Barnes Wallis, Effingham in Surrey und die Rollbomben

Denkmal für Barnes Wallis in Herne Bay (Kent).   © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Barnes Wallis (1887-1979) war ein Tüftler, der 49 Jahre seines Lebens in Effingham in Surrey verbrachte und dort auch auf die Idee der sogenannten „bouncing bombs“ oder Rollbomben kam. Im Garten seines Hauses, White Hill House, und im Dorfteich führte er die ersten Experimente mit dieser neuen Art von Bomben durch, die von einem niedrig fliegenden Flugzeug über Wasser abgeworfen werden und die dann wie hüpfende Steine auf der Wasseroberfläche springen bis sie auf ein Hindernis stoßen und dann explodieren. Richtige Tests wurden bei Abbotsbury am Chesil Beach und an der Nordküste von Kent ausgeführt. Genau solche Bomben benötigte die Royal Air Force, um Angriffe auf deutsche Talsperren zu fliegen. Im Mai 1943 machte sich die 617. Staffel der RAF auf den Weg nach Deutschland, mit den Wallisschen Rollbomben an Bord, um die Staumauern der Möhne-, Eder- und Sorpetalsperren in die Luft zu jagen, was den „Dambusters„, wie die Staffel genannt wurde, auch gelang. Die Bomben überwanden durch ihre Hüpftechnik die vor den Mauern aufgespannten Torpedofangnetze, knallten gegen die Staumauern, sanken ins Wasser und explodierten, mit verheerender Wirkung.

Funktionsweise der "bouncing bomb". Author: Dake. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Funktionsweise der „bouncing bomb“.
Author: Dake.
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Barnes Wallis war aber nicht nur der Vater der „bouncing bombs“, er war schon in jungen Jahren bei der britischen Rüstungsfirma Vickers tätig und konstruierte dort Luftschiffe. Nachdem der Luftschiffbau durch mehrere schwere Unfälle zum Stillstand gekommen war, wandte sich Wallis der Konstruktion von Bombenflugzeugen zu und entwarf u.a. die Vickers Wellington-, Vickers Windsor- und Vickers Wellesley-Bomber.

1955 drehte der Regisseur Michael Anderson einen Film über die Angriffe auf die Talsperren, der den Titel „The Dam Busters“ trug und in Deutschland als „Mai 1943 – Die Zerstörung der Talsperren“ gezeigt wurde (hier ein Ausschnitt).

Barnes Wallis wurde nach seinem Tod im Jahr 1979 auch in seinem Lieblingsort Effingham beerdigt, auf dem Kirchhof von St Lawrence. Hier sind einige Bilder von seinem Wohnhaus White Hill House und von seiner letzten Ruhestätte.

Heute beschäftigt sich der Barnes Wallis Memorial Trust mit dem findigen Konstrukteur, mit dem Ziel „to inspire, to inform, and to educate a wide audience across fields that Sir Barnes Wallis had embodied through his work, or were otherwise dear to him“.

Das Buch zum Artikel:
Peter Pugh: Barnes Wallis – Dambuster. Icon Books 2005. 304 Seiten. ISBN 978-1840466850.

Eine "bouncing bomb". This work is released into the public domain.

Eine „bouncing bomb“.
This work is released into the public domain.

Das Grab von Barnes Wallis auf dem Friedhof von St James in Effingham (Surrey). Author: Deeday-UK. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Grab von Barnes Wallis auf dem Friedhof von St Lawrence in Effingham (Surrey).
Author: Deeday-UK.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

Published in: on 28. Dezember 2014 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Der letzte noch lebende britische „dambuster“ ist George „Johnny“ Johnson (*1921). Sein Leben und seine „Heldentaten“ werden im eben erschienenen Buch „The Last British Dambuster: One man’s extraordinary life and the raid that changed history“ beschrieben.

  2. […] Flugzeugabstürzen; auch eine jener Dambuster-Bomben, die Barnes Wallis entwickelt hatte (s. dazu meinen Blogeintrag), ist hier […]


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