Der älteste Tudor-Garten Englands ist auf dem Gelände des Thornbury Castle Hotels zu finden

Eigenes Foto.

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Ich habe in meinem Blog schon mehrfach über das wunderschöne romantische Thornbury Castle Hotel nördlich von Bristol in Gloucestershire geschrieben und geschwärmt (z.B. hier). Es ist für mich der schönste Platz auf der Welt! Man kann sich in dem alten Gemäuer tief in die Vergangenheit zurückversetzen und sich von der einzigartigen Atmosphäre vereinnahmen lassen. Ich war mittlerweile schon achtmal hier zu Gast, und ich genieße es vor allem, wenn wenig Menschen im Hause sind. Einmal wurde die wundervolle Stimmung in der Lounge durch eine Gruppe lauter Amerikaner zerstört, die offensichtlich keinen Nerv für die Atmosphäre hatten und sich stattdessen wortgewaltig darüber unterhielten, aus welchen Teilen der USA sie alle kamen. Ein wenig deprimiert zogen wir in das Restaurant weiter, in der Hoffnung, dass die Gruppe nicht auch dahin kam (was sie glücklicherweise nicht tat).

Einer meiner ersten Wege nach der Ankunft im Hotel führt mich immer in den ältesten Tudor-Garten Englands, der auf der Rückseite des Castles, von über vier Metern hohen Mauern eingefasst, liegt. Am schönsten ist die Atmosphäre hier im Herbst und im Winter (andere mögen da ganz anderer Meinung sein), wenn in dem Garten keine Menschenseele anzutreffen ist. Wenn dann auch noch von der gegenüberliegenden Kirche St Mary’s die Glocken läuten, ist die Stimmung perfekt.

Schon im frühen 16. Jahrhundert wurde der Schlossgarten angelegt, später immer wieder umgewandelt. Kieswege führen hindurch, hohe Hecken schirmen die einzelnen Teile des Gartens voneinander ab. An einer Außenwand steht eine Bank, die fast ganz von einer Eibenhecke umrahmt ist. Der westliche Teil, der sogenannte „privy garden“,  der direkt an die Rückseite des Castles grenzt, besteht aus einer Rasenfläche, auf der bei schönem Wetter der Nachmittagstee serviert wird, aus Kräuterbeeten und aus üppig wuchernden Kletterpflanzen, die das alte Burggemäuer großflächig beherrschen.
Der östliche Teil des Gartens, der „goodly garden“, setzt sich aus Rosenbeeten zusammen, die von hohen zinnenartig beschnittenen Eibenhecken eingefasst sind.

An der Einfahrt zum Thornbury Castle Hotel und an der Grenze zur Kirche stehen wunderbare Zedern, die sicher schon uralt sind. Das Hotel verfügt auch über einen Weingarten aus dessen Reben Wein gekeltert wird, den man im Restaurant bestellen kann. Es handelt sich um Müller-Thurgau-Trauben, die einen halbtrockenen Weißwein ergeben. Ich habe ihn noch nicht probiert, da ich eigentlich nur trockenen Wein mag.

Ein Abendessen im Tower Dining Room gehört zu einem Aufenthalt im Thornbury Castle Hotel auf jeden Fall mit dazu, auch wenn es nicht ganz billig ist. Es gibt nur ein dreigängiges Menü zum Festpreis von (zurzeit) £50 pro Person. Dafür hat man aber auch das Erlebnis eines wunderschönen Abends (wenn man nicht das Pech hat und von lärmigen Mitgästen umgeben ist). Vielleicht wird man ja von Pepe bedient, dem liebenswerten spanischen Kellner, der seit vielen Jahren zum Inventar des Hotels gehört.

Hier habe ich einmal versucht, die Stimmung im Tudor-Garten an einem späten Winternachmittag im Film einzufangen:

Eigenes Foto.

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Meine Lieblingszypresse vor dem Hotel. Dahinter die Kirche St Mary's. Eigenes Foto.

Meine Lieblings-Zeder vor dem Hotel. Dahinter die Kirche St Mary’s.
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Published in: on 9. Mai 2014 at 02:00  Comments (5)  
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