The Poem Tree auf den Wittenham Clumps bei Dorchester-on-Thames (Oxfordshire)

Der Poem Tree, als er noch stand.    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Poem Tree, als er noch stand.
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Nach dem gestrigen Besuch beim English Music Festival in Dorchester-on-Thames in Oxfordshire, bleiben wir heute noch einmal in der Gegend. Die Wittenham Clumps sind zwei Hügel im Tal der Themse, die aus dem Castle Hill und dem Round Hill bestehen, und in etwa zwischen Dorchester und Didcot bei Little Wittenham liegen.

Auf dem Castle Hill stand bis zum Juli 2012 ein berühmter Baum, der es in die Top 50-Liste der Great British Trees geschafft hatte, der Poem Tree. Er wurde so genannt, da in ihn ein Gedicht eingeritzt war, das ein gewisser Joseph Tubb in den 1840er Jahren geschrieben hatte. Man muss den Namen Joseph Tubb nicht kennen, denn er war kein professioneller Dichter, sondern ein Mälzer aus Warborough in Oxfordshire, ein Ort, über den ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe. Er wohnte dort im Lavender Cottage am großen Village Green, auf dem heute Cricketspiele ausgetragen werden.

Das Gedicht in der Rinde des Poem Trees, einer über 300 Jahre alten Buche, war im Laufe der Jahrzehnte ziemlich unleserlich geworden; der Baum starb in den 1990er Jahren ab und kippte dann 2012 um. Das 20-zeilige Gedicht beschreibt den Blick vom Castle Hill auf die darunter liegende geschichtsträchtige Landschaft:

As up the hill with labr’ing steps we tread
Where the twin Clumps their sheltering branches spread
The summit gain’d at ease reclining lay
And all around the wide spread scene survey
Point out each object and instructive tell
The various changes that the land befell
Where the low bank the country wide surrounds
That ancient earthwork form’d old Mercia’s bounds
In misty distance see the barrow heave
There lies forgotten lonely Cwichelm’s grave.

Around this hill the ruthless Danes intrenched
And these fair plains with gory slaughter drench’d
While at our feet where stands that stately tower
In days gone by up rose the Roman power
And yonder, there where Thames smooth waters glide
In later days appeared monastic pride.
Within that field where lies the grazing herd
Huge walls were found, some coffins disinter’d
Such is the course of time, the wreck which fate
And awful doom award the earthly great.

Joseph Tubb benötigte zwei Wochen bis er das Gedicht in die Buchenrinde geschnitzt hatte. Ein Stein mit einer Plakette, auf der das vollständige Gedicht zu lesen ist, steht neben den traurigen Resten des Baumes, die in diesem Film zu sehen sind.

Die Überreste des Poem Trees.    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Überreste des Poem Trees.
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Auf dieser Plakette kann man das Gedicht noch einmal nachlesen.    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Village Green in Warborough (Oxfordshire). Hier wohnte Eigenes Foto.

Das Village Green in Warborough (Oxfordshire). Hier wohnte Joseph Tubb.
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Published in: on 28. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The English Music Festival 2015 in Dorchester-on-Thames (Oxfordshire)

Die Dorchester Abbey in Oxfordshire.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Dorchester Abbey in Oxfordshire.
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Über meine Aufenthalte in Dorchester-on-Thames, mitten in Inspector Barnabys Midsomer County, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Direkt gegenüber vom The George Hotel an der High Street, ist der Eingang zur Dorchester Abbey. Sowohl das Hotel als auch die Abbey sind vielfach in der Krimiserie zu sehen gewesen.

Alljährlich im Mai findet in der Abteikirche das English Music Festival statt, bei dem die Aufführung von Werken britischer Komponisten im Mittelpunkt stehen. Im Jahr 2006 wurde das Festival aus der Taufe gehoben, das sich schnell als eines der remommiertesten seiner Art etabliert hat. Hier in Dorchester in Oxfordshire kommen häufig Werke zur Aufführung, die wenig bekannt sind und auch Welturaufführungen sind keine Seltenheit. BBC Radio 3 überträgt die Aufführung aus der Stadt an der Themse.

Das English Music Festival geht in diesem Jahr von Freitag, dem 22. Mai bis Montag, dem 25. Mai. Den Auftakt bildet ein Konzert des BBC Concert Orchestras unter der Leitung von Martin Yates, die mit Hubert Parrys Hymne „Jerusalem“ beginnt; es folgen u.a. die selten gespielte „Bucolic Suite“ aus dem Jahr 1900 von Ralph Vaughan Williams und das „Cello Concerto“ des englischen Komponisten Gerald Finzi, das er 1955 schrieb.

Die Elysian Singers aus London beginnnen den Samstagabend um 19 Uhr auch mit Werken von Vaughn Williams („No longer mourn for me“ und „Echo’s lament for Narcissus“) und Gerald Finzi („Seven poems of Robert Bridges“), ferner kommen noch Stücke von Edward Naylor („Vox dicentis„) und Herbert Howells („The house of the mind“) zur Aufführung.
Der Abend wird fortgesetzt mit Werken des Komponisten Lionel Sainsbury, die er selbst am Klavier vortragen wird. Hier ein Beispiel seiner Musik.

Neben der Dorchester Abbey gibt es noch zwei weitere Schauplätze des diesjährigen English Music Festivals: Die Silk Hall des Radley Colleges und die All Saints‘ Church in Sutton Courtenay, beide nur wenige Autominuten von Dorchester entfernt.
In der Silk Hall spielt beispielsweise am letzten Tag des Festivals das Chamber Ensemble of London Werke von Henry Purcell („Music for a while„), Benjamin Britten („Simple symphony„) und Alan Rawsthorne („Light music for strings„).
In der Kirche All Saints tritt am Sonntag, dem 24. Mai der Chor Albion auf, der unter dem Motto „The Music of These Islands“ bekannte und weniger bekannte Werke zur Aufführung bringt wie „Scarborough Fair“, „Danny Boy“ und „The Skye Boat Song“.

Wer das Festival besuchen möchte, dem kann ich beiden Hotels The George und The White Hart, beide an der High Street gelegen, empfehlen, wenn sie nicht schon ausgebucht sind.

Das Radley College (Oxfordshire).    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Radley College (Oxfordshire).
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Die All Saints' Church in Sutton Courtenay (Oxfordshire).     © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die All Saints‘ Church in Sutton Courtenay (Oxfordshire).
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The George Hotel direkt gegenüber der Abbey Church. Eigenes Foto.

The George Hotel direkt gegenüber der Abbey Church.
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Published in: on 27. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Jimi Hendrix und sein ehemaliger Wohnsitz in der Londoner Brook Street

Links die Brook Street 23, in der Jimi Hendrix wohnte, rechts in der Nummer 25 das Händel House Museum. Author: David Holt. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Links die Brook Street 23, in der Jimi Hendrix wohnte, rechts in der Nummer 25 das Händel House Museum.
Author: David Holt.
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Die Häuser mit den Nummern 23 und 25 in der Londoner Brook Street im Stadtteil Mayfair sind jeweils mit einer blauen Plakette verziert, die an ihre ehemaligen berühmten Bewohner erinnern. Von 1723 bis 1759 wohnte in der Nummer 25 der Komponist Georg Friedrich Händel, der nahezu alle seiner berühmten Werke in diesem Haus schrieb wie die Feuerwerksmusik, Der Messias und viele seiner Opern. Händel starb auch in diesem Haus, das seit 2001 ein Museum beherbergt, das Händel House Museum. In den Räumlichkeiten sind Erinnerungsstücke an den großen Komponisten ausgestellt und da der Platz dafür nicht ganz reichte, ist man auf das Nachbarhaus, die Nummer 23 ausgewichen und hat dort die oberen Stockwerke mit belegt.

Und da komme ich auf die zweite blaue Plakette zu sprechen, die sich an der Brook Street Nummer 23 befindet, denn in diesem georgianischen Stadthaus wohnte einmal der legendäre Sänger Jimi Hendrix. Im Sommer 1968 zog er hier gemeinsam mit seiner Freundin Kathy Etchingham ein, auf deren Namen der Mietvertrag auch lief. Hendrix fühlte sich in diesem Stadtteil von London sehr wohl, denn er hatte es nicht weit zu den musikalischen Hotspots der damaligen Zeit. Ja , er bezeichnete dieWohnung in der Brook Street einmal als das einzige Zuhause, das er je hatte.

Die Räume im Haus Nummer 23 waren für Hendrix-Fans selten zu sehen, aber das wird sich in diesem Jahr ändern, denn unter Zuhilfenahme eines Zuschusses von £1,2 Millionen vom Heritage Lottery Fund soll hier ein Museum für den amerikanischen Sänger aus Seattle entstehen, ein zukünftiger Wallfahrtsort für seine vielen Anhänger in der ganzen Welt. Die ehemalige Wohnung, die bisher als Büro für das Personal des Händel House Museums diente, soll wieder genauso hergerichtet werden wie sie in den Jahren 1968/69 ausgesehen hatte. Ich bin sicher, dass dieses neue Londoner Museum sehr stark frequentiert werden wird.

Jimi Hendrix starb am 18. September 1970 in London, allerdings nicht in der Brook Street, sondern im Samarkand Hotel am Lansdowne Crescent 21/22 im Stadtteil Notting Hill. In einem anderen Londoner Hotel, in dem Jimi Hendrix häufiger wohnte, dem The Cumberland am Great Cumberland Place, dort, wo die Oxford Street beginnt, hat man eine Jimi Hendrix Suite eingerichtet, die mit Wandmalereien verziert ist und in der man eine Gibson Flying V-Gitarre findet, die der Amerikaner mit Vorliebe spielte.

Hier ist ein Film über die beiden Häuser in der Brook Street und hier ist Jimi Hendrix mit „Hey Joe“ zu hören.

Das Samarkand Hotel, in dem Jimi Hendrix starb. This work is released into the public domain.

Das Samarkand Hotel am Lansdowne Crescent, in dem Jimi Hendrix starb.
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Published in: on 26. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Painswick (Gloucestershire) und seine wagemutigen Teddybären

St Mary's in Painswick (Gloucestershire). Von diesem Turm müssen die Teddybären herunterspringen.    © Copyright Brian Robert Marshall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s in Painswick (Gloucestershire). Von diesem Turm müssen die Teddybären herunterspringen.
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Im Anschluss an meinen gestrigen Blogeintrag geht es heute noch einmal um das Thema „Teddybären“:

Die Teddys, die in den Kinderzimmern der kleinen Stadt Painswick (Gloucestershire) in den Cotswolds  sitzen, sehen einem bestimmten Sonntag des Jahres mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Dann wird nämlich von ihnen einen Mutprobe erwartet, die sie aus ihrem sonst so beschaulichen Alltag reißt.

Ich habe über Painswick in meinem Blog schon einmal geschrieben; es ist der Ort der 99 Eiben auf dem Kirchhof von St Mary’s, deren Zahl auf gar keinen Fall überschritten werden darf. Und hier in der Kirche von St Mary’s, oder besser gesagt auf dem Turm der Kirche, spielt sich alljährlich das Schauspiel ab, bei dem die Spielgefährten der Painswicker Kinder mitmachen müssen, ob sie wollen oder nicht. Erst einmal müssen die Teddys die vielen Stufen des Kirchturms erklimmen; oben angekommen, werden sie in das Geschirr eines Fallschirms gesteckt und dann, ja dann müssen sie aus dieser luftigen Höhe in die Tiefe springen. Aber, um es gleich vorweg zu sagen: Soviel ich weiß, ist bei dieser Aktion noch nie ein Bär zu Schaden gekommen; alle sind sicher und mehr oder weniger sanft gelandet und haben dabei einen Seufzer der Erleichterung ausgestoßen. So, jetzt haben sie wieder ein Jahr Ruhe, bis ihr Mut erneut auf die Probe gestellt wird.

Das „teddy bear parachuting“ gilt einem guten Zweck. Die Bärenbesitzer müssen für den Fallschirmsprung ihrer Lieblinge £2 bezahlen und dieses Geld kommt einem Projekt in Äthiopien zugute. Neben der Fallschirmaktion finden in Painswick an diesem Tag noch andere Veranstaltungen statt, und die eingenommenen Gelder werden der Stadt Lideta, einem Teil von Addis Abeba, gespendet, um dort die schulische Erziehung armer Kinder zu fördern. Die Kirchengemeinde von Painswick wird dabei unterstützt von den Nachbargemeinden Sheepscombe, Cranham,Edge, Pitchcombe und Harescombe.
Eine gute Sache also und dafür beißen die Teddies von Painswick eben einmal im Jahr die Zähne zusammen.

 

Published in: on 25. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Archibald Ormsby-Gore und Christopher oder Was Sir John Betjeman und ich gemein haben

Christopher. Eigenes Foto.

Christopher, Bär Nummer 47 von insgesamt 250 Carnival Bears; geboren im Oktober 1992 in Pontypool (Wales).
Eigenes Foto.

Grundsätzlich schreibe ich die Einträge in meinem Blog selbst, nur einmal habe ich eine Ausnahme gemacht und meinem Teddybären Christopher die Gelegenheit gegeben, sich einmal selbst zu porträtieren. Wer dieses „literarische Selfie“ noch einmal lesen möchte, hier ist es.

Vor kurzem fand ich heraus, dass Sir John Betjeman (1906-1984), jener großartige Lyriker und Publizist, den ich vor kurzem in meinem Beitrag über das „Metroland“ erwähnte, sein Leben lang ebenfalls eine sehr starke Beziehung zu einem Teddybären hatte. Nicht nur Kindern, auch Erwachsenen können diese Kuschelgefährten sehr ans Herz wachsen.

Der Betjemansche Bär hatte den schönen Namen Archibald Ormsby-Gore und schon als Kind liebte er ihn abgöttisch. 1925 nahm er ihn mit nach Oxford, wo er am Magdalen College studierte (Betjeman, nicht Archibald) und wo sich beide nicht so sehr um das Studium, sondern mehr um das gesellschaftliche Leben in der Universitätsstadt kümmerten.

Betjeman war froh, Oxford wieder den Rücken kehren zu können und wohnte anschließend mit seiner Frau Penelope Chetwode und Archibald in Garrards Farmhouse in Uffington (Oxfordshire), dort wo das berühmte Weiße Pferd in den White Horse Hill geritzt ist. Der nächste Umzug ging in die Old Rectory nach Farnborough (Berkshire) und dann nach The Mead in Wantage (Oxfordshire). Keine Frage, dass Archibald Ormsby-Gore immer mit dabei war. Der treue Teddybär begleitete Sir John auch auf seinem späteren Lebensweg, der ihn nach London und schließlich nach Cornwall führte, wo sein Herr und Meister am 19. Mai 1984 in seinem Haus in Trebetherick  starb, in den Armen hielt er bis zu seinem letzten Atemzug seinen Bären Archibald und einen weiteren Plüschgefährten, den Elefanten Jumbo.

Sir John Betjeman wurde auf dem Kirchhof von St Enodoc’s in Trebetherick beigesetzt, Archibald und Jumbo findet man heute in einer Glasvitrine auf dem Londoner Bahnhof St Pancras International, dort, wo auch eine Statue Betjemans steht.

In der Zeit als Sir John und Archibald in Oxford weilten, inspirierte der Bär den Studienkollegen Evelyn Waugh, der in seinem 1945 erschienen Roman „Brideshead Revisited“ (dt. „Wiedersehen mit Brideshead“) einen Teddybär namens Aloysius auftreten lässt, der Lord Sebastian Flyte gehört. Auch in der Verfilmung des Romans spielt Aloysius eine Rolle; der dort zu sehende Bär wurde von dem Schauspieler Peter Bull zur Verfügung gestellt.

Sir John Betjeman schrieb ein kleines 32seitiges Kinderbuch mit dem Titel „Archie and the Strict Baptists„, und er widmete seinem Teddybären ein Gedicht, das er „Archibald“ nannte.

Published in: on 24. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – James Cresswell: Miss Marple and All Her Characters

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Nachdem ich in meinem gestrigen Blogeintrag über Miss Marple und Nether Wallop geschrieben habe, nehme ich heute das Thema „Miss Marple“ noch einmal auf. Im letzten Herbst besuchten meine Frau und ich Agatha Christies Landsitz Greenway bei Torquay in Devon (ich berichtete darüber). In dem sehr gut sortierten Laden dort fanden wir eine große Auswahl an Sekundärliteratur über die Altmeisterin des englischen Kriminalromans, darunter auch die Werke von James Cresswell, die nur in einer sehr kleinen Auflage von jeweils 300 Exemplaren als Privatdruck erschienen sind und von denen wir jeweils ein handsigniertes und nummeriertes (wir haben die Nummer 290) Exemplar mitnahmen.

James Cresswell hat sich intensiv mit den Figuren in den Romanen Agatha Christie beschäftigt. In „Miss Marple and All Her Characters“ (2006 veröffentlicht) hat der Autor eine Liste aufgestellt, in der er sämtliche Personen aufzählt, die jemals in einem Miss Marple-Roman aufgetaucht bzw. genannt worden sind; dazu informiert Cresswell, wer die Person ist und wann sie in welchem Roman in welchem Kapitel erstmals erscheint. Da steckt also eine Wahnsinnsarbeit dahinter und wie der Autor in der Präambel seines Buches schreibt, hat er daran mehrere Jahre gearbeitet. Der Inhalt jedes Romans wird zusätzlich kurz wiedergegeben (natürlich ohne den Mörder bekannt zu geben!) und am Ende des Buches hat James Cresswell noch ein ausführliches Porträt von Miss Marple hinzugefügt.

Wer zum Beispiel wissen möchte, in welchen Romanen Inspector Slack eine Rolle spielt, der kann auf einen Blick sehen, dass das in „The Murder at the Vicarage“, „The Body in the Library“, „Tape-Measure Murder“ und „The Case of the Perfect Maid“ der Fall ist (die beiden letztgenannten sind Kurzgeschichten aus der Sammlung „Miss Marple’s Final Cases“).

Das gleiche hat James Cresswell mit Agatha Christies Detektiv Hercule Poirot gemacht. 2011 erschien sein „Hercule Poirot and All His Characters“ (wir besitzen die Nummer 13 von 300), mit 334 Seiten allerdings deutlich umfangreicher als der Miss Marple-Band, der nur 168 Seiten stark ist. Auch den weniger bekannten Christie-Figuren Tommy und Tuppence hat Cresswell einen genauso aufgebauten Band gewidmet: „Tommy & Tuppence and All Their Characters“ 150 Seiten, 2009 erschienen).

Wer mehr als ein flüchtiges Interesse an den Agatha Christie-Romanen hat, wird diese Bücher lieben.

James Cresswell:  Miss Marple and All Her Characters. Privately published 2006. 168 Seiten. Ohne ISBN.

Agatha Christies Landsitz Greenway in Devon. Eigenes Foto.

Agatha Christies Landsitz Greenway in Devon, wo wir die Bücher von James Cresswell kauften.
Eigenes Foto.

Blick von Greenway auf den River Dart. Eigenes Foto.

Blick von Greenway auf den River Dart.
Eigenes Foto.

Published in: on 23. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Nether Wallop in Hampshire – Miss Marples St Mary Mead

The Five Bells Lane; links das Haus, in dem Miss Marple wohnte.    © Copyright Chris Talbot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Five Bells Lane; links das Haus, in dem Miss Marple wohnte.
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Vielleicht wäre ich nie nach Nether Wallop in Hampshire gekommen, hätte ich nicht die Fernsehserie „Miss Marple“ mit Joan Hickson in der Titelrolle gesehen. 12 Folgen wurden in den Jahren 1984 bis 1992 gedreht, alle auch im deutschen Fernsehen gezeigt, und ich fand die Schauspielerin Joan Hickson in der Rolle der Miss Marple am überzeugendsten von allen, die sich bisher daran versucht haben. Mrs Hickson, die schon in einigen der „Carry On“-Filme mitgewirkt hatte, starb bereits am 17. Oktober 1998 in Colchester in Essex.

Man hätte kaum einen besseren Drehort als Nether Wallop finden können, das als Miss Marples Wohnort St Mary Mead fungiert. Ihr Haus liegt an der Straße Five Bells Lane, nur ein paar Schritte vom Dorfpub The Five Bells entfernt, in dem auch mehrfach gedreht wurde. Das kleine Haus zwischen Miss Marples‘ Cottage und dem Pub wurde als Dorfladen umfunktioniert.
Im Five Bells nahm ich mittags einen Lunch zu mir. Der gemütliche Village Pub stammt aus dem 17. Jahrhundert  und hat einmal als „coaching house“ gedient, also als Zwischenstopp für Kutschen auf dem Weg von London nach Exeter.

Das Miss Marple-Aufnahmeteam drehte noch an mehreren Orten in Nether Wallop, so auch in der Dorfkirche St Andrew’s, die daraufhin einen deutlichen Besucherschub erfahren hat. Eine Besonderheit gibt es auf dem Kirchhof von St Andrew’s: Eine kleine Pyramide, The Douce Mausoleum, die 1748 für den Arzt Dr Francis Douce gebaut wurde und die hier irgendwie fehl am Platz wirkt. In England gibt es mehrere Mini-Pyramiden, in denen sich Menschen haben beerdigen lassen (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Viel gibt es über Nether Wallop nicht zu erzählen, außer dass im Jahr 1984 hier einmal das First Nether Wallop International Arts Festival veranstaltet wurde, bei dem zahlreiche Prominente auftraten wie Rowan Atkinson, Billy Connolly, Stephen Fry, Hugh Laurie, Bill Wyman, Rik Mayall und Jools Holland. Bei dem „First“ blieb es dann auch, das Festival wurde nicht wiederholt.

Wer Nether Wallop einmal besuchen möchte: Das Dorf liegt zwischen Salisbury und Andover, an der B3084.

St Andrew's in Nether Wallop und das Mausoleum.    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Andrew’s in Nether Wallop und das Douce Mausoleum.
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The Five Bells Pub in The Five Bells Lane.    © Copyright Miss Steel and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 22. Februar 2015 at 02:00  Comments (2)  
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J.R.R. Tolkien und seine Wohnorte in der Universitätsstadt Oxford

20 Northmoor Road. Author: Jpbowen. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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In meinem Blog habe ich über den berühmten Autor von Fantasy-Romanen J.R.R. Tolkien schon einmal in Zusammenhang mit dem sogenannten Tolkien-Trail bei Hurst Green in Lancashire geschrieben. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte er in der Universitätsstadt Oxford, anfangs als Student, später als Professor und hier liegt auch seine letzte Ruhestätte.

Tolkien wohnte von 1926 bis 1947 in der ruhigen, baumbestandenen Northmoor Road, einer Parallelstraße zu der nach Norden aus der Stadt herausführenden Banbury Road. Erst in der Nummer 22 und dann in der Nummer 20. Im Haus mit der Nummer 20 schrieb er in seinem Arbeitszimmer viele seiner Romane, und das Gebäude, das 1924 für den Buchhändler Basil Blackwell gebaut worden war, steht seit 2004 unter Denkmalschutz. Hier fühlten sich Tolkien, seine Frau Edith und seine Kinder John, Michael, Christopher und Priscilla sehr wohl.

1947 zogen die Tolkiens mit Tochter Priscilla (die Söhne hatten inzwischen das Haus verlassen) in die Manor Road Nummer 3, in ein deutlich kleineres Haus, das dem Merton College gehörte, an dem der Professor lehrte. Doch diese neue Bleibe erwies sich bald als zu klein, so dass die Familie in die Holywell Street im Stadtzentrum übersiedelte und sich dort in der Nummer 99 niederließ. Hier wohnte sie bis 1953, als ein weiterer Umzug anstand.

Das nächste Domizil war das Haus mit der Nummer 76 in der Sandfield Road, etwas außerhalb im Ortsteil Headington (dort, wo der berühmte Headington Shark zu finden ist), dicht am John Radcliffe Hospital gelegen. In dieser Straße wohnte auch Hugo Dyson, der ebenfalls am Merton College lehrte und zusammen mit Tolkien Mitglied des literarischen Diskussionsclubs Inklings war, der regelmäßig im Pub The Eagle & Child in der St Giles Street in Oxford zusammentraf.

Tolkien lebte in der Sandfield Road bis zum Jahr 1968, dann zog er an die Südküste nach Bournemouth, wo er am 2. September 1972 starb. Oxford war der wichtigste Ort in seinem Leben und so fand er dann auch seine letzte Ruhestätte hier. Zusammen mit seiner Frau Edith wurde er auf dem Wolvercote-Friedhof an der Banbury Road begraben.

99 Holywell Street. This work is in the public domain.

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76 Sandfield Road. Author: Stefan Servos. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Einer der Lieblings-Pubs von J.R.R. Tolkien in der St Giles Street. Author: Ozeye. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Tolkiens Grab und das seiner Frau auf dem Wolvercote Cemetery. Author: Twooars. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Tolkiens Grab und das seiner Frau auf dem Wolvercote Cemetery.
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Published in: on 21. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Town Crier Festivals in England

Der Town Crier von Ringwood in Hampshire.    © Copyright Miss Steel and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Man braucht sie eigentlich nicht, wie in frühereren Zeiten, aber aus nostalgischen Gründen beschäftigt man sie immer noch: Die Town Crier, also die Stadtausrufer. Sie hatten die Aufgabe, öffentliche Bekanntmachungen auszurufen und dienten im Mittelalter als Nachrichtenquelle für die Bevölkerung, die oft des Lesens nicht mächtig war. Meist begannen die Town Crier ihre Bekanntmachungen durch dreimaliges Ausrufen des aus dem Französischen stammenden Wortes „Oyez„, was soviel wie „Hört!“ bedeutet. Gekleidet waren die Ausrufer oft in rot-goldenen Uniformen.

Heute messen die Stadtausrufer, die in der Ancient and Honorary Guild of Town Criers organisiert sind, gern ihre Fähigkeiten bei Wettbewerben, die über das ganze Sommerhalbjahr verstreut in England stattfinden.

Am 18. Oktober letzten Jahres fanden schon zum 62. Mal die Hastings National Town Criers Championships statt. Beurteilt werden die Ausschreier nach den Kriterien Lautstärke, Tonfall, Deutlichkeit der Aussprache und Kleidung. Was die Lautstärke betrifft, da schaffen einige die 120 Dezibel, in etwa der Lärm, den ein startender Düsenjet verursacht. Als Sieger aus den 22 Kontrahenten ging Devlin Hobson aus Middlewich in Cheshire hervor, der gerade erst für diesen Posten berufen worden war. Middlewich hatte viele Jahre lang keinen Town Crier mehr gehabt.
Hastings verfügt natürlich auch über einen Stadtausrufer, der bei dem Wettbewerb als Master of Ceremonies diente. So sahen die Championships in Hastings 1954 aus und so geht es heute bei den Wettbewerben zu, am Beispiel vom Tiverton Town Criers Competition 2011 und vom Chester World Town Crier Tournament 2010.

Einer der besten Town Crier des Landes ist Ken Knowles aus Lichfield in Staffordshire. Er heimste im letzten Jahre mehrere erste Preise ein, z.B. bei Wettbewerben in Kingsbridge (Devon), Crewkerne (Somerset) und Haslemere (Surrey).

Manchmal gerät ein Town Crier auch auf Abwege wie gerade eben erst in Oxfordshire passiert. Dort schmückte sich der Ausrufer, der für die Orte Oxford, Banbury, Thame, Wallingford und Chipping Norton gewirkt hat, mit falschen Orden, die er nicht auf übliche Weise als Auszeichnung bekam, sondern über das Internet erworben hatte. Die Folge: Er wurde all seiner Ämter enthoben und von der Loyal Company of Town Criers und der Ancient and Honorable Guild of Town Criers ausgestoßen.

Der Town Crier von Newbury in Berkshire.    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 20. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Ben Hammond – Der Mann, der sich die Welt ertanzt

With friendly permission of Ben Hammond.

With friendly permission of Ben Hammond.

Ein bisschen verrückt ist es schon, was Ben Hammond, der Lehrer aus London, da tut. Er möchte gern um die ganze Welt tanzen und hat da schon ganz schön vorgelegt. „Dance Britain for Burma“ war sein erster „Fernstrecken-Tanz“, der ihn von John O’Groats an der schottischen Nordküste bis nach Land’s End in Cornwall führte. Viele Menschen haben diese Strecke schon auf sehr unterschiedliche Weise zurückgelegt (ich habe darüber mehrfach in meinem Blog geschrieben), Hammonds Version gehört sicher zu den kuriosesten. Bekleidet ist er meist mit einem Ballettröckchen und darin hüpft und springt er durch das Land und lädt andere dazu ein, ihn ein Stück auf seinem Weg zu begleiten. Die Strecke nach Land’s End hätte er im Jahr 2012 auch beinahe in einem Stück geschafft, wäre er nicht 300 Kilometer vor dem Ziel in der Nähe von Wells in Somerset von einer betrunkenen Autofahrerin angefahren worden. Verletzt musste Ben Hammond aufgeben, holte aber die restliche Etappe nach seiner Genesung nach.

Die Aktion nannte sich „Dance Britain for Burma“, weil Howard einmal ein Jahr lang in einem Flüchtlingscamp an der Grenze von Thailand und Burma gearbeitet hatte und diese Erfahrung für ihn sehr prägend war. Sein Tanz quer durch Großbritannien brachte durch seine Sponsoren Geld ein, das er verschiedenen Organisationen zur Verfügung stellte, die sich in Burma engagieren.

Bevor Ben Hammond, der aus Bradford-on-Avon in Wiltshire stammt, diese Langstrecke in Angriff nahm, hatte er sich schon ein Jahr zuvor beim London Marathon „warmgetanzt“. Im Juni 2011 nahm er das Glastonbury Festival zum Anlass, um dort 72 Stunden lang zu tanzen, nur mit ganz wenig Schlaf zwischendurch.

Im Oktober 2012 stellte Ben Hammond in London einen neuen Weltrekord auf, er tanzte 135 Stunden lang, immer wieder unterstützt und begleitet von Mittänzern. Danach wurde er total erschöpft ins Krankenhaus eingeliefert, wo man ihn erst einmal wieder aufpäppeln musste.

Im Sommer diesen Jahres geht der „Planet Prancer„, wie sich Hammond nennt, auf eine noch größere Tour: Er will quer durch die USA tanzen, von der New Yorker Freiheitsstatue bis zur Golden Gate Bridge in San Francisco; allerdings teilt er sich die enorme Strecke in zwei Teile auf, das zweite Teilstück will er dann 2016 in Angriff nehmen. Die Einnahmen, die er dabei erzielt, werden UNICEF zugute kommen.
Ben Hammond, ein liebenswerter Exzentriker, der mit seiner verrückten Idee viel Gutes tut! Hier ist er in einem Film zu sehen.

Published in: on 19. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Cagney’s Restaurant am Londoner Queen Square – Ein Mekka für alle Fans des amerikanischen Schauspielers James Cagney

Vorn The Queen's Larder", dahinter Cagney's in der Straße Cosmo Place.    © Copyright Stephen McKay and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Vorn The Queen’s Larder“, dahinter Cagney’s in der Straße Cosmo Place.
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Das British Museum und der Queen Square sind nur ein paar Schritte von der kleinen Durchgangsstraße Cosmo Place entfernt: Hier liegt, eingerahmt von den beiden Pubs The Swan und The Queen’s Larder, ein Restaurant, das alle Fans des US-amerikanischen Schauspielers James Cagney einfach aufsuchen müssen, wenn sie in London sind. Cagney’s in der Nummer 13 des Cosmo Place ist, so weit ich ermitteln konnte, das einzige Restaurant weltweit, das dem Schauspieler gewidmet ist.

Kurz zur Erinnerung: James Cagney wurde 1899 in New York geboren und starb 1986 nicht weit von New York entfernt. Er gehört zu den größten Filmlegenden aller Zeiten und wurde vor allem durch seine Gangsterrollen berühmt. Der englische Sänger Nik Kershaw widmete ihm 1986 einen Song auf seinem Album „Radio Musicola“ (hier zu hören).

Im Londoner Restaurant Cagney’s sind die Wände mit Fotos des Amerikaners dekoriert und die Speisekarte enthält Gerichte, die nach Cagney-Filmen benannt sind. Hier ist eine kleine Auswahl:

– Als Vorspeise gibt es „Rue Madeline“ (die Schreibweise stimmt nicht so ganz), das sind Garnelen mit Tomatensauce. Benannt wurde das Gericht nach Cagneys Film „12 Rue Madeleine„, ein Spionagefilm aus dem Jahr 1947. Hier ist der Trailer zum Film.

– Ebenfalls auf der Karte mit den Vorspeisen zu finden ist „Winner Takes It All„, das sind Tortilla Chips mit Guacamole. Der Film, auf den sich die Vorspeise bezieht, ist Cagneys Boxerdrama „Winner Take All“ aus dem Jahre 1932. Hier ist ein kleiner Vorgeschmack.

– Als Fischgericht wird „Here’s The Navy“ serviert, das sind gebackene Scampi; der Bezug ist die Filmkomödie „Here Comes The Navy“ aus dem Jahr 1934; hier ein Filmclip.

– Auf der Karte mit den Hamburgern steht einer namens „At Dawn I Die“ (klingt als Gericht nicht sehr verlockend), der mit Chili serviert wird. Die Vorlage ist der Gangsterfilm „Each Dawn I Die„, den James Cagney 1939 gedreht hat und dessen Trailer hier zu sehen ist.

Cagney’s
13 Cosmo Place
London WC1N 3AP

James Cagney, dem das Londoner Restaurant gewidmet ist. This work is in the public domain.

James Cagney, dem das Londoner Restaurant gewidmet ist.
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Published in: on 18. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury (South Gloucestershire) oder Wie die Queen einmal bei einem Schneesturm hier stecken blieb

The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury.    © Copyright Mike Faherty and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury.
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Queen Elizabeth I war eine reisefreudige Dame im 16. Jahrhundert und an vielen Häusern, in denen sie schon einmal übernachtet hatte, finden sich Plaketten mit der Aufschrift „Queen Elizabeth I slept here„.

Auch Königin Elizabeth II reist bzw. reiste viel, doch kenne ich kein Haus, das eine entsprechende Plakette trägt. Beinahe hätte es dazu kommen können, aber eben nur beinahe, und zwar im The Cross Hands Hotel ganz in der Nähe von Old Sodbury in South Gloucestershire.

Es war an einem Dezembertag im Jahr 1981; es herrschte ein Wetter hier am Rande der Cotswolds, bei dem man am besten zuhause blieb und es sich vor dem Kamin gemütlich machte. Ein Schneesturm fegte über die Region, der  in kürzester Zeit die Straßen unpassierbar machte. Auch im The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury, dort wo die A46, die A432 und die B4040 aufeinander treffen, hatte sich die Besitzerfamilie vor den Fernsehapparat zurückgezogen und sah sich eine Wiederholung der Hochzeitsfeierlichkeiten von Prince Charles und Diana an, während der Sturm um die alte ehemalige Kutschenstation fegte. Man erwartete keine neuen Gäste und hatte dem Personal für den Rest des Tages freigegeben. Eine Fehlentscheidung wie sich bald herausstellte, denn viele Autofahrer kamen in den Schneemassen nicht vorwärts und suchten Zuflucht im Hotel. Schnell waren fast alle Zimmer für die Nacht belegt; doch plötzlich erschien ein Herr an der Rezeption, der den Manager sprechen wollte. „Ihre Majestät die Königin ist draußen vor der Tür, können Sie sie auch unterbringen?“ fragte er. Nun, abweisen konnte der Manager die Herrscherin des Landes wohl kaum und ein Zimmer war auch noch frei (die Nummer 15), so räumte er schnell den Schnee weg, der zu einem Hintereingang führte, wodurch Elizabeth II den alten Gasthof betreten konnte. Man wollte aus Sicherheitsgründen nicht, dass die anderen Gäste von dem hohen Besuch erfuhren. Queen Elizabeth wurde in den Privaträumen der Hotelbesitzer ein Afternoon Tea angeboten, später gab es auch noch ein Abendessen.
Kurz vor Mitternacht, als sich die Königin schon fast in ihr Zimmer zurückziehen wollte, kam die Nachricht, dass die Straßen wieder frei wären und so machte sich der royale Tross mit seinem Range Rover wieder auf den Weg zum Windsor Castle, dem eigentlichen Ziel der Queen, die von einem Besuch ihrer Tochter im nahegelegenen Gatcombe Park  kam.

Das Cross Hands Hotel profitierte von dem Überraschungsbesuch, denn die Pressemeldungen über „The Queen stuck in a blizzard“ erschienen bald und viele Menschen wollten unbedingt den Gasthof sehen und darin übernachten, am liebsten natürlich in Zimmer 15. An den denkwürdigen Besuch erinnert eine Plakette im Eingangsbereich des Hotels mit der Inschrift „The Queen took refuge her“, zu dem „slept here“ hat es leider nicht gereicht.

Ich bin viele Male an dieser Kreuzung beim Cross Hands vorbeigefahren, allerdings immer nur bei schönem Wetter.

The Cross Hands Hotel
Tetbury Road
Old Sodbury
Gloucestershire BS37 6RJ

Malmesbury (Wiltshire) – Großbritanniens erste Stadt der Philosophie

Der Tagungsort in Malmesbury: The Old Bell Hotel. Ich habe hier leider noch nicht gewohnt, aber das Haus macht optisch einen guten Eindruck.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Tagungsort des Philosophie-Festivals in Malmesbury: The Old Bell Hotel. Ich habe hier leider noch nicht gewohnt, aber das Haus machte mir optisch einen guten Eindruck.
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Über meinen Besuch in Malmesbury in Wiltshire habe ich in meinem Blog schon geschrieben. Die berühmten Nacktgärtner in den Abbey Gardens gibt es übrigens nicht mehr, Ian und Barbara Polland haben sich im letzten Jahr getrennt. Dafür gibt es den „Smoking dog“ aber noch.
Eine Touristenattraktion weniger in Malmesbury, dafür gibt es eine andere, die allerdings nicht so „spektakulär“ wie das nackt gärtnernde Paar ist. Malmesbury hat sich selbst zur ersten „Stadt der Philosophie“ in Großbritannien ausgerufen. Basierend auf der Tatsache, dass einer der größten Philosophen des Landes, Thomas Hobbes (1588-1679), hier geboren wurde und viele andere große Denker in der Region gelebt und gewirkt haben, hat sich Malmesbury dieser Spezies gewidmet. Im vergangenen Oktober fand bereits zum siebten Mal das Philosophy Town Festival statt, das unter dem Motto „Living The Good Life“ stand.
Vom 9. bis zum 12. Oktober wurden im The Old Bell Hotel, das direkt neben der Abtei steht, eine Reihe von Vorträgen angeboten, darunter einer über Londoner Kaffeehäuser, mit denen der aus Wiltshire stammende Schriftsteller Joseph Addison (1672-1719) eng verbunden war („Raus mit der Philosophie aus den Bibliotheken und verstaubten Kammern und rein mit ihr in die Kaffeehäuser“). Vorher gab es ein „coffee tasting“ im Hotel; man sieht, trocken ging es bei dem Philosophie-Festival nicht zu.
Einen weiteren Schwerpunkt nahm das Thema „Wandern“ ein; so galt ein Vortrag dem Pilgrim’s Way, der sich von Winchester nach Canterbury zieht, ein anderer den Wanderungen von Alfred Wainwright in den Pennines.

Geplant ist ein Fernwanderweg, der von Oxford über Malmesbury nach Wrington in Somerset führen soll, wo 1632 ein anderer großer Philosoph geboren wurde, John Locke.

Eine Stadtphilosophin hat man auch schon auserkoren, deren Name an den großen Sohn der Stadt Thomas Hobbes erinnert, sie heißt Angie Hobbs. Sie und andere in Malmesbury spüren, dass Philosophie zurzeit im Trend liegt und den Menschen bei der Bewältigung von Problemen helfen kann.
Ich hoffe, dass die „Philosophy Town“ mit ihrer Idee auch in Zukunft erfolgreich sein wird.

Published in: on 16. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Signal Box Inn in Cleethorpes (Lincolnshire) – Großbritanniens kleinster Pub (oder sogar der Welt?)

Im Nordosten Lincolnshires liegt der Badeort Cleethorpes, der sich rühmt, den kleinsten Pub in ganz Großbritannien zu haben, manche behaupten sogar den kleinsten Pub der Welt. The Signal Box Inn heißt er und steht auf dem Gelände der Cleethorpes Coast Light Railway, einer Schmalspurbahn, die zwischen dem Freizeitzentrum und dem Pleasure Island Family Theme Park operiert.

Der Signal Box Inn, der früher einmal ein richtiges Stellwerkhäuschen war, wurde 2006 eröffnet und er misst etwa 2,45m x 2,45m; d.h. sechs Menschen können sich maximal gleichzeitig darin aufhalten (wenn es nicht besonders dicke sind). Obwohl es hier so eng zugeht, verfügt der Pub doch über fünf Handpumpen. Die üblichen Tüten-Snacks werden angeboten sowie eine überschaubare Anzahl an stärkeren alkoholischen Getränken. Vor dem Häuschen gibt es noch einige Tische und Bänke, so dass man, zumindest bei gutem Wetter, nicht darauf angewiesen ist, sein Pint im Inneren zu trinken.

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass der Signal Box Inn rekordverdächtig ist und so kommen viele Einheimische, aber auch viele Touristen hierher nach Cleethorpes, um sich den Pub einmal anzusehen und auszuprobieren. Im Herbst letzten Jahres wurde er an die neuen Besitzer der Schmalspurbahn verkauft, die planen, den Pub länger zu öffnen als bisher (im Winterhalbjahr war er geschlossen). Der Wirt Alan Cowood ist jedenfalls mit dem gegenwärtigen Stand der Dinge und der Popularität seines Pubs sehr zufrieden.

The Smallest Pub On The Planet“ steht an der Schmalseite des Häuschens geschrieben; eigentlich ein Fall für das Guinness Book of Records, aber so viel ich weiß, hat sich Alan Cowood dort noch nicht für eine Aufnahme beworben und  so gilt wohl noch immer Sam’s Smallest Bar in Downtown Colorado Springs in den USA als Rekordinhaber.

In England gibt es noch einige andere Pubs, die sich als die kleinsten im Land bezeichnen wie The Nutshell in Bury St Edmunds (Suffolk) und The Lakeside Inn in Southport (Merseyside).

The Nutshell in Bury St Edmunds (Suffolk).    © Copyright Craig Janes and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Nutshell in Bury St Edmunds (Suffolk).
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The Lakeside Inn in Southport (Merseyside).    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Buckler’s Hard (Hampshire) – „Geburtsort“ zahlreicher historischer Schiffe

Foto meines Prospektes.

Foto meines Prospektes.

Am äußersten Südrand des New Forests, da wo der Beaulieu River ins Meer fließt, liegt ein kleiner Ort namens Buckler’s Hard, der einmal eine sehr wichtige Rolle im Schiffbau gespielt hat. Die Wälder des New Forests reichten bis ans Meer heran, so dass keine großen Holztransporte anfielen, ideal um einen Teil der Flotte Admiral Horatio Nelsons hier zu bauen. Bei der Schlacht von Trafalgar 1805 kamen denn auch mehrere Buckler’s Hard-Schiffe zum Einsatz wie die 49 Meter lange und mit 64 Kanonen bestückte HMS Agamemnon, die bereits schlachtenerprobt war und zu Nelsons Lieblingsschiffen gehörte. Auch die im New Forest gebauten HMS Euryalus und die HMS Swiftshure kämpften bei der legendären Schlacht gegen die Franzosen und die Spanier mit.

Im Zweiten Weltkrieg baute man in Buckler’s Hard Motortorpedoboote und der Hafen diente als einer der Sammelpunkte für die Schiffe, die 1944 an der Invasion der Normandie teilnahmen.

Der berühmte Weltumsegler Sir Francis Chichester (1901-1972) hatte viele Jahre einen Liegeplatz für sein Boot Gipsy Moth IV hier in Buckler’s Hard. Eine Plakette erinnert an ihn in der Familienkapelle der Familie Montagu, die den Ort in den 1720er Jahren anlegen ließ und der auch erst Montagu Town hieß.

Was gibt es hier nun heute alles zu sehen? Da ist erst einmal das Maritime Museum mit der Buckler’s Hard Story, in dem man sich über die Geschichte des Dorfes und vor allem über den Schiffbau informieren kann, der hier betrieben wurde. Im April diesen Jahres wird die Shipwright School eröffnet, die sich der Pflege der historischen Schiffbaukunst widmen wird. Die bereits erwähnte Kapelle der Montagus, die St Mary’s Chapel, ist zu besichtigen wie auch das Shipwright’s Cottage, das so eingerichtet ist wie es einmal aussah, als einer der Schiffszimmermänner mit seiner Familie hier wohnte. Von April bis Ende Oktober werden Flussfahrten auf dem Beaulieu River angeboten, der übrigens immer noch im Privatbesitz der Familie Montagu ist, die nur wenige Kilometer entfernt im Beaulieu Palace House ihren Sitz hat.

Wem es in Buckler’s Hard so gut gefällt, dass er hier auch gleich übernachten möchte, so ist das im Hotel The Master Builder’s möglich. Die Automobile Association verlieh dem Haus drei Sterne und dem Riverview Restaurant eine rote Rosette.

Ein Besuch hier unten im New Forest ist also sehr zu empfehlen, auch für alle, die sich nicht so sehr für den historischen Schiffbau interessieren. Hier ist ein kleiner Film.

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Published in: on 14. Februar 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Ken White aus Swindon (Wiltshire) und Virgin Atlantics „Scarlet Lady“

Ein Flugzeug von Virgin Atlantic mit der Scarlet Lady am Bug. Author: NMOS332. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Ein Flugzeug von Virgin Atlantic mit der Scarlet Lady am Bug.
Author: NMOS332.
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Vor einigen Jahren habe ich in meinem Blog einmal über die Trucks der Speditionsfirma Eddie Stobart geschrieben, die alle einen weiblichen Vornamen haben, der am Führerhaus angebracht ist. Immer wenn mir irgendwo ein LKW dieser Firma begegnet, schaue ich ganz automatisch nach wie der denn heißt. Ellie Patricia, Floella May oder Skye Heather sind Beispiele für die wohlklingenden Namen der Trucks.

So etwas Ähnliches gibt auch im Luftverkehr. Richard Bransons Firma Virgin Atlantic hat seinen Flugzeugen ebenfalls weibliche Namen verpasst. Da gibt es einige Jumbo-Jets die Tinker Belle, Barbarella und Mustang Sally heißen, die Airbusse A-340 hören auf die Namen Emmeline Heaney, Varga Girl und Sleeping Beauty und die A-320 fliegen als Maggie May, Tartan Lassie und Rosie Lea durch die Welt. Wer schon einmal mit einem Flugzeug von Virgin Atlantic unterwegs war oder eines von der Flotte auf einem Flughafen gesehen hat, dem ist sicher aufgefallen, dass die Maschinen alle eine Art Pin-up Girl ziert, das unterhalb des Cockpits appliziert ist. Das ist die sogenannte „Scarlet Lady“ (hier ein Foto von ihr), die es seit 1984, also seit Gründung des Unternehmens gibt, und die ein „brainchild“ des Swindoner Künstlers Ken White ist.
White stand damals als Designer in Richard Bransons Diensten und erhielt den Auftrag für das neugegründete Unternehmen ein Logo zu entwerfen. Die erste fast fünf Meter lange Lady malte Ken White eigenhändig mit einer Spritzpistole auf das Flugzeug, eine junge wohlgeformte Dame im Badeanzug, die den Union Jack in der Hand hält.Ursprünglich sollte jede Maschine durch eine andere Lady verziert werden, doch der erste Entwurf gefiel am besten.

Ken White hatte für Richard Branson schon in der ganzen Welt Hotels, Flughafenlounges und Läden entworfen, ist aber in erster Linie für seine mehr als 100 Wandbilder bekannt, die man u.a. in Swindon, London und Plymouth sehen kann/konnte. Hier ist ein Beispiel für eines seiner „murals“ in Swindon.

Hier ist ein Interview mit Ken White.

Published in: on 13. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Morgenländische Platane in Corsham Court (Wiltshire) – Großbritanniens größter Baum

Corsham Court. Author: Rodhullandemu. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Corsham Court.
Author: Rodhullandemu.
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Er ist nicht der höchste, nicht der älteste, aber der größte Baum in ganz Großbritannien, was seinen Gesamtumfang anbelangt, der umfasst nämlich etwa die Fläche eines ganzen Fußballfeldes: Die Morgenländische Platane (Oriental Plane) auf dem Geländes des Corsham Courts in Corsham (Wiltshire). Hier ist ein Foto zu sehen. Der Baum ist so riesig, dass viele seiner unteren Äste bis zum Boden reichen und dort selbst wieder Wurzeln geschlagen haben. Gepflanzt wurde der Baum um das Jahr 1760 herum von einem der berühmtesten Landschaftsgärtnern Englands, von Lancelot „Capability“ Brown. Brown erhielt damals den Auftrag, den Park des herrschaftlichen Hauses zu erweitern und komplett umzugestalten, was er dann auch tat und dazu gehörte auch die Neubepflanzung von Bäumen wie zahlreichen Zedern und eben dieser speziellen Platane, die ihren Ursprung im Mittleren Osten hat. Rund 40 Jahre später ergänzte ein anderer Landschaftsgärtner, der in der Nachfolge Capability Browns stand, Humphry Repton, die Bepflanzung des Parks von Corsham Court durch Rosskastanien, Schwarznussbäume, Rotbuchen und Trompetenbäume.

Baumliebhaber werden hier im Park von Corsham Court voll auf ihre Kosten kommen. Das sehenswerte Haus befindet sich in Privatbesitz und ist zu besichtigen; im Winterhalbjahr nur am Wochenende, sonst täglich außer montags und freitags.

Corsham Court liegt am östlichen Ortsrand von Corsham und ist von der A4 aus ausgeschildert. Zur nächst größeren Stadt, nach Chippenham, sind es rund sieben Kilometer.

Übrigens sind laut Tree Register die ältesten Bäume Großbritanniens (nach Schätzungen 5000 Jahre alt) in Schottland und Wales zu finden; in Fortingall (Perthshire), in Discoed (Powys) und in Llangernyw (Conwy). Der höchste Baum Großbritanniens steht neben dem Loch Fyne (Argyll) in Schottland und misst 64 Meter.

Das Buch zum Artikel:
Owen Johnson: Champion Trees of Britain and Ireland – The Tree Register Handbook. Royal Botanic Gardens 2011. 300 Seiten. ISBN 978-1842464526.

 

Published in: on 12. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Whites of Appleton – Church Bellhangers seit 1824

Luftbildaufnahme von Appleton in Oxfordshire.    © Copyright Dave Price and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Luftbildaufnahme von Appleton in Oxfordshire.
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1824 gründete Alfred White in Appleton (Oxfordshire) die Firma A. White Bellhanger. Schon früh hatte er sein Interesse an Glocken entdeckt und machte das zu seinem Lebensinhalt. Nebenbei arbeitete White aber auch noch als Schmied, Bäcker und Gastwirt im Greyhound im benachbarten Besselsleigh, einem Pub, den es noch heute gibt.

Glocken müssen ja nach ihrer Herstellung in einem Kirchturm aufgehängt werden, dafür braucht man starke tragfähige Rahmen, die dort oben in luftiger Höhe installiert werden müssen: Das ist das Geschäft der Bellhanger und damit beschäftigte sich Alfred White. Nach seinem Tod im Jahr 1876 übernahm Frederick White das Geschäft seines Vaters und auch dessen Söhne führten das Familienunternehmen weiter, das 1969 in „Whites of Appleton“ umbenannt wurde. Die Firma findet man auch heute noch in der Eaton Road in Appleton, nahe der A420, südwestlich von Oxford.

Heute bietet die Firma ein breites Spektrum an Dienstleistungen rund um Glocken an; das beginnt bei der Neuinstallation, bei der Wartung und Reparatur beschädigter Glocken, geht weiter über den Glockentransport von den Kirchen zur Werkstatt in Appleton und wieder zurück und endet bei der Herstellung von Klöppeln und Aufhängungsvorrichtungen.

Whites of Appleton bietet seine Dienste in ganz Großbritannien an. Einige Beispiele für ausgeführte Arbeiten in den letzten Jahren:
– In der berühmten St Paul’s Cathedral in London wurden an zwei Klöppeln Ausbesserungsarbeiten vorgenommen.
– Im Windsor Castle wurde einen Glocke neu aufgehängt.
– In der Kirche All Saints in Monk Sherborne (Hampshire), dort wo Jane Austens älterer Bruder beigesetzt ist, stimmte die Firma die Glocken neu und hängte sie neu auf.
– In St Peter and St Paul in Heytesbury (Wiltshire) nahm man umfangreiche Arbeiten an den Glocken und deren Aufhängung vor.

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Whites of Appleton ist die älteste Firma im ganzen Land, die sich mit Bellhanging beschäftigt.

Whites of Appleton
69 Eaton Road
Appleton
Abingdon, Oxon, OX13 5JJ

All Saints in Monk Sherborne (Hampshire).    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints in Monk Sherborne (Hampshire).
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St Peter and St Paul in Heytesbury (Wiltshire).    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter and St Paul in Heytesbury (Wiltshire).
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The Greyhound in Besselsleigh (Oxfordshire), in dem Alfred White wirkte.    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Greyhound in Besselsleigh (Oxfordshire), in dem Alfred White wirkte. Eine blaue Plakette erinnert seit 2014 an ihn.
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Published in: on 11. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Die „anrüchige“ Straßenlaterne in Londons Carting Lane

Die "sewer lamp" in der Carting Lane. Author: geneticcuckoo. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International licence.

Die „sewer lamp“ in der Carting Lane.
Author: geneticcuckoo.
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Wer schon einmal im noblen Londoner Savoy Hotel gewohnt hat und vielleicht nach dem Abendessen noch eine Runde ums Haus gemacht hat, der ist möglicherweise in die Carting Lane eingebogen, dort wo die Hotellieferanten ihre Waren hinbringen. In dieser Sackgasse steht eine ziemlich unauffällige Straßenlampe, mit der es einmal eine besondere Bewandtnis hatte. Sie ist die letzte in London übriggebliebene „Webb Patent Sewer Gas Lamp„, die Ende des 19. Jahrhunderts von Joseph Webb in Birmingham erfunden wurde.
Die Idee des Mannes war genial, denn die Straßenlampen dienten zwei Zwecken: Zum einen leuchteten sie rund um die Uhr und erhellten nachts die Straßen der Hauptstadt, zum anderen verbrannten sie das übel riechende Methangas, das sich in Londons Abwassersystemen ansammelt.

Die Lampe in der Carting Lane wurde „gespeist“ durch die „Speisen“, die die Gäste des Savoy Hotels zu sich genommen hatten, d.h. durch das, was die Toiletten des Hauses in das Abwassersystem „einspeisten“. Je mehr die Hotelgäste also in den Badezimmern ihren Gedärmen freien Lauf ließen, umso heller wurde es in der Carting Lane… die man dann bald „Farting Lane“ nannte. Bis in die 1950er Jahre hinein, wurde die „sewer lamp“ betrieben. Vor einigen Jahren fuhr ein rückwärts fahrender LKW die Lampe um, so dass sie von Technikern der Firma Thames Gas erst wieder restauriert und repariert werden musste.

Published in: on 10. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  

St Michael de Rupe bei Brentor (Devon) – Englands höchstgelegene Kirche

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Am westlichen Rand des Dartmoors in Devon liegt nördlich von Tavistock bei Brentor eine der bemerkenswertesten Kirchen in ganz England: St Michael de Rupe. Sie gilt als die höchstgelegene Kirche des Landes, denn sie steht auf dem Gipfel eines Vulkankegels, der 338 Meter in die Höhe ragt, von dem aus man einen grandiosen Blick auf die drei Moorlandschaften von Dartmoor, Bodmin Moor und Exmoor hat. St Michael de Rupe zählt auch zu den kleinsten Kirchen Englands mit einer Länge von 11 Metern und einer Breite von 4,60 Meter. Der Turm mit seinen fünf Glocken misst 12 Meter; rund 40 Menschen passen in die Kirche hinein, in der nur zu bestimmten Zeiten Gottesdienste abgehalten werden wie zu hohen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern. Im Sommerhalbjahr wird jeden Sonntag um 18.30 eine Abendandacht gehalten.

Der Aufstieg zur Kirche ist etwas beschwerlich für ältere Leute, denn er ist ziemlich steil. Vom Parkplatz aus geht man zehn Minuten, bis man (schwer atmend) auf dem Gipfel angekommen ist.

St Michael de Rupe (St Michael of the Rock) soll etwa im Jahr 1130 erbaut worden sein, im Auftrag eines reichen Kaufmanns, der vor der Küste Devons mit seinem Schiff in einen schweren Sturm geraten war und sich geschworen hatte, sollte er überleben, würde er auf dem höchsten Gipfel, den er finden konnte, ein Gotteshaus bauen. So geht zumindest die Legende.

1995 schlug ein Blitz in den Turm ein, wodurch einige Schäden entstanden, die aber bald wieder behoben wurden. Um das in Zukuft zu vermeiden, hat man jetzt Blitzableiter installiert. Am 12. Juni 2002 wurde St Michael von Vandalen heimgesucht, die Teile der Inneneinrichtung und das Fenster zerschlugen, auf dem der Heilige Michael abgebildet war. Auch hier entstanden wieder hohe Reparaturkosten.

Einige Szenen der Fernsehverfilmung von Daphne DuMauriers Roman „Jamaica Inn“ wurden 1983 hier oben auf dem Kirchhof gedreht. In den Hauptrollen spielten damals Jane Seymour und Patrick McGoohan.

Hier ist ein sehr schöner Film über die Kirche, der St Michael de Rupe aus der Luft zeigt.

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Published in: on 9. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Englische Exzentriker – William Buckland, der Mann der Maulwürfe, Schmeißfliegen und auch schon einmal das Herz eines Königs aß

William Buckland. This image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

William Buckland.
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William Buckland war ein seriöser und renommierter Wissenschaftler, der von 1784 bis 1856 lebte. Er war Geologe, Paläontologe und Theologe, saß im Aufsichtsrat des Britischen Museums und war Mitglied der Royal Society. Darüber hinaus führte er die Gasbeleuchtung in Oxford ein und legte die ersten Abflussrohre in London.

Buckland hatte aber auch eine sehr exzentrische Seite, denn er hatte den Ehrgeiz, möglichst viele verschiedene Tiere einmal zu verkosten. Auf seinem Speiseplan  standen dann zum Beispiel gebackener Igel, getoaste Mäuse und Krokodilsteak; er aß sich so allmählich durch das Tierreich durch. Am abscheulichsten sollen ihm Maulwürfe und Schmeißfliegen geschmeckt haben. William Buckland kannte sich in der Zoologie bestens aus und so gibt es die schöne Geschichte von seinem Besuch in Palermo, wo er den Schrein der Heiligen Rosalia aufsuchte, in dem die Knochen der Schutzpatronin der Stadt aufbewahrt wurden. Stolz präsentierten die Priester ihm die kostbaren Reliquien. „Das sind Knochen einer Ziege und nicht die einer Frau“, rief er laut, woraufhin ihm die erzürnten Gottesmänner die Tür wiesen und die Reliquien erst einmal der Begutachtung weiterer neugieriger Augen entzogen.

Etwas Ähnliches geschah bei seinem Besuch in einer Kathedrale, in der man ihm den Blutfleck eines Heiligen auf dem Steinfußboden zeigte, der angeblich immer frisch war und nie verschwand. Buckland kniete sich neben den Fleck, feuchtete einen Finger an, tupfte ihn hinein und leckte daran: „Das ist Fledermausurin“, stellte er prompt fest und zog sich erneut den Zorn der Kirchenmänner zu, die sich einer Attraktion ihrer Kirche ärmer sahen.

Den Vogel schoss der gelehrte und exzentrische Mann aber eines Tages ab, als ihm der Erzbischof von York einmal das einbalsamierte Herz des französischen Königs Ludwig XIV zeigte, das er während der Revolution einem Mann abgekauft hatte, der das Grab des Königs in Paris geplündert hatte. Vorsichtig entnahm der Erzbischof die Kostbarkeit einer Schnupftabakdose und präsentierte sie Buckland. „Ich habe ja schon vieles gegessen, aber noch nie das Herz eines Königs“, sprach er, nahm es und schluckte es in einem Stück herunter.

William Bucklands Sohn, Francis Trevelyan, stand seinem Vater, was die kulinarischen Exzesse anging, übrigens in nichts nach. Er aß zum Beispiel gebratenen Delfinkopf, Nashornpastete, Pantherkotelett, Ohrwürmer und Schneckensuppe. Guten Appetit!

William Buckland wohnte die letzten Jahre seines Lebens im Pfarrhaus in Islip in Oxfordshire, wo er eine bunte Tiermenagerie hielt, u.a einen Bären, der gern durch das Dorf wanderte und im Gemischtwarenladen nach Süßigkeiten suchte. Buckland starb am 14. August 1856 in Islip und wurde auf dem Kirchhof von St Nicholas begraben.

St Nicholas in Islip (Oxfordshire). Hier ruht William Buckland.    © Copyright Roger Templeman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Nicholas in Islip (Oxfordshire). Hier ruht William Buckland.
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Published in: on 8. Februar 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Folge 93 „Sonne, Mord und Sterne“

Die Pearson Road in Sonning; links The Old Forge, die als Redaktion für Midsomer Mercury dient.    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Pearson Road in Sonning; links The Old Forge, die als Redaktion für den Midsomer Mercury dient.
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Am Sonntag, dem 15. Februar sendet das ZDF den vorerst letzten Film aus der Inspector Barnaby-Reihe „Sonne, Mord und Sterne„, der den Originaltitel „Written in the Stars“ trägt und zur 15. Staffel gehört. Sarah Barnaby hat sich in dieser Folge auf Yoga verlegt, versucht ihren Mann ebenfalls dafür zu gewinnen (was ihr natürlich nicht gelingt) und Sykes sieht diesem merkwürdigen Treiben im Haus Barnaby verständnislos zu.

Der langjährige „Midsomer Murders“-Produzent Brian True-May hat ja vor einiger Zeit eine Bemerkung darüber gemacht, warum in seiner TV-Serie eigentlich nie Figuren „mit Migrationshintergrund“, also Schwarze oder Asiaten, auftauchen. Er meinte seinerzeit in einem Interview mit der Radio Times, die Krimiserie wäre „the last bastion of Englishness“ und ethnische Minoritäten passten einfach nicht in ein typisch englisches Dorf. Diese Aussage brach ihm schließlich das Genick als Produzent der Serie. Seine Nachfolgerin Jo Wright sieht offensichtlich diese Probleme nicht, denn in „Sonne, Mord und Sterne“ treten zwei Asiaten auf: Der Dorfapotheker und Yogalehrer von Midsomer Stanton Henry Dutta und seine hübsche Tochter Gagan, gespielt von Ace Bhatti (schon zu sehen u.a. in The Eastenders, Lewis und Silent Witness) respektive Soraya Radford (sie hatte bisher nur wenige Kurzauftritte in TV-Serien).

Gedreht wurde erstmals in dem Ort Sonning-on-Thames in Berkshire, ganz in der Nähe von Reading. Hierhin hatte es DCI Tom Barnaby nie verschlagen, obwohl sich das hübsche Dorf für Filmaufnahmen geradezu anbietet. Im letzten Jahr ging der Name Sonning durch die britische Presse, weil George Clooney und seine Frau sich hier im Mill House angesiedelt haben. Auch noch andere Prominente wohnen/wohnten hier direkt an der Themse wie der Magier Uri Geller, der in einem Haus wohnt, das dem Weißen Haus in Washington nachempfunden ist, Jimmy Page, der Gitarrist der Band Led Zeppelin, dessen Domizil Deanery Garden an der Thames Street ist, und die Innenministerin der Regierung Cameron Theresa May.

Die Dreharbeiten fanden in der Pearson Road statt. Da steht z.B. das Haus, in dem Henry Dutta seine Yoga-Klasse unterrichtet. Direkt gegenüber befinden sich die Moonstone Ridge Tea Rooms und nur ein paar Schritte weiter auf der gleichen Straßenseite sieht man im Film die Büroräume der Zeitung Midsomer Mercury, wofür man The Old Forge benutzte. Das waren also die Dreharbeiten der kurzen Wege. Nur für Henry Duttas Apotheke fand man offenbar kein passendes Haus; da griff man noch einmal auf Bewährtes zurück und verwendete ein Haus in Taplow (Buckinghamshire), das schon einmal im Jahr 2002 in Folge 22 „Ring Out Your Dead“ (dt. „Glockenschlag zum Mord“) zu sehen war. Um die Observatoriums-Szenen zu drehen, zog man nach London, wo die University of London in Mill Hill seit 1929 ihre Himmelsbeobachtungsanlagen betreibt.

In diesem Haus in der Pearson Road wurden die Szenen mit dem Yoga-Interricht gedreht.    © Copyright Scriniary and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In diesem Haus in der Pearson Road in Sonning wurden die Szenen mit dem Yoga-Unterricht gedreht.
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Das Observatorium der University of London in Mill Hill. Author: Grim23. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Observatorium der University of London in Mill Hill.
Author: Grim23.
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Published in: on 7. Februar 2015 at 08:28  Schreibe einen Kommentar  
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Einige neue interessante Filme des Jahres 2015 und ihre Drehorte

Cliveden House in Bekshire, Drehort von "Cinderella" und "A Little Chaos". Eigenes Foto.

Cliveden House in Berkshire, Drehort von „Cinderella“ und „A Little Chaos“.
Eigenes Foto.

In diesem Jahr werden einige interessante Filme in die Kinos kommen. Hier sind schon einmal einige Beispiele:

– Am 13. Februar wird erstmals während der Berlinale die Neuverfilmung von „Cinderella“ gezeigt, die dann am 12. März in die deutschen Kinos kommt, am 27. März in die englischen. In dem Aschenputtel-Film, in dem Kenneth Branagh Regie führt,  werden wir einige Schauspielerinnen wiedersehen, die wir aus „Downton Abbey“ kennen. Die Hauptrolle spielt Lily James, das ist Lady Rose MacClare in DA, und Sophie McShera, Downton Abbeys Küchenmädchen Daisy, spielt die Rolle der Drizella, das ist Cinderellas böse Stiefschwester.  Weitere Darsteller sind Cate Blanchett und Helena Bonham-Carter.

Gedreht wurde in den Pinewood Studios westlich von London und im Black Park, der direkt an das Studiogelände angrenzt und immer wieder gern für Filmaufnahmen genutzt wird. Weitere Stationen für die Dreharbeiten waren der Blenheim Palace bei Woodstock in Oxfordshire, das Old Royal Naval College in Greenwich und das Cliveden House bei Taplow in Berkshire.
Hier ist der Trailer zu „Cinderella“.

– Ebenfalls neu verfilmt wurde James Matthew Barries Geschichte von Peter Pan unter dem Titel „Pan„. Geplante Filmstarttermine: 16. Juli in Deutschland, 17. Juli in England. In dem Film über den kleinen Jungen, der niemals erwachsen wird und im Nimmerland lebt, spielen die Hauptrollen Hugh Jackman, Amanda Seyfried und Levi Miller als Peter Pan. Regie führte Joe Wright.

Gedreht wurde in den Leavesden Studios in Hertfordshire und in dem grandiosen, dem National Trust gehörenden Stowe Park in Buckinghamshire.
Hier ist der Filmtrailer zu „Pan“.

– Thomas Hardys Roman „Far From the Madding Crowd“ (dt. „Am grünen Rand der Welt“) wurde schon einmal 1967 mit Julie Christie und Peter Finch unter dem gleichen Titel verfilmt. Der deutsche Titel hieß damals „Die Herrin von Thornhill“. Am 9. Juli (in England am 1. Mai) kommt eine Neuverfilmung wieder unter dem Titel „Far From the Madding Crowd“ in die Kinos mit Carey Mulligan als Bathsheba Everdene und Michael Sheen als William Boldwood in den Hauptrollen. Regie führte der Däne Thomas Vinterberg.

Gedreht wurde die Geschichte der Bathsheba Everdene, die die große Farm ihres Onkels erbt und sich gleich drei Verehrern gegenüber sieht, u.a. im Claydon House in Buckinghamshire, ein Landsitz bei Aylesbury, der dem National Trust gehört und in dem Florence Nightingale eine Zeit lang lebte, deren Schwester Parthenope, Lady Verney, Hausherrin war. Claydon House dient in dem Film als William Boldwoods Landhaus.
Hier ist der Trailer zu sehen.

– Der Historienfilm „A Little Chaos„, der den deutschen Titel „Die Gärtnerin von Versailles“ tragen wird, kommt am 30. April in die deutschen und am 17. April in die englischen Kinos. Die Geschichte spielt am Hof Ludwigs XIV., der eine Frau damit beauftragt, die Gärten von Versailles anzulegen. Die Landschaftsgärtnerin wird von Kate Winslett gespielt, an deren Seite u.a. noch Alan Rickman als König Ludwig XIV. und Matthias Schoenarts als André Le Nôtre agieren.

Gedreht wurde an den gleichen Schauplätzen wie „Cinderella“, nämlich in den Pinewood Studios, im Black Park, im Blenheim Palace und im Cliveden House. Weiterhin suchte man sich noch u.a. Hampton Court und das Waddesdon Manor in Buckinghamshire aus, das als der Palast von Fontainebleau fungiert. Die Regie führte Alan Rickman (ja, der auch den König verkörpert).

Der Trailer vermittelt einen kleinen Eindruck von „A Little Chaos“.

Waddesdon Manor in Buckinghamshire. Drehort von "A Little Chaos". Eigenes Foto.

Waddesdon Manor in Buckinghamshire. Drehort von „A Little Chaos“.
Eigenes Foto.

Der Black Park, nahe den Pinewood Studios. Drehort für    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Black Park, nahe den Pinewood Studios. Drehort für „Cinderella“ und „A Little Chaos“.
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Die Palladian Bridge im Stowe Park in Buckinghamshire, Drehort für    © Copyright David Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Palladian Bridge im Stowe Park in Buckinghamshire, Drehort für den Film „Pan“.
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Claydon House in Buckinghamshire; hier wurden einige Szenen für den Film "Fa From the Madding Crowd" gedreht.    © Copyright Nigel Cox and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Claydon House in Buckinghamshire; hier wurden einige Szenen für den Film „Far From the Madding Crowd“ gedreht.
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Published in: on 7. Februar 2015 at 02:00  Comments (5)  

The Ancestor – Eine reisefreudige, sonnenanbetende Metallfigur in Amesbury (Wiltshire)

The Ancestor vor dem Holiday Inn in Amesbury (Wiltshire).    © Copyright Chris Talbot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Ancestor vor dem Holiday Inn in Amesbury (Wiltshire).
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Wer schon einmal im Holiday Inn Salisbury-Stonehenge in Amesbury (Wiltshire) übernachtet hat, kann sich sicher an die sieben Meter große und sieben Tonnen schwere Metallfigur namens The Ancestor (Der Vorfahre) erinnern, die vor dem modernen Hotelgebäude im Solstice Park steht bzw. kniet und dabei die Hände in den Himmel reckt und die Sonne begrüßt.

„Ancient man on his knees head thrown back arms open wide.
Reaching up to the sky spreading out like a mighty oak, straining towards the sun on the longest day.
Rooted Into the moon and protected by three magical hares.
The sun the moon and the life in between.“

Diese Worte stehen auf einer Plakette zu Füßen der imposanten Statue, die die 10 000 Jahre lange Vergangenheit der Region verkörpern soll. Man kann aber auch Pech haben und trifft den Riesen im Solstice Park nicht an, dann ist er nämlich auf Reisen. Er war schon zweimal beim Glastonbury Festival, einmal beim Greenman Festival in Wales und zweimal in der direkten Nachbarschaft, bei der Sommersonnenwende in Stonehenge.

Die Schöpfer des Ancestors sind die beiden Künstler Andy Rawlings und Michelle Topps, die ihren Giganten so konstruiert haben, dass er relativ schnell abgebaut und ebenso schnell wieder aufgebaut werden kann und so bieten Andy und Michelle ihn auch zur Miete an; genauso gern würden sie ihn aber verkaufen, denn er hat eine Menge Geld gekostet und so soll er möglichst auch wieder Geld einbringen. Anfragen nehmen die beiden gern entgegen.

Andy Rawlings und Michelle Topps haben ihr Atelier in Netheravon, das ist ein Dorf einige Kilometer nördlich von Amesbury. Dort in der High Street arbeiten sie unter dem Namen A&R Metalcraft an Designobjekten aus Metall, wobei sie nach ihren eigenen Worten traditionelle und moderne Techniken verwenden. Hier ist ihre Homepage.

Einige stimmungsvolle Eindrücke vom Ancestor bekommt man in diesem Film.

Published in: on 6. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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St Mary’s in Thornbury (Gloucestershire) – Eine meiner Lieblingskirchen in England

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Mein Lieblingshotel in England, das Thornbury Castle Hotel in Gloucestershire, steht Rücken an Rücken mit einer meiner Lieblingskirchen, St Mary’s, die anglikanische Parish Church der Kleinstadt Thornbury. Schon 1106 soll hier eine normannische Kirche gestanden haben; übriggeblieben sind davon nur wenige Teile wie zwei Türen und das Taufbecken. In der Zeit zwischen 1500 und 1540 wurde St Mary’s neu gebaut, mit dem wunderschönen Turm und seinen aus Stein gemeißelten, spitz zulaufenden Fialen. In diese Zeit fällt auch der Bau des Thornbury Castles nebenan. 1848 nahm man noch einmal eine Restaurierung von einigen Teilen der Kirche vor, so wurden die Kirchenbänke durch neue ersetzt, wobei man das Holz der alten Bänke verwendete; auch erhielt St Mary’s in dieser Zeit ein neues Dach.

Im Turm der Gemeindekirche hängen acht Glocken, von denen sechs in der Gießerei Rudhall of Gloucester und zwei in der Londoner Whitechapel Bell Foundry hergestellt wurden. Die „bell-ringer“ sind jeden Sonntagmorgen ab zehn Uhr aktiv, ich habe sie aber auch schon wochentags proben gehört.

Umgeben ist St Mary’s von einem Friedhof mit uralten Grabsteinen; ich bin dort einmal an einem eiskalten, sonnigen Vormittag spazierengegangen und da herrschte schon eine ganz besondere Atmosphäre.

Vor drei Jahren, am 14. Februar 2012, sorgte Thornbury und St Mary’s national für Schlagzeilen, als dort der Vikar John Suddards im Pfarrhaus auf bestialische Weise ermordet wurde (ich berichtete in meinem Blog seinerzeit darüber). Als ich damals davon hörte, war ich doch sehr berührt, denn ich war nur wenige Tage vor dem Mord im Thornbury Castle Hotel gewesen und kam häufig an dem Pfarrhaus vorbei. Der Mörder, der fünf Wochen vorher schon eine ältere Dame in Bewdley in Worcestershire getötet hatte, wurde fünf Tage später in Folkestone festgenommen und im November 2012 vom Bristol Crown Court zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

Der Turm von St Mary's vom Geländes des Thornbury Castle Hotels aus gesehen. Eigenes Foto.

Der Turm von St Mary’s vom Geländes des Thornbury Castle Hotels aus gesehen.
Eigenes Foto.

Der Kirchhof von St Mary's mit dem Thornbury Castle im Hintergrund. Eigenes Foto.

Der Kirchhof von St Mary’s mit dem Thornbury Castle im Hintergrund.
Eigenes Foto.

...und so sieht St Mary's innen aus. This work has been released into the public domain.

…und so sieht St Mary’s innen aus.
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Published in: on 5. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Chocolate Box Cottages – Bilderbuchhäuser in englischen Dörfern

Dieses Haus in Littlewick Green ist gleich viermal in der Inspector Barnaby-Serie zu sehen. Eigenes Foto.

Dieses Haus in Littlewick Green (Berkshire) ist gleich viermal in der Inspector Barnaby-Serie zu sehen.
Eigenes Foto.

Auf Pralinenschachteln prangten früher oft die Abbildungen von besonders schönen, meist reetgedeckten Häusern, so dass man diese gern „chocolate box cottages“ nennt bzw gleich die ganzen Dörfer als „chocolate box villages“ bezeichnet. Die beiden Amerikaner Thomas Kinkade und Fred Swan haben Dutzende davon gemalt, oft in winterlicher Landschaft.

Bei meinen Fahrten durch Inspector Barnabys Midsomer County, sprich Buckinghamshire, Oxfordshire, Berkshire, fand ich einige wunderbare Exemplare, die man bei den Dreharbeiten für die Serie verwendete. Ich habe in meinem heutigen Blogeintrag einmal ein paar Beispiele zusammengestellt, die mir besonders gut gefallen haben.

Besonders schön fand ich das Dorf Westlington in Buckinghamshire, in dem es reihenweise "chocolate box cottages" zu sehen gibt. Eigenes Foto.

Besonders schön fand ich das Dorf Westlington in Buckinghamshire, in dem es reihenweise „chocolate box cottages“ zu sehen gibt.
Eigenes Foto.

In diesem hübschen Cottage in Welford-on-Avon verbrachte ich einmal eine Woche. Eigenes Foto.

In diesem hübschen Cottage in Welford-on-Avon (Warwickshire) verbrachte ich einmal eine Woche.
Eigenes Foto.

Auch hier in diesem Cottage in Shutford (Oxfordshire) wohnte ich einmal kurzzeitig. Eigenes Foto.

Auch hier in diesem Cottage in Shutford (Oxfordshire) wohnte ich einmal kurzzeitig.
Eigenes Foto.

Haddenham in Buckinghamshire. Auch hier ging Tom Barnaby ein und aus. Eigenes Foto.

Haddenham in Buckinghamshire. Hier ging Tom Barnaby ein und aus.
Eigenes Foto.

Das Spinning Wheel Cottage in Hawley's Corner zwischen Westerham und Biggin Hill in Surrey.    © Copyright Ian Capper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Spinning Wheel Cottage in Hawley’s Corner zwischen Westerham und Biggin Hill in Surrey.
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Gaunt's House Lodge bei Stanbridge in Dorset.    © Copyright Mike Searle and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gaunt’s House Lodge bei Stanbridge in Dorset.
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Pump Cottage bei Harpford in Devon.    © Copyright Jonathan Billinger and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pump Cottage bei Harpford in Devon.
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Published in: on 4. Februar 2015 at 02:00  Comments (3)  

Meine Lieblings-Pubs – The Tunnel House Inn bei Coates in Gloucestershire

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über eine nicht enden wollende, schlechte, rumpelige Straße fuhr ich zum Tunnel House Inn, der mitten im Nirgendwo in der Nähe des Dörfchens Coates, westlich von Cirencester am Rande der Cotswolds liegt. Wer findet eigentlich hier sonst noch hin? Offensichtlich einige, und am Sonntag, wenn eine typisch englische „carvery“ (ein Buffet mit verschiedenen Sorten Fleisch) angeboten wird, bekommt man ohne Reservierung keinen Tisch.

Der Gasthof, den „Country Life“ im vergangenen Jahr zu den besten Pubs Großbritanniens gewählt hat, steht am Eingang des Sapperton-Tunnels, über den ich in meinem Blog schon einmal berichtet habe. Gebaut wurde er in den 1780er Jahren, damit die Arbeiter, die mit dem Bau des Tunnels entlang des Themse & Severn-Kanals beschäftigt waren, dort schlafen und essen konnten. Da die Arbeit nicht ungefährlich war, gab es häufig Todesfälle im Tunnel und dann musste der Gasthof, der damals noch New Inn hieß, auch schon einmal als vorübergehender Unterbringungsort für die Leichen dienen.

Der Kanal wurde bis zum Jahr 1911 benutzt, danach fuhr kein Schiff mehr durch den Sapperton-Tunnel, der nicht mehr passierbar ist, weil Teile der Decke herabgestürzt sind. Es gibt aber immer wieder Bestrebungen, den Tunnel und den Kanal befahrbar zu machen.

Am 17. Januar 1952 fielen große Teile des Pubs einem Feuer zum Opfer; das Haus wurde aber wieder aufgebaut. Gäste des Tunnel House Inns sind nun nicht mehr die Passagiere bzw. die Bootsleute der vorbeifahrenden Schiffe, sondern Leute aus der Umgebung, die sich an der schönen Lage des Pubs erfreuen und Studenten der nahegelegenen Royal Agricultural University in Cirencester. Auch die beiden Prinzen William und Harry feierten im Tunnel House Inn schon einmal eine Party.

Da der Gasthof ein brauereiunabhängiges Haus ist, findet man hier eine große Bandbreite an Bieren z.B. das Ale mit dem passenden Namen „Tunnel Vision“ der Box Steam Brewery in Holt in Wiltshire,  das allerdings nicht nach dem Sapperton Tunnel, sondern nach dem 1841 eröffneten Box Tunnel benannt wurde). Weiterhin im Ausschank ist das „Shagweaver“ der North Cotswold Brewery bei Shipston-on-Stour (Warwickshire) und das Uley Bitter der Uley Brewery, die im gleichnamigen Ort in Gloucestershire ansässig ist.

Ich kann den Tunnel House Inn sehr empfehlen. Ich war an einem nasskalten Wintertag da (was sehr stimmungsvoll war!), es muss an einem warmen Sommertag aber auch sehr schön hier sein. Der Gasthof ist von der A433, die von Tetbury nach Cirencester führt, bei der Abfahrt nach Coates mit einem braunen Wegweiser ausgeschildert.

Tunnel House Inn
Tarlton Road
Coates Cirencester
GL7 6PW

Der Gasthof ist gut ausgeschildert.    © Copyright Paul Best and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gasthof ist gut ausgeschildert.
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Hier fährt schon lange kein Schiff mehr durch: Der Eingang zum Sapperton-Tunnel beim Tunnel House Inn. Eigenes Foto.

Hier fährt schon lange kein Schiff mehr durch: Der Eingang zum Sapperton-Tunnel beim Tunnel House Inn.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 3. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Eton Wall Game – „Bone-cracking“ aber nicht „Nerve-wrecking“

Der Kampf an der Mauer. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

Der Kampf an der Mauer.
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Das Eton Wall Game, das im elitären Eton College gespielt wird, dürfte einerseits zu den härtesten, aber auch zu den langweiligsten Spielen gehören, die man sich vorstellen kann. Das eigentliche Ziel des Wall Games ist es, Tore zu erzielen, aber seit dem 30. November 1909 (!) hat das niemand mehr geschafft. Da hilft nur eins: Geduld, Geduld, Geduld.

Am St Andrew’s Day, eben dem 30. November, treffen die Collegers (die Stipendiaten) auf die Oppidans (das sind die anderen Schüler, die die vollen Studiengebühren zahlen müssen). Schauplatz des Eton Wall Games ist eine etwa 110 Meter lange Ziegelmauer auf dem Gelände des Colleges, auf dem die mehr oder weniger begeisterten Zuschauer sitzen und ihr jeweiliges Team anfeuern (oder auch vor lauter Langeweile gähnen). Das Spielfeld ist gerade einmal fünf Meter breit, auf dem sich die gegnerischen Mannschaften einen manchmal ziemlich brutalen Kampf um einen Ball liefern, der ans gegnerische Ende, das sogenannte „calx„, getrieben werden muss. Es gibt zwar bestimmte Regeln, was man bei dem Wall Game alles darf und was nicht, aber man gewinnt den Eindruck, dass diese Regeln entweder nicht beachtet oder auch gar nicht verstanden werden. Der Ball ist kaum einmal zu sehen, weil er in einem unentwirrbaren Spielerknäuel steckt.

2-mal dreißig Minuten dauert das Spiel, das häufig 0:0 ausgeht und wobei der Ball oft nicht nennenswert weit vom Startpunkt weg kommt. Das rugbyartige Wall Game wurde erstmals im frühen 18. Jahrhundert gespielt, nachdem die Backsteinmauer errichtet worden war. Einige prominente Etonians haben in der Vergangenheit an dem Spiel teilgenommen wie z.B. die beiden Prinzen William und Harry. Vor allem Harry, der ein Faible für harte Männersportarten hat, kann man sich gut bei dem Wall Game vorstellen. Der ehemalige Premierminister Harold McMillan, der Schriftsteller George Orwell und Londons Bürgermeister Boris Johnson waren ebenfalls Teammitglieder, die sich an der Mauer eine blutige Nase holten. Der bullige Johnson war sogar Mannschaftsführer während seiner Studienzeit in Eton.

Hier ist ein Film der British Paté aus dem Jahre 1956, der ein Eton Wall Game zeigt.

Der Eingang zum Eton College.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Eingang zum Eton College.
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Published in: on 2. Februar 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Metroland – Der Nordwesten Londons in Musik, Film und Literatur

Der Pendler-Bahnhof von South Ruislip mitten im Metroland.    © Copyright Oxyman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Pendler-Bahnhof von South Ruislip, mitten im Metroland.
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte die Eisenbahngesellschaft Metropolitan Railway Schienen in den Nordwesten Londons und setzte darauf Züge ein. Da ihr viele Ländereien in dieser Region gehörten, ließ die Gesellschaft dort ab 1919 in großem Stil Häuser bauen. Für viele Londoner, die gern im Grünen wohnen wollten, war das eine Gelegenheit, die Stadt zu verlassen und trotzdem durch die gute Eisenbahnverbindung schnell im Zentrum zu sein. Das sogenannte „Metro-land“ war geboren, wobei riesige Flächen zugebaut wurden und neue Vorstädte entstanden, die sich vor allem durch eine gewisse Gleichförmigkeit auszeichneten.

Dieses „suburbia“ wird sehr schön in dem Song und in dem dazugehörenden Musikvideo „Metroland“ der Band Orchestral Manoeuvres in the Dark, kurz OMD, besungen bzw. gezeigt. Die immer gleich aussehenden Pendler, die gleich aussehenden Häuser, der Traum vom Paradies?
„We live and we die
We love and we lie
In hope and in plan
Consumed in metroland“,

so  beginnt der Song, der auf OMDs Album „English Electric“ erschien und im März 2013 veröffentlicht wurde.
Hier ist der Videoclip zu sehen.
Noch detaillierter schildert der Song „My Little Metro-Land Home“ das Leben vor den Toren des Molochs London.

Eine dokumentarische Darstellung der Entwicklung dieser Region ist der Fernsehfilm „Metro-land„, den die BBC am 26. Februar 1973 sendete und der von dem Schriftsteller John Betjeman (1906-1984) gedreht wurde. Betjeman spürt darin die Orte auf, die zum Metroland gehören wie Neasden, Wembley, Harrow, Pinner und Coxley Green. Dieser hochgelobte und sehenswerte Film erschien 2006 noch einmal auf einer DVD, ist aber mittlerweile vergriffen. Glücklicherweise kann man ihn noch auf vimeo sehen.

1980 veröffentlichte Julian Barnes seinen Roman „Metroland“ (dt. „Metroland“), in dem der Ich-Erzähler Christopher Lloyd seine Kindheit in den Vorstädten Londons beschreibt. Auf der Basis dieses Buches drehte Philip Saville 1997 den gleichnamigen Film, in dem Christian Bale die Rolle des Christopher spielt. Gedreht wurde u.a. in Amersham (Buckinghamshire) und Uxbridge (Greater London), zwei Orte, die zum Metroland zählen. Hier ist der Trailer zum Film.

Der Waliser Schriftsteller Leslie Thomas (1931-2014) hat sich 1974 des Themas „suburbia“ in seinem Roman „Tropic of Ruislip“ (liegt nicht in deutscher Übersetzung vor) angenommen. „A sage for life on a modern executive housing estate, seething with the fears, snobberies, frustrations and lusts of well-heeled young couples trundling uneasily towards middle age“, so der Verlag zu diesem Buch. Ruislip liegt mitten im Metroland, nördlich des Militärflugplatzes RAF Northolt.

Im "Metroland-Stil" gebaute Häuser in Harrow.    © Copyright Phillip Perry and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im „Metroland-Stil“ gebaute Häuser in Harrow.
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Published in: on 1. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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