Englische Exzentriker – John Ward, der Schöpfer des elektrischen BH-Wärmers

Bisher habe ich in meiner Reihe über englische Exzentriker nur bereits verstorbene Vertreter dieser „Zunft“ vorgestellt (bis auf eine Ausnahme), darum möchte ich heute einmal einen noch sehr lebendigen und kreativen Kopf präsentieren, der nicht nur exzentrisch, sondern auch noch sehr erfinderisch ist: John Ward aus Moulton Seas End in Lincolnshire. Allein schon der Name seines Wohnortes, ein kleines Dorf nordöstlich von Spalding, ist außergewöhnlich und eines Exzentrikers würdig.

John Ward hat schon so viele Erfindungen gemacht, dass man sie kaum noch zählen kann; allerdings sind davon noch keine groß herausgekommen und von der Industrie übernommen worden, vielleicht weil sie zu ungewöhnlich und nicht vermarktbar sind. Aber für den Mann aus Lincolnshire ist das offenbar auch nicht wichtig; ihm macht es einfach Spaß, ständig neue Dinge zu erfinden. Hier sind einige Beispiele:

– In der kalten Jahreszeit muss es für Damen doch eigentlich recht ungemütlich sein, morgens einen ausgekühlten BH anzulegen, dachte sich John Ward, und schaffte daher Abhilfe mit seinem elektrischen BH-Wärmer. Er zweckentfremdete einen Föhn und leitete die Warmluft in zwei faustgroße Plastikbälle, über die dann der BH gelegt wurde. Schon war das Problem des kalten BHs behoben.

– Aus einer defekten Waschmaschine baute Ward ein Elektroauto, das er mit einer 12-Volt-Autobatterie versah und hinten einen Einkaufswagen ankoppelte, womit man umweltschonend den nächsten Supermarkt ansteuern konnte.

– Aus einem der dreirädrigen Reliant Robins (ich berichtete schon einmal über diese Vehikel) bastelte der Mann ein winziges Feuerwehrauto mit Ausziehleiter, einem Wasservorrat von 50 Litern und einem Schlauch. Der Bau von „Freddie the Fire Engine“ zog sich über sechs Monate hin.

– Geradezu genial finde ich John Wards Erfindung „Adapta-Shoes„, das sind Schuhe, an deren Spitzen eine Vorrichtung angebracht ist, an der man z.B. eine Taschenlampe befestigen kann, wenn man im Dunklen unterwegs ist, oder einen Miniatur-Schneepflug im Winter oder eine sich drehende Bürste, die notfalls schon mal einen Staubsauger ersetzen kann.

– Mit dem mobilen Taufbecken wollte Ward Priestern das Leben leichter machen. Ein Thermostat sorgte für eine für das Baby angenehme Wassertemperatur und ein eingebauter Handtuchspender hielt jederzeit Trocknungsmöglichkeiten für Täufling und Priesterhände bereit.

– Für die Queen Mum entwickelte das Erfindergenie einmal einen Sitz aus rotem Samt, dessen Rückenlehne in Form einer Burg gestaltet war, von der aus man 21 Salutschüsse abfeuern konnte. Der Clou: Aus dem seitlich angebrachten Löwenkopf ließ sich per Knopfdruck Gin in ein Glas laufen.

Diese Liste könnte man noch lange fortsetzen. Ich finde John Ward in seinen Fernsehauftritten einfach sympathisch und nett. Exzentriker sind eben das Salz in der Suppe des täglichen Lebens!

In den 1980er Jahren unternahm er einmal einen Ausflug in die Politik (wie ich in „Lincolnshire Life“ lesen konnte), als er in Screaming Lord Sutchs Monster Raving Loony Party zum Minister für Erfindungen ernannt wurde. Damals schuf er den Manifesto Muncher, der Parteiprogramme anderer Parteien in Klopapierrollen verwandelte.

Hier ist eine kleine Auswahl an John Wards Erfindungen im Film zu sehen und hier ist einer seiner Fernsehauftritte.

Published in: on 16. August 2014 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,
    für die Queen Mum hätte er doch besser das Feuerwehrauto [50 Liter Vorrat] mit dem Gin-Spender kombinieren sollen, oder? 😉
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Pit

    • Hallo Pit,
      da hast Du ja noch eine bessere Idee als John Ward! Aber vielleicht war an dem Queen Mum-Stuhl einfach nicht mehr genug Platz für einen 50 Liter Behälter. Ihr wäre das aber sicher lieber gewesen als die „Raketenabschussrampe“ in der Rückenlehne.
      Dir auch ein schönes Wochenende und viele Grüße!
      Ingo

  2. Ich persönlich fände einen elektrischen Sockenwärmer noch besser! 😉


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