Metroland – Der Nordwesten Londons in Musik, Film und Literatur

Der Pendler-Bahnhof von South Ruislip mitten im Metroland.    © Copyright Oxyman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Pendler-Bahnhof von South Ruislip, mitten im Metroland.
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte die Eisenbahngesellschaft Metropolitan Railway Schienen in den Nordwesten Londons und setzte darauf Züge ein. Da ihr viele Ländereien in dieser Region gehörten, ließ die Gesellschaft dort ab 1919 in großem Stil Häuser bauen. Für viele Londoner, die gern im Grünen wohnen wollten, war das eine Gelegenheit, die Stadt zu verlassen und trotzdem durch die gute Eisenbahnverbindung schnell im Zentrum zu sein. Das sogenannte „Metro-land“ war geboren, wobei riesige Flächen zugebaut wurden und neue Vorstädte entstanden, die sich vor allem durch eine gewisse Gleichförmigkeit auszeichneten.

Dieses „suburbia“ wird sehr schön in dem Song und in dem dazugehörenden Musikvideo „Metroland“ der Band Orchestral Manoeuvres in the Dark, kurz OMD, besungen bzw. gezeigt. Die immer gleich aussehenden Pendler, die gleich aussehenden Häuser, der Traum vom Paradies?
„We live and we die
We love and we lie
In hope and in plan
Consumed in metroland“,

so  beginnt der Song, der auf OMDs Album „English Electric“ erschien und im März 2013 veröffentlicht wurde.
Hier ist der Videoclip zu sehen.
Noch detaillierter schildert der Song „My Little Metro-Land Home“ das Leben vor den Toren des Molochs London.

Eine dokumentarische Darstellung der Entwicklung dieser Region ist der Fernsehfilm „Metro-land„, den die BBC am 26. Februar 1973 sendete und der von dem Schriftsteller John Betjeman (1906-1984) gedreht wurde. Betjeman spürt darin die Orte auf, die zum Metroland gehören wie Neasden, Wembley, Harrow, Pinner und Coxley Green. Dieser hochgelobte und sehenswerte Film erschien 2006 noch einmal auf einer DVD, ist aber mittlerweile vergriffen. Glücklicherweise kann man ihn noch auf vimeo sehen.

1980 veröffentlichte Julian Barnes seinen Roman „Metroland“ (dt. „Metroland“), in dem der Ich-Erzähler Christopher Lloyd seine Kindheit in den Vorstädten Londons beschreibt. Auf der Basis dieses Buches drehte Philip Saville 1997 den gleichnamigen Film, in dem Christian Bale die Rolle des Christopher spielt. Gedreht wurde u.a. in Amersham (Buckinghamshire) und Uxbridge (Greater London), zwei Orte, die zum Metroland zählen. Hier ist der Trailer zum Film.

Der Waliser Schriftsteller Leslie Thomas (1931-2014) hat sich 1974 des Themas „suburbia“ in seinem Roman „Tropic of Ruislip“ (liegt nicht in deutscher Übersetzung vor) angenommen. „A sage for life on a modern executive housing estate, seething with the fears, snobberies, frustrations and lusts of well-heeled young couples trundling uneasily towards middle age“, so der Verlag zu diesem Buch. Ruislip liegt mitten im Metroland, nördlich des Militärflugplatzes RAF Northolt.

Im "Metroland-Stil" gebaute Häuser in Harrow.    © Copyright Phillip Perry and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im „Metroland-Stil“ gebaute Häuser in Harrow.
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Published in: on 1. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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  1. […] jener großartige Lyriker und Publizist, den ich vor kurzem in meinem Beitrag über das “Metroland” erwähnte, sein Leben lang ebenfalls eine sehr starke Beziehung zu einem Teddybären hatte. […]


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