Die „Drillings-Kirchen“ von Reepham in Norfolk

Das Village Sign von Reepham, das die drei Kirchen zeigt.    © Copyright Evelyn Simak and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Village Sign von Reepham, das die drei Kirchen zeigt.
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Norfolk ist ein Dorado für Kirchenliebhaber. In keiner anderen englischen Grafschaft gibt es so viele mittelalterliche Kirchen wie hier in East Anglia.
In einem Ort ballten sich einmal drei Kirchen auf engstem Raum zusammen, in Reepham in der Mitte der Grafschaft, an der B1145 gelegen. Die Gemeinden von Reepham, Whitwell und Hackford wollten sich nicht eine Kirche teilen, sondern bestanden darauf, jeweils in einer eigenen Gott zu huldigen. Das ist allerdings schon sehr lange her; heute würde bei weitem nicht mehr so viel Geld zur Verfügung stehen, um drei Kirchen nebeneinander zu bauen, die dann wohl auch alle an Sonn- und Feiertagen mehr oder weniger leer stünden. Das Village Sign von Reepham erinnert an die Zeit, als die drei noch friedlich zusammen standen.

Die Kirche All Saints, das Gotteshaus von Hackford, brannte schon sehr früh im Jahr 1543 ab; heute ist nur noch ein Mauerfragment davon zu sehen.
Da waren es nur noch zwei: St Mary’s und St Michael’s, wie siamesische Zwillinge durch die Sakristei miteinander verbunden, und die beiden Kirchen stehen heute noch und werden auch benutzt.

St Mary’s wurde im 19. Jahrhundert in weiten Teilen restauriert, wobei der mittelalterliche Charakter auf der Strecke blieb; im viktorianischen Zeitalter hatte man oft nicht den Nerv, den Originalzustand zu erhalten.

St Michael’s wird seit über 30 Jahren kaum mehr in seiner ursprünglichen Funktion genutzt; dafür dient die Kirche seit dem Umbau im Jahr 2010 als Gemeidezentrum, wo sich z.B. das örtliche Women’s Institute oder die Reepham Society regelmäßig treffen. Wenn man in Reepham die Glocken hört, sind das in der Regel die von St Michael’s, denn dort hängen acht Stück im Turm, während St Mary’s nur über zwei verfügt.

St Mary's im Vordergrund, St Michael's im Hintergrund.    © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s im Vordergrund, St Michael’s im Hintergrund.
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Die Überreste von All Saints.    © Copyright Stephen Craven and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Überreste von All Saints.
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Der Innenraum von St Mary's.    © Copyright Evelyn Simak and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Innenraum von St Mary’s.
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Das Innere von St Michael's nach dem Umbau.    © Copyright Stephen Craven and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Innere von St Michael’s nach dem Umbau.
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Published in: on 6. Januar 2015 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Dieser Beitrag mit jenen wunderschönen kleinen Norfolk-Kirchen und dieses hübsche village sign sind für mich der Aufsteller des Tages. Die „Insulaner“ haben einfach Stil. Durch Ihren Blog entstand bei mir eine große Begeisterung für jene künstlerisch wertvollen Ortstafeln. Wo es bei unserer letzten England-Reise für einen Autostopp möglich war, musste ich unbedingt fotografisch welche mit nach Hause nehmen.

    Was mich immer wieder erstaunt, ist der parallel stattfindende weltliche Umgang mit noch als Kirchen funktionierenden Gotteshäusern. Das erste Mal faszinierte mich dies in London in St Martin-in-the-Fields, in dessen riesigem Krypta-Café man bei gelegentlicher Live-Jazz-Musik günstig speisen kann.

    Und wenn dann noch in diesen Norfolk-Kirchen das Bellringing ertönt, ist die Harmonie perfekt. Vielen Dank für den heutigen Seelenstreichler, der vom gedanklichen Motiv her auch zum aktuellen Drei-Königs-Tag passt!

    • Vielen Dank für den netten Kommentar!!


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