Außergewöhnliche Häuser Teil 1 – The Coffin House in Brixham (Devon)

The Coffin House in Brixham (Devon). Eigenes Foto.

The Coffin House in Brixham (Devon).
Eigenes Foto.

Brixham in Devon hat eine sehr schöne Lage, direkt am Meer, am südlichen Ende der Tor Bay. Die Kleinstadt hatte einst eine der größten Fischfangflotten des ganzen Landes und der Hafen dominiert noch heute das Stadtbild. Die King Street zieht sich parallel zum Hafenbecken hin; dort finden wir die Smugglers & Pirate Experience, ein Spektakel, das sich mit der Schmuggler-Vergangenheit von Brixham beschäftigt. Etwas weiter südlich Richtung Ortsmitte liegt linker Hand ein eigenartiges Haus, das in Sargform gebaut worden ist und auch The Coffin House genannt wird. Dazu gibt es natürlich auch eine schöne Geschichte:

Ein junger Mann hielt einmal um die Hand seiner Geliebten beim Vater des jungen Mädchens an, der aber keine Neigung verspürte, ihm diesen Gefallen zu tun. „Lieber sähe ich sie in einem Sarg, als dass sie heiratet“ soll er gesagt haben. Der verliebte junge Mann war aber nicht auf den Kopf gefallen und hatte eine Idee. Er kaufte das sargförmige Haus an der King Street, nannte es Coffin House und ging wieder zu seinem Schwiervater-in-spe zurück. „Your wishes will be met; you will see your daughter in a coffin, the Coffin House“ verkündete er stolz, und mit Erfolg, denn der Vater war davon so beeindruckt, dass er ihm die Hand seiner Tocher gab, die von nun an mit ihrem Mann in einem „Sarg“ wohnte.

Heute ist in dem türkisfarben angemalten Haus ein Esoterikladen untergebracht, der sich „Destiny“ nennt und in dem man sich zum Beispiel die Zukunft voraussagen und Tarotkarten legen lassen kann.

Destiny Devon
The Coffin House
King Street
Brixham
TQ5 9TF
Tel. 01803 88 22 55

Der Hafen von Brixham. Eigenes Foto.

Der Hafen von Brixham.
Eigenes Foto.

Die Smuggler's Story gegenüber vom Coffin House. Eigenes Foto.

Die Smugglers & Pirates Experience gegenüber vom Coffin House.
Eigenes Foto.

Published in: on 28. Februar 2014 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Pubschilder – The Haycock in Wansford (Cambridgeshire)

   © Copyright Graham Hogg and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hogg and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In meiner Serie über ungewöhnliche Pubschilder möchte ich heute The Haycock in Wansford, Grafschaft Cambridgeshire, vorstellen. Nun ist The Haycock kein Pub, sondern ein sehr gutes Hotel, das zur Macdonald Hotels & Resorts-Gruppe gehört, aber trotzdem verfügt das Haus über ein originelles Schild, das erklärungsbedürftig ist.

Wansford ist ein Dorf, das dicht an der A1 liegt, auf halbem Wege zwischen Peterborough und Stamford. Die A6118 führt durch den Ort, der durch den River Nene zweigeteilt wird. Auf der Südseite der Brücke finden wir The Haycock, eine ehemalige Kutschenstation, deren Ursprünge auf das Jahr 1620 zurückgehen. Wansford wird auch manchmal Wansford-in-England genannt. Warum dieser Zusatz? In welchem Land sollte Wansford denn sonst liegen? Nun, das hat mit der Geschichte zu tun, die auf dem Pubschild abgebildet ist:

Eines der bekanntesten Werke des Dichters Richard Braithwaite (1588 – 1673) ist „Drunken Barnaby’s Four Journeys„, in dem er die Reisen seines Protagonisten durch England beschreibt. In einer dieser Episoden berichtet Braithwaite wie Barnaby auf einem Heuballen (haycock) am River Nene tief und fest schläft und nicht mitbekommt, wie der Wasserstand des Flusses allmählich angestiegen ist. Sein Heuballen wird vom Wasser mitgerissen und als er aufwacht, weiß er nicht mehr, wo er sich befindet. Als er eine Brücke passiert, ruft er den Leuten dort zu, wo er denn sei. „Wansford“ ist die Antwort. „Was, Wansford in England?“ ruft Barnaby erstaunt zurück. Und so ist bis heute das Anhängsel „in-England“ am Ortsnamen erhalten geblieben.
Ich finde, das Pubschild gibt die Geschichte sehr plastisch wieder.
Hier ist eine kurze Selbstdarstellung des Hotels im Film.

Auch heute kommt es immer wieder vor, dass der River Nene über die Ufer tritt; zuletzt vor wenigen Tagen wie dieser Film zeigt.

The Haycock
Wansford
Peterborough PE8 6JA
Tel. 01780 782223

   © Copyright Graham Hogg and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hogg and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Der Martello-Tower von Aldeburgh (Suffolk) – Ein Turm an der Küste, den man mieten kann

Der Martello Tower von Aldeburgh (Suffolk).    © Copyright Ian Taylor and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Martello Tower von Aldeburgh (Suffolk).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Taylor and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Zur Zeit der napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts befürchtete man in England eine Invasion der französischen Flotte und baute entlang der Küstenlinie Befestigungstürme, sogenannte Martello Towers. Die bis zu 10 Meter hohen Türme hatten 2,5 Meter dicke Mauern, die etwaigen Beschießungen von angreifenden Schiffen standhalten sollten. Von Hampshire bis nach Suffolk zog sich die Kette der Forts hin, die allerdings nie einen Ernstfall erlebten, weil keine Invasion stattfand.

Der Name geht auf das Kap Mortella auf der Insel Korsika zurück; dort stand 1794 ein solcher Turm, der drei Tage lang den Angriffen der Briten standhielt, ehe sich die Besatzung ergab. Eine beeindruckende Leistung, die die britische Militärführung auf die Idee brachte, genau diese Art von Türmen auch an ihren Küsten aufzustellen.

Übriggeblieben sind heute noch ein paar Dutzend dieser eigenartig anmutenden Gebäude, der Rest wurde abgerissen, um das Mauerwerk für andere Zwecke zu nutzen, andere wurden vom Meer weggespült. Von den verbliebenen Martello Towers sind einige in Privatbesitz übergegangen wie beispielsweise die in Pevensey Bay (East Sussex) und Bawsdley (Suffolk).

Der erste Martello Tower, den ich selbst gesehen habe, ist auch gleichzeitig der nördlichste und größte; er steht in Aldeburgh in der Grafschaft Suffolk auf einer Landzunge zwischen dem River Alde und der Nordsee. Etwa 750 000 Ziegelsteine wurden verbaut und man brauchte sechs Jahre um den Turm fertigzustellen. Die Besatzung bestand aus 30 Soldaten, die im Angriffsfall auf neun Kanonen zurückgreifen konnten, von denen vier auf dem Dach und fünf vor dem Turm installiert waren.

Nachdem man sicher war, dass die Franzosen die Küste Suffolks nicht für eine Invasion vorgesehen hatten, gab das Militär den Turm auf, der dann von der Küstenwache genutzt wurde. Nachdem der Martello Tower von Aldeburgh mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, wurde er 1971 vom Landmark Trust übernommen (ich berichtete über den Trust in meinem Blog) komplett restauriert und als Ferienhaus vermietet. Noch heute können hier bis zu vier Personen in einer einzigartigen Lage und einer außergewöhnlichen Unterkunft Urlaub machen. Die Räume sind gemütlich eingerichtet und verfügen über allen Komfort; vom Dach des Turms hat man einen sehr schönen Blick auf das Meer und auf die zehn Minuten entfernt gelegene Stadt Aldeburgh. Ab rund €150 kostet die Übernachtung im Turm.

Hier sind einige Fotos vom Inneren und vom Äußeren des Turms zu sehen, ergänzt durch diesen sehr schönen Film.

   © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Adrian S Pye and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die britischen Charts – Heute vor 50 Jahren am 22. Februar 1964

Heute blicke ich wieder einmal zurück auf die Top Ten der britischen Charts wie sie am 22. Februar 1964 aussahen. Mit der Ausnahme von Brenda Lees „As Usual“ handelte es sich in dieser Woche ausschließlich um britische/irische Produktionen.

1. The Bachelors: Diane.
Eine dreiköpfige irische Band aus Dublin, die nach 1967 weder in Irland noch in Großbritannien an ihre Erfolge aus der ersten Hälfte der 1960er Jahre anknüpfen konnte.

2. Cilla Black: Anyone Who Had a Heart.
Cillas zweite Single. Sie schaffte es sogar bis auf Platz 1. Die Platte war die am meisten gekaufte Single einer Sängerin in den 1960er Jahren in Großbritannien. Das Komponistenduo Bacharach/David schrieb den Song ursprünglich für Dionne Warwick.

3. Searchers: Needles and Pins.
Jack Nitzsche und Sonny Bono (von Sonny & Cher) schrieben den Song, der 1963 erstmals von Jackie DeShannon aufgenommen wurde. Er wurde einer der größten Hits der Merseybeat-Band The Searchers.

4. Gerry and the Pacemakers: I’m the One.
Eine weitere Band aus Liverpool; vom Beatles-Manager Brian Epstein unter Vertrag genommen. Ihr „You’ll Never Walk Alone“ wird noch heute in Fußballstadien (nicht nur in dem von Liverpool) gesungen.

5. Manfred Mann: 5-4-3-2-1
Die allererste Single der Band um Manfred Mann, deren Sänger bis 1966 Paul Jones war. Es folgten mehrere Nummer-Eins-Hits wie „Do Wah Diddy Diddy“ und „Pretty Flamingo“.

6. The Swinging Blue Jeans: Hippy Hippy Shake.
Und noch eine Merseybeat-Band. Die Coverversion eines Songs des wenig bekannten US-Sängers Chan Romero aus dem Jahr 1959.

7. Brenda Lee: As Usual.
Die junge Amerikanerin gehörte sowohl der Rock- als auch der Countryszene an. Seit 1956 nahm die 1941 in Atlanta, Georgia, geborene Brenda Lee schon Platten auf.

8. Cliff Richard and the Shadows: I’m the Lonely One.
Nach Elvis Presley ist Cliff Richard wohl der erfolgreichste Rocksänger aller Zeiten.

9. The Merseybeats: I Think of You.
Diese Gruppe aus Liverpool gehörte eher in die zweite Reihe der Merseybeat-Bands. Die Gründungsmitglieder Tony Crane und Billy Kinsley treten noch heute bei Oldie-Shows in ganz Europa auf.

10. Dave Clark Five: Glad All Over.
Die Band kam ausnahmsweise einmal nicht aus Liverpool, sondern aus dem Londoner Stadtteil Tottenham. Dies war ihr einziger Nummer-Eins-Hit in Großbritannien.

Published in: on 25. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Episode 98: The Christmas Haunting (dt. „Wer mit Geistern spielt“)

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Fünf Episoden der Staffel 16 der ITV-Krimiserie „Midsomer Murders“ wurden bereits im englischen Fernsehen gezeigt. Die Folge 98 „The Christmas Haunting“  (dt. „Wer mit Geistern spielt“) lief am 24. Dezember, also noch vor den Folgen 96 und 97, die am 8. bzw. am 29. Januar 2014 ausgestrahlt wurden. Die DVDs der drei Episoden erscheinen am 4. März im Handel; ich hatte das Glück, alle drei schon vorab direkt von der Produktionsfirma Acorn Media erwerben zu können, die eine begrenzte Auflage zur Verfügung stellte.

Ich war besonders an „The Christmas Haunting“ interessiert, weil ich einen kleinen Moment der Geburtsstunde dieser Episode in England miterleben konnte. Wie ich schon in meinem Blogeintrag über das Long Crendon Manor in Long Crendon (Buckinghamshire) berichtete, erzählte mir die Besitzerin des Manors, als ich dort im letzten Jahr nach dem Frühstück aufbrach, dass gerade eben die Produktionsfirma von „Midsomer Murders“ angerufen und nachgefragt hätte, ob sie ihr Haus noch einmal für Dreharbeiten zur Verfügung stellen würde. Nun, sie hatte ihr Okay dazu gegeben, und im Sommer 2013 wurde „The Christmas Haunting“ dort gedreht. Es ist natürlich besonders interessant, sich einen Film anzusehen, an dessen Drehort man schon einmal gewohnt hat.

Ausgerechnet an den heißesten Tagen des vorigen Sommers fanden die Filmaufnahmen für die Weihnachtsepisode statt, nicht ganz einfach für die Darsteller. Wir treffen erstmals auf den neuen Sergeant Charlie Nelson, der Ben Jones ablöst (der wiederum als Detective Inspector nach Brighton gegangen ist) und von Gwilym Lee gespielt wird.

Im Manor House von Morton Shallows wird während einer Ghost Tour Conor Bridgeman mit einem antiken Schwert ermordet; John Barnaby und sein neuer DS Charlie Nelson machen sich an die Aufklärungsarbeit. Der Fall eskaliert, als auch noch der Besitzer des örtlichen Pubs „The Blacksmith’s Arms“, Ross Clymer, in seiner Kühlkammer erschlagen aufgefunden wird. Und das alles zur Weihnachtszeit… Nach der Aufklärung der Morde treffen sich Tom und seine hochschwangere Frau Sarah am Weihnachtsabend mit Charlie Nelson und der Gerichtsmedizinerin Dr. Kate Wilding (und natürlich auch Hund Sykes) zu einem netten Umtrunk im Haus der Barnabys.

Das Produktionsteam hatte für diese Episode keine langen Wege zurückzulegen, denn von Long Crendon ist es nicht weit bis nach Great Milton in Oxfordshire, wo die Dreharbeiten für die Szenen im Pub vorgenommen wurden. Wie ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag berichtete, liegt in Great Milton eines der besten Hotels (und Restaurants!) Englands, Raymond Blancs „Le Manoir aux Quat‘ Saison„. Wenn man den Church Lane, der von der A329 abbiegt, und an dem das Hotel liegt, weiterfährt, kommt man in die Ortsmitte von Great Milton und dort am Village Green findet man den Pub „The Bull„, der als „The Blacksmith’s Arms“ fungiert. Seit dem 29. April letzten Jahres gehört der Gasthof der Dorfgemeinschaft, die ihn von der Brauerei Greene King übernommen hat. Was muss das für ein Bild gewesen sein, als man den Pub an einem heißen Julitag weihnachtlich dekorierte!

Hier ist ein kurzer Ausschnitt aus der Episode.

Long Crendon Manor, Schauplatz von "The Christmas Haunting". Eigenes Foto.

Long Crendon Manor, Schauplatz von „The Christmas Haunting“.
Eigenes Foto.

Die Einfahrt zum Long Crendon Manor. Eigenes Foto.

Die Einfahrt zum Long Crendon Manor.
Eigenes Foto.

The Bull in Great Milton (Oxfordshire).   © Copyright Sarah Charlesworth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bull in Great Milton (Oxfordshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sarah Charlesworth and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sherlock Holmes und East Dean (East Sussex) – Zog sich der Detektiv hierhin einst in den Ruhestand zurück?

Das Haus mit der blauen Plakette am Village Green in East Dean (East Sussex).    © Copyright Peter Whitcomb and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Haus mit der blauen Plakette am Village Green in East Dean (East Sussex).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Whitcomb and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auch Sherlock Holmes, der große Detektiv von der Londoner Baker Street, zog sich einmal in den Ruhestand zurück, nachdem er, unterstützt von seinem Freund Dr. Watson, zahllose schwierige Kriminalfälle gelöst hatte. Wohin ging er? Einen Hinweis gibt es in Conan Doyles Kurzgeschichtensammlung „The Last Bow“ (dt. „Seine Abschiedsvorstellung“), die 1917 veröffentlicht wurde.  Dort heißt es, dass er sich auf eine kleine Farm in den Downs, acht Kilometer von Eastbourne zurückgezogen hätte. Holmes wollte sich in seinem Ruhestand vermehrt um seine Bienen kümmern (er schrieb das Buch „Practical Handbook of Bee Culture, with Some Observations upon the Segregation of the Queen“), brauchte dafür also einen geeigneten Ort. Könnte der das Dorf East Dean in East Sussex, ganz in der Nähe von Beachy Head, gewesen sein? Und tatsächlich, am Village Green, neben dem Tiger Inn, findet sich ein Haus mit einer blauen Plakette, auf der steht: „Sherlock Holmes – Consulting Detective & Bee Keeper retired here 1903 – 1917„. Verbrachte der Meisterdetektiv also hier seine letzten Lebensjahre? Oder wohnte er auf der Birling Manor Farm, ein Stückchen südlich von East Dean, über den Gilberts Drive zu erreichen? Das behauptete jedenfalls einmal ein früherer Vorsitzender der Sherlock Holmes Society of London.

Verehrer des berühmten Detektivs sollten auf jeden Fall einmal den Sherlock Holmes Walk machen, der in East Dean am Tiger Inn beginnt und über das Dorf Crowlink auf sechs Kilometern bis zum South Downs Way in Richtung Küste führt.

Übrigens: Wie „Mail Online“ berichtet, glauben 20% aller Briten, dass Sherlock Holmes tatsächlich einmal gelebt hat!

Der Tiger Inn am Village Green von East Dean.    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Tiger Inn am Village Green von East Dean.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Webster and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Birling Manor Farm, südlich von East Dean.    © Copyright Simon Carey and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Birling Manor Farm, südlich von East Dean.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Simon Carey and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

The Seven Wonders of the Peak – Sieben „Weltwunder“ im Kleinen im Peak District

Schon der Philosoph Thomas Hobbes beschrieb sie 1636 in seinem Gedicht „De Mirabilibus Pecci“, die sieben Wunder des Peak Districts. Drei Jahre später veröffentlichte Charles Cotton sein Gedicht „Wonders of the Peak“. Sehen wir uns doch diese sieben Wunder einmal genauer an.

Wunder Nummer Eins: Chatsworth House

   © Copyright dave hudson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright dave hudson and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Muss man über dieses grandiose Stately Home noch Worte verlieren? Für die meisten Besucher dieser Region Englands steht Chatsworth auf der „to-do-Liste“, gehört doch der Familiensitz der Dukes of Devonshire zu den sehenswertesten Häusern im ganzen Land. Hobbes und Cotton sahen zu ihrer Zeit allerdings noch nicht das Haus, das wir heute besichtigen können, denn das wurde erst von 1686 bis 1707 erbaut. Mein Lieblingsort im Chatsworth House ist die Bibliothek über die ich in meinem Blog schon einmal berichtete. Dieser Film zeigt einen Flug über das große Anwesen.

Wunder Nummer Zwei: Peak Cavern

   © Copyright Chris Gunns and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Gunns and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Peak Cavern
in Castleton ist eine der Schauhöhlen des Peak Districts mit vielen ungewöhnlichen Felsformationen. Man  nennt die Höhle auch Devil’s Arse auf Grund der ungewöhnlichen Geräusche, die hier zu hören sind. Die BBC drehte Szenen für „Chronicles of Narnia“ in den unterirdischen Gängen. Sehr beliebt sind die Höhlen bei Cavern, die sich auch in die Winkel vorwagen, die für Normalbesucher tabu sind. Hier ist ein Film über eine Caver-Expedition.

Wunder Nummer Drei: Mam Tor

   © Copyright Steve  Fareham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Fareham and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Mam Tor ist ein 517 Meter hoher Hügel bei Castleton, der durch seine Erdrutsche bekannt geworden ist. Ein Teilstück der A625 musste aufgegeben werden, da die Straße ständig durch herabrutschende Erdmassen zerstört wurde. Wegen der Instabilität des Hügels wird er auch Shivering Mountain genannt. Dieser Film zeigt eine Wanderung entlang Mam Tor.

Wunder Nummer Vier: Eldon Hole

   © Copyright Neil Theasby and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Neil Theasby and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eldon Hole ist eine Erdspalte am Eldon Hill, die man früher einmal als Eingang zur Hölle bezeichnete. Auch heute noch gilt die Öffnung als gefährlich. Rund 60 Meter geht es hier in die Tiefe, in die schon einige Menschen und Tiere gestürzt sind. Höhlenforscher lassen sich an Seilen gern in das Eldon Hole hinab wie dieser Film zeigt.

Wunder Nummer Fünf: St Anne’s Well

   © Copyright Gerald England and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gerald England and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Diesem Brunnen in der Stadt Buxton werden Heilkräfte nachgesagt; Maria Stuart soll sechsmal hierher gekommen sein, um von dem heilendem Wasser zu profitieren. Das aus einem Löwenkopf heraussprudelnde Wasser kann jedermann probieren und es auf seine Heilkräfte testen. Man findet den Brunnen im Stadtzentrum von Buxton gegenüber von The Crescent. Hier ein kurzer Film.

Wunder Nummer Sechs: Poole’s Cavern

The Flitch of Bacon. This work has been released into the public domain.

The Flitch of Bacon.
This work has been released into the public domain.

Noch einmal eine Höhle, die sich durch eigenartig geformte Stalaktiten auszeichnet, die Namen tragen wie Mary Queen of Scots’ Pillar, The Woolsack und The Flitch of Bacon. Poole’s Cavern ist ganzjährig zu besichtigen. Dieser Film gibt einen ersten Eindruck.

Wunder Nummer Sieben: Ebbing and Flowing Well
In einem privaten Garten in der Manchester Road in Tideswell im Peak District gibt es eine Quelle, die Ebbe und Flut-Eigenschaften an den Tag legte. Aber Gezeiten gibt es hier in Derbyshire natürlich nicht; der sinkende und steigende Wasserspiegel hängt eher mit der Regenmenge zusammen bzw. mit einem Reservoir unterhalb der Quelle, das zeitweise das Wasser nach unten saugt. Man hat dieses Phänomen schon länger nicht mehr beobachtet.

Published in: on 22. Februar 2014 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

„Doc Martin“ – Eine erfolgreiche TV-Serie der ITV, die in Port Isaac (Cornwall) gedreht wurde

Port Isaac in Cornwall.    © Copyright Robin Drayton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Port Isaac in Cornwall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Drayton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Irgendwie erinnert mich die ITV-Fernsehserie „Doc Martin“ (42 Episoden von 2004 bis 2013) an „All Creatures Great and Small“ (dt. „Der Doktor und das liebe Vieh“) der BBC, nur dass es bei letzterer um einen Tierarzt und seine vierbeinigen Patienten geht.
Dr. Martin Ellingham, kurz Doc Martin, ein erfolgreicher Londoner Chirurg, entwickelt eine Blutphobie, so dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Also geht er in die Provinz, um sich dort als Landarzt niederzulassen. Portwenn in Cornwall heißt sein neuer Wirkungsort, in dem er sich in Zukunft um das körperliche Wohl seiner Bewohner kümmern wird. In der ersten Zeit fremdelt er noch ziemlich mit den mehr oder weniger skurrilen Menschen an der Küste Cornwalls, doch allmählich gewöhnt er sich an sie und sie sich an ihn.

Die Rolle des Doc Martin spielt Martin Clunes, der früher schon in einigen Spielfilmen mitgewirkt hat wie 1998 in „Shakespeare in Love“ (dt. „Shakespeare in Love“) und 2000 in „Saving Grace“ (dt. „Grasgeflüster“). Clunes ist Ehrendoktor der Universität von Bournemouth und Präsident der British Horse Society.

Natürlich gibt es in Portwenn auch eine hübsche junge Frau, die Grundschullehrerin Louisa Glasson, gespielt von Caroline Catz, und da bleibt es nicht aus, dass sich zwischen ihr und dem Doc eine romantische Beziehung entwickelt. Wer die Krimiserie „DCI Banks“ gesehen hat, die kürzlich von ARTE gesendet wurde, wird Caroline Catz wiedererkennen, die hier ab der zweiten Staffel Detective Inspector Helen Morton spielt.

Weiterhin sind erwähnenswert Doc Martins Sprechstundenhilfe Elaine, gespielt von Lucy Punch, die wir aus „Die Girls von St Trinian“ und als Melissa Townsend in Episode 19 „Tainted Fruit“ (dt. „Die Frucht des Bösen“) der Inspector Barnaby-Serie kennen.

Gedreht wurde die Serie in dem kleinen Ort Port Isaac, östlich von Padstow, an der Nordküste Cornwalls, der durch „Doc Martin“ einen „Touristenschub“ erlebt hat. Gern geht man einmal die Schauplätze der TV-Serie ab: Die Praxis z.B. liegt am Roscarrock Hill, von wo aus man einen tollen Blick auf das Meer hat; Louisas Schule findet sich an der Fore Street, gleich daneben ist auch das Haus, in dem Louisa wohnt.
Es ist alles sehr eng hier in Port Isaac und es ist nicht ganz leicht, einen Parkplatz zu finden, aber es ist ein wunderschöner Küstenort.

Die letzte Folge der sechsten Staffel von „Doc Martin“ lief im Oktober 2013;  geplant ist eine siebte Staffel, die voraussichtlich 2015 gedreht werden soll.

Im deutschen Fernsehen wurde die ITV-Serie nicht gezeigt, dafür adaptierte das ZDF den Stoff in „Doktor Martin„; darin zieht der Berliner Chirurg Dr. Martin Helling, gespielt von Axel Milberg, nach Neuharlingersiel an der Nordseeküste, um dort seine Praxis aufzubauen. Nach 14 Folgen wurde die Serie eingestellt.

Hier ist ein Trailer zu „Doc Martin“.

Über „Port Isaac’s Fisherman’s Friends“ berichtete ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag.

Doc Martins Praxis.    © Copyright Trionon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Doc Martins Praxis.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Trionon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am Roscarrock Hill.    © Copyright Lewis Clarke and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am Roscarrock Hill.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Lewis Clarke and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Drug Store, die Apotheke in der TV-Serie.    © Copyright Robin Drayton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Drug Store, die Apotheke in der TV-Serie.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Drayton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Fore Street in Port Isaac.    © Copyright Lewis Clarke and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Fore Street in Port Isaac.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Lewis Clarke and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 21. Februar 2014 at 02:00  Comments (7)  
Tags:

Dartmoor Letterboxing – Ein Freizeitvergnügen in der Einsamkeit des Dartmoors

   © Copyright Patrick GUEULLE and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Patrick GUEULLE and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ich finde einen Besuch im Dartmoor immer wieder sehr beeindruckend. Schon die B3213, die den Nationalpark in voller Länge durchquert, gehört nicht gerade zu den Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen (das mag in der Hauptferienzeit anders sein), aber wenn man auf die kleinen gewundenen „single track lanes“ abbiegt, ist man meist für sich.
In dieser kargen wilden Landschaft gibt es ein Freizeitvergnügen, das seit 1854 eine Menge Anhänger gefunden hat, das Dartmoor Letterboxing. Angefangen hat das „Suchspiel“ mit James Perrott aus Chagford, das im nördlichen Teil des Moorgebietes liegt. An einer einsam gelegenen Stelle des Dartmoors, am Cranmere Pool, errichtete er damals einen kleinen Steinhaufen, in den er ein Glasgefäß steckte. Wenn Wanderer hier in dieser Einöde vorbeikommen sollten, konnten sie ihre Visitenkarten in dem Gefäß deponieren, als Zeichen, dass sie sich bis hierhin vorgewagt hatten. Andere nahmen diese Idee auf und hinterließen im Moor weitere Gefäße, Blechbüchsen usw., in denen sie an sich selbst oder an Freunde gerichtete Briefe oder Postkarten steckten. Fand jemand diese „Briefkästen“ nahm er/sie den Inhalt mit und warf ihn in den nächsten richtigen Briefkasten.

Heute gibt es im Dartmoor tausende solcher mehr oder weniger gut versteckter Behälter, in denen aber keine Briefe mehr hinterlegt werden, sondern Stempel und eine Art Logbuch, in dem man sich mit seinem Namen oder mit seinem persönlichen Stempel verewigt. Viele haben sich auch ein Notizbuch zugelegt, das sie dann an der gefundenen „letterbox“ abstempeln.

Natürlich hat man auch aus diesem Suchspiel einen Wettbewerb gemacht; so gibt es einen Letterbox 100 Club, in dem jeder Mitglied werden kann, der mindestens hundert der versteckten Briefkästen gefunden hat. Zweimal im Jahr veröffentlicht der Club einen Katalog, in dem die Standorte der „letterboxes“ verzeichnet werden. Übrigens können jetzt auch Hunde Mitglieder des Clubs werden; natürlich müssen sie ebenfalls hundertmal fündig geworden sein. Pfotenabdrücke im Logbuch sind nicht nötig. Als Anerkennung bekommen sie dafür eine am Halsband zu tragende Hundemarke.

Viele der heutigen Dartmoor-Briefkästen finden sich nicht mehr nur an schwer zugänglichen Stellen des Nationalparks, sondern sind nicht allzu weit von Straßen entfernt. So können auch Kinder und ältere Menschen an diesem Vergnügen teilhaben, ohne allzu tief in das Dartmoor eindringen zu müssen.

Dieser Film zeigt „letterboxer“ bei der Arbeit.

Das Buch zum Artikel:
Anne Swinscow: Dartmoor Letterboxes. Kirkford Publ. 1984. 92 Seiten. ISBN 978-0950911403.

Published in: on 20. Februar 2014 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Das Memorial to the Executed auf dem Tower Green in London – In Erinnerung an zehn Hinrichtungen

Das Memorial auf dem Tower Green. This photo is release this work into the public domain.

Das Memorial auf dem Tower Green.
This photo is released into the public domain.

Im Londoner Tower, genauer gesagt auf dem Tower Green, steht seit dem 4. September 2006 ein modern gestaltetes Denkmal, das an die zehn Menschen erinnert, die an dieser Stelle hingerichtet wurden. Manche gehen vielleicht achtlos an diesem Kunstwerk vorbei, das von dem Bildhauer Brian Catling entworfen wurde, ohne zu wissen, worum es sich hierbei handelt.

Hinrichtungen waren früher in England in den meisten Fällen öffentlich, viele wurden auf dem Tower Hill durchgeführt, aber es gab auch einige „sensible“ Exekutionen, bei denen es sich z.B.  um Mitglieder des Königshauses oder um Frauen handelte und die vollstreckte man lieber hinter den dicken Mauern des Towers auf dem dortigen Green.

Wer waren diese zehn Menschen, die an dieser Stelle ihren Tod fanden?
– Der erste war William Hastings, 1st Baron Hastings, der am 13. Juni 1483 hier auf Anordnung des späteren Königs Richard III wegen Verrats enthauptet wurde.

– Es folgte Jahre später, am 19. Mai 1536, Anne Boleyn, die zweite Frau Heinrichs VIII; auch sie wurde wegen angeblichen Hochverrats zum Tode verurteilt und auf dem Tower Green enthauptet.

– Fünf Jahre später traf es Margaret Pole, Countess of Salisbury, und zwar am 27. Mai 1541. Sie hatte den Fehler begangen, sich gegen Heinrich VIII zu stellen, worauf er sie des Verrats bezichtigte und ohne Verfahren hinrichten ließ. Diese Exekution verlief besonders blutig und grausam, da der Henker wenig Erfahrung besaß und elf Axthiebe benötigte, um die Gräfin zu töten.

– Am 13. Februar 1542 war die fünfte Frau Heinrichs VIII an der Reihe. Catherine Howard beging in ihrer Ehe einen Seitensprung mit einem jüngeren Mann, Thomas Culpeper. Die Folge: Enthauptung auf dem Tower Green (natürlich wurde auch ihr Liebhaber hingerichtet, aber nicht im Tower, sondern in Tyburn).

– Ebenfalls am 13. Februar 1542, kurz nach der Exekution von Catherine Howard, rollte der Kopf von Jane Boleyn, Viscountess Rochford. Sie war mit Anne Boleyns Bruder verheiratet und war Schwägerin Heinrichs VIII. Grund für ihre Hinrichtung: Als „Lady-in-Waiting“ für Catherine Howard arrangierte sie die Geheimtreffen zwischen der Königin und ihrem Liebhaber Thomas Culpeper, was unausweichlich nach der Entdeckung zu ihrem Tode führte. Dieses Mal traf der Henker besser, er benötigte nur einen Axthieb um Jane Boleyn zu töten.

– Am 12. Februar 1554 wurde die erst siebzehnjährige Lady Jane Grey, die „Nine Days Queen“, hier auf dem Tower Green enthauptet, auf Anordnung von Queen Mary, später „Bloody Mary“ genannt. Am gleichen Tage wurde auch Jane Greys Ehemann, Guildford Dudley, hingerichtet, allerdings auf dem Tower Hill.

Robert Devereux, 2nd Earl of Essex, schließlich war der letzte Adlige, der hier seinen Kopf verlor. Der ehemalige Günstling Elizabeths I fiel in Ungnade, versuchte einen Staatsstreich und wurde wegen Verrats zum Tode verurteilt. Am 25. Februar 1601 brauchte man drei Axthiebe, um den Earl ins Jenseits zu befördern.

Noch einmal verloren drei Menschen ihr Leben auf dem Tower Green. Am 19. Juli 1743 wurden drei Soldaten des Black Watch Regiments wegen Meuterei erschossen. Corporal Malcolm McPherson, Corporal Samuel McPherson und Private Farqhuar Shaw waren die letzten, die hinter den Mauern des Towers exekutiert wurden.

Das Memorial von Brian Catling ersetzt eine einfache Aluminiumtafel, auf der die Namen der Hingerichteten festgehalten waren. Hier ist ein kurzer Schwenk über das Denkmal.

Das Tower Green.   © Copyright Chris Gunns and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Tower Green.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Gunns and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Huddersfield University – Universität des Jahres 2013, die einen weltberühmten Schauspieler als Kanzler hat

Der Queensgate Campus der Universität von Huddersfield. Author: University of Huddersfield. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der Queensgate Campus der Universität von Huddersfield.
Author: University of Huddersfield.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Huddersfield in West Yorkshire ist in England keine Stadt mit einem besonders hohen Ansehen; manche der Süd-Bewohner des Landes würden vielleicht sogar sagen, das sei „tiefste Provinz“. Aber das stimmt so nicht: Die Universität von Huddersfield hat im vergangenen Jahr den Times Higher Education Award erhalten und ist zur University of the Year ernannt worden, nachdem sie schon 2012 zur Entrepreneurial University of the Year ernannt worden ist. Alle Achtung, wenn man sich gegen die starke Konkurrenz aus London, Oxford und Cambridge durchsetzen kann!

Inspiring Tomorrow’s Professionals“ ist das Motto der Hochschule, die erst 1992 den Status einer Universität erhalten hat. Rund 24 000 Studenten sind hier am Queensgate Campus eingeschrieben, d.h. etwa jeder siebente Einwohner von Huddersfield ist ein Student.

Der Kanzler ist ein berühmter Mann, der auch in Deutschland vor allem Filmfreunden ein Begriff sein dürfte: Sir Patrick Stewart. Der Schauspieler wurde 1940 ganz in der Nähe von Huddersfield geboren, in der kleinen Stadt Mirfield. Die erste Rolle, in der ich ihn sah, war die des Wilkins in „Der kleine Lord“ (1980). Weltweit bekannt wurde Stewart dann vor allem durch die Star Trek-Filme, in denen er Captain Jean-Luc Picard spielte. Es folgten zahllose Filme und Sprechrollen; im Mai diesen Jahres wird er in „X-Men: Days of Future Past“ zu sehen sein.

Im November 2003 wurde er Kanzler der University of Huddersfield, der auch hin und wieder als Professor of Performing Arts Unterricht erteilt. Stewart setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Studenten aus anderen Ländern ins Königreich kommen und wendet sich gegen die Einwanderungspolitik der Regierung Cameron. In Huddersfield sind etwa 12% der Studenten Ausländer.

Für den Schauspieler-Kanzler sind Innovation und die Zusammenarbeit zwischen der Universität von Huddersfield und der regionalen Wirtschaft Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft seiner Institution.

Sir Patrick Stewart, Kanzler der Universität von Huddersfield. Author: Peabody Awards. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Sir Patrick Stewart, Kanzler der Universität von Huddersfield.
Author: Peabody Awards.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Bettys Café Tea Rooms – Eine Institution in Yorkshire

Bettys Café Tea rooms in Harrogate (West Yorkshire).    © Copyright Paul Buckingham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bettys Café Tea Rooms in Harrogate (North Yorkshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Buckingham and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lust auf eine Tasse Kaffee oder Tee oder ein Glas Champagner oder ein Praliné Chocolate Eclair oder ein English Breakfast? Wenn man eine dieser Fragen mit Ja beantwortet und sich dann auch noch in Harrogate, York, Ilkley oder Northallerton aufhält, dann sind Bettys Café Tea Rooms eine erstklassige Wahl.

Seit 1919 gibt es die mittlerweile zur Institution gewordenen Tea Rooms, die auf den Schweizer Frederick Belmont zurückzuführen sind und der in Harrogate in North Yorkshire sein erstes Etablissement eröffnete. Man findet es in der Parliament Street Nummer 1. Schon das Äußere des Cafés ist sehenswert mit seinen schmiedeeisernen Säulen; auch die Inneneinrichtung ist sehr ansprechend. An den Wänden der sogenannten Spindler Gallery findet man Werke des elsässischen Künstlers Charles Spindler, der im Auftrag von Frederick Belmont Szenen aus Yorkshire speziell für Bettys gemalt hat.
In Harrogate gibt es noch eine Filiale in den Harlow Carr Gärten der Royal Horticultural Society in der Crag Lane.

Auch in York ist Bettys zweimal vertreten. Am St Helen’s Square steht vielleicht das schönste aller Bettys-Cafés, denn hier wurde die Einrichtung in den 1930er Jahren von den gleichen Handwerkern und Designern vorgenommen, die auch für den Luxusliner „Queen Mary“ verantwortlich waren. Holzvertäfelte Wände und viele Spiegel sind hier die wesentlichen Elemente der Inneneinrichtung.
In der Straße Stonegate ist Bettys auch noch vertreten (nur ein paar Schritte entfernt befindet sich eine Filiale von  Starbuck’s, die aber wohl keine ernsthafte Konkurrenz darstellt). Als Besonderheit gibt es hier einige Verzierungen von Robert Thompson zu sehen, dem „Mouseman of Kilburn“, der seine Werke mit einer kleinen Maus als Signatur versah (ich berichtete in meinem Blog über ihn).

Und dann gibt es noch zwei weitere Filiale in Yorkshire, eine in Ilkley und eine in Northallerton. Letztere darf sich rühmen, die Auszeichnung Top Tea Place 2012 der Tea Guild bekommen zu haben, das größte, was man in der Welt des Tees überhaupt erreichen kann.

Man bekommt bei Bettys Spezialitäten, die in anderen Cafés eher  nicht angeboten werden wie beispielsweise Tees mit den Namen China Rose Petal oder Ntingwe Estate Kwazulu und die Kaffeesorten Jamaica Blue Mountain oder Mexican Cloud Forest. Und selbstverständlich steht auch der Afternoon Tea auf der Karte. Wie wäre es einmal mit Bettys Champagne Afternoon Tea für £32.95? Hier ist ein kleiner Appetitmacher.

Bettys am St helen Square in York.    © Copyright Andy Farrington and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bettys am St Helen’s  Square in York.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andy Farrington and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bettys in Ilkley (West Yorkshire).    © Copyright Andy Farrington and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bettys in Ilkley (West Yorkshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andy Farrington and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bettys in Northallerton (North Yorkshire).    © Copyright Frank Glover and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bettys in Northallerton (North Yorkshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Frank Glover and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 17. Februar 2014 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

The Brick Train in Darlington (County Durham)

   © Copyright Dr Brian Lynch and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Dr Brian Lynch and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am 23. Juni 1997 wurde im Morton Park Industrial Estate in Darlington (County Durham) eine höchst sonderbare Skulptur eingeweiht: The Brick Train, eine Nachbildung der legendären Dampflokomotive“Mallard“ aus dem Jahr 1938, die damals mit 126 Meilen pro Stunde den  Geschwindigkeitsweltrekord hielt. Die Stadt Darlington ist eng verwoben mit der Geschichte der Eisenbahn; drei große Fabriken produzierten hier Eisenbahnen, die inzwischen alle nicht mehr existieren. Nur das Darlington Railway Centre and Museum erinnert noch an die große Zeit der Dampflokomotiven.

The Brick Train ist ein Werk des Künstlers David Mach, der die Lokomotive aus 185 000 Ziegelsteinen (Accrington bricks) und 170 Kubikmetern Zement erschuf. Das Kunstwerk wiegt 15 000 Tonnen, ist ca sechzig Meter lang, sechs Meter hoch und wurde in 21 Wochen fertiggestellt. Eine Besonderheit ist zu erwähnen: The Brick Train ist besonders fledermausfreundlich, denn es wurden absichtlich mehrere Lücken gelassen, damit sich die Tiere dort einnisten können. £760 000 kostete das Kunstwerk, das u.a. von der National Lottery, dem Department of National Heritage und Morrison Supermarkets gesponsert wurde.

Wer sich den Brick Train einmal ansehen möchte: Er steht direkt neben der A66 östlich von Darlington (dort kann man auf einem lay-by anhalten). Um ihn sich genauer anzusehen, fahre man von der A66 am Kreisverkehr in den Gewerbepark Morton Park Industrial Estate an der Yarm Road hinein und parke dort vor Morrisons Supermarket. Von dort ist der Ziegelzug nur wenige Schritte entfernt.

Hier sind einige interessante Aufnahmen vom Brick Train zu sehen.

Und so sah der "echte" Mallard aus. Author: PTG Dudva. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Und so sah der „echte“ Mallard aus.
Author: PTG Dudva.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Mein Buchtipp – Peggy Hewitt: Brontë Country – Lives & Landscapes

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Dieses Buch erschien bereits 1985 unter dem Titel „The Lonely Mountains„, 2004 wurde es als „The Brontë Country: Lives & Landscapes“ als überarbeitete Auflage neu veröffentlicht und 2007 noch einmal nachgedruckt. Die Autorin Peggy Hewitt hat den größten Teil ihres Lebens in der Region verbracht, über die sie in ihrem Buch schreibt, dem Worth Valley in West Yorkshire mit den Orten Keighley, Haworth, Stanbury und Oxenhope, von denen natürlich Haworth am bekanntesten ist. Wir haben es hier aber nicht mit einem weiteren Buch über die Brontë-Schwestern zu tun, obwohl auch ihnen und ihrem Vater einige Zeilen gewidmet sind wie im ersten Kapitel „Uproar in Haworth„.

Peggy Hewitt beschäftigt sich hier u.a. mit der Brontë Bus Company (ja, vieles ist in dieser Region nach den berühmten Schwestern benannt), die, 1924 gegründet, den Personenverkehr zwischen Haworth und  Stanbury aufrechterhielt. In dem Kapitel „Steam Up in the Worth Valley“ setzt sie sich mit der Eisenbahnlinie auseinander, die noch heute unter dem Namen Keighley & Worth Valley Railway als Museumsbahn existiert. Der tragische Tod der Ballonfahrerin Lily Cove im Jahr 1906 ist Gegenstand eines eigenen Kapitels (ich berichtete darüber) und in „Ponden People“ befasst sich Peggy Hewitt mit Ponden Hall, einer Farm, die möglicherweise Emily Brontë inspirierte, sie als Thrushcross Grange in ihren Roman „Wuthering Heights“ (dt. „Sturmhöhe“) einzubauen.

Wer die Moore West Yorkshires mag und die Romane der Bronte-Schwestern liebt, der wird auch dieses Buch in sein Herz schließen.

Peggy Hewitt: Brontë Country: Lives & Landscapes“. Sutton Publishing 2007. 131 Seiten. ISBN 978-0750938235.

Bronte Country - Die Einsamkeit des Haworth Moors.    © Copyright Peter Wood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Brontë Country – Die Einsamkeit des Haworth Moors.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Wood and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Museumsbahn Keighley & Worth Valley Railway.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Museumsbahn Keighley & Worth Valley Railway.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 15. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Talbot Hotel in Oundle (Northamptonshire) – Eine alte Treppe und der Geist von Maria Stuart

   © Copyright Ben and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ben and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Falls es jemanden geben sollte, der nicht weiß, wo die Kleinstadt Oundle liegt: Sie befindet sich südwestlich von Peterborough in der Grafschaft Northamptonshire. Inmitten der von alten Gebäuden geprägten Innenstadt, Wand an Wand mit dem Post Office, steht in der New Street das Talbot Hotel. Man sagt, dass Teile des Gebäudes aus dem Jahr 638 stammen. Beim Umbau 1626 verwendete man Steine vom nahegelegenen Fotheringhay Castle, von dem damals nur noch Ruinen übriggeblieben waren. In dieser Burg wurde 1452 Richard III geboren und am 18. Februar 1587 Maria Stuart enthauptet. Das zum Hotelumbau verwendete Baumaterial war also sehr geschichtsträchtig. Die Eichentreppe des Talbot Hotels wurde auch vom Fotheringhay Castle übernommen und es soll sich exakt um jene Treppe handeln, auf der Maria zu ihrer Exekution hinuntergestiegen war. Wen wundert es also, dass der Geist der Königin die Treppe immer mal wieder heimsucht? Zahllose Male soll Maria Stuart schon gesichtet worden sein und auch ein Zimmer (ein Superior Double Room) im Hotel, das nach ihr benannt wurde, gilt als „haunted“.

Im Restaurant kann man ein großes Wandbild bestaunen, das ebenfalls einen Bezug zu Maria Stuart hat und das von der Künstlerin Campion Bell gemalt wurde, die auch schon für die Hotels Stapleford Park (Leicestershire) und The George in Stamford (Lincolnshire) tätig war; über beide berichtete ich bereits.

The Talbot Hotel hat von der Automobile Association drei Sterne bekommen, das Restaurant The Eatery eine Rosette. Der Übernachtungspreis für ein Standard-Doppelzimmer liegt bei £85, die Feature Rooms beginnen bei £115.

   © Copyright Michael Trolove and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Michael Trolove and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier stand einmal das Fotheringhay Castle.    © Copyright Mike Todd and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier stand einmal das Fotheringhay Castle.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Todd and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

„Clockwise“ – Eine Filmkomödie mit John Cleese aus dem Jahr 1986

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Recht so, Mr. Simpson“ ist der deutsche Titel der englischen Filmkomödie „Clockwise„, die 1986 in die Kinos kam und die auch auf DVD vorliegt. John Cleese spielt darin die Hauptrolle des Headmasters Brian Stimpson, und er tut das auf die gleiche tolpatschige Art und Weise wie wir ihn als Hoteldirektor Basil Fawlty in der TV-Serie „Fawlty Towers“ kennen.

Der Inhalt: Brian Stimpson führt in der Thomas Tompion Schule ein strenges Regiment. Auch kleine Vergehen seitens der Schüler werden bestraft. Als er zum Vorsitzenden der Schuldirektorenkonferenz in Norwich gewählt werden soll, macht er sich dorthin auf den Weg, der allerdings mit erheblichen Problemen gepflastert ist. Erst verpasst er den Zug nach Norwich, dann überredet er eine Schülerin, ihn mit dem Auto ihrer Eltern zu der Konferenz zu fahren. Dabei erleidet das Gefährt zahlreiche Blessuren, die Polizei ist ihm auf den Fersen, er landet in einem Männerkloster und als man es schon gar nicht mehr für möglich hält, schafft er es tatsächlich noch, auf die Minute pünktlich in Norwich einzutreffen, um dort seine Antrittsrede als neuer Vorsitzender der Schuldirektorenkonferenz zu halten.

Natürlich gibt es in der Komödie jede Menge Klamauk, aber auf liebenswerte Weise. Herrlich die Szenen, in denen Mrs Gwenda Stimpson mit drei verwirrten alten Damen durch die Gegend fährt. Eine der Damen, Mrs Trellis, die ständig von irgendwelchen Sherrygläsern erzählt, wird von Joan Hickson gespielt, die wir als Miss Marple-Darstellerin kennen. Die frühere Brian Stimpson-Freundin Pat kommt sicher vielen bekannt vor, es ist Penelope Wilton, die die Isobel Crawley in der TV-Serie „Downton Abbey“ verkörpert. Aufmerksamen Zuschauern der Fernsehserie „Inspector Barnaby“ werden die Gesichter einiger der versammelten Headmaster am Ende des Films vertraut vorkommen. Benjamin Whitrow („Die Frucht des Bösen“, „Sportler und Spione“), Nicholas Le Prevost („Requiem für einen Mörder“, „Mord – nur für Mitglieder“) und Patrick Godfrey („Mord am St Malley’s Day“) waren alle schon einmal bei Tom Barnaby zu Gast.

Gedreht wurde „Clockwise“ im Norden und in der Mitte Englands. Als Thomas Tompion School diente die Menzies High School in West Bromwich (West Midlands), die heute den Namen The Phoenix Collegiate führt. Die King Edward’s School in Edgbaston, einem Teil von Birmingham, war Drehort für die Szenen der Schuldirektorenkonferenz und in Much Wenlock (Shropshire) filmte man die defekten Telefonzellen mit denen sich Brian Stimpson herumschlagen muss.

Hier ist der Trailer zu „Clockwise“.

The Phoenix College, früher die Menzies High School in West Bromwich - Hier führte Headmaster Brian Stimpson sein strenges Regiment.    © Copyright Richard Law and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Phoenix Collegiate,  früher die Menzies High School in West Bromwich – Hier führte Headmaster Brian Stimpson sein strenges Regiment.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Law and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die King Edward's School in Edgbaston (Birmingham) - Hier fand die Schuldirektorenkonferenz statt.    © Copyright David Hillas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die King Edward’s School in Edgbaston (Birmingham) – Hier fand die Schuldirektorenkonferenz statt.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Hillas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 13. Februar 2014 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Lemsford (Hertfordshire) und seine Pubs

Der Crooked Chimney in Lemsford.    © Copyright Ian Capper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Crooked Chimney in Lemsford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Capper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wer Brocket Hall (s. dazu meinen Blogeintrag) in Hertfordshire mit seinem erstklassigen Restaurant Auberge du Lac schon einmal aufgesucht hat, der ist, über die A1 aus London kommend, sicher über die B653 (Brocket Road) auch an Lemsford vorbeigefahren, ein Dorf mit drei Pubs, von denen sich zwei mit einem besonderen Namen auszeichnen. An der Marford Road, Ecke Cromer Hyde Lane,  also nur ein paar hundert Meter vor der Zufahrt zur Brocket Hall entfernt, liegt The Crooked Chimney, ein Haus, das eigentlich gar kein Pubschild braucht, denn der höchst sonderbar geformte Schornstein spricht für sich selbst und springt sofort ins Auge. Seit 1756 steht das Gasthaus hier an der Straße und nannte sich bis 1968 The Chequers; dann fand man, dass The Crooked Chimney doch der treffendere Name wäre. Das Gasthaus wurde lange Zeit gern von den Piloten des nahegelegenen Hatfield Aerodromes frequentiert, wo die de Havilland Aircraft Company bis 1964 ihre Flugzeuge baute. Das Haus mit dem schiefen Schornstein gehört der Gruppe der Vintage Inns an.

Mitten in Lemsford liegt ein Pub mit dem Namen Long Arm and  Short Arm, einzigartig in ganz Großbritannien, der der McMullen Brauerei gehört. Früher stand hier einmal eine Schmiede; 1929 wurde das alte Haus abgerissen und durch ein neues und größeres ersetzt. Woher der merkwürdige Name kommt, ist unklar, obwohl es zahlreiche Vermutungen gibt. Halten wir uns an das Pubschild, das eine Pferdekutsche beim Durchqueren einer Furt zeigt. Davor ist ein Signal mit einem langen und einem kurzen Arm zu sehen, das die jeweilige Tiefe des Wassers in der Furt anzeigen soll.

An der gleichen Straßen wie der „Lange und kurze Arm“ liegt der dritte Pub von Lemsford, der aber keinen so ungewöhnlichen Namen trägt: „The Sun Inn„. Das hübsche Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die etwa 120 Einwohner des Ortes haben also die Qual der Wahl, welchem Pub sie ihre Gunst schenken.

Der Long Arm und Short Arm Pub in Lemsford.    © Copyright Bikeboy and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Long Arm und Short Arm Pub in Lemsford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bikeboy and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Sunn Inn in Lemsford.    © Copyright Robert Edwards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Sun Inn in Lemsford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robert Edwards and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 12. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Public Toilets – Der Niedergang der britischen öffentlichen Toiletten

Eine aufgegebene Toilette in     © Copyright Eric Harlow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine aufgegebene Toilette in Winshill (Staffordshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Eric Harlow and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn ich im Pub ein Pint Bier getrunken habe, suche ich dort vorsichtshalber noch einmal die Toilette auf; doch kaum ich habe ich den Pub verlassen, scheint sich das Pint im Körper verdoppelt zu haben und es möchte möglichst schnell den Körper wieder verlassen. Also: Wo ist die nächste öffentliche Toilette? In Broadway (Worcestershire) in den Cotswolds hatte ich das Problem, dass die Toiletten auf den beiden großen Parkplätzen des Ortes aus baulichen Gründen geschlossen waren. Was tun? Ich sah keine andere Möglichkeit, als The Horse & Hounds an der High Street zu betreten, um dort mein Problem zu beheben.

Die Suche nach öffentlichen Toiletten dürfte in Zukunft noch schwieriger werden, denn sie sind für die Kommunen, die sie unterhalten, zu ungeliebten Kindern geworden. Sie kosten Geld, man muss Personal abstellen, das sie regelmäßig reinigt, man hat mit Vandalismus zu kämpfen und und und… Also haben viele Kommunen ihre „public conveniences“ kurzerhand geschlossen. In den 1980er und 1990er Jahren sollen etwa ein Drittel aller öffentlichen Toiletten geschlossen worden sein und der Trend setzt sich fort. Laut Daily Telegraph blieben seit 2010 in über 700 „loos“ im Lande die Türen für immer zu. Städte wie Liverpool und Wokingham bieten überhaupt keine öffentlichen Toiletten mehr an, Manchester hat bis auf eine alle geschlossen.  Ein Problem mit dem bestimmte Personengruppen wie ältere Menschen, Kinder und Schwangere konfrontiert werden.

Dass es auch anders geht, zeigen z.B. die Städte Brighton & Hove, die für ihre Bereitstellung hygienisch einwandfreier Toiletten mit dem Loo of the Year Award 2013 ausgezeichnet worden sind.

Welche Möglichkeiten hat man also, wenn man dringend eine Toilette benötigt? In den Städten kann man die Kaufhäuser aufsuchen, deren Publikumstoiletten (nicht ohne Grund) oft im obersten Stockwerk zu finden sind, so dass man an vielen Verkaufsständen vorbeilaufen muss (und vielleicht etwas kauft). Wie das BBC News Magazine berichtete, bietet die Kaufhauskette John Lewis ihre Toiletten auch Nicht-Kunden an, denn es können ja nach dem Besuch der Örtlichkeit daraus  Kunden werden.

Auch das waren einmal "public conveniences" in Weymouth (Dorset).    © Copyright Chris Talbot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auch das waren einmal „public conveniences“ in Weymouth (Dorset).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Talbot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 11. Februar 2014 at 02:00  Comments (3)  

Zwei bemerkenswerte Brücken Teil 2: Die Bow Bridge in Leicester – Richard III und eine Wahrsagerin

   © Copyright Stephen Richards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stephen Richards and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Vor einigen Monaten schloss ich mich einer geführten Tour an, die auf den Spuren von Richard III durch die Stadt Leicester führte (ich berichtete in meinem Blog darüber). Im letzten Jahr fand man dort ja das Skelett des Königs unter einem Parkplatz, was sogar in den großen nationalen und internationalen Tageszeitungen für Schlagzeilen sorgte. Die Tour machte auch an der Bow Bridge Halt, die über den River Soar führt.

Am Morgen des 21. August 1485, einem Sonntag, zog Richard III „with great triumph and pomp“ über diese Brücke in die Schlacht von Bosworth, die er nicht überleben sollte. Eine alte Frau beobachtete den Auszug aus Leicester und machte eine Prophezeiung: Dort wo der König   mit seinen Sporen gegen einen Stein der Brückenbrüstung stoßen wird, an dieser Stelle wird er bei der Rückkehr aus der Schlacht auch mit seinem Kopf stoßen. Die Wahrsagerin hatte Recht, denn nachdem der König in der Schlacht gefallen war, legte man seinen Körper quer über ein Pferd und brachte ihn nach Leicester zurück. Beim Überqueren der Bow Bridge stieß dann tatsächlich sein Kopf gegen die gleiche Stelle. Diese Legende/Geschichte ist auf einer Tafel festgehalten, die direkt an der Brücke angebracht ist. Natürlich handelt es sich nicht mehr um die gleiche Brücke wie damals im Jahr 1485; die heutige Bow Bridge wurde 1862 an der gleichen Stelle errichtet, wo die alte stand.

Die Stadtväter von Leicester widmeten die Gestaltung der Brücke ganz dem in der Schlacht von Bosworth gefallenen König: Das Geländer ist mit der weißen Rose von York, Richards Emblem, dem weißen Eber, und seinem Wahlspruch „Loyaulte me Lie“ (Loyalty binds me) verziert.

Bis vor kurzer Zeit war man der Meinung, dass Richards Leiche damals in der Nähe der Brücke in den River Soar geworfen wurde,  worüber eine weitere Plakette an der Bow Bridge informiert; eine Falschinformation wie man jetzt weiß.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden in der ersten Jahreshälfte die Überreste des Königs in der Kathedrale in Leicester beigesetzt (es gibt auch eine Fraktion, die sie nach York holen will). Pläne für ein Grabmal existieren bereits und die Nachfrage nach Plätzen in der Kathedrale für die Trauerfeier scheint sehr groß zu sein wie das „Ricardian Bulletin“ in seiner Ausgabe vom Dezember 2013 berichtet.

Am 3. Oktober letzten Jahres erschien ein Buch von Philippa Langley, der treibenden Kraft für die Suche nach den Gebeinen des Königs unter dem Parkplatz in Leicester, mit dem Titel „The King’s Grave“, das über die Ausgrabungsarbeiten berichtet:

Philippa Langley & Michael Jones: The King’s Grave: The Search for Richard III“. John Murray 2013. 320 Seiten. ISBN 978-1848548909.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Blick von der Bow Bridge auf den River Soar. Eigenes Foto.

Blick von der Bow Bridge auf den River Soar.
Eigenes Foto.

Foto meines Exemplares. Hier handelt es sich um die US-Ausgabe; die englische Ausgabe hat ein anderes Umschlagbild und einen anderen Untertitel.

Foto meines Exemplares. Hier handelt es sich um die US-Ausgabe; die englische Ausgabe hat ein anderes Umschlagbild und einen anderen Untertitel.

Zwei bemerkenswerte Brücken Teil 1: Die Henley Bridge – Eine Brücke über die Themse, die Oxfordshire mit Berkshire verbindet

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Der Baumeister, der Ende des 18. Jahrhunderts die Themsebrücke in Henley-on-Thames schuf, hatte zweifellos gute Arbeit geleistet, denn noch heute erträgt die Brücke klaglos den tagsüber nicht abreißenden Verkehr aus der Stadt hinein bzw. aus der Stadt in Richtung Maidenhead hinaus. Weit und breit ist für die Henley Bridge keine Entlastung zu finden; die nächste Möglichkeit die Themse zu überqueren, ist im Süden in Sonning und im Osten in Marlow (ich berichtete in meinem Blog über die Hängebrücke), und so quälen sich PKWs und Lastzüge mangels Alternative über die schmale Brücke, die die Grafschaften Oxfordshire und Berkshire verbindet.

Auf der Oxfordshire-Seite wacht der Gasthof The Angel on the Bridge (ich berichtete in meinem Blog schon über ihn) über das Geschehen auf der Brücke, das man von der Terrasse des Pubs aus gut beobachten kann. Auf der Berkshire-Seite steht das schön anzusehende Gebäude des Leander Clubs, ein 1818 gegründeter Ruderclub, der zu den ältesten der Welt zählt.

1786 wurde die Brücke, deren Bau £10 000 kostete,  für den Verkehr eröffnet. Sie besteht aus fünf Bögen und hat eine Höhe von 4,34m. Bei Hochwasser bekommt der Schiffsverkehr auf der Themse da schon einmal Probleme. Für „Kunst am Bau“ sorgte damals die Bildhauerin Anne Seymour Damer, die die Brücke auf jeder Seite mit einem Schlussstein versah. Auf dem an der Nordseite findet man das Antlitz von Tamesis, auf dem an der Südseite das von Isis. Tamesis ist der alte Name der Themse, Isis heißt der Fluss in Oxford.

Im August 2010 erlitt die Brücke einen Schaden von rund £200,000, als der Kabinenkreuzer Crazy Love flussabwärts gegen den mittleren Bogen stieß, wobei sich mehrere Steine lösten und einen der Passagiere verletzten. Techniker vom Oxfordshire County Council untersuchten sofort die Brücke und stellten fest, dass die Sicherheit nicht gefährdet war. Während der Inspektion musste die Brücke an diesem Samstagnachmittag für den Verkehr gesperrt werden, was zu gewaltigen Staus in Henley und Umgebung führte.
Im Juni 2012 kam es noch einmal zu einer Karambolage, wieder am mittleren Bogen, als die Tortuga in eine starke Strömung der Themse geriet. Dieses Mal war die Beschädigung nicht so groß wie bei der Crazy Love, aber einige Steine fielen doch herunter.

Ich bin immer wieder gern in Henley und habe in meinem Blog schon einige Male über die Stadt berichtet (z.B. über Dusty Springfields Grab und über Asquith’s Teddy Bear Shop). Ein Spaziergang von der Henley Bridge entlang der Themse in Richtung River and Rowing Museum ist sehr empfehlenswert. Dort am Museum stehen auch genügend Parkplätze zur Verfügung; das Parken in der Innenstadt ist etwas problematisch.

   © Copyright Kurt C and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Kurt C and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Fingerposts – Die ländlichen Wegweiser aus der Zeit der Überlandkutschen

Ein Fingerpost in North Yorkshire.    © Copyright John Illingworth and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Fingerpost in North Yorkshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Illingworth and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn ich in England unterwegs bin, benutze ich kein Navigationsgerät, ich habe einen großformatigen Autoatlas dabei, der mir (meistens) auch gute Dienste leistet. Es kommt aber durchaus vor, dass man sich in einem Gewirr von schmalen, nicht nummerierten Landstraßen verfährt und da sind die Fingerposts hilfreich, die an Straßenkreuzungen aufgestellt sind und den Weg zu den nächstgelegenen Dörfern weisen. Wieviele es von diesen Schildern im ganzen Land gibt, weiß man nicht; einige sind Vandalen zum Opfer gefallen, an einigen hat der Zahn der Zeit genagt. Man hat aber allmählich erkannt, dass diese Wegweiser zum Charakter der britischen Landschaft beitragen und ein Stück Tradition sind; daher auch der amtliche Name „Traditional Direction Signs„.

Der älteste dieser Fingerposts stammt aus dem Jahr 1669 und steht in der Nähe von Chipping Camden in den Cotswolds, dort wo die B4081 auf die A44 trifft. Die Finger zeigen die Richtungen nach Oxford, Warwick und Gloucester an und waren extra so hoch angebracht, damit die Kutscher der Überlandkutschen sie bequem lesen konnten. Ob es sich bei diesem Wegweiser um das Original handelt oder ob es eine Replik ist, scheint nicht ganz eindeutig zu sein.

Es gab keine verbindlichen Vorschriften wie die Fingerposts auszusehen hatten, daher findet man eine Fülle unterschiedlicher Formen. Schwarze Schrift auf weißem Untergrund ist vorherrschend; meistens sind sie aus Holz oder aus Gusseisen. Einige sind von einer runden Scheibe „gekrönt“ auf der der Name der jeweiligen Grafschaft steht.

Wenn eine Behörde neue Fingerposts aufstellen möchte, dann darf sie das nur dort tun, wo zwei „minor roads“ aufeinanderstoßen; also nicht an A- oder B-Straßen. Alle fünf Jahre sollen die „Traditional Direction Signs“ einen neuen Anstrich erhalten und zwar nur in Schwarz und Weiß, es sei denn, dass sie in der Zeit vor 1940 farbig anders gestaltet waren. An den Pfählen der Wegweiser dürfen auch keine anderen Hinweise angebracht werden, z.B. auf touristische Sehenswürdigkeiten.

Das Traffic Advisory Leaflet 6/05 des Departments of Transport fasst die Bedeutung der Fingerposts sehr schön zusammen:
Traditional direction signs make a very important contribution to the local character and identity of suburbs, villages and rural areas across the country. Sometimes called fingerposts, they are a cherished part of the traditional image of the English countryside and suburban fringe. They have become icons that are important to national as well as to rural identity„.

Einige Firmen haben sich auf die Herstellung der traditionellen Wegweisern spezialisiert wie z.B. „Heritage Fingerpost Sign, deren Werkstatt im Ashdown Forest in East Sussex zu finden ist.

Der älteste Fingerpost Englands in den Cotswolds.    © Copyright John V Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der älteste Fingerpost Englands in den Cotswolds.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John V Nicholls and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und noch ein Beispiel aus East Sussex. Author: EddersGTI.   This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Und noch ein Beispiel aus East Sussex.
Author: EddersGTI.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 8. Februar 2014 at 02:00  Comments (1)  

The Angel Awards 2013 des English Heritage

Der Hadlow Tower bei Tonbridge (Kent).    © Copyright Nigel Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Hadlow Tower bei Tonbridge (Kent).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nigel Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der English Heritage führt eine Liste mit historischen Bauwerken, die unter Denkmalschutz stehen und die von Verfall bedroht sind:Heritage at Risk heißt diese Liste, auf der aktuell 5700 Positionen stehen, nicht nur Gebäude, sondern auch Monumente, Schlachtfelder und vieles andere mehr. Die Restauration all dieser Stätten würde Unsummen verschlingen und so ist man dankbar, dass es Einzelinitiaven gibt, die sich um die Erhaltung dieser historisch wertvollen Orte kümmern.

Die English Heritage Angel Awards (eine Idee von Andrew Lloyd Webber) werden jährlich in vier Kategorien an diese Initiativen vergeben. Hier sind die Preisträger des Jahres 2013:

Kategorie 1: The Best Craftsmanship Employed on a Heritage Rescue

Sieger sind The Vivat Trust und die Save Hadlow Tower Action Group
Beide haben sich um die Restaurierung des Hadlow Towers bei Tonbridge (Kent) verdient gemacht. Der Turm war nach Sturmschäden schwer in Mitleidenschaft geraten und drohte, immer mehr zu verfallen. Dank der Initiative des Trusts und der SHTAG konnte der Hadlow Tower im vergangenen Jahr wieder in Betrieb genommen werden, d.h. es gibt darin ein kleines Museum im Erdgeschoss und man kann die darüberliegenden Stockwerke als Apartment mieten.
Hier ist ein Film über den Hadlow Tower.

Kategorie 2: The Best Rescue of a Historic Industrial Building or Site

Den Preis erhielten Malcolm und James Nattrass für ihren Einsatz bei der Erhaltung der Low Slit Mine bei Bishop Auckland (County Durham). Das ist eine ehemalige Bleimine, deren oberirdische Reste allmählich zerbröselten und Vandalismus zum Opfer fielen. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier alles wieder hergerichtet und Tafeln aufgestellt, die die Besucher über die Geschichte der alten Mine informieren.
Hier ist ein Film über die Low Slit Mine.

Kategorie 3: The Best Rescue of Any Other Type of Historic Building or Site

Preisträger sind Ivy House Community Pub Limited für die Wiederherstellung des Ivy House Pubs im Londoner Stadtteil Southwark. Im April 2012 wurde der Pub geschlossen, weil der bauliche Zustand zu schlecht geworden war. Die elektrischen Leitungen waren nicht mehr sicher, Wasser drang ins Gebäude ein und Teile des Hauses waren mit Asbest verseucht. Eine kleine Gruppe von „locals“ widersetzte sich den Abrissplänen, beantragte, das Haus unter Denkmalschutz zu stellen und trieb eine ganze Menge Geld auf, um den Pub zu sanieren. Jetzt ist The Ivy House in der Stuart Road Londons erster Pub, der einer Kooperative gehört.
Hier ist ein Film über den Ivy House Pub.

Kategorie 4: The Best Rescue or Repair of a Historic Place of Worship

Preisträger: Der St James’s Restoration Fund und der Parochial Church Council für die Restauration der Kirche St James the Greater in Ab Kettleby (Leicestershire). Ende des Jahres 2006 musste die Kirche aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Mauerwerk drohte herabzustürzen und Wasser drang in die Fundamente der Kirche ein. Nach umfangreichen Reparaturarbeiten konnte die Kirche zu Ostern 2013 wieder in Betrieb genommen werden.
Hier ist ein Film über die Kirche.

Die Low Slit Mine bei Bishop Auckland (County Durham).    © Copyright Mike Quinn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Low Slit Mine bei Bishop Auckland (County Durham).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Quinn and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Ivy House im Londoner Stadtteil Southwark.    © Copyright David Anstiss and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Ivy House im Londoner Stadtteil Southwark.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Anstiss and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Die St James    © Copyright Tim Heaton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kirche St James the Greater in Ab Kettleby (Leicestershire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Tim Heaton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 7. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Englische Exzentriker – Charles Waterton (1782-1865)

This image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

This image is in the public domain because its copyright has expired.

Charles Waterton war ein englischer Naturforscher, der 1782 auf dem Familiensitz Walton Hall bei Wakefield in West Yorkshire geboren wurde und dort auch 1865 an den Folgen eines Sturzes starb.
Waterton reiste gern durch Südamerika, wo er sich besonders für die Tierwelt interessierte. Einige der Tiere, die er dort im Urwald antraf, stopfte er aus und stellte sie in Walton Hall zur Schau. Häufig „bastelte“ er Körperteile von unterschiedlichen Tieren zusammen, so dass daraus neue Schöpfungen entstanden. Ein besonders bizarres Geschöpf war The Nondescript, das er aus der Haut eines Brüllaffen gestaltete und das menschliche Züge trug (heute im Wakefield Museum zu bestaunen).

Watertons Gäste auf Walton Hall wurde es nie langweilig, wenn sie den exzentrischen Mann besuchten. Schon die Türklopfer an der Eingangstür waren absonderlich; beide bestanden aus menschlichen Gesichtern, wobei das grinsende Gesicht nicht funktionierte, nur mit dem verdrießlich dreinblickenden Gesicht konnte man klopfen und auf sich aufmerksam machen. Nachdem man sich nun Zutritt verschafft hatte, konnte es passieren, dass einem der Hausherr auf allen Vieren entgegenkam und einem wie ein Hund ins Bein biss. Das war Humor à la Waterton. Nach einem ausgiebigen Abendessen soll er einmal, nachdem der Tisch gerade abgeräumt worden war, vor seinen entsetzten Gästen einen Gorilla seziert haben.

Nachdem Watertons Frau Anne kurz nach der Geburt ihres Sohnes im Alter von nur 18 Jahren gestorben war, schlief er nie wieder in seinem Bett, sondern in einen Mantel gehüllt davor auf dem Boden, wobei ein Holzklotz als Kopfkissen diente. Sein Frühstück bestand aus trockenem Toastbrot, das er mit etwas Kresse garnierte.

Um sein Anwesen ließ Charles Waterton eine drei Meter hohe Mauer bauen und legte eine Art Naturschutzgebiet an. Trotz seiner Exzentrik war er einer der ersten, der sich intensiv um die Umwelt kümmerte. Bei seiner Beerdigung soll ein Vogelschwarm dem Sarg gefolgt sein, der zwischen zwei Eichen im Park von Walton Hall in die Erde gelassen wurde.

Walton Hall ist heute Teil des Waterton Park Hotels geworden und liegt auf einer Insel mitten auf einem See.

Walton Hall.    © Copyright Pauline Eccles and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Walton Hall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Pauline Eccles and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Pauline Eccles and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Pauline Eccles and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 6. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Partnerstädte – Goslar und Windsor/Maidenhead (Berkshire)

Windsor wird von seiner alten Burg dominiert.    © Copyright Phillip Perry and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Windsor wird von seiner alten Burg dominiert…
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Phillip Perry and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am 28. Januar 1969 traf der Rat der Stadt Goslar den Beschluss, mit der englischen Stadt Windsor eine Städtepartnerschaft einzugehen. Am 4. Juli 1969 kam das Stadtparlament von Windsor zu einer Sondersitzung zusammen und besiegelte diesen Freundschaftsvertrag. Goslar und Windsor haben gewisse Ähnlichkeiten: Das Stadtbild ist mittelalterlich geprägt, Windsor wird von der alten königlichen Burg überragt, Goslar hat die nicht minder alte Kaiserpfalz, beide Orte sind Touristenhochburgen. Lediglich die Flüsse an denen beide Städte liegen, sind nicht vergleichbar: An Windsor führt die majestätische Themse vorbei, durch Goslar plätschert die kleine Gose.

In Goslar gibt es im Stadtteil Ohlhof einen Windsorweg und eine Windsorbrücke, in Windsor benannte man eine Straße, den Goslar Way (das ist die A308), nach der deutschen Partnerstadt.

Bereits 1955, also lange vor Beginn der Städtepartnerschaft, war schon eine Gruppe von Goslaranern zwei Wochen lang in der Stadt an der Themse zu Gast. Auch heute noch besuchen sich die Bürger der beiden Städte gegenseitig, da kommen z.B. die Jugendfeuerwehren aus der Region Windsor/Maidenhead in die Stadt am Harz oder Bläserensembles aus Berkshire werden zu den Niedersächsischen Musiktagen erwartet.

An Übernachtungsmöglichkeiten bietet sich in Windsor in erster Linie das zentral gelegene Macdonald Windsor Hotel in der High Street an; in Goslar sind es vor allem Der Achtermann und das Hotel Kaiserworth.

Sowohl Goslar als auch Windsor haben jeweils noch andere attraktive Partnerstädte. Goslar ist seit 1965 mit dem französischen Atlantik-Seebad Arcachon liiert, Windsor seit 1955 mit Neuilly-sur-Seine.

Beide Orte lohnen auf jeden Fall einen Besuch. In Windsor war ich nur einmal, während ich in Goslar wohl so ziemlich jede Straße kenne, da ich dort während meiner Bundeswehrzeit den Führerschein machte und durch das verwinkelte Straßengewirr fahren musste.

Hier ist ein Film über Goslar und hier sind einige Eindrücke über die Stadt Windsor.

...und Goslar von der Kaiserpfalz. Released into the public domain (by the author).

…und Goslar von der Kaiserpfalz.
Released into the public domain (by the author).

Published in: on 5. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Außergewöhnliche Häuser – The Node Court bei Codicote (Hertfordshire)

   © Copyright Melvyn Cousins and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Melvyn Cousins and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt schon sehr ungewöhnliche Häuser in England; eines davon liegt ziemlich abgelegen in der Grafschaft Hertfordshire, nördlich des Dorfes Codicote, südlich von Stevenage und westlich von der A1. The Node Court erreicht man über die heckengesäumte schmale Driver’s End Lane. Das schlösschenartige Gebäude war einmal eine Molkerei, in deren Ställen Jersey-Kühe standen, 1929 erbaut für den amerikanischen Geschäftsmann Carl Holmes. Diesem schwebte bei der Planung des Hauses Marie Antoinettes Molkerei in „Le Hameau“ vor, dem kleinen Weiler auf dem Gelände des Versailles-Schlosses bei Paris. Holmes setzte damals Standards für das Molkereiwesen Englands, was die Hygiene und die Effektivität anging. Als der Zweite Weltkrieg nahte, verließ der Amerikaner das Land und sein Anwesen The Node Court stand lange Zeit leer und verfiel allmählich. Es gab zwar Pläne, was man mit dem weitläufigen Gebäude machen könnte (Gesundheitsfarm, Restaurant, Künstlerateliers), aber diese wurden nicht umgesetzt. Erst Mitte der 1980er Jahre entdeckte ein Bauunternehmer das abgelegene Haus und gestaltete es nach seinen Vorstellungen um. Aus der ehemaligen Molkerei wurde ein komfortables Wohnhaus mit mehreren Schlaf- und Badezimmern, einem überdachten Swimmingpool und aus dem früheren Silo entstand ein reetgedecktes Türmchen.

Heute ist The Node Court Sitz der Firma SMART, die Lösungen für Personaleinsatzplanung liefert. Natürlich steht das Haus nicht für Besichtigungen zur Verfügung.

Published in: on 4. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Claudia Piras & Bernhard Roetzel: British Style – Wohnen, Kultur, Lebensart

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Hier ist ein „Coffee table book“ par excellence: Riesiges Format, schwer und wunderschön!! „British Style – Wohnen, Kultur, Lebensart“ heißt es und wurde von Claudia Piras und Bernhard Roetzel geschrieben; die großartigen Fotografien stammen von Rupert Tenison. Erschienen ist das Buch 2005 im Verlag h.f.ullmann, noch einmal in unveränderter Neuauflage im August 2012 zu einem unschlagbaren Preis von €24.90.

Worum geht es in dem Buch? Schwerpunkt ist das Interieur eines englischen Town bzw. Country Houses der gehobenen Kategorie. Es beginnt mit der Gestaltung der Eingangshalle (Türen, Türmatten, Blumenschmuck), es geht weiter in das Wohnzimmer (Kaminsims und seine Dekoration, Sofakissen, Fensterdekoration), in das Esszimmer (Die korrekte Tafel, die Bar, das Rauchzimmer), in die Küche (Herd, Vorratshaltung, Tee) und das Schlafzimmer (Historische Schlafgemächer, Hypnos-Betten, Wärmflaschen).

Auch Badezimmer, Arbeitszimmer und Kinderzimmer, sowie Gärten berühmter Häuser werden vorgestellt; man erfährt aber auch vieles über das Country Life (National Trust, das Cottage, Hauskauf) und das City Life (Stadthaus und Stadtwohnung, Parks und Gärten in London, das Experiment Poundbury).

Ein wunderbares Buch, in das man sich vertiefen kann und das eine Zierde eines jeden „Coffee tables“ ist. Das Buch muss man einfach selbst besitzen, und es ist ein Geschenk der Spitzenklasse für jeden England-Fan!!

Claudia Piras und Bernhard Roetzel: British Style – Wohnen, Kultur, Lebensart. Verlag h.f.ullmann 2005. 339 Seiten. ISBN 978-3833152412.

Published in: on 3. Februar 2014 at 02:00  Comments (10)  

Songs About London – West End Girls gegen East End Girls

Das Londoner West End.    © Copyright Chris Talbot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Londoner West End.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Talbot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Londoner West End ist das Theaterviertel der Stadt, das durch die Straßen The Strand, Marylebone Road, Park Lane und Regent Street eingefasst wird. Hier gibt es jede Menge schicke Läden und Restaurants; die Immobilienpreise gehören zu den höchsten der Welt und die „bessere Gesellschaft“ ist hier zuhause bzw. lässt sich hier sehen.

Das East End dagegen galt schon immer als das Aschenputtel Londons, hier wohnten Arbeiter, Menschen mit wenig Geld und viele Einwanderer. Noch immer gibt es in den Bezirken im Osten der Stadt viel Armut, aber es findet ein Wandel statt, der das Gesicht des East Ends in der Zukunft noch sehr verändern wird.

Was unterscheidet nun die Mädchen aus dem Westen von denen aus dem Osten? Sind sie hübscher, intelligenter?

Die Pet Shop Boys haben 1984 ihren Song „West End Girls“ aufgenommen. „Der Song handelt von jungen Frauen aus dem West End Londons, die auf Männer aus dem von Proletariern bewohnten East End treffen. Er bezieht sich freilich auf vergangene Zeiten und fokussiert Klassenunterschiede und innerstädtischen Druck“, so formuliert es die Wikipedia.

Die Skinhead-Band Cock Sparrer beschäftigt sich in ihrem Song „East End Girl“ mit den toughen Mädchen aus dem Osten der Stadt: „She’s dangerous and beautiful and proud With her feet on the ground and her head high in the clouds“.

Das Londoner Eastend.    © Copyright Derek Harper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Londoner Eastend.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Harper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 2. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

The Bull and Butcher in Turville (Buckinghamshire) – Ein Pub und ein Familiendrama

The Bull and Burcher in Turville (Buckinghamshire). Eigenes Foto.

The Bull and Butcher in Turville (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

In meinem Blogeintrag über Turville in Buckinghamshire erwähnte ich den Dorfpub The Bull and Butcher schon einmal in Zusammenhang mit der Inspector Barnaby-Krimiserie. Wir sind hier mitten im Midsomer County; mehrere Episoden wurden schon in Turville gedreht, wobei in Folge 34 „The Straw Woman“ (dt. „Brennen sollst du!“) am meisten vom Ort zu sehen ist.

The Bull and Butcher steht gleich am Eingang des Ortes neben der Kirche St Mary the Virgin am Holloway Lane, der Hauptstraße des Dorfes, das man bedenkenlos zu den schönsten Buckinghamshires zählen darf. Ich parkte direkt am Pub und machte mich auf eine Besichtigungstour durch Turville, die allerdings nicht sehr lange dauerte, da der Ort recht klein ist.

Das Gebäude steht hier schon seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, wurde aber „erst“ 1617 zum Pub. Der Name hat weder mit einem Bullen noch mit einem Schlachter zu tun, sondern leitet sich von Anne Boleyn ab, deren Name damals auch als Anne Bullen wiedergegeben wurde. Und der „Butcher“ war niemand anderes als ihr lieber Ehemann, Heinrich VIII, der sie schlachten, pardon hinrichten ließ.

Einer der Gastwirte, ein gewisser Lacey Beckett, der den Pub über 40 Jahre lang geführt hatte, wurde während des Zweiten Weltkriegs über die Grenzen Turvilles hinaus bekannt, als er 1942 seine Frau und seinen Hund im Schlafzimmer im ersten Stock erschoss, dann in den Obstgarten hinunterging, dort wo sich heute der Parkplatz des Pubs befindet, und sich dort selbst eine Kugel in den Kopf schoss. Warum er das tat, darüber konnten nur Vermutungen angestellt werden. Es hieß, dass er mit der Mehrarbeit nicht klar kam, die er leisten musste, denn während des Krieges war der Pub gleichzeitig auch Dorfladen. Auch von einem Gehirntumor war die Rede, die ihn zu der Tat veranlasst haben könnte. Eine Affäre von Mrs Beckett mit dem Dorfschmied wäre auch ein möglicher Grund, warum Lacey Beckett zur Waffe griff. Wir werden die wahren Beweggründe wohl nie erfahren.

So richtig konnte sich der selbstmörderische Gastwirt aber nicht vom Bull and Butcher trennen, denn es heißt, sein Geist wird hin und wieder im Pub gesichtet, vor allem auf seinem Lieblingsplatz, einer Sitzbank neben dem Kamin im Gastraum.

The Bull and Butcher gehört zur Gruppe der Brakspear Pubs, die der Brauerei gleichen Namens gehört, die einst ihr Bier in Henley-on-Thames herstellte; die Produktionsstätten dort sind allerdings aufgegeben worden, aber der Firmensitz ist noch immer in der Bell Street zu finden.

The Bull and Butcher
Turville
Henley on Thames
RG9 6QU
Tel: 01491 638 283

   © Copyright Colin Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.