Carol White (1943 – 1991) – The Battersea Bardot

Heute kennt sie kaum noch jemand, die Schauspielerin Carol White, die in den 1960er Jahren eine kurze vielversprechende Karriere begann, die dann aber bald im Sand versickerte. Gestern schrieb ich in meinem Blog über einen Song, in dem der Battersea Park im Mittelpunkt steht, heute über eine junge Frau, die als „Battersea Bardot“ bezeichnet wurde. Gewisse Ähnlichkeiten mit Brigitte Bardot waren durchaus vorhanden, aber Carol White hatte nie die großen Erfolge ihrer französischen Kollegin erlebt.

Die gebürtige Londonerin hatte ihre ersten Filmauftritte 1954 in „The Belles of St Trinian“ und 1959 in einer der „Carry On“-Komödien („Carry On Teacher). Richtig bekannt wurde sie dann in ihrem Heimatland durch den BBC-Film „Cathy Come Home„, der 1966 gezeigt wurde. Ich habe mir den Film gerade noch einmal angesehen; er ist beeindruckend und erschütternd. Es geht darin um ein junges Paar mit drei Kindern, die in die Obachlosigkeit abrutschen und keine Perspektive mehr in ihrem Leben sehen.

Auch in der BBC-Fernsehproduktion „Up the Junction„, die Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichtensammlung von Nell Dunn, in der es um das Leben in den Slums der Londoner Stadtteile Battersea und Clapham Junction geht, machte Carol White eine gute Figur. Die Weichen für eine Karriere waren damals also durchaus gestellt, doch dann begab sich die 25-jährige nach Hollywood, was sich im nachhinein als Fehler erwies. Sie geriet in einen Strudel von Alkohol und Drogen, hatte Affären mit Hollywoodstars wie Richard Burton, Warren Beatty und Frank Sinatra und bekam ihre weitere Karriere nicht mehr in den Griff.

1981 schrieb Carol White ihre Autobiografie, die sie in Anlehnung an ihren Film „Cathy Come Home“ „Carol Comes Home“ nannte. Die Sunday Times schrieb über das Buch: „An impressively frank and articulate account…Thurlow had to fill in the gaps in her memory caused by her drug-taking“ (Mit Thurlow ist der Journalist und Ghostwriter Clifford Thurlow gemeint). Am 16. September starb die Schauspielerin in Florida; einige sagen an einer Überdosis Drogen, andere wiederum sprechen von einer Leberkrankheit. Ihr Grab liegt auf dem Mortlake Cemetery im Westen Londons, in Richmond-upon-Thames.

Die Punk-Band Cock Sparrer widmete Carol White einen Song, den sie passenderweise auch „Battersea Bardot“ nannte. Hier ist er zu hören.

Published in: on 11. Mai 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

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