Englische Exzentriker – John „Scheming Jack“ Gainsborough

In diesem Haus in Sudbury (Suffolk) wuchsen der berühmte Maler Thomas Gainsborough und sein weniger berühmte Bruder John auf.    © Copyright Roger Cornfoot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In diesem Haus in Sudbury (Suffolk) wuchsen der berühmte Maler Thomas Gainsborough und sein weniger berühmter Bruder John auf.
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Thomas Gainsborough gilt als einer der bedeutendsten Maler Großbritanniens des 18. Jahrhunderts. Er und seine zahlreichen Brüder wuchsen in Sudbury auf, einer Kleinstadt in der Grafschaft Suffolk. Einer dieser Brüder, der nach seinem Vater John getauft wurde, versuchte ähnlich erfolgreich zu sein wie sein kleiner Bruder Thomas, allerdings auf einem ganz anderen Gebiet. John verfügte über eine blühende Fantasie und wollte die in seine vielen Erfindungen einfließen lassen, was ihm leider gründlich misslang.

Leider brachte er seine Erfindungen selten zum Abschluss, weil er schon wieder neue Ideen hatte, die ihn mehr faszinierten. Seine „Karriere“ als Erfinder begann mit einer Art Flugmaschine mit metallenen Flügeln. Mit Hilfe dieser Konstruktion sprang er vom Dach eines Hauses und plumpste sofort im „Steilflug“ kerzengerade hinunter, zur Belustigung der Zuschauer, die sich eingefunden hatten, um dem Schauspiel zuzusehen. Von da an nannte man ihn ironisch „The Sudbury Daedalus„.

Als John sah, dass Flugmaschinen nicht so ganz sein Ding waren, machte er sich an die Umsetzung anderer sinnvoller Ideen und entwickelte einen mechanischen singenden Kuckuck. Die Nachfrage nach einer solchen Apparatur war offensichtlich in Sudbury und Umgebung recht gering und so probierte „Scheeming Jack“ etwas anderes aus, eine Wiege, die sich von selbst hin und her bewegte und die genervten Eltern die lästige Arbeit des Kinderschaukelns abnehmen sollte. Auch das erwies sich nicht als der große Durchbruch.

Schon früh entwickelte John Gainsborough eine Affinität zu Uhren und so machte er eine Uhrmacherwerkstatt auf, die ebenfalls unter keinem glücklichen Stern stand, denn er missbrauchte das Vertrauen, das seine Kunden in ihn setzten, indem er deren Uhren weiterverkaufte und ähnliche krumme Dinge tat. Ständig lieh er sich Geld, um seine Erfindungen zu finanzieren und hatte Mühe, diese Anleihen wieder zurückzuzahlen.

Einmal malte er im Auftrag eines Pubbesitzers ein Schild; da dieser ihm dafür aber nur wenig Geld geben wollte, rächte er sich, indem er den gewünschten Bullen in einer Farbe malte, die beim ersten Regen sofort abgewaschen wurde und vom Bullen nichts mehr zu sehen war.

Schon als Jugendlicher war John Gainsborough durch eine abstruse Idee aufgefallen. Er hatte sich die Mühe gemacht, an einem Apfelbaum jeden einzelnen Apfel mit Teig zu umwickeln und diese, wohlgemerkt noch am Ast hängenden Äpfel in einem Topf Wasser, das er mit einem Rechaud erhitzte, zu kochen. Als sein Werk vollbracht war, holte er seinen Nachbarn, Colonel Addison, und zeigte ihm stolz seinen Apfelteigtaschenbaum.

Da sich Gainsborough mit Uhren gut auskannte, hatte er eine Uhr entwickelt, die (angeblich) auch auf hoher See die Zeit präzise anzeigte, ein Thema mit dem sich sein Kollege, der berühmte Uhrmacher John Harrison, beschäftigte. Angeblich wollte Scheeming Jack seine Erfindung auf einer Reise nach Ostindien ausprobieren, aber dazu kam es nicht mehr, da das verkannte Genie aus Sudbury vorher starb.

Das Haus der Familie Gainsborough in Sudbury liegt an der Gainsborough Street (die Nummer 46) und beherbergt ein dem Maler gewidmetes Museum. Scheeming Jack wohnte ein paar Schritte entfernt, von seinem Elternhaus nur durch The Black Horse Inn getrennt.

Published in: on 21. Januar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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