Die Irrfahrten des William Bush zu Land, zu Wasser und in der Luft im Jahr 1607

Der Kirchturm von St Michael's in Lambourn (Berkshire). Hier begann William Bushs Luftreise.    © Copyright nick macneill and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Kirchturm von St Michael’s in Lambourn (Berkshire). Hier begann William Bushs Luftreise.
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William Bush war ein kreativer Kopf mit handwerklichen Fähigkeiten, der im Jahr 1607 in Lambourn (Berkshire) ein Vehikel baute wie man es bis dahin noch nie gesehen hatte. Es war ein schiffsähnliches Gebilde mit dem Mr. Bush zu Land, zu Wasser und in der Luft von Lambourn nach London reisen wollte. „The tricky bit“ war sicher die Sache mit der Luft und da hatte er sich etwas Besonderes ausgedacht. Bush transportierte erst einmal sein „Schiff“ zur Kirche von Lambourn und hievte es mit einer Art Flaschenzug zum Kirchturm hinauf. Dort wurde es mit Seilen befestigt, die zu zwei Bäumen im Kirchhof hinunterführten, wo die gegenüberliegende Befestigung vorgenommen wurde. Dann glitt das über und über mit Fahnen und Wappen geschmückte Gefährt langsam vom Turm zum Boden hinunter, ohne William Bush an Bord, was die zahlreichen Zuschauer maßlos ärgerte und die daraufhin von ihm forderten, die ganze Prozedur zu wiederholen, aber dieses Mal mit ihm an Bord. Nun, was blieb Bush anderes übrig, als dem „Wunsch“ der Massen Folge zu leisten und das Luftfahrtunternehmen noch einmal von vorn zu beginnen. Dabei wäre es beinahe noch zu einer Katastrophe gekommen, denn bei der Aktion brachen zwei Fialen, also Turmspitzen, ab, die hinunterstürzten, aber wie durch ein Wunder niemanden verletzten.

Nachem William Bush den „Luftteil“ seiner Reise erfolgreich abgeschlossen hatte, baute er Räder unter sein Schiff und die „Landpartie“ begann, die sich als recht ereignisarm herausstellte. Das Ziel der zweiten Etappe war Streatley an der Themse, von wo aus es zu Wasser nach London gehen sollte. Aber da bekam Bush erneut Probleme und zwar mit den Themseschiffern, die weder Bush noch sein Vehikel leiden konnten und ihm ernsthaft an den Kragen wollten. Der Luft-Land-Wasser-Abenteurer musste fliehen und sein Schiff zurücklassen, das die bösartigen Themseschiffer ziemlich auseinandernahmen. Der arme William Bush benötigte einen Monat, um sein Gefährt wieder zu reparieren, dann aber trat er den letzten Teil seiner mit Hindernissen gespickten Reise an und traf wohlbehalten und von bösen Mensch nicht länger belästigt in London am Custom House an. Dort wurde er freundlich von den anwesenden Beamten in Empfang genommen, die ihm gern ein Zertifikat über die beendete Reise ausstellten und ihn dann zu einem üppigen Essen einluden.
William Bush hatte es tatsächlich geschafft, die Strecke von Lambourn bis zur City of London zu Luft, Land und Wasser zurückzulegen.

Nachlesen kann man die Geschichte in Cecilia Millsons Buch „Tales of Old Berkshire“, dessen Umschlag William Bushs Amphibien-Luftfahrzeug zeigt.

Hier in Streatley (Berkshire) bekam William Bush Ärger mit Themseschiffern.    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Streatley (Berkshire) bekam William Bush Ärger mit Themseschiffern.
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Hier am Custom House in der City of London endete William Bushs Reise. Es ist allerdings nicht mehr das gleiche wie im Jahr 1607.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier am Custom House in der City of London endete William Bushs Reise. Es ist allerdings nicht mehr das gleiche wie im Jahr 1607.
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Published in: on 6. August 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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