Hook End Manor bei Checkenden (Oxfordshire) – Eines der besten Aufnahmestudios in England in einem wunderschönen Gebäude

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Am letzten Montag, dem 18. August, zeigte ZDFNeo eine Folge aus der englischen Krimiserie „Lewis„, die letzte Episode der dritten Staffel, mit dem Titel „Ein letzter Blues“ (Originaltitel: „Counter Culture Blues“), in der es um alternde Rockmusiker ging, die ein Comeback versuchen. Erinnerungen wurden bei mir wach an die „Inspector Barnaby“-Episode 55 „The Axeman Cometh“ (dt. „Mord mit Groove“), in der es um ein ähnliches Thema ging und die im Long Crendon Manor in Long Crendon (Buckinghamshire) gedreht wurde (ich berichtete darüber in meinem Blog).
Große Teile von „Ein letzter Blues“ drehte man im Hook End Manor im südlichen Zipfel von Oxfordshire und man hätte keinen besseren Ort wählen können. Denn dort, wo Richie Maguire im Film sein Anwesen und sein Aufnahmestudio hat, residieren schon seit Jahrzehnten Rockmusiker und produzieren hier ihre Songs.

Hook End Manor ist ein außergewöhnlich schönes weitläufiges Gebäude, das 1580  in der elisabethanischen Zeit errichtet wurde. Der Rockmusiker Alvin Lee (1944-2013) von der Band Ten Years After kaufte das Haus 1972 dem Multimillionär Sir Charles Clore ab und baute ein komplettes Aufnahmestudio ein. Aber so richtig wohl fühlte sich der Musiker hier nicht; das riesige Haus war im Winter nur schwer warm zu bekommen und es war so unübersichtlich, dass er einmal auf einen Freund stieß, von dem er gar nicht wusste, dass der auch auf seinem Anwesen wohnte. Gäste berichteten immer wieder von unheimlichen Begegnungen mit Geistern wie u.a. Morrissey von der Band The Smiths.

1979 verkaufte Alvin Lee Hook End Manor an eine andere Rockgröße, an David Gilmour von Pink Floyd, der das Aufnahmestudio für die Produktionen seiner Band nutzte. Ein Markenzeichen der Rockgruppe waren die Pink Floyd Pigs, riesige aufblasbare rosa Schweinchen, die oft bei ihren Konzerten über der Bühne schwebten. Ein besonders große Exemplar war in einer der Scheunen im Hook End Manor untergebracht.

Auch David Gilmour verkaufte Haus und Studio (angeblich, weil seine Frau die Geister nicht länger ertragen konnte) und zwar an Trevor Horn, einen Musiker und Produzenten, der 1979 als Mitglied der Buggles einen Nummer-Eins-Hit mit „Video Killed the Radio Star“ hatte und später „Frankie Goes To Hollywood“ produzierte. Während Trevor Horn mit seiner Familie hier wohnte, ereignete sich ein tragischer Unfall.  Im Juni 2006 machte sein 23-jähriger Sohn Aaron Schießübungen auf dem Gelände und traf dabei versehentlich seine Mutter Jill Sinclair, die dabei so schwer verletzt wurde, dass sie in ein jahrelanges Koma fiel, aus dem sie zwar wieder erwachte, aber schwer gehirngeschädigt blieb. Sie starb im März diesen Jahres.

Trevor Horn mochte nach diesem Unfall nicht länger im Hook End Manor wohnen und verkaufte es an den Sänger Mark White von der Gruppe The Dark Sinatras, die dort ihre Plattenaufnahmen machen.

Hook End Manor ist in Privatbesitz und natürlich nicht zu besichtigen. Es befindet sich unweit der A4074 (Reading-Wallingford) und ist nur wenige Fahrminuten von Stoke Row entfernt (über das ich schon einmal berichtete).

 

 

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