Mein Buchtipp zu Halloween – Matt Lake: Weird England

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Mein Buchtipp zu Halloween „Weird England: Your Travel Guide to England’s Local Legends and Best Kept Secrets“ von Matt Lake, der zusammen mit Mark Moran und Mark Sceurman auch die ähnlich aufgemachten Bände „Weird US“, „Weird Maryland“ und „Weird Pennsylvania“ geschrieben hat. Ein Jahr fuhr Lake kreuz und quer durch England, „tracking down all the strange legends, peculiar people and oddball sites that Englands has to offer“ (so steht es im Vorwort).

Matt Lake führt uns an Plätze, die normalerweise nicht auf der Reiseroute eines Englandreisenden liegen. Ich nenne hier einmal einige Beispiele:

– Leerstehende Irrenanstalten oder besser ausgedrückt „Mental Hospitals“
– Im Kapitel „Tombstone Tourism“ führt uns Lake zu außergewöhnlichen Gräbern
– In „Roadside Oddities“ werden wir mit Dinosauriern, schiefen Pubs und Grünen Männern konfrontiert
– In „Bizarre Beasts“ treffen wir den Geordie Yeti, Cannock Chase Bigfoot und The Beast of Bodmin Moor
– In „Unexplained Phenomena“ hören wir von Kornkreisen, Ufos und dem mysteriösen Charles Fort
– Das Kapitel „Peculiar Properties“ zeugt von der Exzentrik einiger Hausbesitzer und Architekten

Hier ist Matt Lake bei einem Auftritt in den USA zu sehen.

Das großformatige Buch ist mit zahllosen Fotos illustriert, fesselnd geschrieben und empfehlenswert für jeden, der sich für Exzentrisches und Mysteriöses interessiert. Es ist vergriffen, aber leicht über Internetantiquariate oder Amazon Marketplace zu bekommen.

Matt Lake: Weird England: Your Travel Guide to England’s Local Legends and Best Kept Secrets. New York: Sterling Publishing 2007. 271 Seiten. ISBN 978-1-4027-4229-3

Published in: on 31. Oktober 2014 at 02:50  Comments (2)  

Das Frightmare Halloween Festival auf der Over Farm bei Gloucester

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Das ganze Jahr über geht es auf der Over Farm, direkt an der A40 nordwestlich von Gloucester gelegen, ruhig zu. Ein friedlicher Bauernmarkt, auf dem man sich mit landwirtschaftlichen Produkten eindecken kann, gehört dazu. Aber einmal im Jahr wird hier alles anders, nämlich dann, wenn das gruselige Frightmare Halloween Festival inszeniert wird, in diesem Jahr vom 24. Oktober bis zum 1. November.
Tagsüber gibt es eine leicht gruselige Version für die ganze Familie. Da werden u.a. angeboten:
– Kürbisschnitzen für Kinder (die Kürbisse werden hier auf der Farm angebaut)
– Eine Clownshow
– Ein Wettbewerb, wer das schönste Halloween-Kostüm trägt
– Rundfahrten über das Gelände der Over Farm
– Ein Laden, in dem man alles zum Thema Halloween kaufen kann

Wird es dann langsam dunkel, wird die „Gruselschraube“ ordentlich angezogen, denn dann beginnt um 19 Uhr die Abteilung „Scary by Night„, die sich an Erwachsene wendet.
Da wartet der Haunted Hayride auf mutige Fahrgäste, die auf einem traktorgezogenen Wagen durch das Gelände kutschiert werden und die sich auf einige gruselige Überrraschungen einstellen müssen.
Bei Panic! Final Cut werden die Besucher durch enge Korridore und Räume geschleust, in denen sie furchterregenden Gestalten begegnen.
Ähnlich gruselig geht es in Fright House: Second Story zu, wo man auf die Bewohner eines Spukhauses trifft.
Erstmals in diesem Jahr gibt es eine neue Attraktion Séance, bei der man mit dem Medium Ophelia konfrontiert wird, das Kontakt mit dem Jenseits aufnehmen wird.

Dass es hier beim Frightmare Halloween Festival so richtig zur Sache geht, zeigt die Warnung, dass Schwangere und ängstliche Menschen besser nicht an den Aktivitäten auf der Farm teilnehmen sollen.

Wem die Frightmare Day Time Events zu harmlos, die „Scary by Night“-Angebote aber zu drastisch sind, der kann an einer Slightmare genannten, abgespeckten Variante des Festivals teilnehmen, die täglich zwischen 18 Uhr und 19 Uhr stattfindet.

Dieser Film zeigt, was die Besucher hier vor den Toren von Gloucester erwartet.

Das Farmgelände zur Zeit des Halloween-Festivals.    © Copyright Jonathan Billinger and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Farmgelände zur Zeit des Halloween-Festivals.
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Published in: on 30. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Haunted Hotels – The Prince Rupert in Shrewsbury (Shropshire)

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Da wir uns in der Halloween-Woche befinden, werde ich noch bis zum 31. Oktober den gruseligen Aspekt Englands in den Mittelpunkt meiner Blogeinträge stellen und das fällt mir leicht, denn wohl kein anderes Land hält so viele Gruselgeschichten parat.

Ich habe schon in mehreren „haunted hotels“ übernachtet und darüber berichtet, z.B. im Mermaid Inn in Rye oder dem Old Colehurst Manor bei Market Drayton in Shropshire. Obwohl ich im Mermaid Inn in einem der „most haunted rooms“ übernachtet habe, verlief die Nacht sehr ruhig, im Old Colehurst Manor sah es schon etwas anders aus…

Bleiben wir in Shropshire, wo ich einmal im Prince Rupert Hotel in Shrewsbury gewohnt habe, das sich auch zu den Spukhotels der Insel zählt. Mitten in der schönen mittelalterlichen Stadt liegt das Hotel, in dem  Prince Rupert einmal kurzzeitig residierte, der im Englischen Bürgerkrieg mit seiner Kavallerie gegen die Truppen Oliver Cromwells kämpfte. Hier spukt es in der Prince Philip Suite, weil sich in diesem Zimmer einmal eine Braut erhängt hat, da ihr Bräutigam sie bereits in der Hochzeitsnacht verließ. Der Geist der jungen Frau soll schon mehrfach in der Suite gesichtet worden sein. Eine ähnliche Tragödie spielte sich in Zimmer 7 ab, wo ein junger Mann Selbstmord beging, da seine Geliebte ihn verlassen und sich stattdessen mit seinem besten Freund zusammengetan hatte. Auch Martha, der Geist eines der früheren Hausmädchen des Prince Rupert Hotels, wurde mehrfach auf den Treppen gesehen.
Als 1984 der Spielfilm „A Christmas Carol“ (dt. „Charles Dickens Weihnachtsgeschichte“) in Shrewsbury gedreht wurde, wohnte ein Teil der Crew im Prince Rupert; einer vom Filmteam beobachtete wie eine geisterhafte Gestalt in der Eingangshalle durch eine Wand ging und dahinter verschwand.
Hier ist ein Film, der (im zweiten Teil) das Spukhotel vorstellt.

Shrewsbury zählt zu den „most haunted towns“ in England und daher kann man auch hier an geführten Ghost Walks teilnehmen, die immer im Oktober und November stattfinden.

Das Prince Rupert Hotel verfügt über 70 Zimmer und Suiten, einige davon sind mit Himmelbetten ausgestattet. Das einfache Doppelzimmer kostet etwa €105, die Suiten ca €200 bis €230. Das Abendessen kann man in dem historischen Royalist Restaurant zu sich nehmen oder in Chambers Bar & Bistro.

Das Hotel hat keine Parkplätze am Haus, aber einen Wagenparkdienst, der die Autos der Gäste zu einem hoteleigenen Parkplatz etwas weiter entfernt fährt.

The Prince Rupert Hotel
Butcher Row
Shrewsbury
Shropshire
SY1 1UQ
Tel. 01743 499955

Die Antrobus Soulcakers und die Comberbach Mummers – Mummenschanz in Cheshire

 

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Wenn man Anfang November abends in einigen Dörfern Cheshires merkwürdig gekleidete Menschen von Pub zu Pub ziehen sieht, dann ist wieder Soulcaking-Zeit. In dem kleinen Ort Antrobus sind es die Antrobus Soulcakers und im Nachbarort Comberbach sind es die Comberbach Mummers, die das Soulcaking Play aufführen. Da kommt erst einmal einer der Laienspieler in das Gasthaus und fragt, ob man hereinkommen darf. Wenn dem zugestimmt wird, erscheinen nach und nach kuriose Figuren wie der Black Prince und King George, die sich ein Schwertgefecht liefern, wobei der Black Prince schwer verletzt zu Boden geht. Auftritt des Quack Doctors, der den Black Prince wieder ins Leben zurückruft. Wieder geht die Pubtür auf und Lord Nelson kommt herein, der nach seiner Geliebten Emma Hamilton Ausschau hält. Der Höhepunkt des Schauspiels ist immer der Auftritt des Wild Horses, das vom Driver hereingeführt wird, eine Art menschliches Steckenpferd.
Das Soulcaking Play dauert rund 20 Minuten, dann marschiert die Truppe zum nächsten Pub. Da der Auftritt der Mummers und Soulcakers nicht ganz trocken verläuft und das eine oder andere Pint Bier gekippt wird, kann man nie so genau voraussagen wie es beim letzten Play des Abends zugehen wird…

Die Antrobus Soulcakers haben ihr „Hauptquartier“ im Antrobus Arms, während die Comberbach Mummers häufig im Spinner and Bergamot zu finden sind.

Soulcaking ist eine alte Tradition, die damit begann, dass Kinder von Haus zu Haus gingen und anboten, für die Seelen der Verstorbenen zu beten; dafür bekamen sie dann einen Soulcake, einen kleinen runden Kuchen. Später ließ man die Gebete fallen und ging nur noch zum Kucheneinsammeln von Tür zu Tür. Die Trick-and-Treaters der Halloween-Zeit lassen grüßen. Auch Erwachsene machten damals zu Allerseelen eine Runde durch ihr Dorf und führten vor den Häusern kleine Soulcaking-Plays auf, woraus sich die heute in den Pubs gespielten entwickelten.

Wenn die Antrobus Soulcakers und die Comberbach Mummers ihre Auftritte in den Pubs absolvieren, geht es immer sehr lustig zu wie diese beiden Filme beweisen: Film 1 zeigt die Comberbach-Version, Film 2 die Antrobus-Version.

Comberbach - Heimat der Soulcakers.    © Copyright Peter Whatley and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Comberbach – Heimat der Mummers.
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Published in: on 28. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Setley Ridge Vineyard und Farm Shop bei Brockenhurst in Hampshire

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

In der September-Ausgabe der Zeitschrift „Hampshire Life“ las ich einen Artikel über Weinanbau in dieser südlichen Grafschaft Englands, und da beschloss ich, eines dieser Weinanbaugebiete zu besuchen, das mitten im New Forest liegt.

Setley Ridge Vineyard und Farmshop ist südlich des kleinen Städtchens Brockenhurst zu finden, ein kleines hübsches Verkaufsgebäude, umgeben von Gewächshäusern, deren Produkte man hier auch kaufen kann. Fünf Weine werden produziert, die wir in dem Farmshop probiert haben: Drei Rotweine, zwei Weißweine und ein Rosé.
Diese werden aus den Rebsorten Rondo, Pinot Noir, Bachus und Reichensteiner hergestellt. Wir fanden die Weine recht gut gelungen, allerdings sind sie auch nicht gerade billig. Der Medium Dry kostete rund €13, die Rotweine etwa €17. Eine Besichtigung des Weinkellers war zur Zeit unseres Besuches nicht möglich.

Ich kann den Farmshop unbedingt für einen Einkauf empfehlen!! In dem hübsch eingerichteten Laden werden Produkte aus der Region angeboten. Da gibt es z.B. Bier von der Isle of Wight, Knoblauch in allen möglichen Zusammensetzungen, ebenfalls von der Isle of Wight (ich berichtete einmal in meinem Blog darüber), Käse von der Lyburn Farm bei Salisbury, Wild aus dem New Forest, Schokolade aus dem Beaulieu Chocolate Studio, nur ein paar Kilometer entfernt, Ziegenmilchseifen von Cyril’s Goats Shed, Marmeladen und Chutneys, Kuchen und Gebäck. Ich hätte mich in dem Laden stundenlang aufhalten können.

Paul und Hayley Girling betreiben den Setley Ridge Vineyard und den Farmshop. Wir erlebten einen sehr freundlichen Empfang und wer sich im New Forest aufhält, sollte unbedingt hier einmal vorbeischauen. Ich garantiere, dass jeder etwas finden wird, auch als Mitbringsel für zuhause. Setley Ridge liegt direkt an der A337, der Lymington Road, die von Brockenhurst nach Lymington führt.

Die Sendeanlagen von Droitwich in Worcestershire und die alten deutschen Röhrenradios

Die Sendeanlagen von Droitwich. This work is released  k into the public domain.

Die Sendeanlagen von Droitwich.
This work is released  into the public domain.

Ich kann mich noch an das alte Röhrenradio erinnern, das meine Eltern besaßen. Auf der Skala des Gerätes standen Namen von Radiostationen, die ich damals keinem Land zuordnen konnte, die mir aber bis heute in Erinnerung geblieben sind. Beispiele: Kalundborg, Beromünster, Limoges, Falun, Hilversum und auch Droitwich. Wer hatte sich diese Sender wohl jemals angehört?

Dass Droitwich in England liegt, wusste ich seinerzeit nicht. Heute heißt der Ort, in dem über 20 000 Menschen leben, Droitwich Spa. Die Sendeanlagen wurden 1934 in Betrieb genommen, stehen aber nicht direkt in Droitwich, sondern nordöstlich, bei dem Dorf Wychbold. Heute dienen die hohen Sendemasten BBC Radio 4 und Radio 5, sowie dem Sportsender Talksport und Absolute Radio.

Im Zweiten Weltkrieg spielte die Droitwich Transmitting Station eine besondere Rolle. Die Sendeleistung war so hoch, dass sie bis weit nach Europa hineinreichte und das nutzten die Briten, um der französischen Widerstandsbewegung geheime Nachrichten zu übermitteln. Da wurden im Klartext Sätze gesprochen, die für sich genommen keinen Sinn ergaben, die aber vorab vereinbart worden waren. Wenn also über den Sender z.B. eine Meldung kam „Der Hase ist nicht zuhause“, so hatte das eine ganz bestimmte Bedeutung. Die deutschen Abhörspezialisten wussten natürlich davon und überwachten den Sender Droitwich während des ganzen Krieges.

Was gibt es über die Stadt Droitwich Spa noch zu sagen? Sie liegt an der Autobahn M5, nördlich von Worcester, und wurde auf riesigen Salzlagerstätten erbaut. Vor allem im 19. Jahrhundert kamen die Menschen hierher, um in den Solebecken zu baden und Linderung für ihre Leiden zu suchen; daher auch der Zusatz „Spa“ im Ortsnamen. Der Industrielle John Corbett (1817-1901) war maßgeblich an der Salzförderung beteiligt. Er war es auch, der 1873-75 das imposante Chateau Impney im Stil eines französischen Schlosses für sich als Wohnsitz erbauen ließ. 1925 machte man daraus ein Hotel, das es heute noch gibt und das nichts von seiner Eleganz verloren hat.

Dieser historische Film zeigt den Bau der Sendeanlagen.

Die High Street von Droitwich Spa.    © Copyright Mike Faherty and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Droitwich Spa.
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Chateau Impney.    © Copyright Chris Allen and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chateau Impney.
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Wie das kleine Dorf Shirburn in Oxfordshire plötzlich zu £1 000 000 kam

Das Shirburn Castle neben der Church.    © Copyright Shaun Ferguson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Shirburn Castle neben der All Saints Church.
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Shirburn, ein kleines Dorf in Oxfordshire, mit etwas über 100 Einwohnern liegt mitten im „Inspector Barnaby“-Land an der B4009, zwischen Watlington und Lewknor; ich berichtete über die beiden Orte in meinem Blog. Das einzige, was Shirburn an Besonderheiten aufzuweisen hat, ist das Shirburn Castle, das am Ende der Castle Street liegt und einen ziemlich abweisenden Eindruck macht. Zu sehen ist von der Burg dort nicht viel, die leider seit vielen Jahren leer und unbewohnt ist. Lord Macclesfield war der letzte Bewohner, der aber auf Grund von Erbstreitigkeiten Ende 2004 ausziehen musste.
Aber hin und wieder erwacht Shirburn Castle (nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Sherborne Castle in Dorset) wieder zum Leben, wenn Filmcrews das brachliegende Haus für ihre Zwecke nutzen, zuletzt geschehen bei der letzten Folge der TV-Serie „Poirot“, die den Titel „Curtain: Poirot’s Last Case“ (dt.“Der Vorhang“) trägt. Davor wurden einige Szenen des Films „Sherlock Holmes: A Game of Shadows“ (dt. „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“) in der Burg gedreht, die Mycroft Holmes, gespielt von Stephen Fry, als Wohnsitz dient.

Im Herbst 2013 ging es aber in Shirburn und Umgebung richtig zur Sache: Das kleine Dorf wurde von Explosionen erschüttert, das Donnern von Panzermotoren war zu hören, es klang, als ob im friedlichen Oxfordshire ein Krieg ausgebrochen wäre. Die Bewohner von Shirburn waren zwar schon frühzeitig gewarnt worden, dass mehrere Wochen lang Filmcrews auf den Wiesen und Weiden um das Dorf herum Aufnahmen für den Film „Fury„, mit Brad Pitt in der Hauptrolle, machen würden, doch es nervte die Shirburner dann doch ziemlich. Aber letztendlich waren sie daran gewöhnt, dass in ihrer nächsten Umgebung Filmcrews sich die Klinke in die Hand gaben. Versüßt wurden die sieben Wochen langen Beeinträchtigungen durch die Umsatzsteigerungen der Pubs, Restaurants und Geschäfte im weiteren Umkreis und durch £1 Million, die Brad Pitt locker machte und den Bewohnern von Shirburn als Dankeschön und als Entschädigung für die Kopfschmerzen hinterließ, die seine Detonationen und Panzergeräusche verursacht hatten.

Der Film „Fury“ erlebte seine Premiere am 15. Oktober und soll voraussichtlich am 1. Januar 2015 in deutschen Kinos unter dem Titel „Herz aus Stahl“ anlaufen. Ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Bewohner von Shirburn sich „Fury“ schon angesehen haben, der zurzeit in den Kinos der Region wie in Aylesbury, High Wycombe und Oxford gezeigt wird.

Hier ist der Trailer zu „Fury“.

Nachtrag: Beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, dass die Episode 88 der „Inspector Barnaby“-Serie „A Sacred Trust“ (dt. „Vier Bräute für Christus“) teilweise hier in Shirburn gedreht wurde.

Die B4009 bei Shirburn.    © Copyright John Firth and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die B4009 bei Shirburn.
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Hier fanden die Dreharbeiten für "Fury" statt. Shirburn ist im Hintergrund zu sehen.    © Copyright David Hawgood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier fanden die Dreharbeiten für „Fury“ statt. Shirburn ist im Hintergrund zu sehen.
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Published in: on 25. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Halloween 2014 im Warwick Castle und im Longleat House bei Warminster (Wiltshire)

Warwick Castle in Warwick,    © Copyright Chris' Buet and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Warwick Castle in Warwick,
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Der 31. Oktober, Halloween, naht und schon bereitet man sich „gespenstermäßig“ auf diesen Tag in einigen Schlössern, Burgen und Herrenhäusern in England vor, eignen sich doch diese alten Gemäuer für allerlei gruselige Aktivitäten besonders gut.

Das Warwick Castle, das ja für seine vielen Show-Aktivitäten bekannt ist, bleibt z.B. in der Halloween-Woche bis 21 Uhr geöffnet und wirft in dieser Zeit alles in die Waage, was es an Gruseligem zu bieten hat: Den Dungeon, den Witches Tower und The Haunted Hollows. Den Geistern von Mary und Henry Black soll es nach Einbruch der Dunkelheit an den Kragen gehen, wenn sich Geisterjäger auf ihre Spuren heften. Séancen werden abgehalten und im Guy’s Tower berichtet das Warwick Castle History Team über die Geister der alten Burg.
Wer sich den Luxus gönnen möchte, im Warwick Castle zu übernachten, der kann das in der Peacock und in der Rose Suite tun, zwei großartig eingerichtete Räume mit Himmelbetten, die allerdings ihren Preis haben, ab ca €500 pro Nacht, inkluisve einer privaten Burgführung. Beide Suiten sind im Caesar’s Tower untergebracht. Das Warwick Castle feiert in diesem Jahr übrigens seinen 1100. Geburtstag. Es ist im Besitz der Firma Merlin Entertainments, der u.a. auch Alton Towers und der Heide Park in Soltau gehören.

Das Longleat House bei Warminster in Wiltshire steht, was das Showgeschäft angeht, dem Warwick Castle kaum nach. Der Marquess of Bath hat sein Anwesen schon vor Jahrzehnten zu einem Rummelplatz gemacht. Das alte Haus selbst spielt nur noch eine Nebenrolle, dafür sind die Hauptattraktionen der Safari-Park und der Freizeitpark. Auf dem riesigen Gelände von Longleat ist auch noch ein Center-Park mit 600 Bungalows untergebracht. Vom 11. Oktober bis zum 3. November findet hier das Halloween Festival statt und was wird in diesem Zeitraum nicht alles angeboten: Spooky Face Painting und Kürbisschnitzen, Draculas Fledermaushöhle wartet ebenso auf seine Gäste wie der Pumpkin Trail und natürlich…Ghost Tours durch die Keller und die Dachböden von Longleat House.
Auch hier kann man übernachten, allerdings nicht im Haupthaus, sondern in drei Cottages und in The Lodge. Die Preise liegen bei dem kleinsten Cottage (2-4 Personen) bei ca €1300 für drei Nächte am Wochenende; das größte Cottage (8-10 Personen) kostet für die gleiche Zeit etwa €2000.

Ich habe beiden Häusern einmal einen Besuch abgestattet, muss aber sagen, dass mir das alles zu trubelig war und die Menschenmengen die Atmosphäre der an sich schönen Gebäude verdarben. Kinder werden aber sowohl im Warwick Castle als auch im Safari- und Freizeitpark von Longleat voll auf ihre Kosten kommen.

Im Warwick Castle.    © Copyright Chris' Buet and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Warwick Castle.
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Longleat in Wiltshire.    © Copyright Rossographer and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Longleat in Wiltshire.
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The Great Hall im Longleat House.    © Copyright Derek Voller and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall im Longleat House.
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Die typische Tierwelt eines englischen Country Houses... Der Longleat Safari Par.    © Copyright Anthony Parkes and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die typische Tierwelt eines englischen Country Houses… Der Longleat Safari Park.
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Published in: on 24. Oktober 2014 at 02:00  Comments (3)  
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Oakley Court Hotel in Berkshire – Ein Update

Das Oakley Court Hotel bei Nacht. Eigenes Foto.

Das Oakley Court Hotel bei Nacht.
Eigenes Foto.

Das direkt an der Themse zwischen Bray und Windsor gelegene Oakley Court Hotel stellte ich in meinem Blog schon einmal vor. Die Lage ist einmalig, das Hotelgebäude sehr beeindruckend. Ende September war ich hier zum dritten Mal zu Gast und war  leider etwas enttäuscht. Überall vermisste ich eine lenkende Hand, die dafür sorgt, dass sowohl im Hotelbereich als auch im Restaurant und in der Bar alles glatt läuft. Man sollte das Haus möglichst am Wochenende meiden, denn von Freitag bis Sonntag werden hier fast immer Hochzeiten gefeiert bzw. finden andere Festlichkeiten statt. Schon als ich am Freitagnachmittag eintraf, war kaum noch ein freier Parkplatz zu finden, obwohl es davon auf dem Hotelgelände sehr viele gibt.
Unser Zimmer war dieses Mal im West Wing und wies mehrere Macken auf: Die Birne in der Nachttischlampe war defekt, die Toilettenspülung funktionierte nicht und der Fernsehempfang war grauenhaft (wir schalten zwar selten den Fernseher ein, aber am nächsten Abend wollten wir gern den Start der fünften Staffel von „Downton Abbey“ sehen). Außerdem herrschte im Raum ein merkwürdiger Geruch. Ich ging zur Rezeption, um auf die Mängel hinzuweisen, und der Duty Manager kam sofort, entschuldigte sich, konnte uns aber für die Freitagnacht kein anderes Zimmer geben, da sie voll ausgebucht waren. Er bot uns an, £50 von der Zimmerrechnung abzuziehen und uns die nächste Nacht in einem anderen Raum unterzubringen. Das klappte auch gut; als wir am Samstagnachmittag zurückkamen, war unser Gepäck bereits in ein Zimmer im East Wing gebracht worden. Hier stimmte alles, so wie wir es von unseren früheren Aufenthalten gewohnt waren.

Das Personal in der Bar und im Restaurant ist zwar freundlich, aber recht unaufmerksam. Am ersten Abend wurde uns zum Aperitif statt der ausdrücklich bestellten trockenen Sherries halbtrockene gebracht. Am zweiten Abend vergaß man unsere Aperitifbestellungen ganz. Das Restaurant hat mittlerweile eine zweite AA-Rosette bekommen und Chefkoch Damian Broom bietet sowohl ein Drei-Gang Market Menu (£30) und ein Sieben-Gang Tasting Menu (£45) an. Wir hatten am ersten Abend das dreigängige Menü und waren damit sehr zufrieden; am zweiten Abend aßen wir in der Bar, die eine eigene Speisekarte hat. Dort ist es allerdings etwas ungemütlich, wenn ständig Menschenmengen an einem vorbeilaufen. Der Service beim Frühstück ließ, wie schon bei früheren Aufenthalten, zu wünschen übrig, so wurden zwar die Teller schnell abgeräumt, aber kein neues Besteck nachgelegt, das man sich am Büffet geben lassen musste. Bei einem 4-Sterne-Hotel (an der Hoteleinfahrt waren auf einem Schild sogar fünf Sterne zu sehen) erwarte ich besseren Service.

Wer sein Abendessen oder seinen Lunch nicht im Hotel einnehmen möchte, der kann in Bray, das man in fünf Minuten mit dem Auto erreicht, sehr gut (aber auch deutlich teurer!) essen; es muss ja nicht gleich Heston Blumenthals „Fat Duck“ sein, auch seine anderen beiden Restaurants „The Hinds Head“ und „The Crown“ sind sehr empfehlenswert.

Das Oakley Court gehört nicht mehr zu der Hotelgruppe Principal Hayley wie ich es noch in meinem letzten Blogeintrag schrieb. Es wurde Ende 2013 an die Firma Lake Opportunities Limited verkauft. Vielleicht braucht man noch eine Weile, bis sich hier wieder alles eingespielt hat.

Eine der vielen gruseligen Steinfiguren am Hotel. Eigenes Foto.

Eine der vielen gruseligen Steinfiguren am Hotel.
Eigenes Foto.

Stimmungsvolle Atmosphäre an der Themse, besonders am frühen Morgen und am Abend. Eigenes Foto.

Stimmungsvolle Atmosphäre an der Themse, besonders am frühen Morgen und am Abend.
Eigenes Foto.

Einer der schönen Parkbäume vor dem East Wing. Eigenes Foto.

Einer der schönen Parkbäume vor dem East Wing.
Eigenes Foto.

Published in: on 23. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Margaret Calvert, Jock Kinneir, die Kuh Patience und der Mann mit dem Regenschirm

Die Kuh Patience. Attribution: Traffic signs are Crown copyright. This file is licensed under the Open Government Licence v1.0

Die Kuh Patience.
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Noch Ende der 1950er Jahre herrschte in Großbritannien ein ziemliches Durcheinander, was die Straßenbeschilderungen, Entfernungstafeln und Verkehrsschilder anbelangt. Es gab keine einheitlichen Regeln dafür, und da der Autoverkehr ständig zunahm, wurde es höchste Zeit, einmal klare Linie zu schaffen. So wurde 1957 der Graphiker Jock Kinneir beauftragt, für die neuentstehenden Autobahnen übersichtliche Schilder zu entwerfen. Kinneir nahm sich als Assistentin (und spätere Partnerin) die in Südafrika geborene Margaret Calvert, die am Chelsea College of Art studiert hatte. Die beiden setzten sich zusammen und entwarfen ein komplett neues Beschilderungssystem, das sie an Großbritanniens erster Autobahn, dem Preston By-pass in Lancashire testeten, der später Teil der M6 werden sollte. Die großen übersichtlichen Autobahnschilder fanden allgemeinen Beifall, woraufhin die beiden Graphiker 1963 den Auftrag bekamen, das gesamte britische Straßensystem mit neuen Schildern zu versehen. Kinneir und Calvert begaben sich mit Feuereifer an die neue Herausforderung und schufen komplett neue Verkehrsschilder bzw wandelten alte in neue um. Sie entschieden sich für ein leicht verständliches Piktogramm-System, wobei sie sich von Schildern aus anderen euopäischen Ländern beeinflussen ließen.

Für die Autobahnen wählten sie die Farbe Blau als Hintergrund mit weißer Beschriftung, für alle anderen Straßen galt Grün als Hintergrundfarbe, ebenfalls mit weißer Beschriftung. Die braun-weißen Hinweisschilder auf touristische Sehenswürdigkeiten kamen erst in den 1980er Jahren dazu. Kontrovers diskutiert wurde damals, ob die Städtenamen auf den Hinweistafeln in Großbuchstaben oder in Groß-Kleinschreibung geschrieben werden sollten. Kinneir setzte sich durch, der die Groß-Klein-Version favorisierte, die seiner Meinung nach besser von den Autofahrern aufzunehmen ist.

Margaret Calvert griff bei der Gestaltung der Piktogramme für Verkehrsschilder hin und wieder auf „Persönliches“ zurück. So diente eine Kuh namens Patience, die auf der Farm von Margarets Verwandten in Warwickshire lebte, als Muster für das Schild „Vorsicht Farmtiere“. Das vor Schulen aufgestellte Warnschild mit den zwei Kindern basiert auf einem Kinderfoto von Margaret Calvert, die ihren kleinen Bruder hinter sich herzieht. Bis heute mokiert man sich über das Verkehrsschild, das auf Bauarbeiten hinweist: Es sieht eher so aus, als ob sich ein Mann damit abmüht, einen Regenschirm aufzuspannen als ein Bauarbeiter mit Schaufel und Erdhügel.

Das Schilderwerk von Jock Kinneir und Margaret Calvert ist bis auf kleine Abwandlungen noch heute in Großbritannien gültig und ist klar und übersichtlich (wenn die Schilder nicht gerade von Bäumen und Büschen zugewachsen sind, aber dafür können die beiden Graphiker natürlich nichts).

Dieser Film zeigt Margaret Calvert in einem Interview.

Der Baustellen- bzw. Regenschirm-Mann. Attribution: Traffic signs are Crown copyright. This file is licensed under the Open Government Licence v1.0

Der Baustellen- bzw. Regenschirm-Mann.
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Published in: on 22. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die kürzlich verstorbene Herzogin von Devonshire, St Peter’s in Edensor (Derbyshire) und Elvis Presley

Chatsworth House in Derbyshire.    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chatsworth House in Derbyshire.
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Am 24. September diesen Jahres verstarb Deborah Vivien Cavendish, die Duchess of Devonshire auf ihrem Wohnsitz Chatsworth House in Derbyshire, vielleicht neben dem Blenheim Palace in Woodstock (Oxfordshire) eines der großartigsten Stately Homes in Großbritannien. Die Herzogin wurde 94 Jahre alt und war die letzte Überlebende der sechs Mitford-Schwestern. 1941 heiratete sie Andrew Cavendish, den 11. Duke of Devonshire, der 2004 starb. Die Herzogin war maßgeblich daran beteiligt, dass das wunderbare Chatsworth House der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, wodurch sie auch eine sprudelnde Geldquelle eröffnete, denn das Haus in Derbyshire erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit.

Am 2. Oktober wurde Chatsworth House für Besucher geschlossen, denn an diesem Tag fanden die Beisetzungsfeierlichkeiten für die Herzogin statt, an denen alle Angestellten des Hauses teilnahmen (von mehr als 600 war die Rede). Die prominentesten Gäste waren Prince Charles und seine Ehefrau Camilla, die dem aus Weidenruten geflochtenen Sarg folgten. Der Trauerzug bewegte sich vom Chatsworth House zur Kirche St Peter’s, die auf dem Gelände des Anwesens in dem Dorf Edensor steht und auf dessen Kirchhof viele der Cavendishs beigesetzt sind. Hier in der Kirche, die in den 1860er Jahren im Auftrag des 7. Herzogs von Devonshire von dem berühmten Architekten Sir George Gilbert Scott ausgebaut wurde, fand die Trauerfeier für die verstorbene Herzogin statt. Etwas ungewöhnlich war die Musikauswahl, denn man spielte u.a. Elvis Presleys Gospel „How Great Thou Art“ (hier zu hören). Deborah Cavendish war eine glühende Verehrerin des amerikanischen Sängers und besaß eine Sammlung von Erinnerungsstücken, u.a. ein Stück des Zauns von Elvis‘ Haus Gracelands. In einer der Toiletten in Chatsworth hatte sie eine lebensgroße Pappfigur des Rockstars aufgestellt und sie besaß ein Telefon, das als Klingelton „Jailhouse Rock“ spielte.

Nach der Trauerfeier wurde die Herzogin auf dem Kirchhof von St Peter’s beigesetzt, dort, wo sich auch John F. Kennedys Schwester Kathleens Grab befindet, die mit William Cavendish, dem ältesten Sohn vom 10. Duke of Devonshire verheiratet war (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Hier ist ein Film über die Beisetzungsfeierlichkeiten und hier ein Interview mit der Herzogin im Alter von 90 Jahren.

Das Buch zum Artikel:
Deborah Devonshire: Wait For Me! – Memoirs of the Youngest Mitford Sister. John Murray 2011. 384 Seiten. ISBN 978-1848541917.

St Peter's in Edensor.    © Copyright Humphrey Bolton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter’s in Edensor.
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St Peter's Churchyard in Edensor.    © Copyright Trevor Littlewood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter’s Churchyard in Edensor.
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Published in: on 21. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  

Meine Lieblings-Pubs – The Peacock in Iden Green (Kent)

Eigenes Foto.

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Zwischen Sissinghurst und Goudhurst in Kent, dort wo die B2085 auf die A262 stößt, liegt bei Iden Green The Peacock, in dem wir zur Mittagszeit kürzlich ein Bier tranken. Ein Pfau, Namensgeber des Pubs, war weit und breit nicht zusehen (nur auf dem Wirtshausschild), aber benannt wurde The Peacock nach den Pfauen des nahegelegenen Glassenbury Parks  (dort liegt übrigens Napoleons Pferd „Jaffa“ begraben, das er bei der Schlacht von Waterloo ritt), ein Country House, das von einem Wassergraben umgeben ist.

Das Gasthaus stammt aus dem 14. Jahrhundert und hat im Inneren all das, was man von einem Pub auf dem Lande erwartet: Niedrige Decken, viel verbautes Eichenholz und einen Inglenook Fireplace, also eine große gemütliche Kaminecke, vor der wir unser halbes Pint „Kent’s Best“ der Shepherd Neame Brauerei tranken. Vor diesem Kamin soll es angeblich spuken; so wollen Pubgäste hier schon mehrfach eine „mysteriöse Dame“ gesehen haben. Bei unserem Besuch machten wir keine derartige Begegnung; vielleicht hielt die Dame gerade ihren Mittagsschlaf.

Einen sehr guten Eindruck machte das Restaurant, das nahtlos in den Schankraum übergeht: Hübsch in rustikalem Stil eingerichtet, allerdings saß dort niemand; vielleicht kommen die Gäste eher am Abend zum Essen in den Peacock.

Das Haus gehört zu den 348 Pubs, die „Britain’s Oldest Brewer“, die Shepherd Neame Brauerei in Faversham (Kent) besitzt. Gefunden habe ich es durch meinen unentbehrlichen „AA Pub Guide„, der mir schon viele Dienste geleistet hat.

The Peacock
Goudhurst Road
Iden Green
Goudhurst
Kent
TN17 2PB
Tel 01580 211233

Eigenes Foto.

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Das Pubschild des Peacocks.    © Copyright Oast House Archive and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Pubschild des Peacocks.
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Glassenbury Par, nur ein paar hundert Meter vom Peacock entfernt.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Glassenbury Park, nur ein paar hundert Meter vom Peacock entfernt.
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Published in: on 20. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Oxted in Surrey und das verrückte Kinderwagenrennen

Die High Street von Oxted.    © Copyright Ian Capper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Oxted.
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Zum ersten Mal hörte ich von Oxted in Surrey in einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1997, als Mohamed Al-Fayed, von seinem dortigen großen Anwesen aus, mit einem Hubschrauber nach Paris geflogen wurde, als sein Sohn Dodi Al-Fayed und Prinzessin Diana im Alma-Tunnel ums Leben kamen. Dodi Al-Fayed wurde auf dem Landsitz seines Vaters beigesetzt.

Der kleine Ort an der A25, südlich der Autobahn M25, liegt im Speckgürtel Londons; viele wohlhabende Menschen haben sich hier niedergelassen und Oxted gehört zu den reichsten Dörfern/Städten des ganzen Landes. Vor allem an der Rockfield Road finden sich zahlreiche sehr ansehnliche Häuser.

Einmal im Jahr, zuletzt am Sonntag, dem 13. Juli, steht der ganze Ort Kopf, wenn das Oxted Pram Race ausgetragen wird. Dieses Kinderwagenrennen beginnt am Master Park-Parkplatz, zieht sich die Church Lane entlang und endet in der High Street am Pub The Old Bell. Auf der Strecke gibt es, neben dem Start- und dem Endpunkt, noch fünf Stationen, bei denen sich die Teilnehmer/Teilnehmerinnen mit Bier stärken können (die Pubs liegen in der High Street dich beieinander). Der Begriff „pram“ darf bei dem Rennen sehr weit gefasst werden, denn die Gefährte, die hier den Parcours entlanggeschoben werden, haben mit Kinderwagen nur wenig Ähnlichkeit. Die „pram racer“ sind alle mehr oder weniger abenteuerlich verkleidet und werden von den Zuschauern gern mit Wasserpistolen beschossen.

1977 wurde dieses Event in Oxted ins Leben gerufen und es erfreut sich seitdem großer Beliebtheit, allerdings drohte es in den letzten Jahren in ein großes allgemeines Besäufnis auszuarten, darum hat man das Pram Race von Freitag auf den Sonntag verlegt, in der Hoffnung, dass man sich an diesem Tag etwas mehr zurückhält. Die Einnahmen, die aus der Veranstaltung erzielt werden (und das sind seit Bestehen schon über £100 000), kommen ausschließlich wohltätigen Zwecken im Ort zugute.

Oxted liegt zwischen den ebenfalls sehr hübschen Kleinstädten Westerham und Godstone an der A25, die ich ausgesprochen gern fahre, die allerdings zurzeit bei Redhill wegen Straßenbauarbeiten zum Feierabendverkehr hin chaotisch wird, dann stauen sich am Stations Roundabout die Autos aus allen Richtungen.

Wie es bei dem Oxted Pram Race 2012 zuging, zeigt dieser Film.

The Old Bell in der High Street, Ziel des Oxted Pram Race.    © Copyright David Anstiss and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Bell in der High Street, Ziel des Oxted Pram Race.
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Published in: on 19. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Stamford (Lincolnshire) – Ein Paradies für Filmproduzenten

Die St Mary's Street in Stamford. Eigenes Foto.

Die St Mary’s Street in Stamford.
Eigenes Foto.

Über die Stadt Stamford in Lincolnshire berichtete ich schon zweimal; einmal über das empfehlenswerte George Hotel, in dem ich bei meinen beiden Besuchen übernachtete und einmal im Zusammengang mit Daniel Lambert, dem einst dicksten Mann Englands, der hier starb und auf dem Kirchhof der St Mary’s Church begraben wurde.

In Stamford findet man noch viele alte und gut erhaltene Straßenzüge, ideal für Filmproduktionen, was die Location Scouts auch bald herausbekamen. 1993 drehte man hier z.B. die BBC-Mini-Serie „Middlemarch“ nach dem gleichnamigen Buch von George Eliot aus dem Jahr 1871. In den Hauptrollen wirkten Juliet Aubrey (Inspector Barnaby-Fans erkennen in ihr sicher die Ginny Lamington aus Episode 49 „Country Matters“ wieder, die im ZDF unter dem Titel „Pikante Geheimnisse“ gezeigt wurde), Rufus Sewell und Douglas Hodge mit. Viele Änderungen musste man in den Straßen gar nicht vornehmen, damit aus Stamford die Kleinstadt Middlemarch werden konnte. Gedreht wurde am St George’s Square, am Browne’s Hospital, am Mill Lane und am Stamford Arts Centre in der St Mary’s Street, das als White Hart Hotel fungierte. Das vor den Toren Stamfords gelegene berühmte Burghley House (das einen Besuch wirklich lohnt!) mit seinem Park bietet sich geradezu an, auch hier Dreharbeiten vorzunehmen, was man für „Middlemarch“ auch tat. Wie es bei der Produktion der Mini-Serie am St Georges’s Square zuging, zeigt dieser Film. Hier ist der deutschsprachige Trailer.

Auch für die Verfilmung von Jane Austens „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) mit Keira Knightley, Carey Mulligan und Donald Sutherland wählte man zehn Jahre später wieder die Straßen Stamfords, dieses Mal fungierte die Stadt als das Dorf Meryton. Gedreht wurde am St George’s Square und in der St Mary’s Street. Hier ist der Trailer der BBC-Produktion.

In Stamford wurden zwei Männer geboren, auf die die Stadt nur zum Teil stolz sein kann. Da ist einmal Colin Dexter, einer der für mich besten englischen Krimiautoren, der den unvergesslichen Inspector Morse aus Oxford schuf. Am 29. September 1930 erblickte er das Licht der Welt hier in Lincolnshire. Das „schwarze Schaf“ Stamfords ist sicherlich John George Haigh, der am 24. Juli 1909 in der Stadt geboren wurde und der in die Annalen der englischen Kriminalgeschichte als der „Säurebadmörder“ einging. Ich berichtete über ihn in meinem Blog.

Bei den Dreharbeiten zu "Pride and Prejudice" vor dem Stanford Arts Centre.    © Copyright Nat Bocking and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bei den Dreharbeiten zu „Pride and Prejudice“ vor dem Stamford Arts Centre.
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St George's Square in Stamford.    © Copyright Dave Hitchborne and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St George’s Square in Stamford.
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Published in: on 18. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Jessica Boak & Ray Bailey: Brew Britannia – The Strange Rebirth of British Beer

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die beiden Bier-Blogger Jessica Boak und Ray Bailey (hier geht es zu ihrem Blog) haben sich in ihrem aktuellen Buch „Brew Britannia – The Strange Rebirth of British Beer“ einmal in der britischen Brauereiszene umgesehen und berichten darüber, was sich da in den letzten Jahrzehnten getan hat. Geprägt wurde die Brauereilandschaft von den Big Six, das sind die Riesen-Brauereien, die andere aufgekauft oder die sich mit anderen zusammengeschlossen haben. 1971 gründete sich die CAMRA, die Campaign for Real Ale, die gegen die industriellen Herstellungsverfahren und den damit einhergehenden Qualitätsverlust der britischen Biere ankämpft. Dieser Interessenverband setzt sich nach wie vor für traditionell gebraute Biere ein, wird aber auch von kleineren Brauereien kritisiert, nach deren Meinung CAMRA zu starrsinnig ist und neue kreative Biere nicht gelten lassen will.

Da gibt es progressive Brauereien wie die 2007 von James Watt und Martin Dickie gegründete schottische BrewDog Brewery, die gern die Bierwelt mit außergewöhnlichen Produkten schockiert. Biere mit Namen wie Tactical Nuclear Penguin und Sink the Bismarck wurden auf den Markt gebracht, die 32% bzw. 41% Alkoholgehalt hatten.

Die Wild Beer Co bei Shepton Mallet in Somerset produziert beispielsweise ein „Bier“ namens Ninkasi, in dem Apfelsaft, eine sonst bei der Champagnerherstellung verwendete Hefe und Hopfen aus Neuseeland Anwendung findet und das in 0,75-Literflaschen mit einem wachsversiegelten Verschluss auf den Markt kommt.

Ein Dauerthema unter britischen Brauern, Pubbesitzern und Biertrinkern und auch in diesem Buch ist „Keg Ale“ oder „Cask Ale„. Ein Keg ist ein „Mehrwegfass, welches speziell zum industriellen Befüllen und der keimfreien Lagerung von Getränken entwickelt wurde“ (so die Wikipedia), während Cask „die alte Fassform für die Luftpumpenzapfung“ (ebenfalls Wikipedia) ist. Da prallen Welten aufeinander, Tradition gegen Moderne.

Für diejenigen, die sich intensiv mit britischen Bieren, ihren Pionieren und deren Brauereien beschäftigen möchten, ist dieses Buch eine hochinteressante Lektüre.

Jessica Boak & Ray Bailey: Brew Britannia – The Strange Rebirth of British Beer. Aurum Press 2014.298 Seiten. ISBN 978-1-78131-186-8.

 

Published in: on 17. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  

„The Nude in the Nettles“ – Der ungeklärte Mordfall von Sutton Bank in North Yorkshire

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Die A170, die von Thirsk in North Yorkshire in Richtung Osten führt, wird bei Sutton Bank zu einer der steilsten Straßen, die England zu bieten hat. Vor maximal 25% Steigung warnen Verkehrsschilder mehrfach und die Autos werden hier ganz schön gefordert; andersherum werden die Bremsen auf eine harte Probe gestellt, wenn es bei 25% Gefälle nach unten geht. „Keep in low gear“ werden die Autofahrer immer wieder gewarnt. Wohnwagengespanne dürfen die Straße nicht befahren und LKWs haben häufig Probleme und bleiben liegen, was natürlich zu Staus auf der Strecke führt. Besonders „tricky“ ist eine Haarnadelkurve, die man mit einem besonders rutschfesten Straßenbelag ausgestattet hat. Ich habe die Sutton Bank einmal erklommen; wenn man oben angekommen ist, hat man eine grandiose Sicht auf die Yorkshire Dales.

Hier oben ereignete sich ein Mordfall, der die Polizei von Yorkshire lange in Atem hielt und der bis heute nicht geklärt werden konnte. Am 28. August 1981, morgens um 8 Uhr, erhielt die Polizeistation von Ripon einen mysteriösen Anruf, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sich oben auf dem Sutton Bank Top, neben einer kleinen Straße, die nach Scawton führt, eine verweste Leiche befände. Der Anrufer konnte die Stelle exakt beschreiben, weigerte sich aber seinen Namen zu nennen: „I can’t identify myself for reasons of national security“. Erst hielt die Polizei das für einen schlechten Scherz, wurde aber eines besseren belehrt als sie die Leichenteile tatsächlich an der angegebenen Stelle fand. Ein Großaufgebot von Polizisten suchte die nähere Umgebung ab und fand einige Gegenstände, durch die man in etwa den Todeszeitpunkt ermitteln konnte. Auch die gerichtsmedizinische Untersuchung half weiter und so ergab sich, dass die weibliche Leiche vor ca 2 Jahren dort abgelegt worden war. Eine Task Force unter der Leitung von Detective Chief Superintendent Strickland Carter von der North Yorkshire CID hatte von nun an alle Hände voll zu tun, um die Tote von Sutton Bank zu identifizieren, aber: Die Identität der „Nude in the Nettles„, wie man die Unbekannte nannte, konnte bis zum heutigen Tag nicht festgestellt werden. Die Universität von Manchester fertigte auf Grund der vorliegenden Daten eine Wachsmaske vom Gesicht der Toten an, aber niemand erkannte die Frau. Sämtliche Ermittlungsstränge der Kriminalpolizei verliefen im Sand. Die Akten über die Tote von Sutton Bank sind aber nie geschlossen worden. Erst im Jahr 2012 exhumierte man die Überreste, um DNA-Proben zu nehmen. Die Polizei hofft nach über 33 Jahren noch immer, diesen seltsamen Fall lösen zu können. Ein pensionierter Polizeibeamter stellte kürzlich die These auf, die Frau könnte eines der Opfer des Yorkshire Rippers Peter Sutcliffe gewesen sein, der zwischen 1975 und 1980 mindestens 13 Frauen, darunter viele Prostitiuierte, ermordet haben soll.

Wird man das Rätsel der unbekannten Toten von Sutton Bank, die man auf dem Friedhof von Malton begraben hat, jemals lösen?

Hier ganz in der Nähe an einer Straße, die nach Scawton führt, fand man die Leiche der unbekannten Frau.    © Copyright Gordon Hatton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier ganz in der Nähe, an einer Straße, die nach Scawton führt, fand man die Leiche der unbekannten Frau.
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Published in: on 16. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  
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Norton Disney (Lincolnshire) – Die ursprüngliche Heimat von Micky Mouse, Donald Duck und Goofy?

St Peter's Church in Norton Disney (Lincolnshire).    © Copyright J.Hannan-Briggs and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter’s Church in Norton Disney (Lincolnshire).
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Der große Walt Disney, Schöpfer der weltberühmten Figuren Micky Mouse, Donald Duck und Goofy, machte sich im Jahre 1949 einmal auf den Weg vom fernen Los Angeles in das kleine Norton Disney in Lincolnshire. Der Dorfname verrät schon den Grund: Walt Disney war auf Spurensuche nach seinen Vorfahren, die hier vor Jahrhunderten gelebt haben.

Walt Disneys Urgroßvater Arundel Elias Disney war Anfang des 19. Jahrhunderts aus Europa in die Vereinigten Staaten übergesiedelt, und er konnte seinen Stammbaum bis in die Zeiten Wilhelm des Eroberers zurückverfolgen, als einer seiner Vorfahren namens Robert d’Isigny aus Frankreich nach England kam und sich dort in dem heutigen Norton Disney niederließ. Aus „d’Isigny“ wurde bald „Disney“ und so war der Grundstein für Micky Mouse & Co. gelegt.

Bei seinem Besuch an jenem Tag im Jahr 1949 besuchte Walt Disney natürlich die Kirche St Peter’s, denn dort ballen sich seine Vorfahren geradezu zusammen. Das älteste Monument in der Kirche ist das von Sir William d’Isigny und seiner Frau Joan, das etwa um 1300 herum angefertigt wurde. Dann gibt es dort noch ein weiteres Grabmal für eine Joan Disney (jetzt war der Name schon anglisiert) und ihren Mann, der ebenfalls William hieß. Und noch ein späterer  Sir William Disney liegt hier begraben (wie war man doch damals einfallslos in der Vergebung von Vornamen) und eine gewisse Hautacia Disney (ich nehme meine Kritik wieder zurück!!).

Eine Messingplatte aus dem 16. Jahrhundert schließlich („Disney Brass„) verewigt noch weitere Disneys, nämlich William und Richard samt Frauen und jeweiligen Sprösslingen. Ich kann mir vorstellen, dass der arme Walt damals St Peter’s etwas verwirrt verlassen hat und dass ihm der Kopf noch lange Zeit von Williams und Joans schwirrte.

Übrigens: Auf dem Village Sign von Norton Disney finden sich keine Abbildungen von Micky Mouse oder Donald Duck, wir sind schließlich in England und nicht in den USA, wo so etwas schon eher möglich wäre.

Hier sind die Glocken der „Disney-Kirche“ in Lincolnshire zu hören.

Das Grabmal einer der vielen William Disneys.    © Copyright J.Hannan-Briggs and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grabmal einer der vielen William Disneys.
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Joan Disney, Ehefrau von...richti: William Disney.    © Copyright J.Hannan-Briggs and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Joan Disney, Ehefrau von…richtig: William Disney.
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The Disney Brass in St Peter's.    © Copyright J.Hannan-Briggs and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Disney Brass in St Peter’s.
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Published in: on 15. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die Timothy Taylor Brewery in Keighley (West Yorkshire) – Die beste Brauerei in ganz Großbritannien?

Eigenes Foto.

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In meinem Blogeintrag vom 17. August über das Great British Beer Festival 2014 schrieb ich:
„Als bestes Bier Großbritanniens des Jahres 2014, über alle Kategorien hinweg, wurde ein Produkt einer Brauerei aus der grauen Stadt im Moor, Keighley in West Yorkshire, ausgezeichnet: “Boltmaker” (“A well-balanced, genuine Yorkshire Bitter, with a full measure of maltiness and hoppy aroma”) aus dem Hause Timothy Taylor. Das Bitter Beer aus dem Norden Englands, benannt nach dem Pub “Boltmakers Arms” in Keighley, der der Brauerei gehört, konnte die Jury überzeugen und wurde zum Champion Beer of Britain 2014 ernannt. Seit 1858 besteht Timothy Taylor schon, deren mehrfach preisgekrönte Biere nicht nur in Yorkshires Pubs zu finden sind, sondern im ganzen Land“.

Nachdem ich gerade ein Bier aus dem Hause Timothy Taylor getrunken habe, möchte ich die Brauerei einmal etwas näher vorstellen. „Championship Beers“ steht auf dem Etikett, zu Recht, denn Biere aus der Brauerei in Keighley in West Yorkshire wurden schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wie z.B. „Timothy Taylor’s Landlord„, das bekannteste Bier, das ich heute probiert habe. Es soll einmal Madonnas Lieblingsbier gewesen sein wie der „Independent“ vor einigen Jahren berichtete. Seit 1953 schon wird es unter diesem Namen als Fassbier angeboten und hat mehr Auszeichnungen und Preise eingeheimst als jedes andere englische Bier. Der Alkoholgehalt dieses Bitters liegt bei 4,3%.

Neben dem oben schon erwähnten „Boltmaker“ werden in Keighley noch das „Golden Best“, das „Dark Mild“, das „Ram Tam“ (ein „Winter Warmer“) und das „Havercake Ale“ gebraut.

1858 startete Timothy Taylor, der 1826 in Bingley in West Yorkshire geboren wurde, die Brauerei im Cook Lane in Keighley, zog aber schon fünf Jahre später in die neugebaute Knowle Spring Brewery um. 1894 bohrte man einen tiefen Brunnen an dieser Stelle, und das Wasser daraus wird noch heute zum Brauen benutzt. Timothy Taylor ist nach wie vor eine unabhängige Brauerei und wurde noch nicht von einem der Brauerei-Riesen des Landes „geschluckt“.

Zu Timothy Taylor gehören einige Pubs in Keighley und in einem weiteren Umkreis wie z.B. der Fleece Inn in Haworth, die Royal Oak in Ripon und The Woolly Sheep in Skipton.

Besichtigungen der Brauerei sind nicht möglich, auch ein Besucherzentrum existiert nicht, dafür gibt es einen Webshop auf der Homepage, in dem man Bier und „Devotionalien“ wie T-Shirts, Manschettenknöpfe usw. kaufen kann. Wer sich die Brauereigebäude trotzdem einmal von der Straße aus ansehen möchte, Timothy Taylor liegt im südlichen Stadtzentrum von Keighley an der Queen’s Road.

Hier ist ein Tasting des „Landlords“ zu sehen und hier kann man den Brauvorgang in 60 Sekunden miterleben.

Timothy Taylor & Co. Limited
Knowle Spring Brewery
Keighley
West Yorkshire, BD21 1AW

Timothy Taylor's Brewery in Keighley (West Yorkshire).    © Copyright Graham Hogg and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Timothy Taylor’s Brewery in Keighley (West Yorkshire).
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The Fleece Inn in Haworth (West Yorkshire), einer der Timothy Taylor Pubs.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 14. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Songs About London – The Northern Line

High Barnet - Einer der beiden nördlichen Endstationen der Northern Line.    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

High Barnet – Einer der beiden nördlichen Endstationen der Northern Line.
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Innerhalb des Londoner U-Bahnnetzes gehört die Northern Line zu den ältesten, längsten und betriebsamsten Linien. Täglich fahren im Durchschnitt über 900 000 Menschen mit der Northern Line und es werden immer mehr, vor allem wenn der Streckenabschnitt nach Battersea fertiggestellt sein wird. Seit 1937 gibt es diese U-Bahnlinie, die sich aus mehreren, weit früher gebauten Abschnitten zusammensetzt. Die Entfernung vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt beträgt 58 Kilometer mit 50 Stationen, von denen die von Hampstead die am tiefsten im ganzen Netz gelegene ist (58,5 Meter). Der südlichste Bahnhof ist die oberirdische Station Morden, die nördlichsten High Barnet bzw. Edgware (die Northern Line ist bei Camden Town in zwei Linien aufgeteilt).

Bei einer Umfrage unter den U-Bahnpassagieren Londons im Jahr 2013, bei der nach der beliebtesten und unbeliebtesten Linie gefragt wurde, schnitt die Northern Line bei weitem am schlechtesten ab. 34% der Befragten nannten diese Nord-Süd-Trasse als die unbeliebteste (auf Platz 2 folgte die District Line mit 13%); die beliebteste Linie war die Jubilee Line mit 24% (Platz 2 die Victoria Line mit 19%). Der Grund für das schlechte Abschneiden der Northern Line war u.a. die ständige Überfüllung der Züge während der Stoßzeiten, so dass die Pendler regelmäßig zwei bis drei Züge abwarten müssen, bis sie darin einsteigen können.

Einige britische Künstler haben Songs geschrieben bzw. gesungen, in denen die Northern Line vorkommt. Hier sind drei Beispiele:

– „Northern Line“ von Jamie T. Ich greife bei der Kurzbeschreibung seiner Musik auf die Wikipedia zurück, die das prägnant ausdrückt: „Seine Musik bedient sich hauptsächlich alltäglicher Instrumente und Geräusche, die mit Hilfe von Sampling in eingängige Pop-Songs arrangiert werden. Durch ungewöhnliche Kombinationen und Anleihen aus verschiedensten Stilrichtungen (Folk, Ska, aber auch elektronische Elemente) entstehen neuartige Musikstücke“.

– „Northern Line“ von Yeti. Das ist eine 2004 gegründete Band aus dem Norden Londons, die sich 2009 aufgelöst hat.

– „Northern Line“ von LV featuring Joshua Idehen. In diesem Song wird nach einzelnen Stationen der U-Bahnlinie gefragt: „What do you know about…?“ Entweder kommt eine spontane Antwort wie bei King’s Cross und Waterloo oder ein „blank“ wie bei Moorgate, dazu fällt niemandem etwas ein. Der Refrain am Ende des Songs nennt noch einmal die Endstationen der Linie „Morden, Morden, High Barnet, Edgware“.

Edgware Station - Der andere nördlichste Bahnhof der Northern Line. Author: Sunil060902. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Edgware Station – Der andere nördlichste Bahnhof der Northern Line.
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Morden Tube Station - Der südlichste Punkt der Northen Line. Author: bob walker. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Morden Tube Station – Der südlichste Punkt der Northern Line.
Author: bob walker.
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Published in: on 13. Oktober 2014 at 02:00  Comments (1)  

The Orestone Manor Hotel in Maidencombe (Devon)

Eigenes Foto.

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Eigentlich wollten wir bei unserem Aufenthalt an der englischen Riviera in einem Hotel in Torquay wohnen, doch die Etablissements mit den hochtrabenden Namen Grand, Palace und Imperial sagten uns nicht zu, und so entschieden wir uns für das nördlich von Torquay liegende Orestone Manor Hotel, das zu der Gemeinde von Maidencombe gehört. Das Haus hat eine grandiose Bewertung im Tripadvisor (142 von 173 Reisende gaben dem Hotel die Höchstnote). Die Zufahrt von der starkbefahrenen A379 zum Hotel zu finden, ist nicht ganz leicht. Wenn man von Norden kommt, muss man in einem sehr spitzen Winkel in den einspurigen Rock House Lane einbiegen, was mit einem großen Auto ohne nochmaliges Zurücksetzen nicht möglich ist. Der Weg ist so schmal, dass zwei Autos nicht aneinander vorbeikommen. Nach ca 300 Metern ist man dann aber auf dem Parkplatz des Orestone Manor Hotels angekommen.

Unser Zimmer befand sich im obersten Stockwerk und hatte als Besonderheit eine sehr große Dachterrasse, von der aus man zwischen den Bäumen hindurch das Meer sehen konnte. Es gibt nur 12 Zimmer im Orestone Manor, d.h. es geht hier sehr ruhig zu. Von der palmenumgebenen Terrasse des Restaurants hat man einen wunderschönen Blick auf die Lyme Bay; die Bezeichnung „Englische Riviera“ für diesen Landstrich im Süden Devons besteht wirklich zu Recht.

Das Hotel hat vom AA vier Sterne bekommen, das Restaurant freut sich über zwei Rosetten. Wir nahmen an beiden Abenden das Dinner im gemütlichen Restaurant ein; das Drei-Gang-Menü kostet hier £25, ein angemesser Preis für das, was geboten wird. Wer den Orestone Full Afternoon Tea (£14.95) bzw. den Orestone Champagne Afternoon Tea (£21.95) zu sich nimmt, wird Probleme bekommen, auch noch das Abendessen zu schaffen.

Die Zimmerpreise bewegen sich in der Hauptsaison (Juni bis September) je nach Kategorie zwischen £150 für den Classic Room bis zu £280 für die beiden Suiten.

Mitte des 19. Jahrhunderts lebte der Maler John Callcott Horsley in dem Haus, der auch dadurch bekannt wurde, dass er die erste Weihnachtskarte entwarf (ich berichtete in meinem Blog darüber). Er war der Schwager des berühmten Ingenieurs Isambard Kingdom Brunel, der sich ganz in der Nähe niederließ.

Direkt neben dem Orestone Manor liegt das Rock House, in dem der Schriftsteller Rudyard Kipling von 1896 bis 1898 wohnte, in dem er sich aber nie so richtig wohlfühlte, weil er mit dem „spirit“ des Hauses nicht zurechtkam. Rock House befindet sich in Privatbesitz.

Vom Hotel führt ein sehr steiler Weg zum Strand hinunter, der in zehn Minuten zu schaffen sein soll, der Rückweg wird mit zwanzig Minuten angegeben. Wir statteten dem schmalen Strand einen Besuch ab, kamen aber beim Wiederaufstieg ins Hotel ganz schön ins Schwitzen. Wer körperlich nicht fit ist oder Gehprobleme hat, sollte sich lieber nicht auf den Weg nach unten machen!!

Das kleine Orestone Manor Hotel ist eine echte Alternative zu den großen Hotelkästen in Torquay, das man mit dem Auto in wenigen Minuten erreichen kann.

Orestone Manor Hotel
Rock House Lane
Maidencombe
Devon
TQ1 4SX

Eigenes Foto.

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Die Dachterrasse unseres Zimmers. Eigenes Foto.

Die Dachterrasse unseres Zimmers.
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Tor zu Rudyard Kiplings Rock House, direkt neben dem Hotel. Eigenes Foto.

Tor zu Rudyard Kiplings Rock House, direkt neben dem Hotel.
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Der Strand von Maidencombe. Eigenes Foto.

Der Strand von Maidencombe.
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Published in: on 12. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Clayton Tunnel in West Sussex – Eine Burg bewacht seinen Nordeingang

Der Tunneleingang bei Clayton in West Sussex.    © Copyright Oast House Archive and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Außer dem Zugführer bekommt von den Reisenden in Richtung Brighton in West Sussex wohl kaum jemand mit, dass der Eingang zum Clayton Tunnel von einer Burg bewacht wird, gekrönt von zwei Türmen mit Schießscharten. Warum dieses Gebäude 1841 gerade hier errichtet wurde, weiß niemand mehr so genau zu sagen. Der Architekt war David Mocatta, der damals auch den Auftrag erhielt, Bahnhöfe auf der Strecke Brighton-London zu errichten. Zwischen die Türme wurde acht Jahre später noch ein Cottage gesetzt, in dem Bahnbedienstete wohnten. 6000 Menschen arbeiteten drei Jahre lang, um diesen 2065 Meter langen Tunnel durch den Clayton Hill zu treiben.

Es gibt die Möglichkeit, einmal einen Blick in dieses außergewöhnliche Burgportal zu werfen, denn für interessierte Gruppen werden Rundgänge nach vorheriger Absprache angeboten.

Am 25. August 1861 ereignete sich im Tunnel einer der katastrophalsten Eisenbahnunfälle, bei dem 23 Menschen getötet und um die 176 schwer verletzt wurden. Damals steckten die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Bahnhofsvorstehern und den Streckenwärtern noch in den Kinderschuhen. Simple Telegrafen, Alarmglocken und Flaggensignale waren Standard und so passierte es an diesem Unglückstag, dass der Bahnhofsvorsteher von Brighton einen Zug zu früh auf die Strecke nach London schickte und dass es zwischen den Streckenwärtern am Süd- und am Nordende des Tunnels zu einem Missverständnis kam. So prallte einer der drei Züge, die nur wenige Minuten hintereinander auf den Gleisen unterwegs waren, auf einen Zug, der gestoppt worden war und sich langsam wieder rückwärts aus dem Tunnel herausbewegen wollte. Die anschließende Untersuchung ergab, dass die Schuld für das Unglück beim Bahnhofsvorsteher in Brighton lag, der die die erforderlichen Abstände für die Fahrtfreigabe nicht eingehalten hatte. Gleichzeitig wurden die langen, oft 24 Stunden dauernden Arbeitszeiten der Streckenwärter bemängelt, deren Konzentration im Laufe des Tages nachließ.

Charles Dickens nahm dieses Eisenbahnunglück im Tunnel von Clayton zum Anlass, 1866 die Gruselgeschichte „The Signal-Man“ (dt. „Der Bahnwärter“) zu schreiben, in der es um unheimliche Geschehnisse an einem Tunneleingang geht. Ich habe mir noch einmal, bevor ich diesen Blogeintrag schrieb, die Verfilmung der Kurzgeschichte angesehen, die die BBC 1976 zu Weihnachten ausstrahlte, großartig gespielt von Delholm Elliott als Streckenwärter und Bernard Lloyd als „The Traveller“, dem der Bahnbedienstete seine unheimliche Geschichte am Kaminfeuer erzählt. Gedreht wurde nicht am Clayton Tunnel, sondern in Shropshire und Worcestershire. Hier ist der erste Teil des Films.

Zu sehen ist der burgbewehrte Tunneleingang von der Brücke aus, die die A273 über die Eisenbahnlinie nördlich des Dörfchens Clayton führt, die Brighton Road, an der ein kleines Stück entfernt, der Jack and Jill Pub liegt.

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Published in: on 11. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  
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St John the Baptist in Tunstall (Lancashire), eine Internatsschule in Cowan Bridge (Lancashire) und die Brontë-Schwestern

Die School heute.    © Copyright Karl and Ali and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Clergy Daughters‘ School in Cowan Bridge heute.
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Wie müssen es die kleinen Brontë-Schwestern damals in den  Jahren 1824 und 1825 gehasst haben, ihr Leben nicht zuhause im Pfarrhaus in Haworth (West Yorkshire) verbringen zu können, sondern in dem Internat The Clergy Daughters‘ School in Cowan Bridge (Lancashire). Maria und Elizabeth, Charlotte und Emily, die älteste war zehn Jahre, die jüngste sechs Jahre, mussten sich in der Schule einer strengen Diszipin unterwerfen, sie wurden schlecht behandelt und bekamen wenig zu essen. Das graue Schulgebäude steht noch heute dort, wo die A65, die Brücke über den kleinen Fluss Leck Beck überquert. Eine in die Außenwand eingelassene Plakette erinnert an die Leidenszeit der kleinen Mädchen. Bald nachdem Maria und Elizabeth wieder nach Haworth zurückgekehrt waren, starben sie, vermutlich an den Auswirkungen der Internatszeit. In Charlotte Brontës Roman „Jane Eyre“ soll sie die Lowood-Schule nach ihren Erfahrungen in der Clergy Daughters‘ School in Cowan Bridge gezeichnet haben.

Jeden Sonntag mussten die Schwestern sich auf den Weg in das drei Kilometer entfernte Tunstall begeben, denn dort wurden sie in der Sonntagsschule in St John the Baptist unterrichtet. Ohne entsprechende warme Kleidung, ohne Stiefel oder Handschuhe, stapften sie im Winter durch den Schnee. In einem schmucklosen, kleinen Raum fand der Unterricht statt, und ich kann mir vorstellen wie die Mädchen hier gefroren haben mögen, denn die Winter hier oben im Norden Englands waren sehr kalt. Das Mittagessen nahmen sie in einem Zimmer über dem Kirchenportal ein, das nur über eine  Leiter erreichbar war.

Im Roman „Jane Eyre“ wurde aus der Kirche in Tunstall Brocklebridge Church. Sir Thomas Tunstall ließ die Kirche im Jahr 1415 bauen, und er wurde hier auch in der Chapel of the Holy Trinity beigesetzt, zu seinen Füßen wacht ein Löwe.

Die Plakette an der Wand der ehemaligen Schule in Cowan Bridge.    © Copyright Karl and Ali and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Plakette an der Wand der ehemaligen Schule in Cowan Bridge.
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St John the Baptist in Tunstall (Lancashire).    © Copyright Peter Wood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St John the Baptist in Tunstall (Lancashire).
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Das Cat House in Henfield (West Sussex), eine mörderische Katze und ein rachsüchtiger Schreiner

The Cat House in Henfield (West Sussex). This work is released  into the public domain.

The Cat House in Henfield (West Sussex).
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Es war einmal ein Schreiner namens Robert Ward, der lebte im 19. Jahrhundert in einem hübschen reetgedeckten Cottage in Henfield, einem Ort in der Grafschaft West Sussex. Ward besaß Kanarienvögel, die er sehr liebte und eines Tages fand einer seiner gefiederten Lieblinge einen frühen Tod, weil die Katze seines Nachbarn, Nathaniel Woodard, ihn einfach ins Jenseits beförderte. Der Schreiner war daraufhin sehr traurig, aber auch sehr wütend auf Mr. Woodard und so sann er auf Rache. Robert Ward besorgte sich eine stattliche Anzahl von metallenen Katzenfiguren, die er rund um sein Cottage anbrachte. Diese Figuren verband er mit einem langen Strick, an dem er kleine Glöckchen anbrachte. Jedesmal wenn der Besitzer der mörderischen Katze auf dem Weg zur Kirche an dem Haus vorbeikam, zog Robert Ward an der Leine, so dass die Glöckchen und die Metallkatzen ein ziemlich lautes Spektakel verursachten, um an die schändliche Tat der Woodardschen Katze zu erinnern. Wie lange dieses Spielchen anhielt, ist nicht bekannt. Es gibt ja auch andere Wege, die zur Kirche führen, und ob wohl der Dorfschreiner nichts Besseres zu tun hatte, als ständig auf der Lauer zu liegen und nach seinem Nachbarn Ausschau zu halten?

Das mit den Metallkatzen dekorierte Haus existiert noch immer in Henfield, es liegt neben der Church Street am sogenannten Pinchnose Green. Der Name dieses Mini-Dorfangers kommt daher, dass hier früher einmal eine Gerberei betrieben wurde, die einen so penetranten Gestank verursachte, dass man sich die Nase zuhalten musste, wenn man daran vorbeiging.

Nathaniel Woodard (1811-1891), der in der Martyn Lodge in der Church Street wohnte, war übrigens Priester und Gründer der nach ihm benannten anglikanischen Woodard Schools, die es noch heute gibt und zu denen u.a. das Hurstpierpoint College, das Ardingley College und das Lancing College, in dessen Kapelle er begraben ist, zählen.

In der Upper Station Road in Henfield gibt es einen Pub namens The Cat & Canary, auf dessen Schild die beiden Tiere zu sehen sind.

Das Cat House aus einer etwas anderen Perspektive.    © Copyright Ian Cunliffe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Cat House aus einer etwas anderen Perspektive.
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Nathaniel Woodards Haus Martyn Lodge an der Church Street.    © Copyright Ian Cunliffe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nathaniel Woodards Haus Martyn Lodge an der Church Street. Eine blaue Plakette weist auf den einstigen Bewohner hin.
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Published in: on 9. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Amersham in Buckinghamshire

Amersham High Street.    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Amersham High Street.
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Vor einiger Zeit berichtete ich in meinem Blog schon einmal über The Maltings in Amersham, in der das Produktionsteam der „Midsomer Murders“-TV-Serie zweimal drehte, eine, wie ich bei meinem Besuch dort fand, etwas heruntergekommene Gasse. Aber Amersham hat, was „Inspector Barnaby“ betrifft, noch mehr zu bieten. Die Kleinstadt ist aufgeteilt in Old Amersham und Amersham-on-the-Hill, wobei ich bei meinem Besuch nur im alten Teil der Stadt war, der sehr hübsch anzusehen ist.

Die High Street ist der Mittelpunkt des Ortes, an der viele sehr schöne Häuser liegen wie z.B. das Kings Arms Hotel und The Eagle. Wenn man auf dem Old Town Car Park sein Auto abstellt, ist man sofort mitten „im Geschehen“. Die Market Hall am Market Square ist in der TV-Serie in mehreren Episoden kurz zu sehen. Schon sehr früh entdeckten die „Midsomer Murders“-Location Manager die Stadt, denn bereits in der ersten Folge „The Killings at Badgers’s Drift“ (dt. „Tod in Badgers’s Drift“) wurde hier gedreht (das Beerdigungsinstitut von Dennis Rainbird). Auch in zwei weiteren Folgen der ersten Staffel, nämlich in „Death of a Hollow Man“ (dt. „Requiem für einen Mörder“) und in „Death in Disguise“ (dt. „Ein böses Ende“) fanden Dreharbeiten in Old Amersham statt.
Der Antiquitätenladen, in dem Amelia Plummer in Episode 42 „Sauce for the Goose“ (dt. „Die Leiche ist heiß“) gern einmal etwas unbezahlt mitgehen lässt, liegt in der High Street. Weitere Folgen der Krimiserie, die in Teilen in Amersham gedreht wurden, waren u.a. Nr. 11 „Blue Herrings“ (dt. „Drei tote alte Damen“), Nr. 17 „Who Killed Cock Robin?“ (dt. „Leichen leben länger“) und Nr. 88 „A Sacred Trust“ (dt. „Vier Bräute für Christus“).

Das vom Äußeren her, im Vergleich zum Kings Arms Hotel, nicht so schöne The Crown Hotel, gegenüber der Market Hall, war einmal Schauplatz des berühmten Films „Four Weddings and a Funeral“ (dt. „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“), in dem die Himmelbett-Szene gedreht wurde; das Kings Arms Hotel fungierte in dem Film als „The Jolly Boatman“.

In weiteren TV-Serien (z.B. „Rosemary and Thyme„) und in mehreren Spielfilmen wie in der Agatha Christie-Verfilmung „Murder at the Gallop“ (dt. „Der Wachsblumenstrauß“), mit Margaret Rutherford als Miss Marple, ist die Stadt in den Chilterns in den Anfangsszenen zu sehen, z.B. auch das Kings Arms Hotel.

Wie Sabine Schreiber und Joan Street in ihrem Buch „Midsomer Murders on Location“ (dt. „Inspector Barnaby: Die Drehorte der beliebten ZDF-Serie“) erzählen, fand am 21. Juni 2008 auf dem Kirchhof von St Mary’s die Midsomer St Mary’s Church Fete statt, bei der viele Darsteller der Serie und der Produzent Brian True-May anwesend waren. Eine Band spielte die Titelmelodie und es gab  eine ganz spezielle Midsomer Murders-Torte zu gewinnen.

Auf dem Friedhof von St Mary’s liegen die Gräber von Ruth Ellis, die letzte Frau Englands, die für einen Mord hingerichtet wurde, und Arthur Machen (1863-1947), ein Waliser Schriftsteller, dessen Horrogeschichte „The Great God Pan“ (dt. „Der Große Pan“) von Grusel-Spezialist Stephen King als die vielleicht beste Gruselgeschichte in englischer Sprache bezeichnet wurde.

Ein Spaziergang entlang der High Street und des kleinen River Misbourne lohnt sich für alle Freunde der englischen Idylle!!! Hier ist ein Film über die Altstadt von Amersham.

 

Die Market Hall.    © Copyright Nigel Cox and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Market Hall.
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The Kings Arms Hotel.    © Copyright John Lord and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Kings Arms Hotel.
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The Swan Inn. Eigenes Foto.

The Eagle.
Eigenes Foto.

The Crown Hotel. Eigenes Foto.

The Crown Hotel.
Eigenes Foto.

St Mary's. Eigenes Foto.

St Mary’s.
Eigenes Foto.

Published in: on 8. Oktober 2014 at 02:00  Comments (4)  
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Greenway in Devon – Agatha Christies ehemaliges Haus, das jetzt dem National Trust gehört

Greenway in Devon. Eigenes Foto.

Greenway in Devon.
Eigenes Foto.

Das abgeschiedene Greenway House im Süden Devons kann man auf unterschiedliche Weise erreichen  – per Fähre, per Oldtimer-Bus, zu Fuß (das ist aber eine ganze Strecke) oder per Auto. Letzteres ist eingeschränkt, denn man muss seinen Parkplatz vorher reservieren, da es davon nicht sehr viele gibt. Ich tat das schon von zuhause aus, was völlig unproblematisch über das Internet möglich ist. Bei der Zufahrt zu Greenway kontrolliert ein freundlicher Parkplatzwächter die Reservierung anhand einer Liste. Die Zufahrt aus Richtung Brixham, hinter den Dörfern Churston und Galmpton über die Greenway Road ist sehr eng, so dass meistens zwei Autos nicht aneinander vorbeifahren können; aber es gibt Ausweichstellen und das klappt sehr gut.
Vom Parkplatz geht man noch einmal rund zehn Minuten, bis man am Haus angelangt ist. Für gehbehinderte Menschen gibt es einen kleinen Buggy-Shuttle, der vom Parkplatz aus zum Greenway House fährt.

Als wir Agatha Christies ehemaliges Haus an einem Donnerstagvormittag besuchten, war der Besucherstrom so groß, dass es in den einzelnen Räumen des Hauses schon sehr voll wurde. Die Beliebtheit der Krimiautorin hat also in keiner Weise nachgelassen.

1938 kauften Agatha Christie und ihr Mann Max Mallowan das Anwesen für nur 6000 Pfund Sterling. Die Dame des Hauses schrieb hier in der Abgeschiedenheit Devons zwei Kriminalromane, nämlich 1943 „Five Little Pigs“ (dt. „Das uvollendete Bildnis“) und 1956 „Dead Man’s Folly“ (dt. „Wiedersehen mit Mrs. Oliver“). Bei letzterem Werk diente Greenway und die Umgebung als (leicht verschleierter) Schauplatz der Handlung. Agatha Christie liebte ihre Wohnsitz sehr und nannte ihn „the loveliest place in the world„. 1959 überschrieb sie Greenway auf ihre Tochter aus erster Ehe Rosalind Hicks, die bis zu ihrem Tode im Jahr 2004 hier wohnte. Vier Jahre zuvor entschieden Rosalind, ihr Mann Anthony und ihr Sohn Matthew schweren Herzens, Greenway dem National Trust zu übergeben, der nach Rosalinds Tod das Haus für £5,4 Millionen restaurierte und es im Frühjahr 2009 für Besucher öffnete.

Im Haus selbst kann man sich die einzelnen Räume ansehen wie den Drawing Room, den Sitting Room, den Dining Room und die Küche. Überall im Haus ist die Sammelleidenschaft Agatha Christies und ihrer Familie zu spüren, die Schränke sind vollgestopft mit allem Möglichen, auf den Tischen und Kommoden stehen jede Menge Figuren herum. Die Bibliothek umfasst 5000 Bücher, darunter sämtliche Bücher, die Agatha Christie geschrieben hat.

Man kann sich stundenlang in Greenway und Umgebung aufhalten, einen Spaziergang zum Bootshaus oder zur Fähranlegestelle unternehmen. Der Blick auf den River Dart unterhalb des Hauses ist wunderschön, vor allem bei Sonnenschein. Wir hatten das Glück, Greenway bei schönstem Wetter besuchen zu können.

In diesem Film stellt Agatha Christies Enkel Matthew Pritchard Greenway vor.

Das Buch zum Artikel:
Hilary Macaskill: Agatha Christie At Home. Frances Lincoln Limited 2009. 144 Seiten. ISBN 978-0-7112-3029-3.

Impressionen aus Greenway. Eigenes Foto.

Impressionen aus Greenway.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Im Dining Room. Eigenes Foto.

Im Dining Room.
Eigenes Foto.

Ein Sammlerstück. Eigenes Foto.

Ein Sammlerstück.
Eigenes Foto.

...und noch ein Sammlerstück. Eigenes Foto.

…und noch ein Sammlerstück.
Eigenes Foto.

...und noch ein letztes. Eigenes Foto.

…und noch ein letztes.
Eigenes Foto.

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Langshott Manor Hotel in Horley (Surrey) – Ein Update

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Am 28.Mai 2013 schrieb ich in meinem Blog von meinen sehr positiven Erfahrungen im Langshott Manor Hotel in Horley (Surrey), die ich nach meinem zweiten Aufenthalt dort ergänzen möchte. Wir blieben hier zwei Nächte, dieses Mal wohnten wir in der „Epsom“-Suite (die Suiten sind nach Rennplätzen benannt) in einer der Dépendancen. Wir waren mit diesem großen Raum sehr zufrieden, der sich über den gesamten ersten Stock des Gebäudes erstreckte.

Im Mulberry-Restaurant hat sich etwas getan. Chefkoch Phil Dixon, den ich bei meinem letzten Aufenthalt mit zwei AA-Rosetten unterbewertet fand, hat jetzt seine dritte Rosette bekommen. Aber: Zugleich hat er die Preise deutlich angehoben. So bietet er kein A-la-Carte-Essen an, sondern nur ein Zwei-Gang- bzw. Drei-Gang-Menü an (ein fünfgängiges und siebengängiges Feinschmeckermenü wird auch angeboten). Die Qualität des Essens und auch die Kreativität des Kochs sind nach wie vor exzellent; wir waren die Ersten, die sein neues Menü probieren durften. Ich hatte am ersten Abend die „Seared Sea Scallop“ (mit 2 Pfund Aufpreis!) und das „Romney Marsh Lamb“; am zweiten Abend die „Wild Duck en Croute“, den „South Coast Sea Bass“ und die „Langshott Boozy Trifle“. Alles ganz hervorragend, doch £39.50 für das zweigängige und £49,50 für das dreigängige Menü fand ich dann doch recht happig; umgerechnet sind das bei dem momentan sehr schlechten Pfund-Euro-Umtauschkurs €50.- bzw. €63.-. Die Portionen waren recht klein, was mich aber nicht störte.

Die Enten, die im Teich vor dem Restaurant schwammen, waren offensichtlich noch dieselben wie im letzten Jahr; sie werden liebevoll vom Hotelpersonal gefüttert (nicht gemästet!).

Ein Aufenthalt im Langshott Manor Hotel mitsamt Abendessen und Frühstück ist also inzwischen ziemlich teuer geworden. Am Samstagabend klettern die Zimmerpreise wie in den meisten anderen Hotels in England deutlich. Am günstigsten sind die Übernachtungen von Sonntag auf Montag.

Langshott Manor Hotel
Ladbroke Road
Horley, near Gatwick
Surrey
RH6 9LN

Unsere "Epsom"-Suite. Eigenes Foto.

Unsere „Epsom“-Suite.
Eigenes Foto.

Die andere Seite der Suite. Eigenes Foto.

Die andere Seite der Suite.
Eigenes Foto.

Das siebengängige Feinschmeckermenü. Eigenes Foto.

Das siebengängige Feinschmeckermenü.
Eigenes Foto.

Published in: on 6. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  
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The Christchurch Priory Town Quay in Dorset

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Christchurch ist eine lebhafte Stadt in Dorset am östlichen Rand von Bournemouth. Dort kann man am Priory Town Quay direkt am River Stour sehr schöne Spaziergänge unternehmen, wie wir es kürzlich bei sehr schönem Wetter taten. Mehrere Parkplätze liegen sehr günstig dicht am Quay, so dass man keine langen Wege zurückzulegen braucht.

Der Christchurch Priory Town Quay wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet; so erhielt er 2012 und 2013 den Green Flag Award, mit dem Parks und Grünflächen in England prämiert werden. Wir parkten ganz in der Nähe der Priory Church und begannen unseren Rundgang an der Place Mill, einer alten Wassermühle aus dem Jahr 1100, in der heute eine Kunstgalerie untergebracht ist. Dann kommt man gleich zum Ufer des River Stour, wo zahllose Boote vor Anker liegen, um die sich Schwäne und Enten tummeln; auch ein Flusspferd (siehe Foto) ist hier zu finden. Der Spazierweg führt am Splash Park vorbei, einem Wasserspielplatz für Kinder, der im August 2010 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Unter großem Getöse ließ man im Fluss gerade ein Drachenboot zu Wasser, das sich dann vorsichtig seinen Weg durch die Marina bahnte. Am Christchurch Rowing Club gingen wir dann bis zum Captain’s Club Hotel, einem Glaskasten in perfekter Lage, wohl das beste Hotel in Christchurch.

Über die weiten Wiesenflächen neben dem Quay ist immer wieder der hohe Turm der Priory Church zu sehen, die wir nach unserem Spaziergang am River Stour besichtigten. Die Kirche wurde schon im Jahr 1094 gegründet und blieb bis zur Auflösung der englischen Klöster im Jahr 1539 eine Priorei der Augustiner. Bis zum heutigen Tag dient die Kirche als Parish Church der Stadt Christchurch.

Wer am Town Quay etwas esssen oder trinken möchte, der kann das z.B. im Boathouse tun, ein Restaurant mit schönem Blick auf die Uferanlagen, oder in den Old Mill Tea Rooms. Ein Spaziergang in diesen schönen Anlagen am Flussufer ist sehr empfehlenswert!

Das Flusspferd vom River Stour. Eigenes Foto.

Das Flusspferd vom River Stour.
Eigenes Foto.

Der Water Splash Park. Eigenes Foto.

Der Splash Park.
Eigenes Foto.

Das Captain's Club Hotel. Eigenes Foto.

Das Captain’s Club Hotel.
Eigenes Foto.

Das Innere der Priory Church. Eigenes Foto.

Das Innere der Priory Church.
Eigenes Foto.

 

Meine Lieblings-Pubs – The Martyrs Inn in Tolpuddle (Dorset)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Gestern berichtete ich in meinem Blog über das Athelhampton House in Dorset. Nur zwei Kilometer entfernt liegt in dem Dorf Tolpuddle ein Pub, der seit 2010 den Eigentümern dieses alten Tudorhauses gehört: Der Martyrs Inn. Benannt wurde das 1930 erbaute Gasthaus nach den Tolpuddle Martyrs, einer Gruppe von Landarbeitern, die 1832 die Friendly Society of Agricultural Labourers gründeten, um sich gegen die ständig sinkenden Löhne zu wehren. Sie wurden daraufhin verhaftet, vor ein Gericht gestellt und zur Deportation nach Australien verurteilt. Dieses harsche Urteil löste Empörung in der Bevölkerung aus und mit Hilfe von Protestmärschen und Unterschriftslisten gelang es, sie 1836 wieder freizubekommen (bis auf einen, der vorbestraft war). In Tolpuddle gibt es ein Museum, das an die Märtyrer des Ortes erinnert.

Der hübsche Martyrs Inn ist innen modern eingerichtet, man kann draußen sitzen und auf einem recht kleinen Parkplatz kann man sein Auto abstellen. Wir nahmen nur ein Bier zu uns, so kann ich über die Qualität des Essens nichts sagen. Das Bier kam übrigens aus der Hall & Woodhouse-Brewery in Blandford St Mary, über die ich in meinem Blog kürzlich berichtete: Es war ein Tangle Foot.

Dort, wo heute The Martyrs Inn steht, befand sich früher The Crown, wo man zu den Zeiten der Tolpuddle Martyrs sein Bier trank (wenn sich die Landarbeiter das überhaupt leisten konnten).

The Martyrs Inn
Tolpuddle
Dorset
DT2 7ES
Tel. 1305 848249

Die Gaststube. Eigenes Foto.

Die Gaststube.
Eigenes Foto.

Das Pubschild des Martyrs Inn. Eigenes Foto.

Das Pubschild des Martyrs Inn.
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Published in: on 4. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Athelhampton House in Dorset, Julian Fellowes und das Vorbild von „Downton Abbeys“ Daisy

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Vor einiger Zeit zeigte der Sender 3Sat den englischen Spielfilm „Die Kamine von Green Knowe“ (hier der Trailer), der den Originaltitel „From Time to Time“ trägt. 2009 wurde der Film gedreht unter der Regie von Julian Fellowes („Gosford Park“, „Downton Abbey“), der auch das Drehbuch schrieb, basierend auf Lucy Bostons Kinderbuch „The Chimneys of Green Knowe“ (1958). Ein großer Teil der Dreharbeiten fand in Dorset im Athelhampton House statt, einem Tudorhaus aus dem 15. Jahrhundert. Da ich mir dieses Haus schon lange einmal ansehen wollte, fuhr ich in der letzten Woche dort einmal vorbei und muss sagen, es hat sich gelohnt.
Das alte Gebäude ist seit 1957 im Besitz der Familie Cooke, die sich sehr um die Bestandserhaltung von Haus und Gärten kümmert. Athelhampton ist in den Sommermonaten  von Sonntag bis Donnerstag geöffnet, im Winter nur sonntags.
Gleich beim Betreten des Hauses gelangt man in die Great Hall, in der in „Die Kamine von Green Knowe“ am Anfang Mrs Oldknow (Maggie Smith) ihren Enkel Tolly (Alex Etel) empfängt, der sich in der Geschichte zwischen zwei Zeitebenen bewegt. Weitere Höhepunkte bei der Besichtigung von Athelhampton sind u.a. die Bibliothek, The Great Chamber, The King’s Room, The Yellow und The State Bedroom.

Julian Fellowes suchte sich als Schauplatz für seinen Film Athelhampton House aus, weil er das Haus gut kannte und er nur wenige Kilometer entfernt seinen Wohnsitz Stafford House in West Stafford hat. Als Darsteller wählte Julian Alexander Kitchener-Fellowes, Baron Fellowes of West Stafford, so sein vollständiger Name und Titel, u.a. Maggie Smith und Hugh Bonneville aus.
Fellowes? Smith? Bonneville? Diese Namen kennen wir doch aus der Erfolgsserie „Downton Abbey„, in der Maggie Smith die Violet Crawley, Dowager Countess of Grantham spielt, und Hugh Bonneville den Robert Crawley, Earl of Grantham; geschrieben und produziert von Julian Fellowes.

Emma, die lebhafte junge Dame, die uns am Eingang zum Athelhampton House empfängt, klärt uns auf. Die Idee zu „Downton Abbey“ kam dem Baron of West Stafford hier, nachdem er den Film 2009 gedreht hatte und nachdem er hier mehrfach zu Gast gewesen war. Ein Jahr später wurde die erste Staffel des Mammutprojekts „Downton Abbey“ auf Highclere Castle produziert. Maggie Smith und Hugh Bonneville nahm Julian Fellowes gleich mit und…das Vorbild für das Küchenmädchen Daisy Mason, die der Köchin Mrs. Patmore zur Hand geht, basiert auf Emma, unserer freundlichen Auskunftgeberin von Athelhampton Hall. Und ich muss sagen, gewisse Ähnlichkeiten mit der Daisy-Darstellerin Sophie McShera sind durchaus vorhanden.

Hier ist ein Film über Athelhampton House zu sehen, der auch die schönen Gärten zeigt.

P.S. Beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, dass Athelhampton zu den „most haunted houses“ in England gehört, aber behaupten das nicht sehr viele andere alte Gemäuer auch von sich? Die Filmcrew der TV-Serie „Most Haunted“ war auch schon da wie hier zu sehen ist.

Die Great Hall. Eigenes Foto.

Die Great Hall.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Spooky? Eigenes Foto.

Spooky?
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Pyramidenförmig geschnittene Bäume im Garten. Eigenes Foto.

Pyramidenförmig geschnittene Bäume im Garten.
Eigenes Foto.

 

Ein aufsehenerregender Mordfall, der den den New Forest erschüttert hat

Eigenes Foto.

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Gestern berichtete ich in meinem Beitrag über das Rhinefield House Hotel von der idyllischen Landschaft des New Forest, in der man auf Schritt und Tritt auf wildlebende Pferde und Esel trifft. Diese Idylle wurde am 2. September diesen Jahres jäh erschüttert, als ein Mordfall die Bewohner dieses südenglisches Landstrichs aus ihrer Ruhe riss.

In der Nähe des bei Touristen wohlbekannten Ortes Beaulieu mit seinem berühmten Motor Museum, auf dem Gelände der Leygreen Farm, wurde die 47jährige Penelope Davis mit mehreren Messerstichen ermordet. Die Mutter von fünf Kindern, die bei Sainsbury’s in Blackfield arbeitete, nur wenige Kilometer von Beaulieu entfernt, fuhr nach der Arbeit zu einer Koppel, auf der ihre beiden Pferde untergebracht waren. Dort wurde sie von dem bzw. den Tätern ermordet. Wir kamen vorige Woche an dem Tatort vorbei und sahen Plakate an Bäumen und Masten mit Mrs Davis‘ Foto, auf denen Zeugen gesucht werden, die am 2. September zwischen 14 Uhr und 17 Uhr in dieser Region unterwegs waren und vielleicht Hinweise zu dem Mordfall geben können.

Mittlerweile hat die Polizei von Hampshire einen 36-jährigen Mann festgenommen, der in dringendem Tatverdacht steht. Merkwürdigerweise nahm die Polizei noch zwei weitere Männer und eine Frau fest, die aber inzwischen auf Kaution freigelassen wurden. Eine Vermutung ist, dass Penelope Davis von ihrer Arbeitsstätte aus verfolgt worden ist. Die Hampshire Constabulary hat über 200 Hinweise aus der Bevölkerung bekommen und arbeitet mit mehr als 200 Beamten mit Hochdruck an dem mysteriösen Mordfall. Die Bewohner des New Forests werden wohl erst wieder in Ruhe schlafen können, wenn der Fall endgültig aufgeklärt worden ist. Die Organisation Crimestoppers hat eine Belohnung von 5000 Pfund für die Ergreifung des Täters ausgesetzt.

Links die Leygreen Farm, gegenüber auf der anderen Straßenseite ereignete sich der Mord.    © Copyright Stuart Logan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Links die Leygreen Farm, gegenüber auf der anderen Straßenseite ereignete sich der Mord.
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Published in: on 2. Oktober 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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