Ashington (Northumberland) – Das einst größte Bergbaudorf der Welt und seine bekannten Söhne und Töchter

Die Station Road in Ashington.    © Copyright Russel Wills and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Station Road in Ashington.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Russel Wills and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Als in Ashington, nördlich von Newcastle upon Tyne in Northumberland, noch Kohle abgebaut wurde, ging es hier sehr lebhaft zu, und der Ort galt als das größte Bergbaudorf der Welt, wobei man den Begriff „Dorf“ sehr großzügig auslegte, denn noch heute hat Ashington rund 27 000 Bewohner. Als nach und nach die Kohleminen schlossen, zog wie auch in so vielen anderen Dörfern und Städten des Nordens, die vom Bergbau abhängig waren, die Tristesse hier ein. Man stemmte sich aber gegen den Niedergang von Ashington und erschuf u.a. den Wansbeck Riverside Country Park, den Queen Elizabeth II Country Park und das Woodhorn Colliery Museum, um den Tourismus anzukurbeln.

Ashington ist der Geburtsort von einer ganzen Reihe bekannter Sportler und Musiker, die ich hier kurz erwähnen möchte:

Jackie Milburn war der erste Profifußballer aus Ashington, der national Karriere machte. Von 1943 bis 1957 spielte er für den Club Newcastle United und war später als Trainer tätig, zuletzt bei Ipswich Town. Als er 1988 im Alter von 64 Jahren in seiner Heimatstadt starb, wohnten dem Begräbnis 30 000 Menschen bei. Man errichtete Jackie Milburn ein Denkmal in der Station Road. Milburn hatte zwei Neffen, die im englischen Fußball wesentlich berühmter wurden als ihr Onkel: Bobby und Jack Charlton.

Sir Bobby Charlton, 1937 geboren, ist eine Fußballikone in England, in etwa vergleichbar mit Uwe Seeler in Deutschland. Er spielte von 1954 bis 1973 für Manchester United und ließ dann seine Karriere bei den kleinen Vereinen von Preston und Waterford ausklingen. In der Nationalmannschaft trat Bobby Charlton 106mal an. In Ashington hat man ihm (noch) keine Statue errichtet, aber in Manchester kann man ihn vor dem Old Trafford Stadion zusammen mit George Best und Denis Law bewundern, die zusammen 665 Tore für ManU erzielten. Hier ist Sir Bobby im Film zu sehen.

– Bobbys älterer Bruder Jack Charlton war seinem Club ebenso treu; er spielte auschließlich für Leeds United, und das von 1952 bis 1973, heute im Profifußball kaum noch denkbar. Seine Karriere beendete Jack als Trainer für die irische Nationalmannschaft. Hier ist ein Mini-Porträt von ihm.

– Und noch ein Profifußballer wurde in Ashington geboren: Martin Taylor spielte u.a bei den Blackburn Rovers, bei Birmingham City und ist zurzeit bei Sheffield Wednesday unter Vertrag.

Doch Ashington hat nicht nur Fußballspieler hervorgebracht, sondern auch zwei Opernsängerinnen.

– Die Sopranistin Sheila Armstrong wurde 1942 in dem Kohlerevier geboren, ging nach Newcastle und London, um dort Gesang zu studieren und baute sich erst national eine Karriere auf, u.a. im Royal Opera House  Covent Garden, trat dann aber auch international in Erscheinung wie in Italien, in den USA und auch in Deutschland. Hier ist Sheila Armstrong zu hören.

– Auch die 1954 in Ashington geborene Janice Cairns ist Sopranistin und trat u.a. in der Opera North in Leeds und in der Scottish Opera in Glasgow auf. Hier ist Janice Cairns in einer Aufführung von Benjamin Brittens „Peter Grimes“ zu sehen.

– Zum Abschluss noch ein weiterer Sänger aus Ashington, der allerdings nie etwas mit Opernmusik zu tun hatte, sondern mit der sehr leichten Muse, dem Schlager. Es ist Billy Sanders, den es auch eine Zeit lang nach Deutschland verschlagen hatte und der hier vor allem mit einem Schlager bekannt wurde, dem Gartenzwerg-Marsch („Adelheid, Adelheid, schenk‘ mir einen Gartenzwerg!“). Sanders starb 2001 in dem südlich von Ashington gelegenen Ort Blyth. Hier ist Billy Sanders noch einmal mit seinem Erfolgshit aus dem Jahr 1962 zu hören.

Hier ist ein kleiner nostalgischer Film über Ashington.

Das Denkmal für Jack Milburn in der Station Road von Ashington.    © Copyright MSX and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Denkmal für Jackie Milburn in der Station Road von Ashington.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright MSX and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The URI to TrackBack this entry is: https://maricopa1.wordpress.com/2014/03/23/ashington-northumberland-das-einst-weltweit-groste-bergbaudorf-der-welt-und-seine-bekannten-sohne-und-tochter/trackback/

RSS feed for comments on this post.

One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. […] Woodhorn Museum and Northumberland Archives ist im hohen Norden Englands, in Ashington in der Grafschaft Northumberland, zu finden, dort, wo früher ein Kohlebergwerk stand. Das Museum […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: