Die britische Beerdigungskultur – Einige Anmerkungen

Im September diesen Jahres fand in Bournville, südlich von Birmingham, die Ideal Death Show statt, ein Treffen von Leuten, die im britischen Bestattungsgewerbe tätig sind und wo man sich z.B. über aktuelle Entwicklungen im Sargbau informieren konnte. Anlässlich dieser Show wurden einige Auszeichnungen und Preise, die Good Funeral Awards,  vergeben, von denen ich einige hier vorstellen möchte.

Etwas makaber fand ich die Funeral Cake Competition, bei der es darum ging, die schönste Modetorte mit entsprechenden Motiven zu gestalten. Siegerin in dieser Kategorie war Natalie Buckingham von der Firma Buckingham Cake Palace aus Birmingham mit diesem Exemplar.

Funeral Director of the Year 2014 wurde Sarah Clarke von der in Brighton ansässigen Bestattungsfirma ARKA Original Funerals, ein reines Damenunternehmen.

In der Kategorie „Most Promising Funeral Director of the Year 2014“ wurden wieder zwei Damen ausgezeichnet, nämlich Lesley Wallace und Sarah Stuart von Wallace Stuart Independent Lady Funeral Directors aus North Petherton bei Bridgwater in Somerset.

Den Preis für „Best Alternative Hearse“ erhielt eine Firma aus Hartshill im Norden Warwickshires namens Volkswagen Funerals, die als Leichenwagen umgebaute alte VW Camper-Vans für Beerdigungen zur Verfügung stellt.

Gravedigger of the Year“ wurde in diesem Jahr Johnny Yaxley vom Henley Woodland Burial Ground in Henley-on-Thames in Oxfordshire.

Der beste Sarghersteller wird jedes Jahr in der Kategorie „Eternal Slumber Coffin Supplier of the Year“ ermittelt. 2014 erhielt Roger Fowle diese Auszeichnung, der sich in Fowlmere in Hertfordshire auf die Herstellung von umweltfreundlichen Weidensärgen spezialisiert hat.

Alle möglichen und unmöglichen Dinge mit Blumen stellt die Firma Stems UK aus London an, die für ihre „funeral arrangements“ mit dem „Blossom d’Amour Award for Funeral Floristry“ ausgezeichnet wurde.

Der empfehlenswerteste Friedhof des Jahres 2014 schließlich ist Clandon Wood Natural Burial Reserve in West Clandon in Surrey (hier ist ein kurzer Film).

Die Gewinner der Preise erhielten in diesem Jahr eine Statue des ägyptischen Gottes Anubis, dem Gott der Totenriten. Während der Dauer der Ideal Death Show öffneten Death Cafés ihre Pforten mit „opportunities to discuss the grim reaper over tea and cake“.

So wie es in Großbritannien Good Pub Guides gibt, so gibt es auch einen Good Funeral Guide, in dem man über alles informiert wird, was man über Beerdigungen wissen muss.

Bei der Deathshow in Bournville ging es beileibe nicht traurig zu, der britische schwarze Humor war auch hier überall vertreten wie der Film „Putting Fun into the Funeral“ zeigt“ (ein nettes Wortspiel). Was ich ganz erstaunlich finde, ist, dass so viele Frauen in England im Bestattungsgewerbe tätig sind.

Published in: on 23. November 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

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