Simon Sudbury – Erzbischof von Canterbury, Lordkanzler und einer der meistgehassten Männer des 14. Jahrhunderts

Simon Sudburys Schädel in der Sakristei von St Gregory's in Sudbury (Suffolk).    © Copyright Evelyn Simak and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Simon Sudburys Schädel in der Sakristei von St Gregory’s in Sudbury (Suffolk).
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Aus welcher Stadt Simon Sudbury stammt, ist leicht seinem Namen zu entnehmen, aus Sudbury in Suffolk. Man kennt ihn auch als Simon Theobald of Sudbury oder als Simon Tybald. Der Mann lebte von 1316 bis 1381, und er kletterte im Lauf seines Lebens die Karriereleiter sowohl im religiösen als auch im weltlichen Bereich schnell hinauf.

Nachdem er unter Papst Innozenz VI gedient hatte, ging er nach England zurück, bekam ein Kanzleramt in Salisbury, wurde dann Bischof von London und 1375 schließlich Erzbischof von Canterbury. Unter König Richard II übernahm Simon Sudbury auch noch das Amt des Lordkanzlers. Da hatte er sich eine Menge Arbeit aufgehalst.
Der Anfang von seinem Ende war die Einführung der „poll tax„, der Kopfsteuer, die er sich ausgedacht hatte, um Richards Krieg gegen Frankreich zu finanzieren. Keine gute Idee, denn diese ungerechte Steuer, bei der jeder den gleichen Steuerbetrag zahlen musste, egal wie reich oder arm er war, kam in weiten Teilen der Bevölkerung des Landes gar nicht gut an und führte 1381 zum Bauernaufstand. Simon Sudbury stand im Fokus des auflodernden Hasses und man machte Jagd auf ihn. Zuerst nahmen die Bauern seine Besitztümer in Canterbury und London auseinander, dann machte man sich auf den Weg zum Tower, wo man den Erzbischof/Lordkanzler ergriff und ihn am 14. Juni 1381 einen Kopf kürzer machte.
Während man seinen Körper in der Kathedrale von Canterbury beisetzte (mit eine Kanonenkugel an Stelle des Kopfes), wurde besagter Kopf in Simons Geburtsort Sudbury überführt und dort in der Kirche St Gregory’s zur Schau gestellt. Dort, in der Sakristei, befindet sich der Schädel des gehassten Erzbischofs noch immer. Vor einigen Jahren rekonstruierte eine Spezialistin an der Universität von Dundee mit Hilfe neuer Techniken die Gesichtszüge Simon Sudburys, und man fertigte Abgüsse des Kopfes an, die dann nach über 600 Jahren in der Kirche ausgestellt wurden.

Zurzeit werden in der St Gregory’s Church umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen, bei denen auch das Wohnzimmer Simon Sudburys, die Sakristei, wieder auf Vordermann gebracht werden soll.

St Gregory's in Sudbury (Suffolk).    © Copyright Evelyn Simak and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Gregory’s in Sudbury (Suffolk).
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