Die Londoner „Frost Fairs“ und eine Ausstellung im Museum of London

Die Frost Fair von 1814, gemalt von Luke Clenell (1781-1840). his image is in the public domain because its copyright has expired.

Die Frost Fair von 1814, gemalt von Luke Clenell (1781-1840).
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In diesem Winter zeigte sich die Themse ihren Anwohnern gegenüber als sehr ungnädig, indem sie nach starken Regenfällen ihr Bett verließ und in der näheren Umgebung einen Milliardenschaden anrichtete. London kam glimpflich davon, dank der Sturmflutwehren Thames Barrier, die die Stadt nicht nur gegen Fluten von der Nordsee schützt, sondern auch hilft, die Wassermassen der Themse zu regulieren. Die Temperaturen in diesem Winter waren recht mild, so dass ein Zufrieren der Themse völlig ausgesschlossen war. Es ist auch schon lange her, dass ein Winter so kalt war, dass der Fluss zufror und man zu Fuß von Ufer zu Ufer gehen konnte. 1963 war das zuletzt in der Region Windsor der Fall.

Von 1408 bis 1814 gefror Old Father Thames 24 mal in London und dieses Ereignis wurde entsprechend gefeiert. „Frost Fairs“ nannte man diese Jahrmärkte, die auf der dicken Eisschicht veranstaltet wurden und bei denen viele Leute versuchten, auf die Schnelle ein paar Pfund zu verdienen, sei es durch den Verkauf von Essen und Trinken, Aufführungen von Puppentheatern oder anderweitige Aktionen. Bei der letzten „Frost Fair“ im Februar 1814 führte man sogar einen Elefanten in Höhe der Blackfriars Bridge über die Themse, wohl um die Tragfähigkeit des Eises zu demonstrieren.

Im Museum of London läuft zur Zeit eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Frozen Thames: Frost Fair 1814„, in der einige Bilder und Gegenstände von dem damaligen „Fluss-Karneval“ gezeigt werden (bis zum 30. März, der Eintritt ist frei). Dieses Video gibt einen kurzen Einblick in die Ausstellung.

Das Buch zum Artikel:
Nicholas Reed: Frost Fairs on the Frozen Thames. Lilburne Press 2002. 46 Seiten. ISBN 978-1901167092.

Published in: on 11. März 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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