Stamford (Lincolnshire) – Ein Paradies für Filmproduzenten

Die St Mary's Street in Stamford. Eigenes Foto.

Die St Mary’s Street in Stamford.
Eigenes Foto.

Über die Stadt Stamford in Lincolnshire berichtete ich schon zweimal; einmal über das empfehlenswerte George Hotel, in dem ich bei meinen beiden Besuchen übernachtete und einmal im Zusammengang mit Daniel Lambert, dem einst dicksten Mann Englands, der hier starb und auf dem Kirchhof der St Mary’s Church begraben wurde.

In Stamford findet man noch viele alte und gut erhaltene Straßenzüge, ideal für Filmproduktionen, was die Location Scouts auch bald herausbekamen. 1993 drehte man hier z.B. die BBC-Mini-Serie „Middlemarch“ nach dem gleichnamigen Buch von George Eliot aus dem Jahr 1871. In den Hauptrollen wirkten Juliet Aubrey (Inspector Barnaby-Fans erkennen in ihr sicher die Ginny Lamington aus Episode 49 „Country Matters“ wieder, die im ZDF unter dem Titel „Pikante Geheimnisse“ gezeigt wurde), Rufus Sewell und Douglas Hodge mit. Viele Änderungen musste man in den Straßen gar nicht vornehmen, damit aus Stamford die Kleinstadt Middlemarch werden konnte. Gedreht wurde am St George’s Square, am Browne’s Hospital, am Mill Lane und am Stamford Arts Centre in der St Mary’s Street, das als White Hart Hotel fungierte. Das vor den Toren Stamfords gelegene berühmte Burghley House (das einen Besuch wirklich lohnt!) mit seinem Park bietet sich geradezu an, auch hier Dreharbeiten vorzunehmen, was man für „Middlemarch“ auch tat. Wie es bei der Produktion der Mini-Serie am St Georges’s Square zuging, zeigt dieser Film. Hier ist der deutschsprachige Trailer.

Auch für die Verfilmung von Jane Austens „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) mit Keira Knightley, Carey Mulligan und Donald Sutherland wählte man zehn Jahre später wieder die Straßen Stamfords, dieses Mal fungierte die Stadt als das Dorf Meryton. Gedreht wurde am St George’s Square und in der St Mary’s Street. Hier ist der Trailer der BBC-Produktion.

In Stamford wurden zwei Männer geboren, auf die die Stadt nur zum Teil stolz sein kann. Da ist einmal Colin Dexter, einer der für mich besten englischen Krimiautoren, der den unvergesslichen Inspector Morse aus Oxford schuf. Am 29. September 1930 erblickte er das Licht der Welt hier in Lincolnshire. Das „schwarze Schaf“ Stamfords ist sicherlich John George Haigh, der am 24. Juli 1909 in der Stadt geboren wurde und der in die Annalen der englischen Kriminalgeschichte als der „Säurebadmörder“ einging. Ich berichtete über ihn in meinem Blog.

Bei den Dreharbeiten zu "Pride and Prejudice" vor dem Stanford Arts Centre.    © Copyright Nat Bocking and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bei den Dreharbeiten zu „Pride and Prejudice“ vor dem Stamford Arts Centre.
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St George's Square in Stamford.    © Copyright Dave Hitchborne and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St George’s Square in Stamford.
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Published in: on 18. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich kann Ihre Worte nur unterstützen – Stamford ist ein eigentliches Schmuckkästchen. Wir selber konnten die Stadt im Juni dieses Jahres besuchen und ich glaube gerne, dass sie für Filmaufnahmen benutzt werden kann. Selbstverständlich besichtigten wir auch Burghley House, das wirklich überwältigend ist, superlativ in jeder Beziehung. Das Abendessen hatten wir im Bull & Swan in Stamford (http://www.thebullandswan.co.uk/), wo sich angeblich auch mal Isaac Newton aufgehalten haben soll – zumindest sassen wir unter seinem Porträt! Egal – in dieser Gegend atmet einfach alles Geschichte! Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag!

    • Der Bull and Swan macht einen sehr guten Eindruck, zumindest das Gebäude. Ich hoffe, dass das Abendessen auch gut war!


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