Kein Weihnachtsfest in England ohne Christmas Cracker

This work is released into the public domain.

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Christmas Cracker gehören zu einem englischen Weihnachtsfest wie die Papierkrone und der Christmas Pudding. Man zieht an beiden Enden, es macht „Puff“ und heraus kommt irgendeine kleine Überraschung, die erwähnte Papierkrone, ein Zettel mit einem Witz („Who is Santa Claus married to? Mary Christmas!“) oder was den Herstellern der Knallbonbons sonst noch eingefallen ist. Eine Packung mit 6 Cracker kostet z.B. bei Hallmark £8.95; nach oben sind preislich keine Grenzen gesetzt. Bei Fortnum & Mason fand ich z.B. eine Luxusedition für £1000 („The King of Crackers“). In diesen speziellen Knallbonbons verstecken sich u.a. Kaschmirhandschuhe und eine silberne Krawattennadel.

Wie kam es nun überhaupt dazu, dass Christmas Cracker die festlich gedeckten englischen Esstische verzieren?
Das deutsche Wort „Knallbonbon“ führt auf die Spur der Entstehung, denn der „Vater der Christmas Cracker“, der Londoner Tom Smith, hatte 1840 bei einem Besuch in Paris Bon Bons entdeckt, in Papier eingewickelte Zuckermandeln, deren beide Enden verdreht waren. Tom Smith, der in der Londoner Goswell Road eine Konditorei und  einen Süßwarenladen besaß, übernahm die Idee und stellte diese Bonbons selbst her, die sich zur Weihnachtszeit gut verkauften. Irgendwie war er damit aber noch nicht zufrieden, und so entwickelte er die französische Erfindung weiter, indem er zuerst ein Papier mit einem kleinen Spruch darauf hinzufügte und schließlich auf die Idee mit dem „crackling sound“ kam, als er einmal einen Holzscheit auf sein Kaminfeuer warf. Smith experimentierte so lange mit Zündstreifen, die beim Aufreißen des Papiers einen Knall erzeugen, bis er zufrieden war und so entstand der Christmas Cracker.

Die Erfindung schlug sofort ein und die Nachfrage war so groß, dass Tom Smith seine Firma in größere Räumlichkeiten verlegen musste, die er am Finsbury Square in der City of London fand. Nach seinem Tod übernahmen seine Söhne die Crackerherstellung, die sie immer weiter verfeinerten, indem ständig neue Überraschungsinhalte in die Knallbonbons wanderten. Dort am Finsbury Square kann man noch heute einen Brunnen bewundern, den Tom Smiths Söhne Thomas und Walter in Gedenken an ihre Mutter Martha Smith errichten ließen.

1953 vereinigte sich die Firma Tom Smith mit Caley Crackers und zog von London nach Norwich in Norfolk. Heute gibt es nur noch den Markennamen Tom Smith; die Produkte werden von der Firma International Greetings PLC hergestellt und vertrieben.

Wie man einen Christmas Cracker auf einfache Weise selbst herstellt, zeigt dieser Film.

Nach dem Guinness Book of Records bestand die längste „Christmas Cracker Pulling Chain“ aus 749 Menschen, die den Rekord am 11. Dezember 2013 in Birmingham aufstellten (wenn er nicht mittlerweile gebrochen worden ist). Der längste Cracker, ebenfalls laut Guinness, wurde am 20. Dezember 2001 in Chesham in Buckinghamshire hergestellt. Er war 63,1 Meter lang und hatte einen Durchmesser von 4 Metern.

Die professionelle Herstellung von Knallbonbons zeigt dieser Film am Beispiel der Firma Celebration Crackers in Dorset.

Das Buch zum Artikel:
Peter Kimpton: Christmas Crackers – An Illustrated History. The History Press 2004. 160 Seiten. ISBN 978-0752431642.

Der Brunnen am Londoner Finsbury Square.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Brunnen am Londoner Finsbury Square.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
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Published in: on 12. Dezember 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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