The Apostrophe Protection Society – Die Gesellschaft macht sich stark für die richtige Verwendung eines malträtierten Satzzeichens

Irgendwie tut mir das Apostroph leid; erst wurde es massenhaft da eingesetzt, wo es überhaupt nicht hingehört und jetzt gibt es sogar schon Bestrebungen es abzuschaffen. Sowohl in Deutschland als auch in England findet es haarsträubende Verwendungen, so fand ich Zeitungsannoncen, in denen „Bikini’s“ angeboten wurden und auf einem Hinweisschild las ich, dass es hier zu einem „Bauer’n-Hof“ ging. Vom gleichen Kaliber ist das Beispiel mit den „Taxi’s“ in Leeds wie auf dem Bild oben zu sehen. In einigen Teilen Englands sollte es dem Apostroph wiederum an den Kragen gehen, nicht etwa, dass man dem Wildwuchs ein Ende bereiten wollte, nein, man wollte es komplett verbannen, zumindest von den Straßenschildern. In Mid-Devon, Birmingham und sogar in der Universitätsstadt Cambridge (hier ein Film) war das der Fall.

Auftritt: John Richards. Dieser Mann aus Boston in Lincolnshire hat das Apostroph in sein Herz geschlossen und kämpft sowohl für seinen Erhalt als auch gegen die falsche Verwendung; ein Kampf gegen Windmühlenflügel wie ich meine. Richards hat im Jahr 2001 die Apostrophe Protection Society gegründet mit dem Ziel „preserving the correct use of this currently much abused punctuation mark in all forms of text written in the English language„.
Der Journalist hat jahrelange Erfahrung mit Rechtschreibung und Grammatik, denn seine Aufgabe war es bis zu seiner Pensionierung, die Artikel seiner Kollegen gegenzulesen und zu korrigieren; und da war er allerhand gewohnt.

Bei der Gründung seiner Gesellschaft hoffte er auf eine Handvoll Mitglieder und Mitstreiter, dann war er aber doch überrascht, dass es so viele Gleichgesinnte in der ganzen Welt gab, die sich ihm anschlossen. Nach dem Motto „Das kleine Apostroph verdient unseren Schutz. Es ist vom Aussterben bedroht“ steht John Richards überall in England auf der Matte, wo das Satzzeichen vernichtet werden soll oder wo es zu sehr ins Kraut geschossen ist.

Wer sich ihm anschließen möchte, hier ist seine Adresse:
The Chairman
The Apostrophe Protection Society
23 Vauxhall Road
Boston, Lincolnshire PE21 OJB

Ein T-Shirt mit einem großen Apostroph und dem Namen der Gesellschaft gibt es z.B. bei Amazon zu kaufen. Auch ein Lied mit dem Titel „The Apostrophe Song“ wurde schon geschrieben (hier zu hören).

Published in: on 13. November 2014 at 02:00  Comments (7)  
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7 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Sie haben vorgestern einen Artikel in sehr poetischer Sprache über den Windrush River geschrieben und heute setzen Sie mit einem interessanten Ausflug zu den allgemeinen Sprachverirrungen der englischen (und der deutschen) Sprache noch ein’s (Entschuldigung: eins) oben drauf – man merkt eben, dass Sie ein zielsicherer Mensch des Wortes und der Schrift sind!
    Wieder mal ein herzliches Dankeschön für diesen wunderbaren Blog und seinen täglichen Bereicherungen meiner Lesefreuden!

  2. Lieber Herr Ingo, Sie sprechen mir mit diesem Beitrag aus tiefstem Herzen. Durch meine langjährige Tätigkeit in einem wissenschaftlichen Verlag weiß ich, wovon die Rede ist beim grauenhaften Umgang mit der Sprache und ihren Eigenheiten. Genau diese Apostroph-Unart nervt auch mich schon lange. Doch leider verbreiten sich solche Dinge wie ein Lauffeuer. Das Unvermögen, mit der Sprache richtig umzugehen besteht sicher auch darin, dass viele Menschen keine Bücher mehr lesen, sondern nur noch auf diese Mini-, Midi- und Maxi-Bildschirme „glotzen“ und von ihrer Umwelt nichts anderes mehr wahrnehmen. Ein weiteres Beispiel ist die sprachliche Unart, die mich immer häufiger auf die Palme bringt: Wenn ich mich bei jemandem für etwas bedanke, so bekomme ich nur noch die Antwort „gerne“. Da frage ich „gerne was?“. Vor nicht allzu langer Zeit antwortete man noch „gerne geschehen“, „Das habe ich gerne gemacht“.

    Wir pflegen auch unsere (Mutter)-Sprache bzw. unseren Dialekt nicht mehr. Dafür benötigen wir unbedingt selbst im Alltag die Bezeichnung wie „Sale“ für den Ausverkauf von Waren. Ich hörte mal eine Dame im Kaufhaus eine Verkäuferin fragen, wo sich denn die Kleider-Marke „Sale“ befände.

    Seit Sie übrigens über die Village signs berichten, bin ich eine große Anhängerin jener herrlichen Kunstwerke geworden. Bei unserer diesjährigen Reise durch England haben wir viele davon bewundern und auch einige fotografieren können.

    Ich danke Ihnen sehr, dass Sie immer wieder mit gehörigem Humor, viel Witz und Wissen Ihren Blog täglich zu meiner Lektüre gemacht haben. Der Beitrag zum idyllischen River Windrush war ein Seelenstreichler für meine Augen. Wie ausdrucksvoll und feinsinnig Sie formulieren, genieße ich gerne und möchte Sie beflügeln, dies weiterhin zu tun.

    Viele Grüße von Ursula

    • Ganz herzlichen Dank für diesen ausführlichen Kommentar und die lobenden Worte, über die ich mich natürlich sehr gefreut habe!!!
      Viele Grüße in die Schweiz!
      Ingo

  3. Oh Gott, sowas wie „Bikini’s“ hab ich ja auch schon oft gesehen, aber „Bauer’n-Hof“ setzt dem ganzen wirklich die Krone auf!

  4. Danke fuer den erhellenden artikel…im englischen wird hauptsaechlich in australien dieses zeichen regelrecht vergewaltigt um nicht nur plurale sondern auch unter anderem – andere dinge ‚anzupreisen‘. nur ein kleines beispiel- beer’s wine’s und sogar holiday’s and apple’s without sugar’s …🙂. Die regeln sind nicht einfach aber lernbar, im deutschen wie auch im englischen… Schauen wir also mal wieder in die entsprechenden buecher…
    Natuerlich ist meine kleinschreibung genauso ‚unangebracht‘ wie falsche ‚ – faulheit, reine faulheit🙂 und nicht missachtung der grammatik…

    • Herzlichen Dank für den Kommentar!! Das Thema „Apostroph“ scheint ja doch viele zu bewegen, denn ich habe überdurchschnittlich viele Zugriffe auf meinem Blog gehabt.


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