West Wycombe Park (Buckinghamshire) Teil 1 – The Temple of Music

The Temple of Music. Author: John Griffiths. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

The Temple of Music.
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Francis Dashwood, 15. Baron le Despencer (1708-1781) war eine der schillerndsten Figuren im England des 18. Jahrhunderts. Der Politiker ist heute vor allem noch als Gründer des exzentrischen Hellfire Clubs in Erinnerung geblieben, den er 1740 gründete. In dem Club trafen sich vornehmlich Mitglieder der höheren Gesellschaftsschichten, um dort ihren „Ausschweifungen nachzugehen“.

Dashwood hatte seinen Wohnsitz im West Wycombe Park in Buckinghamshire, einem beeindruckenden Haus, das von palladianischen und neoklassizistischen Baustilen geprägt ist. Seit 1943 befindet sich West Wycombe Park in den Händen des National Trusts. Nicht nur das Haus, auch der Park ist sehenswert mit seinen vielen kleinen Tempeln, die über das Anwesen verstreut sind.
Neben dem Tempel der Venus und dem Tempel des Apollo sticht dabei vor allem The Temple of Music hervor, der auf einer Mini-Insel in einem künstlich angelegten See liegt, der in Form eines Schwans gestaltet ist. Gebaut wurde der Tempel von dem Architekten (und Hellfire-Club-Mitglied) Nicholas Revett zwischen 1778 und 1780, einem Verfechter des Greek Revival-Stils. Den Temple of Music kann man nur mit dem Boot erreichen und so bot sich das Gebäude natürlich für private Feste an, bei denen man unter sich bleiben wollte…

Theater- und Musikaufführungen fanden hier auch einmal statt, die Überreste einer Bühne sind noch zu erkennen. Vorbild für den Temple of Music war der römische Tempel der Vesta auf dem Forum Romanum, in dem die Vestalinnen, zur Jungfräulichkeit verpflichtete Priesterinnen, ein heiliges Feuer bewachten.

Der Film „The Music Lovers“ (1970; dt. „Tschaikowsky – Genie und Wahnsinn“) wurde auf dem Gelände des West Wycombe Parks gedreht und einige Szenen zeigen auch den Temple of Music. Sehr passend zu dem schwanenförmig angelegten See ist, dass Tschaikovskys „Schwanensee“ auf dem Rasen vor West Wycombe House aufgeführt wird. Hier sind einige Ausschnitte aus dem Film.

Es ist noch gar nicht so lange her, da fanden Dreharbeiten für einige Szenen der ITV-Serie „Downton Abbey“ hier in West Wycombe statt. Das Haus dient in den Filmen als Lady Rosamunds Londoner Wohnsitz am Belgrave Square.

Über die nahegelegene Kirche St Lawrence, die für Sir Francis Dashwood auch eine Rolle spielte, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben.

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Nicholas Revett, der Erbauer des Musiktempels. his image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo,
    ich bin total fasziniert von diesem umfangreichen und informativen Blog. All die Berichte, Bilder, Tipps etc. sind wirklich toll gemacht! Ich komme aus dem Scrollen gar nicht mehr raus…
    Aber was mich sehr interessieren würde und was ich bisher bei meinen Forschungen über England nicht heraus gefunden habe – woher stammen die Namen der Herrenhäuser? Manche heißen wie ihre Besitzer, andere nicht. Manche enden mit „Place“, andere mit „Hall“ usw. Es wäre toll hier in dem Blog auch etwas darüber lesen zu können.🙂
    Viele Grüße

    • Hallo Simone!
      Herzlichen Dank für Deinen Kommentar!! Deine Frage kann man sicher nicht so pauschal beantworten, weil das bei jedem Herrenhaus anders ist. Mal wird es nach dem Ort benannt, in dem es liegt (Penshurst Place, Waddesdon Manor), mal nach dem Adelsgeschlecht (Burghley House, Greystoke Castle) oder nach einer Schlacht (Blenheim Palace). Die Zusätze „Hall“, „Place“ oder „Manor“ unterscheiden sich da nicht besonders voneinander.
      Viele Grüße!
      Ingo


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