Der River Windrush – Ein idyllischer Nebenfluss der Themse, der sich durch die Cotswolds schlängelt

Der idyllische Windrush bei Swinbrook (Oxfordshire).    © Copyright ROGELIO MONFERRAN and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der idyllische Windrush bei Swinbrook (Oxfordshire).
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Auf ihrem 346 Kilometer langen Weg von Gloucestershire in die Nordsee wird die Themse von vielen Nebenflüssen gespeist, von denen einige sehr kurz und deren Namen kaum bekannt sind; ich denke da z.B. an The Ember und The Rythe in Surrey. Einer dieser Nebenflüsse hat den schönen Namen Windrush, er ist 65 Kilometer lang und mäandriert durch einen großen Teil der Cotswolds. Ja, dieser Fluss ist nicht in der Lage, mal einige Kilometer geradeaus zu fliessen, er windet und schlängelt sich durch die Landschaft, und ich finde, er ist ein besonders schönes Exemplar der Themsezuflüsse mit einigen sehr idyllischen Passagen. Der River Windrush entspringt wie seine große Schwester in Gloucestershire. Nördlich des Dorfes Guiting Power liegt seine Quelle und von dort macht er sich auf den Weg durch eine der landschaftlich schönsten Gegenden Englands. Am bekanntesten dürfte der Windrush in dem Touristenort Bourton-on-the Water sein, der in den Ferienmonaten ziemlich überlaufen ist. Hier hat man den Fluss allerdings in ein Korsett gepresst, sozusagen eingemauert; auf mehreren steinernen Fußgängerbrücken kann man ihn überqueren. Doch sobald der Windrush  Bourton durchflossen hat, scheint er einmal tief aufzuatmen und dann nimmt er fröhlich seine mäandrierende Fortbewegungsweise wieder auf. Er bewegt sich jetzt durch Oxfordshire und stattet den Orten Burford und Witney einen Besuch ab, dann geht es auf die Zielgerade und südlich von Standlake direkt an der Newbridge, einer alten Steinbrücke aus dem 14. Jahrhundert, wird er mit offenen Armen von der Themse aufgenommen.

Angler lieben den Windrush, denn hier können sie Forellen, Barsche und Rotaugen fangen (hier ein kleiner Film). In Bourton-on-the Water wird der Fluss einmal im Jahr missbraucht, wenn in ihm ein Wasserfußballspiel ausgetragen wird, bei dem es, auch für die am Rand stehenden Zuschauer, ziemlich feucht zugeht wie dieser Film zeigt.

Was gibt es schöneres, als in einem Fluss-Pub ein Pint zu sich zu nehmen? Am Windrush haben sich einige sehr hübsche Gasthöfe niedergelassen; da ist z.B. The Fox Inn in Great Barrington (Oxfordshire), ein paar Kilometer westlich von Burford gelegen, ein altes Haus aus Cotswoldsteinen erbaut. Oder The Swan Inn in Swinbrook, ebenfalls in Oxfordshire. Dieser Gasthof gehörte der kürzlich verstorbenen Dowager Duchess of Devonshire, einer der Mitford-Schwestern, deren Vater sich hier in Swinbrook niedergelassen hatte und wo seine Töchter aufgewachsen sind. Am Ende seiner Reise wird der River Windrush von zwei Pubs verabschiedet, die jeweils auf einer Seite der Newbridge am Zusammenfluss mit der Themse stehen. Da ist einmal The Rose Revived (was für ein schöner Name für einen Pub) auf der Nordseite der Themse und The Maybush auf der Südseite, der so weit ich weiß, zurzeit geschlossen ist.

Dass der gemächliche Windrush auch anders kann, zeigte er im Jahr 2007, als er Teile der Innenstadt von Witney überschwemmte, aber ich habe den Eindruck, dass ihm das ziemlich peinlich war; irgendwohin musste er ja schließlich mit dem vielen Wasser und da traf es eben Witney… Hier der Windrush außer Rand und Band.

Der Windrush in Bourton-on-the-Water.    © Copyright E Gammie and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Windrush in Bourton-on-the-Water.
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Die Newbridge; hier fließen die Themse und der Windrush zusammen. Author: Bencherlite. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die Newbridge; hier fließen die Themse und der Windrush zusammen.
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Published in: on 11. November 2014 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das ist aber wirklich ein sehr hübscher Flussname!🙂

  2. Hallo Ingo,
    es ist wirklich eine ganz wunderbare Gegend da in den Cotswolds, und den Windrush haben wir sehr gemocht. Wir haben uns sogar tatsächlich – als wir an Umzug dachten – mit dem Gedanken an die Cotswolds gespielt und uns im Internet umgeschaut, was da zu haben ist. Aber die Preise waren da außerhalb unserer Reichweite, um es einmal so zu formulieren. Das war der Hauptgrund – neben dem, dass das natürlich auch nun doch zu weit von Mary’s Heimat entfernt war.
    Liebe Grüße, nun wieder aus einem – ziemlich kalten – südlichen Texas,
    Pit

    • Hallo Pit,
      schön, dass Du wieder sicher in Texas angekommen bist!
      Ja, die Cotswolds sind sehr teuer geworden. Viele Prominente und Reiche haben sich dort angesiedelt und die Preise verdorben. Wenn man in England noch halbwegs bezahlbare Häuser kaufen möchte, muss man am besten in den Norden von Northumberland gehen, dort, wo eigentlich keiner hin will.
      Viele Grüße!
      Ingo


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