Das Cat House in Henfield (West Sussex), eine mörderische Katze und ein rachsüchtiger Schreiner

The Cat House in Henfield (West Sussex). This work is released  into the public domain.

The Cat House in Henfield (West Sussex).
This work is released into the public domain.

Es war einmal ein Schreiner namens Robert Ward, der lebte im 19. Jahrhundert in einem hübschen reetgedeckten Cottage in Henfield, einem Ort in der Grafschaft West Sussex. Ward besaß Kanarienvögel, die er sehr liebte und eines Tages fand einer seiner gefiederten Lieblinge einen frühen Tod, weil die Katze seines Nachbarn, Nathaniel Woodard, ihn einfach ins Jenseits beförderte. Der Schreiner war daraufhin sehr traurig, aber auch sehr wütend auf Mr. Woodard und so sann er auf Rache. Robert Ward besorgte sich eine stattliche Anzahl von metallenen Katzenfiguren, die er rund um sein Cottage anbrachte. Diese Figuren verband er mit einem langen Strick, an dem er kleine Glöckchen anbrachte. Jedesmal wenn der Besitzer der mörderischen Katze auf dem Weg zur Kirche an dem Haus vorbeikam, zog Robert Ward an der Leine, so dass die Glöckchen und die Metallkatzen ein ziemlich lautes Spektakel verursachten, um an die schändliche Tat der Woodardschen Katze zu erinnern. Wie lange dieses Spielchen anhielt, ist nicht bekannt. Es gibt ja auch andere Wege, die zur Kirche führen, und ob wohl der Dorfschreiner nichts Besseres zu tun hatte, als ständig auf der Lauer zu liegen und nach seinem Nachbarn Ausschau zu halten?

Das mit den Metallkatzen dekorierte Haus existiert noch immer in Henfield, es liegt neben der Church Street am sogenannten Pinchnose Green. Der Name dieses Mini-Dorfangers kommt daher, dass hier früher einmal eine Gerberei betrieben wurde, die einen so penetranten Gestank verursachte, dass man sich die Nase zuhalten musste, wenn man daran vorbeiging.

Nathaniel Woodard (1811-1891), der in der Martyn Lodge in der Church Street wohnte, war übrigens Priester und Gründer der nach ihm benannten anglikanischen Woodard Schools, die es noch heute gibt und zu denen u.a. das Hurstpierpoint College, das Ardingley College und das Lancing College, in dessen Kapelle er begraben ist, zählen.

In der Upper Station Road in Henfield gibt es einen Pub namens The Cat & Canary, auf dessen Schild die beiden Tiere zu sehen sind.

Das Cat House aus einer etwas anderen Perspektive.    © Copyright Ian Cunliffe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Cat House aus einer etwas anderen Perspektive.
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Nathaniel Woodards Haus Martyn Lodge an der Church Street.    © Copyright Ian Cunliffe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nathaniel Woodards Haus Martyn Lodge an der Church Street. Eine blaue Plakette weist auf den einstigen Bewohner hin.
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Published in: on 9. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,

    das Ardingly College kenne ich aus eigener Anschauung. Mit dieser Privatschule hatten wir in den 90ern einen Schüleraustausch. Vom Gemäuer war ich damals beeindruckt, weniger aber von den Leistungen dort.

    Liebe Grüße,

    Pit

  2. […] deutlichen Sicherheitsabstand hält. Aber der Schein trügt wie die Geschichte zeigt, über die ich in meinem Blog schon einmal berichtet […]


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