Haworth in West Yorkshire – Das tragische Schicksal der Ballonfahrerin Lily Cove

Hier fand Lily Cove ihre letzte Ruhestätte.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Nein, in diesem Beitrag, in dem die Kleinstadt Haworth in West Yorkshire eine Rolle spielt, geht es einmal nicht um die Brontë-Schwestern. Die unzähligen Menschen, die jedes Jahr das ehemalige Pfarrhaus, die Kirche St Michael and All Angels und den dazugehörenden Friedhof aufsuchen, tun dies, um den so jung verstorbenen Schriftstellerinnen ihren Tribut zu zollen. Es wird aber wohl nicht allzu viele geben, die auf einem anderen Friedhof, dem einsam im Moor gelegenen Haworth Cemetery, dem Grab der Lily Cove einen Besuch abstatten, eine junge Dame, die am 11. Juni 1906 im Alter von nur 21 Jahren hier bei Haworth auf tragische Weise zu Tode kam.
In Loving Memory of Elizabeth Mary, (Miss Lily Cove, Parachutist). Daughter of Thomas Charles Cove of London who died June 11th 1906, Aged 21 Years„, so steht es auf ihrem schwarzen Grabstein.

Was war geschehen?
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es nur wenige Frauen, die Ballonfahren und Fallschirmspringen zu ihren Hobbies zählten. Eine davon war Lily Cole, die anlässlich eines Festes in Haworth am frühen Abend des 11. Juni in ihren Heißluftballon kletterte und hoch über die erwartungsvolle Menschenmenge aufstieg. Der Abendwind lenkte den Ballon in Richtung des benachbarten Dorfes Stanbury. In der entsprechenden Höhe angekommen, stieg Lily Cove aus und sprang mit ihrem Fallschirm in die Tiefe. Zu irgendeinem Zeitpunkt löste sich Lily von dem Fallschirm und schlug mit voller Wucht auf den Boden auf. Schnell waren einige Männer zur Stelle, um dem jungen Mädchen zu helfen, aber es war vergeblich. Um 19.45 starb Lily Cove an den Folgen ihrer schweren Verletzungen.

Wie es dazu kommen konnte, weiß man bis heute nicht genau, aber es gibt einige Vermutungen. Da sie sich beim Absprung dem Ponden Reservoir näherte, könnte sie befürchtet haben, im Wasser zu landen, und da sie nicht schwimmen konnte, ist es möglich, dass sie einem Tod durch Ertrinken lieber einem Absturz auf Land vorzog. Dann gab es Gerüchte, dass Lily sich absichtlich in den Tod gestürzt haben könnte, weil ihre Liebe zu einem Mann unerwidert blieb; auch tauchte die Vermutung auf, dass an ihren Fallschirmgurten manipuliert worden sei.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Lily Cove auf dem neuen Friedhof von Haworth beigesetzt (auf dem Kirchhof von St Michael and All Angels war kein Platz mehr).

Noch heute, so erzählt man, soll ihr Geist im Zimmer Nummer 7 des Old White Lion Hotels in Haworth umgehen, dort, wo sie die letzte Nacht ihres Lebens verbracht hatte.

Das Buch zum Artikel:
Peggy Hewitt: Brontë Country. The History Press 2004. 230 Seiten. ISBN 978-0750938235.
Darin befindet sich das Kapitel „Lily Cove – Tragic balloonist and liberated Lady“.

Hier verbrachte Lily Cove ihre letzte Nacht.    © Copyright Alexander P Kapp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier verbrachte Lily Cove ihre letzte Nacht.
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Fürchtete Lily Cove hier im Ponden Reservoi bei Stanbury zu ertrinken?    © Copyright Colin Park and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Fürchtete Lily Cove hier im Ponden Reservoir bei Stanbury zu ertrinken?
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Published in: on 15. Januar 2014 at 02:00  Comments (1)  
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  1. […] Der tragische Tod der Ballonfahrerin Lily Cove im Jahr 1906 ist Gegenstand eines eigenen Kapitels (ich berichtete darüber) und in “Ponden People” befasst sich Peggy Hewitt mit Ponden Hall, einer Farm, die […]


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