem sich die Damen dort mit denen aus Olney messen. Die vorige Rekordinhaberin war aus Liberal, aber Devon Byrne sorgte dafür, dass der Rekord wieder nach Buckinghamshire zurückgeholt wurde. Diese freundschaftliche Rivalität der beiden Städte existiert jetzt schon seit 65 Jahren.
Es gibt natürlich auch einen Preis zu gewinnen, auf den sich die Teilnehmerinnen sicher schon lange im voraus gefreut haben: Einen Kuss vom Küster (daher wohl auch der Name??).

Bevor das Rennen um 11.55 Uhr startet, dürfen schon einmal die Kleinen ran, die auf dem Marktplatz ihr eigenes Pancake Race austragen.

Die Pfannkuchen-vom-Markplatz-zur-Kirche-tragenden-Frauen-aus-Olney sind auch auf dem Ortsschild der Stadt verewigt worden.

Wie es bei dem Rennen zugeht, zeigt dieser Film.

Das Ortsschild der Stadt in Buckinghamshire.    © Copyright Stephen McKay and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 13. Januar 2014 at 02:00  Comments (3)  
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