Allan „The Singing Postman“ Smethurst – Der singende Briefträger aus Norfolk

Hier in Grimsby verbrachte The Singing Postman die letzten 20 Jahre seines Lebens. Author: Steve Parrott. Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported.

Hier im Brighowgate Hostel der Heilsarmee in Grimsby verbrachte The Singing Postman die letzten 20 Jahre seines Lebens.
Author: Steve Parrott.
Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported.

Man mag es kaum glauben, Allan Smethurst, der unscheinbare sympathische Briefträger aus Norfolk, nahm in den 1960er Jahren Schallplatten auf, von denen eine sogar, zwar nur für kurze Zeit, die Beatles in den Hitparaden Englands hinter sich ließ.

Geboren wurde The Singing Postman 1927 in Lancashire, wuchs aber in Sheringham in Norfolk auf. Auf seinen täglichen Runden als Briefträger summte und sang Smethurst gern, und eines Tages fasste er sich ein Herz und schickte eine Demoaufnahme an die BBC nach Norwich. Dort war man an den Sangeskünsten des Mannes mit dem Norfolk-Dialekt  interessiert und produzierte einige seiner von ihm selbst geschriebenen Lieder.
Ralph Tuck, der für die BBC in Norfolk tätig war, nahm Smethurst unter seine Fittiche und brachte eine EP mit vier seiner Songs heraus. EPs waren damals erweiterte Singles mit jeweils zwei Songs pro Schallplattenseite. Erstaunlicherweise fand diese EP reißenden Absatz und lief viel besser als man vermutet hatte; die Karriere des Singing Postman begann. In East Anglia verkaufte sich dieser Smethurst-Erstling zeitweise sogar besser als die Beatles-Platten.

Allan Smethurst beschäftigte sich in seinen Songs oft mit seiner Heimat-Grafschaft Norfolk; da gab es Titel die „A Miss from Diss„, „Wroxham Broad“, „Runton Man“, „Norwich is a fine city“ oder „The old North Walsham Line“ hießen.
Seinen größten Erfolg feierte er aber 1966 mit „Hev yew gotta loight, boy„, was soviel wie „Haste mal Feuer, Junge“ bedeutet. Dieser Song brachte ihm sogar in diesem Jahr den Ivor Novello Novelty Song Award ein. Der singende Briefträger war einige Male in der legendären Hitparadenshow „Top of the Pops“ zu Gast, aber so richtig wohl fühlte er sich dort eigentlich nicht, wenn er neben den Rolling Stones in seiner altmodischen Postuniform auftrat und kam sich eher wie ein Fremdkörper vor. Außerdem litt er sehr an Lampenfieber.

Mit seiner Karriere als Popstar war es denn auch bald wieder vorbei, als er gesundheitliche Problem bekam, dem Alkohol verfiel und seine finanziellen Reserven aufgebraucht waren. 1980 zog er sich in das Brighowgate Hostel der Heilsarmee in Grimsby (Lincolnshire) zurück, wo er am 24. Dezember 2000 an den Folgen eines Sturzes starb.

Seine Schallplatten sind heute im Handel nicht mehr lieferbar, aber hin und wieder bekommt man sie noch gebraucht angeboten wie z.B. seine erste EP „First Delivery„; auf der Plattenhülle sieht man Smethurst in Uniform auf seinem Post-Fahrrad eine Straße in einem idyllischen Dorf in Norfolk hinunterradeln.

Heute ist der Singing Postman den meisten Menschen kein Begriff mehr; in Blakeney an der Nordküste Norfolks wird seiner aber alljährlich im Harbour Room gedacht, wenn es dort zu seinen Ehren eine Tribute Night gibt, zuletzt am 17. November durchgeführt.

Dieser sehenswerte Film des East Anglian Film Archives zeigt Smethurst mit einigen seiner Songs.

Das Buch zum Artikel:
Keith Skipper: Hev Yew Gotta Loight, Boy – The Life and Lyrics Allan Smethurst „The Singing Postman“. Countryside Books 2001. 96 Seiten. ISBN 978-1853067143.

Published in: on 13. Januar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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  1. […] einiger Zeit schrieb ich in meinem Blog über Alan Smethurst, den Singing Postman aus Norfolk, der mit einer seiner Platten sogar den Beatles in den Hitparaden Englands Konkurrenz […]


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