Dartmoor Letterboxing – Ein Freizeitvergnügen in der Einsamkeit des Dartmoors

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Ich finde einen Besuch im Dartmoor immer wieder sehr beeindruckend. Schon die B3213, die den Nationalpark in voller Länge durchquert, gehört nicht gerade zu den Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen (das mag in der Hauptferienzeit anders sein), aber wenn man auf die kleinen gewundenen „single track lanes“ abbiegt, ist man meist für sich.
In dieser kargen wilden Landschaft gibt es ein Freizeitvergnügen, das seit 1854 eine Menge Anhänger gefunden hat, das Dartmoor Letterboxing. Angefangen hat das „Suchspiel“ mit James Perrott aus Chagford, das im nördlichen Teil des Moorgebietes liegt. An einer einsam gelegenen Stelle des Dartmoors, am Cranmere Pool, errichtete er damals einen kleinen Steinhaufen, in den er ein Glasgefäß steckte. Wenn Wanderer hier in dieser Einöde vorbeikommen sollten, konnten sie ihre Visitenkarten in dem Gefäß deponieren, als Zeichen, dass sie sich bis hierhin vorgewagt hatten. Andere nahmen diese Idee auf und hinterließen im Moor weitere Gefäße, Blechbüchsen usw., in denen sie an sich selbst oder an Freunde gerichtete Briefe oder Postkarten steckten. Fand jemand diese „Briefkästen“ nahm er/sie den Inhalt mit und warf ihn in den nächsten richtigen Briefkasten.

Heute gibt es im Dartmoor tausende solcher mehr oder weniger gut versteckter Behälter, in denen aber keine Briefe mehr hinterlegt werden, sondern Stempel und eine Art Logbuch, in dem man sich mit seinem Namen oder mit seinem persönlichen Stempel verewigt. Viele haben sich auch ein Notizbuch zugelegt, das sie dann an der gefundenen „letterbox“ abstempeln.

Natürlich hat man auch aus diesem Suchspiel einen Wettbewerb gemacht; so gibt es einen Letterbox 100 Club, in dem jeder Mitglied werden kann, der mindestens hundert der versteckten Briefkästen gefunden hat. Zweimal im Jahr veröffentlicht der Club einen Katalog, in dem die Standorte der „letterboxes“ verzeichnet werden. Übrigens können jetzt auch Hunde Mitglieder des Clubs werden; natürlich müssen sie ebenfalls hundertmal fündig geworden sein. Pfotenabdrücke im Logbuch sind nicht nötig. Als Anerkennung bekommen sie dafür eine am Halsband zu tragende Hundemarke.

Viele der heutigen Dartmoor-Briefkästen finden sich nicht mehr nur an schwer zugänglichen Stellen des Nationalparks, sondern sind nicht allzu weit von Straßen entfernt. So können auch Kinder und ältere Menschen an diesem Vergnügen teilhaben, ohne allzu tief in das Dartmoor eindringen zu müssen.

Dieser Film zeigt „letterboxer“ bei der Arbeit.

Das Buch zum Artikel:
Anne Swinscow: Dartmoor Letterboxes. Kirkford Publ. 1984. 92 Seiten. ISBN 978-0950911403.

Published in: on 20. Februar 2014 at 02:00  Comments (1)  
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